Hausarbeiten logo
Shop
Shop
Tutorials
De En
Shop
Tutorials
  • How to find your topic
  • How to research effectively
  • How to structure an academic paper
  • How to cite correctly
  • How to format in Word
Trends
FAQ
Zur Shop-Startseite › Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien

Islamophobie im Netz

Alte Stereotype in neuem Gewand?

Titel: Islamophobie im Netz

Magisterarbeit , 2009 , 102 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Baris Ünal (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

„Islamfeindschaft“, „Feindseligkeit gegenüber Muslimen“, „Ablehnung des Islams“ oder „Antiislamismus“ sind Begriffe, die in den letzten Jahren häufiger in der öffentlichen Diskussion genannt werden. In Deutschland ist es in erster Line der Pädagogik-Professor
Wilhelm Heitmeyer, der im Rahmen seiner Langzeitforschung zur „Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit“ den Begriff der Islamophobie etabliert hat. Unter bewusster Ausklammerung einer rationalen Kritik am Islam wurden diese Formulierungen unter dem
Schlagwort der „Islamophobie“ zusammengefasst und bildeten einen nicht unumstrittenen Begriff, der im Diskurs um eine generell ablehnende Haltung gegenüber muslimischen Personen und allen Glaubensrichtungen, Symbolen und religiösen Praktiken des Islams
benutzt wird.
Ablehnende und feindselige Haltungen gegenüber einer fremden Kultur, einer anderen Religion, Fremdenfeindlichkeit oder Rassismus sind in der Vorurteils- und Rassismusforschung keine neuen Phänomene. Seit einigen Jahren sind allerdings Parallelen bei Feindseligkeiten gegenüber Muslimen und Juden zu beobachten. Dieser neue und in der
Forschung teilweise umstrittene Zusammenhang ist dabei kein rein wissenschaftliches, theoretisches Konstrukt, sondern orientiert sich durchaus an konkreten Ereignissen. So wurde beispielsweise am 13. Dezember 2008 die Außenmauer der Gedenkstätte des ehemaligen
Konzentrationslagers Mauthausen in Oberösterreich mit dem Satz: „Was unseren Vätern der Jud ist für uns die Moslembrut seid auf der Hut! 3. Weltkrieg – 8. Kreuzzug“ beschmiert. Einige Wochen zuvor ist es der Leiter des Berliner Zentrums für Antisemitismusforschung, Wolfgang Benz, welcher im Vorwort des 17. Jahrbuchs für Antisemitismusforschung schreibt: „Die pauschale Stigmatisierung des Islam und der Muslime wird in den Medien von Wissenschaftlern, Politikern und auf alltäglichen Foren geübt“, dabei gehe die
Antisemitismusforschung von einer Vergleichbarkeit der Stimmung gegen Muslime mit Antisemitismus und Judenfeindschaft aus. In beiden Fällen würden „Verschwörungsfantasien ebenso wie vermeintliche Grundsätze und Gebote der Religion, die mit mehr Eifer als
Sachkenntnis behauptet wurden“ zum Tragen kommen. Gerade die Argumentation unter der Zuhilfenahme von Stereotypen sei als ein Phänomen aus der Antisemitismusforschung bekannt und aus diesem Grund im Zusammenhang mit Islamfeindschaft interessant. [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Problemfeld Islamophobie

