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Zur Shop-Startseite › Psychologie - Klinische Psychologie, Psychopathologie, Prävention

Suizid bei älteren Menschen

Titel: Suizid bei älteren Menschen

Seminararbeit , 2010 , 17 Seiten , Note: 1

Autor:in: Kerstin Schatzig (Autor:in)

Psychologie - Klinische Psychologie, Psychopathologie, Prävention

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Suizidalität ist ein Phänomen, welches vor allem auch die ältere Generation betrifft. Ältere Menschen werden mit vielerlei Veränderungen konfrontiert. Zum einen sind dies körperliche Veränderungen.
Die gesundheitlichen Beeinträchtigungen zeigen sich in chronischen Erkrankungen, sensorischen und motorischen Einschränkungen und hirnorganischen Leiden.
Die ältere Generation muss damit umgehen lernen, dass viele frühere Aktivitäten nach und nach eingeschränkt werden. Neben kognitiven Verlusten spielen aber auch der Verlust nahestehender Personen, die dadurch zunehmende Vereinsamung der alten Menschen und die Pensionierung eine entscheidende Rolle.
Gleichzeitig hat das Alter aber auch etliche Gewinne zu verzeichnen. Alte Menschen verfügen über eine große Reife, ein enormes Lebenswissen und eine nicht zu unterschätzende Weisheit (vgl. Maerker 2002, S.5ff).

Trotzdem steigt die Anzahl der Suizide und Suizidversuche im Alter. Mit zunehmendem Alter sinkt aber gleichzeitig der appelative Aspekt von Selbstmordversuchen. Meist handelt es sich hier tatsächlich nur um missglückte Versuche, seinem Leben ein Ende zu setzen.
Ältere Menschen verwenden, im Gegensatz zu jüngeren Suizidenten, „harte“ Suizidmethoden, bei welchen eine Umentscheidung in letzter Minute und die rechtzeitige Auffindung des/ der Betreffenden kaum möglich sind (vgl. Teising 1992, S.26ff).

Dem biopsychosozialen Modell des Alterssuizids zufolge schafft es der alte Mensch nicht, sich mit den biologischen, sozialen und psychologischen Faktoren auseinanderzusetzen und die nachlassende körperliche Leistung zu akzeptieren. Hinzu kommen nicht selten depressive Erkrankungen, Suchtverhalten und eine „narzisstische Krise“. Dies führt letzlich zur absoluten Selbstaufgabe und schließlich zum Selbstmord. Trotzdem bleibt der Alterssuizid multifaktoriell, wie in den folgenden Kapiteln deutlich wird (vgl. Schütz/ Wetzel/ Kleiber 2008, S.2f).

Meine Arbeit soll Aufschluss über mögliche Ursachen, Motive und Risikofaktoren geben, die einen alten Menschen dazu veranlassen sich frühzeitig das Leben zunehmen. Auch die Rolle des sozialen Umfeldes soll hierbei näher betrachtet werden.

Abschließend möchte ich kurz die Möglichkeiten einer psychotherapeutischen Behandlung bei alten Suizidenten darstellen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsdefinition

3. Suizid im Alter

3.1. Das präsuizidale Syndrom nach Erwin Ringel

3.1.1. Die Einengung

3.1.2. Die gehemmte und gegen die eigene Person gerichtete Aggression

3.1.3. Die Selbstmordphantasien

3.2. Risikofaktoren

3.3. Hilfe aus dem sozialen Umfeld

4. Psychotherapeutische Aspekte

5. Schlusswort

6. Literatur

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das vielschichtige Phänomen der Suizidalität bei älteren Menschen, analysiert die zugrunde liegenden Ursachen im biopsychosozialen Kontext und beleuchtet Möglichkeiten der psychotherapeutischen Intervention sowie präventive Unterstützung aus dem sozialen Umfeld.

