Die Republik Namibia liegt im Südwesten Afrikas und wird hier von Angola, Sambia, Botswana, Südafrika und dem Atlantischen Ozean umschlossen.
In Namibia leben heute sehr unterschiedliche Menschen, von der indigenen Bevölkerung Namibias, die durch den langen Befreiungskampf geeint wurde, bis zu den Nachkommen deutscher Siedler, die sich teilweise immer noch als Heilsbringer für die angeblich wilde Bevölkerung betrachten. Dabei ist die deutsche Geschichte in Namibia extrem blutig und brutal. Und teilweise werden die Ereignisse in Namibia als erster von Deutschen verübter Völkermord bezeichnet1. Auf das Ende der deutschen Kolonisation folgte das südafrikanische Apartheidsregime, das seine rassistische Politik auf Namibia ausweitete. Seit dem 21. März 1990 ist Namibia unabhängig.
Die Besiedlung ist sehr gering, da sich auf einem Gebiet von 824.292 km² gerade einmal 1.900.000 Einwohner befinden, obwohl die Fläche Namibias mehr als doppelt so groß wie die der Bundesrepublik Deutschland ist. Jedoch ist das Bevölkerungswachstum mit einer Quote von 3 Prozent recht hoch. Die größte Stadt ist mit ca. 300.000 Einwohnern die Hauptstadt Windhoek.
Namibias Wirtschaft besteht zu großen Teilen aus dem Bergbau (vor allem Diamanten und Uran werden in großen Mengen exportiert), der Landwirtschaft (besonders Rinder- und Schafzucht) und dem Tourismus. Auch wenn Namibia zu den reicheren Ländern Afrikas gehört, ist das Einkommen der Bevölkerung niedrig. Das monatliche Durchschnittseinkommen beträgt 120 Euro. Gleichzeitig weist Namibia die ungleichste Einkommensverteilung weltweit auf. Momentan wird in einem Modellversuch getestet, wie sich ein bedingungsloses Grundeinkommen auswirkt.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Namibia zur präkolonialen Zeit
2. Die Zeit des deutschen Kolonialismus
2.1. Der Kolonialismus – Begriff
2.2. Namibia und die Missionare
2.3. „Der Handel folgt dem Kreuz, dem Handel folgt die Flagge“
2.4. Die Aufstände der Herero und Nama
3. Namibia unter südafrikanischer Mandatsherrschaft
3.1. Der Beginn der südafrikanischen Mandatsherrschaft
3.2. Die Verschärfung der rassisitischen Gesetzgebung
3.3. Widerstand gegen das südafrikanische Apartheidsregime
3.4. Die Etablierung der SWAPO als Vertretung der Mehrheit der Bevölkerung
3.5. Die Turnhallenkonferenz
3.6. Die Intervention des Westen
3.7. Die erneute Festigung der Herrschaft Südafrikas
3.8. Namibias Unabhängigkeit
4. Das politische System Namibias
5. Schlussfolgerungen
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert die wechselvolle historische Entwicklung Namibias von der präkolonialen Ära über die deutsche Kolonialzeit bis hin zur südafrikanischen Mandatsherrschaft, um die Genese des namibischen Staates und dessen politischen Systems zu beleuchten.
- Die soziopolitische Struktur der indigenen Bevölkerung vor der Kolonisation.
- Mechanismen und Auswirkungen der deutschen Kolonialherrschaft sowie der Aufstände von Herero und Nama.
- Die Implementierung des Apartheidsregimes unter südafrikanischer Mandatsherrschaft.
- Der politische Befreiungskampf durch die SWAPO und die Rolle internationaler Akteure.
- Die Konsolidierung der staatlichen Souveränität und die heutige politische Ordnung Namibias.
Auszug aus dem Buch
2.4 Die Aufstände der Herero und Nama
Im Jahr 1904 beginnen die Herero sich aufzulehnen. Die ursprünglich stark zersplitterten Gruppen rückten durch die andauernden Kämpfe mit Hendrik Witbooi näher zusammen und haben einen gemeinsamen Häuptling, der im Krieg das Oberkommando hat. Dieser Häuptling war Samuel Maherero.
Zeitgleich mit kleineren Aufständen, die viele Schutztruppen banden, begannen die Herero Niederlassungen von Siedlern anzugreifen.Maherero erkannte, dass nicht nur die Herero, sondern alle Stämme Namibias von den Deutschen ausgebeutet und unterdrückt werden, und er begann langsam an eine gemeinsame Nation Namibia zu denken.