1.2 Problemfeld Antisemitismus und Islamophobie

1.3 Problemfeld Islamophobie im Netz

1.4 Fragestellung und Hypothesen

1.5 Vorgehen

2. Islamophobie

2.1 Was heißt „Islamophobie“?

2.2 Ausprägungen von Islamophobie

2.3 Stereotype

2.3.1 Islamophobe Stereotype

3. Medien und Islamophobie

3.1 Die Rolle der Medien

3.1.1 Die „Protokolle der Weisen von Zion“

3.2 Die Rolle des Internets

4. Islamophobie im Netz

4.1 Islamophobie auf Homepages

4.2 Islamophobie in Social Networks

4.3 Islamophobie in Foren

4.4 Kommentarkultur und Islamophobie

4.5 Fazit

5. Politically Incorrect

5.1 Inhaltliche Gestaltung

5.2 Formaler Aufbau

6. Qualitative Inhaltsanalyse der islamkritischen Stereotype in den Kommentaren des Weblogs „Politically Incorrect“

6.1 Vorüberlegungen

6.2 Vorgehensweise

6.2.1 Festlegung des Materials

6.2.2 Analyse der Entstehungssituation

6.2.3 Formale Charakterisierung des Materials

6.2.4 Richtung der Analyse

6.2.5 Theoriegeleitete Differenzierung der Fragestellung

6.2.6 Bestimmung der Analysetechnik

6.2.7 Definition der Analyseeinheit

6.2.8 Ablauf der Inhaltsanalyse

6.3 Auswertung des Kategoriensystems

6.3.1 Das Verhalten der Gesellschaft gegenüber Muslimen

6.3.2 Gesellschaften unter dem Einfluss von Muslimen

6.3.3 Muslimische Gesellschaften

6.3.4 Der Prophet

6.3.5 Die heiligen Schriften

6.3.6 Verhältnis zwischen Islam und anderen Kulturen und Religionen

6.3.7 Islamische Regeln, Gesetze und Strafen

6.3.8 Islamische Kultur, Rituale, Lebensweise

6.3.9 Der Islam

6.3.10 Der Muslim

6.4 Zusammenfassung

7. Interpretation und Diskussion der Ergebnisse

7.1 Islamophobie und Antisemitismus

7.1.1 Muslime als Europas „Andere“

7.1.2 Muslime als Schädlinge

7.1.3 Muslimische Eigenschaften

7.1.4 Ideologieverdacht

7.1.5 Muslimische Rituale

7.1.6 Verschwörung

7.2 Unterschiede zwischen Antisemitismus und Islamophobie

7.3 Fazit

8. Ausblick und Schlussüberlegungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen der Islamophobie in Deutschland mit einem speziellen Fokus auf die Verbreitung islamfeindlicher Stereotype und Argumentationsmuster im Internet. Dabei steht die Frage im Zentrum, inwieweit sich etablierte antisemitische Vorurteile und Feindbilder in der islamkritischen Blogosphäre widerspiegeln und welche Rolle das Medium Internet bei der Kultivierung dieser Weltbilder spielt.

  • Analyse der Definitionen von Islamophobie in der Sozialwissenschaft.
  • Untersuchung der Rolle von Medien und Internet bei der Verbreitung von Stereotypen.
  • Detaillierte Untersuchung des Weblogs „Politically Incorrect“ als zentrales Fallbeispiel.
  • Qualitative Inhaltsanalyse von Nutzerkommentaren zur Identifikation zentraler Feindbilder.
  • Vergleich der Strukturen von Antisemitismus und Islamophobie.

Auszug aus dem Buch

2.3.1 Islamophobe Stereotype

Sowohl das Stereotyp als auch das Vorurteil resultieren demnach aus einer beschränkten Informationsverarbeitung und beeinflussen wiederum die Aufnahme und Verarbeitung von Informationen. Solche lückenhaften bzw. gesteuerten Berichte, negative Interpretation und tendenziöse Selektion führen dann dazu, dass „diese „verzerrten Images“ zu Feindbildern heranwachsen: „Bei entsprechenden Interessensgegensätzen und forcierten Rückkopplungsprozessen kann sich eine solche Entwicklung zu einem immer bedrohlicheren ‚Feindbild‘ steigern und schließlich in offene Aggression münden“.

Auch der Literaturwissenschaftler Viktor Klemperer bringt die Bedeutung von verfälscht und verzerrt verbreiteten Informationen bildhaft auf den Punkt, wenn er schreibt: „Worte können wie winzige Arsendosen sein: Sie werden unbemerkt verschluckt; sie scheinen keine Wirkung zu tun - und nach einiger Zeit ist die Giftwirkung doch da.“

Erneut ist es Rüdiger Hort, der zudem darauf hinweist, dass Stereotypen insbesondere in Zeiten mit gesellschaftlichen Krisen an Bedeutung gewinnen können. So könnten beispielsweise in Kriegszeiten oder in wirtschaftlicher Rezession Übergriffe auf bestimmte soziale Bevölkerungsgruppen registriert werden, die durch Stereotype und Vorurteile legitimiert und ermöglicht würden. Ausländer stellten in diesem Zusammenhang Sündenböcke dar.

Noch einen Schritt weiter geht Hort, wenn er von dem bewussten Einsatz von Stereotypen schreibt: „Je nach Handlungsbedarf oder Motivation einer sozialen Kategorie oder Gruppe können sie [Stereotype und Vorurteile] sogar als gezielt eingesetzte Instrumente des sozialen Wettbewerbs oder der Konkurrenz fungieren, d.h. sie können bewusst konstruiert werden, um eine Gruppenideologie bzw. einen Gruppenzusammenhalt zur Mobilisierung gegen eine andere konkurrierende Gruppe herzustellen.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Thema Islamophobie, die mediale Berichterstattung sowie die Zielsetzung der wissenschaftlichen Untersuchung.