  • Psychopathologische Entwicklung nach Erwin Ringel
  • Biopsychosoziale Risikofaktoren im Alter
  • Die Rolle des sozialen Umfelds und Hilfsappelle
  • Psychotherapeutische Behandlungsansätze für Senioren
  • Aufklärungsbedarf und Präventionsmöglichkeiten

Auszug aus dem Buch

3.1.2. Die gehemmte und gegen die eigene Person gerichtete Aggression

Je mehr sich ein Mensch von einem anderen abhängig fühlt, desto schwieriger wird es für ihn/ sie, seinen/ ihren Ärger über Enttäuschung und Kränkung dieser Person gegenüber zu zeigen. Die Angst, dass sich diese Person letztlich ebenfalls abwendet, ist zu groß. Die unterdrückten aggressiven Impulse waren schließlich gegen die eigene Person gerichtet. Die Aggressionen können nicht mehr wirkungsvoll kanalisiert werden.

Durch die sinkende Anzahl von Kontakten im Alter beginnen diese Menschen sich vermehrt mit ihrem eigenen Körper zu beschäftigen, was häufig zu hypohondrischen Beführchtungen führt. Der eigene Körper wird zum Austragungsort der innerpsychischen Konflikte. Durch den Selbstmord tötet man seinen eigenen Körper anstelle eines anderen (vgl. Teising 1992, S.61f).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die körperlichen und sozialen Veränderungen im Alter und stellt fest, dass die Suizidrate im Alter steigt, oft durch „harte“ Methoden.

2. Begriffsdefinition: Dieses Kapitel differenziert zwischen den Begriffen Suizid, Selbstmord und Freitod und erläutert die Problematik der statistischen Erfassung von Suiziden.

3. Suizid im Alter: Es wird das präsuizidale Syndrom nach Ringel analysiert sowie spezifische biologische, soziale und psychologische Risikofaktoren für ältere Menschen identifiziert.

4. Psychotherapeutische Aspekte: Das Kapitel erörtert Barrieren in der psychotherapeutischen Behandlung älterer Menschen und zeigt Ansätze für die therapeutische Arbeit in akuten Krisen auf.

5. Schlusswort: Das Schlusswort fordert eine verbesserte Aufklärungsarbeit und gezielte Schulungen für Fachpersonal, um älteren Menschen in suizidalen Krisen besser beistehen zu können.

6. Literatur: Das Verzeichnis listet die verwendeten Fachquellen und Internetressourcen auf.

Schlüsselwörter

Suizidalität, Alterssuizid, Erwin Ringel, präsuizidales Syndrom, Gerontopsychotherapie, Risikofaktoren, soziale Isolation, Freitod, psychische Krise, Suizidprävention, psychotherapeutische Behandlung, Einsamkeit, Depression.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Thema Suizidalität bei älteren Menschen, analysiert deren Entstehungsbedingungen und diskutiert Interventionsmöglichkeiten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der psychopathologischen Entwicklung (präsuizidales Syndrom), den verschiedenen Risikofaktoren sowie der Bedeutung des sozialen Umfelds und der Psychotherapie.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Ursachen und Motive für den Alterssuizid aufzuzeigen und Strategien für eine psychotherapeutische Behandlung sowie soziale Unterstützung darzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Anwendung psychologischer Modelle wie dem biopsychosozialen Modell des Alterssuizids.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden das Modell von Erwin Ringel, spezifische Risikogruppen, der Einfluss sozialer Isolation sowie die Möglichkeiten und Herausforderungen der psychotherapeutischen Intervention im Alter erläutert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Alterssuizid, Gerontopsychotherapie, präsuizidales Syndrom und Suizidprävention beschreiben.

Was versteht man nach Ringel unter einer „Einengung“?

Ringel differenziert dabei zwischen situativer Einengung, dynamischer Einengung, der Einengung der Wertewelt sowie der Einengung zwischenmenschlicher Beziehungen als Vorstufen zum Suizid.

Warum fällt älteren Menschen der Zugang zu Psychotherapie oft schwer?

Es bestehen häufig Vorbehalte gegenüber jüngeren Therapeuten, die Befürchtung des Autonomieverlusts sowie die Unkenntnis über bestehende therapeutische Versorgungsstrukturen für Senioren.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Suizid bei älteren Menschen
Hochschule
Alpen-Adria-Universität Klagenfurt
Note
1
Autor
Kerstin Schatzig (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
17
Katalognummer
V160600
ISBN (eBook)
9783640738304
ISBN (Buch)
9783640738601
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Suizid Menschen Alter
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Kerstin Schatzig (Autor:in), 2010, Suizid bei älteren Menschen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/160600
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Leseprobe aus  17  Seiten
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