In Deutschland war die Entrüstung groß, jedoch fand auch eine Sensibilisierung statt. Kannte man vorher nur Schreckensnachrichten über die Gräueltaten der Herero, so wurden langsam auch Nachrichten über die möglichen Ursachen dieser Aufstände bekannt.
Deutschland schickt nun erneut massive Verstärkung und zwingt die Herero zu einer Entscheidungsschlacht am Waterberg. Auf deutscher Seite kämpfen auch die Nama unter Hendrik Witbooi, die in Folge des abgeschlossenen Schutzvertrages dazu verpflichtet waren. Durch ihre militärische Überlegenheit, gelingt es den Deutschen, die Herero vernichtend zu schlagen. Die Überlebenden Herero werden in die Omaheke-Wüste getrieben, wo viele verdursten, verhungern oder an Erschöpfung sterben. Vor dem Aufstand lebten in Namibia ca. 80.000 Herero nach der blutigen Niederschlagung durch das deutsche Reich, war diese Zahl auf 15.130 gesunken.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Umreißt die geografische Lage, demografische Daten und die wirtschaftliche Situation Namibias als Ausgangspunkt für die historische Untersuchung.
1. Namibia zur präkolonialen Zeit: Beschreibt die gesellschaftliche Struktur der Khoisan und Bantu sowie den Mythos der Geschichtslosigkeit vor der Ankunft der Europäer.
2. Die Zeit des deutschen Kolonialismus: Analysiert die ökonomischen Motive des Kolonialismus, die Rolle der Missionare und die brutal verlaufenden Aufstände der indigenen Stämme.
3. Namibia unter südafrikanischer Mandatsherrschaft: Untersucht die Übernahme durch Südafrika, die Etablierung von Apartheidstrukturen und den organisierten Widerstand durch die SWAPO.
4. Das politische System Namibias: Erläutert die heutige Regierungsform als parlamentarische Republik und beleuchtet die Rolle des Präsidentenamtes sowie der wichtigsten politischen Parteien.
5. Schlussfolgerungen: Fasst die historische Entwicklung zum souveränen Staat zusammen und reflektiert die Stabilität der jungen Demokratie im Kontext ethnischer und sozioökonomischer Identitäten.
Schlüsselwörter
Namibia, Kolonialismus, Mandatsherrschaft, Apartheid, SWAPO, Herero, Nama, Befreiungskampf, Samuel Maherero, Hendrik Witbooi, Deutschland, Südafrika, Unabhängigkeit, Nationalbewusstsein, Demokratie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung Namibias von der vorkolonialen Zeit bis zur Erlangung der staatlichen Unabhängigkeit 1990.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Schwerpunkte bilden die deutsche Kolonialgeschichte, die südafrikanische Mandatszeit, die Apartheidpolitik sowie der Befreiungskampf der SWAPO.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die Genese des namibischen Staates unter Berücksichtigung von Fremdherrschaft und Widerstandsprozessen historisch einzuordnen.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Autorin/der Autor nutzt eine historische Analyse basierend auf Literaturquellen und zeitgenössischen Berichten, um die komplexen politischen Prozesse darzustellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert chronologisch die verschiedenen Herrschaftsphasen, die Unterdrückungsmechanismen und die Formierung des nationalen Widerstands.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Schlagworte sind Kolonialgeschichte, Apartheid, SWAPO, Unabhängigkeitsbewegung und die soziopolitische Entwicklung Namibias.
Warum war die Rolle der Missionare für die deutsche Kolonialmacht entscheidend?
Die Missionare trugen durch ihre gezielte Ausnutzung der stammesinternen Zersplitterung dazu bei, ein nationales Bewusstsein der indigenen Bevölkerung zu verhindern.
Welche Bedeutung hatte die Turnhallenkonferenz für den Prozess der Unabhängigkeit?
Sie war ein gescheiterter Versuch Südafrikas, durch Pseudoreformen die Macht zu behalten und die SWAPO als legitime Vertretung zu umgehen.
Wie veränderte sich die SWAPO im Verlauf des Befreiungskampfes?
Sie entwickelte sich von einer auf Stammesebene agierenden Gruppe zu einer nationalen politischen Partei mit militärischem Arm und weitreichender internationaler Anerkennung.
Inwiefern beeinflusste die südafrikanische Apartheid das Leben in Namibia?
Die Apartheidpolitik wurde vollumfänglich auf Namibia übertragen und führte zu strikter räumlicher, sozialer und ökonomischer Segregation der Bevölkerung.
- Arbeit zitieren
- Nils Napierala (Autor:in), 2008, Namibia zu Zeiten des Kolonialismus und der Mandatsherrschaft, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/158963