2. Islamophobie: Theoretische Auseinandersetzung mit dem Begriff Islamophobie, seiner Herkunft und verschiedenen wissenschaftlichen Definitionsansätzen.

3. Medien und Islamophobie: Analyse der Rolle traditioneller Medien sowie des Internets bei der Verbreitung von Vorurteilen, unter Berücksichtigung historischer Beispiele wie den „Protokollen der Weisen von Zion“.

4. Islamophobie im Netz: Darstellung verschiedener Internetformate wie Weblogs, Foren und Social Networks und deren Nutzung für islamfeindliche Diskurse.

5. Politically Incorrect: Detaillierte Vorstellung des Blogs „Politically Incorrect“, seiner Entstehungsgeschichte, Zielsetzung und inhaltlichen Ausrichtung.

6. Qualitative Inhaltsanalyse der islamkritischen Stereotype in den Kommentaren des Weblogs „Politically Incorrect“: Beschreibung der methodischen Vorgehensweise bei der Auswertung von 31 Blogartikeln und den dazugehörigen Nutzerkommentaren.

7. Interpretation und Diskussion der Ergebnisse: Synthese der Ergebnisse, Identifikation von Gemeinsamkeiten zwischen Antisemitismus und Islamophobie sowie Diskussion der erfassten Argumentationsmuster.

8. Ausblick und Schlussüberlegungen: Reflexion der Ergebnisse und Ausblick auf zukünftige Entwicklungen und notwendige weitere Forschungsfragen im Bereich der Islamophobieforschung.

Schlüsselwörter

Islamophobie, Antisemitismus, Politically Incorrect, Stereotype, Internet, Weblogs, Medienwirkungsforschung, Diskursanalyse, Feindbilder, Islamkritik, Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, Radikalisierung, Kommunikation, Vorurteile, Online-Kommunikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Auftreten und den Verbreitungsmechanismen von Islamophobie im Internet, insbesondere innerhalb deutschsprachiger, islamkritisch eingestufter Online-Plattformen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Rolle von Medien und Internet bei der Konstruktion von Feindbildern, die Analyse von Stereotypen sowie der Vergleich mit historischen antisemitischen Diskursstrukturen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Bandbreite islamophober Argumentationsmuster zu identifizieren und zu kategorisieren, die in Kommentarspalten populärer Blogs genutzt werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine qualitative Inhaltsanalyse in Anlehnung an das Modell von Philipp Mayring durchgeführt, um eine systematische Kategorisierung der vorliegenden Textdaten zu ermöglichen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst sowohl die theoretische Einbettung des Islamophobie-Begriffs als auch die empirische Analyse des Blogs „Politically Incorrect“ sowie die anschließende Interpretation der Ergebnisse hinsichtlich der Verwandtschaft zu antisemitischen Narrativen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind unter anderem Islamophobie, Antisemitismus, Internet, Stereotype, Feindbilder und Politically Incorrect.

Was unterscheidet Islamophobie von anderen Rassismen laut dieser Arbeit?

Die Arbeit weist darauf hin, dass Islamophobie oft als politisches Instrument zur Mobilisierung gegen eine vermeintliche Übernahme durch eine fremde Religion oder Kultur genutzt wird, während klassische Rassismen oft stärker auf biologischen Konstrukten basieren.

Wie gehen die Betreiber von „Politically Incorrect“ mit Kritik um?

Die Arbeit beschreibt, dass die Betreiber des Blogs ein explizites Misstrauen gegenüber „Mainstream-Medien“ hegen und ihre Plattform als eine Art Gegenöffentlichkeit begreifen, die Tabuthemen ansprechen will.

Ende der Leseprobe aus 102 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Islamophobie im Netz
Untertitel
Alte Stereotype in neuem Gewand?
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Publizistik und Kommunikationswissenschaft)
Note
2,3
Autor
Baris Ünal (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
102
Katalognummer
V159858
ISBN (eBook)
9783640730490
ISBN (Buch)
9783640730674
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Islamophobie Politically Incorrect Islamfeindschaft Antisemitismus Stereotype
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Baris Ünal (Autor:in), 2009, Islamophobie im Netz, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/159858
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  102  Seiten
Hausarbeiten logo
  • Facebook
  • Instagram
  • TikTok
  • Shop
  • Tutorials
  • FAQ
  • Zahlung & Versand
  • Über uns
  • Contact
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum