Diese Hausarbeit ist in zwei Hauptabschnitte unterteilt. Durch die Skizzierung des geschichtlichen Ablaufs der Globalisierung wird aufgezeigt, wie schnell sich die Menschen durch die Unternehmen miteinander vernetzen. Auf dieser Grundlage werden die negativen Umwelteinwirkungen, die unter anderem zu einer Klimakrise führen, erläutert. Im zweiten Teil der Hausarbeit werden zuerst der Aufbau und der Inhalt des Lieferkettengesetzes erklärt. Abschließend werden unter Bezugnahme der vorherigen Informationen Ansätze aufzeigt, welche die Umweltrisiken eingrenzen sollen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Globalisierung der Weltwirtschaft
2.1. Geschichtliche Entwicklung
2.2. Globalisierungsprozess
2.2.1. Handel und Waren
2.2.2. Multinationale Unternehmen
3. Auswirkungen auf die Umwelt - Risiko der Globalisierung
4. Das deutsche Lieferkettengesetz
4.1. Grundlagen
4.2. Form und Inhalt
5. Ansätze zur Eingrenzung der Auswirkungen auf die Umwelt
5.1. Verwendung von Pestiziden
5.2. Herstellung von Lithium
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit das deutsche Lieferkettengesetz dazu geeignet ist, die negativen Auswirkungen der Globalisierung auf die Umwelt zu begrenzen. Dabei steht die Frage im Vordergrund, ob die gesetzlichen Regelungen ausreichen, um grenzüberschreitende Umweltverstöße entlang globaler Lieferketten effektiv zu unterbinden oder ob ergänzende Maßnahmen notwendig sind.
- Historische Entwicklung und Dynamik der Globalisierung.
- Ökologische Risiken durch weitverzweigte globale Wertschöpfungsketten.
- Analyse von Aufbau und Inhalt des deutschen Lieferkettengesetzes.
- Fallbeispiele: Pestizideinsatz (Blumenproduktion) und Lithiumabbau (E-Mobilität).
- Bewertung der Leistungsfähigkeit des Gesetzes hinsichtlich des Umweltschutzes.
Auszug aus dem Buch
5.2. Herstellung von Lithium
Die E-Mobilität stellt für die Energiewende einen entscheidenden Faktor dar. Für den Umstieg auf die E-Mobilität wird zurzeit auf Lithium-Ionen-Batterien gesetzt, weshalb eine hohe Nachfrage nach Lithium, Nickel, Kobalt, Grafit und Nickel vorliegt. Dieser Trend zeigt sich bereits jetzt in der E-Fahrrad-Branche, in der sich die Nachfrage innerhalb von fünf Jahren verdreifacht hat. Durch den verstärkten Abbau der Rohstoffe kommt es zu stärkeren Auswirkungen auf die Menschenrechte und die Umwelt. Bei den Umweltproblemen sind die sauren Grubenwässer und Wasserkonflikte zwischen den Bergbauunternehmen und indigenen Völkern hervorzuheben. Diese Zustände werden durch die schlechten gesetzlichen Maßstäbe der Regierungen ermöglicht, die sich dadurch erhoffen, dass Arbeitsplätze geschaffen werden. Somit entsteht eine Abhängigkeit gegenüber den multinationalen Unternehmen, die durch die Schaffung der Arbeitsplätze etwas gegen die Armut unternehmen sollen. Anhand der Gewinnung von Lithium werden die eben genannten Umweltprobleme näher erläutert.
Lithium bildet einen wichtigen Bestandteil der Lithium-Ionen-Batterien, da es für die Kathode und als Elektrolyt benutzt wird. Im Jahr 2019 wurden weltweit 77.000 Tonnen gefördert. Zukünftig wird eine Steigerung auf bis zu 500.000 Tonnen im Jahr 2050 erwartet. Damit dieses Fördervolumen umgesetzt werden kann, müssen in den bisherigen zwei Hauptregionen, Australien und dem Andenhochland, neue Produktionsstätten errichtet werden. Besonders in dem Dreiländereck zwischen Chile, Argentinien und Bolivien sollen noch viele ungenutzte Ressourcen vorhanden sein. Bereits seit den 1980er-Jahren wird in Chile mittels einer autarken Behörde ambitioniert gefördert, die die Rechte zum Abbau verwaltet. Diese Haltung wird von Bolivien übertroffen. Dort soll mithilfe des Staates eine Wertschöpfungskette aufgebaut werden. Aufgrund von Protesten der Bevölkerung wurde das Abkommen mit dem deutschen Unternehmen ACI Systems jedoch vorerst gestoppt. In Argentinien wiederum wurden die Umweltauflagen so weit herabgesenkt, dass es den Unternehmen entgegenkommt und viel Lithium abgebaut wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Zunahme globaler Handelsströme und die damit verbundene Belastung für Umwelt und Menschenrechte, wobei das deutsche Lieferkettengesetz als regulatorische Antwort eingeführt wird.
2. Globalisierung der Weltwirtschaft: Dieses Kapitel skizziert die historische Entwicklung der Globalisierung und erläutert den Prozess durch Handel, Warenbewegungen und die marktmächtige Rolle multinationaler Unternehmen.
3. Auswirkungen auf die Umwelt - Risiko der Globalisierung: Hier werden die ökologischen Risiken der globalen Vernetzung dargelegt, insbesondere im Hinblick auf den Klimawandel, Ozonschichtausdünnung und den Verlust an Biodiversität.
4. Das deutsche Lieferkettengesetz: Es werden die Grundlagen (Sorgfaltspflichtgesetz) sowie Form und Inhalt des Gesetzes erläutert, inklusive der rechtlichen Verpflichtungen für deutsche Unternehmen zur Überprüfung ihrer Lieferketten.
5. Ansätze zur Eingrenzung der Auswirkungen auf die Umwelt: Anhand der Fallbeispiele Pestizidnutzung in der Schnittblumenindustrie und Lithiumgewinnung für Batterien wird die praktische Relevanz des Lieferkettengesetzes für den Umweltschutz geprüft.
6. Fazit: Das Fazit resümiert, dass das Lieferkettengesetz eine wichtige Ausgangsbasis bildet, jedoch aufgrund des Fokus auf Menschenrechte und der Beschränkung auf direkte Zulieferer noch nicht ausreicht, um globale Umweltprobleme nachhaltig zu lösen.
Schlüsselwörter
Lieferkettengesetz, Globalisierung, Nachhaltigkeit, Sorgfaltspflicht, Umweltrecht, Menschenrechte, Rohstoffabbau, Lithium, Pestizide, multinationale Unternehmen, Klimawandel, Wertschöpfungskette, Ökologischer Fußabdruck, Welthandel, Umweltzerstörung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
In dieser Hausarbeit wird die Rolle des deutschen Lieferkettengesetzes im Kontext der durch die Globalisierung verursachten ökologischen Probleme analysiert.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Die Arbeit verknüpft die ökonomischen Aspekte der Globalisierung und multinationaler Konzerne mit den daraus resultierenden ökologischen Schäden und den gesetzlichen Regulierungsversuchen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es zu ergründen, inwiefern das deutsche Lieferkettengesetz die negativen Umweltauswirkungen globaler Handelsbeziehungen effektiv eingrenzen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?
Die Autorin oder der Autor nutzt eine theoretische Literaturanalyse sowie eine fallbasierte Untersuchung, um die Wirksamkeit des Gesetzes zu bewerten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Globalisierungsprozesses, eine Risikoanalyse ökologischer Folgen, die Vorstellung der Gesetzestexte sowie die praktische Anwendung anhand von Lithium- und Pestizid-Fallbeispielen.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Themen sind Sorgfaltspflicht, globale Wertschöpfungsketten, Umweltschutz, Menschenrechte und die Verantwortung multinationaler Unternehmen.
Warum spielt die Lithium-Gewinnung eine zentrale Rolle in der Analyse?
Das Lithium-Beispiel verdeutlicht exemplarisch den Zielkonflikt zwischen dem technologischen Umstieg auf E-Mobilität in Industrieländern und den massiven Umweltproblemen (Wasserverbrauch, Lebensraumzerstörung) in den Abbaugebieten.
Wie bewertet der Autor die Wirksamkeit des Lieferkettengesetzes hinsichtlich des Umweltschutzes?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass das Gesetz zwar einen wichtigen ersten Schritt darstellt, aber gegenüber den Menschenrechtsvorgaben zu stark in den Hintergrund rückt und keine ausreichende Handhabe gegen globale Umweltprobleme wie den Klimawandel bietet.
- Arbeit zitieren
- Tobias Stang (Autor:in), 2022, Lieferkettengesetz und Globalisierung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1584105