Ein Großteil der neuen Werkzeuge zum gemeinsamen Arbeiten im Unternehmen, basieren auf den sogenannten Web 2.0-Technologien. Ob ERP, CRM2, CMS oder E-Mailserver: nahezu überall können die Nutzer in webbasierten Oberflächen benötigte Daten auswerten und eigene Daten ergänzen. Vor allem im privaten Umfeld werden Web 2.0-Werkzeuge viel genutzt und ermöglichen es, fast jede Information im Internet zu finden oder eigene Beiträge zu erstellen. Konsequenterweise, muss sich ein im Innovationsprozess eingesetztes Werkzeug, bis in den operativen Teil eines Unternehmens integrieren lassen. Alle beteiligen Personen, Gruppen oder ganze Abteilungen im Unternehmen, die sich mit Forschung und Entwicklung von Produkten beschäftigen, oder interne Systeme und Abläufe rationalisieren, müssen in ein solches System integriert werden. Jedoch stoßen sie oft an die Grenzen solcher Systeme, da ihre Arbeit in hohem Maße nicht-standardisiert, sondern vielmehr kreativer Natur ist. Die Standardisierung der Aufgaben lässt sich jedoch nur in sehr geringem Maße umsetzen, was den Einsatz von Softwareunter-stützung erschwert.
In der vorliegenden Arbeit wird untersucht, ob und wie die neuen Web 2.0-Technologien die einzelnen Phasen des Innovationsprozesses unterstützen können. Das Innovationsmanagement beschäftigt sich mit der Organisation aller Aufgaben, die im Innovationsprozess vorkommen. Dies umfasst unter anderem die Phasen der Ideenfindung, der Ideenselektion und -bewertung, der anschließenden Forschung & Entwicklung bis hin zur Umsetzung und (Markt-) Einführung des Produkts. Für diese Arbeit ist insbesondere der kreative, initiierende Teil des Innovationsprozesses interessant, da besonders hier Ideen gesammelt werden, die mittels der Web 2.0-Technologien für andere Personen verfügbar gemacht werden können.
Den Web 2.0-Technologien werden einfache Bedienung und vielseitige Einsatzmöglichkeiten nachgesagt. Insbesondere die Erfassung, Aufbereitung und Erweiterung von Wissen soll durch Wiki, RSS und Co. unterstützt werden können. Auf Grundlage dieser Annahme, soll in dieser Arbeit gezeigt werden, welche Werkzeuge für die Unterstützung des Innovationsmanagements geeignet sind.
Im ersten Teil der Arbeit werden die theoretischen Grundlagen des Innovationsmanagements kurz wiedergegeben, um anschließend einen vollständigen typischen Innovationsprozess zu beschreiben. Davon ausgehend werden die für diese Arbeit interessanten Phasen des Gesamtprozesses genauer beschrieben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Untersuchungsdesign
2.1 Phasen und Akteure im Innovationsprozess
2.1.1 Beschreibung der relevanten Prozessphasen
2.1.2 Initiierung von Innovationsprozessen
2.1.3 Rollen im Innovationsprozess
2.2 Web 2.0-Werkzeuge
2.2.1 Idee und Technologie des Web 2.0
2.2.2 Basistechnologien
2.2.3 Weiterentwicklungen
3 Untersuchung
3.1 Kriterien zur Auswahl von Web 2.0-Werkzeugen
3.1.1 Allgemeine Anforderungen an Werkzeuge
3.1.2 Anforderungen in einzelnen Phasen
3.2 Leistungsfähigkeit von einzelnen Werkzeugen
3.2.1 Allgemeine Anforderungen
3.2.2 Anforderungen in einzelnen Phasen
3.3 Ergebnisverwertung
3.3.1 Beschreibung des Grundaufbaus
3.3.2 Zusätzliche Funktionen
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial von Web 2.0-Technologien zur Unterstützung des Innovationsmanagements. Im Fokus steht dabei die Frage, ob und wie diese Werkzeuge insbesondere die frühen, kreativen Phasen des Innovationsprozesses – von der Ideenfindung bis zur Ideenauswahl – effizienter gestalten können.
- Analyse der Phasen und Akteure im modernen Innovationsmanagement
- Evaluation von Web 2.0-Basistechnologien (Wiki, RSS, Tagging, Blog, Forum)
- Entwicklung von Kriterien zur Eignungsprüfung von Web 2.0-Werkzeugen
- Konzeption eines integrierten, semantisch unterstützten Innovationsmanagementsystems
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Idee und Technologie des Web 2.0
Das Web 2.0, das so genannte „Mit-mach-Internet“, entwickelte sich seit Ende der 1990er Jahre sehr schnell und wurde immer populärer. Vor dem Web 2.0 beschränkte sich das Veröffentlichen von Informationen im World Wide Web auf eine kleine Anzahl von Personen. Diese mussten in der Lage sein, mit speziellen Web-Design-Programmen und Programmiersprachen sowohl das Design, als auch die präsentierten Inhalte einer Website zu erstellen. Besucher von Websites konnten dann nur Inhalte abrufen, diese jedoch nicht nach eigenen Bedürfnissen manipulieren, ändern oder gar neu erstellen. Web 2.0 hingegen basiert auf der Idee, dass zwar der formale Aufbau einer Seite bereitgestellt wird, der Inhalt jedoch von jedem Nutzer erstellt und verändert werden kann.
Diese Art von Arbeitsteilung führte dazu, dass Online-Enzyklopädien wie Wikipedia.com binnen kürzester Zeit zu riesigen Wissensportalen heranwachsen konnten. Weiterhin wurde in Bezug auf Informationsbereitstellung das push- zum pull-Prinzip umgekehrt. War es früher noch nötig, sich auf einzelnen Web-Sites für einen Newsletter zu registrieren, um aktuelle Informationen zugesendet (push) zu bekommen, ist es jetzt möglich, sich Informationen ganz einfach auf verschiedenste Geräte zu abonnieren (pull). Diese Umkehrung förderte eine vereinfachte Verbreitung von Informationen, da nunmehr Herausgeber von Information keine Datenbanken mit E-Mail-Adressen der Leser führen müssen, um daraus periodische Updates in Form von E-Mail-Newsletter versenden zu müssen. Zudem können die bereitgestellten Informationen nicht nur als E-Mail abgerufen werden, sondern sind auf einer Vielzahl von On- und Offline-Feed-Readern lesbar.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Web 2.0-Technologien als Werkzeuge für das Innovationsmanagement und Darlegung der Zielsetzung der Arbeit.
2 Untersuchungsdesign: Theoretische Herleitung der Phasen des Innovationsprozesses, Rollenmodelle sowie Vorstellung der betrachteten Web 2.0-Technologien.
3 Untersuchung: Ableitung von Auswahlkriterien für Werkzeuge und Prüfung der Leistungsfähigkeit einzelner Technologien sowie Vorschlag für ein integriertes System.
4 Fazit: Zusammenfassende Darstellung der Ergebnisse und kritische Reflexion des Einsatzes von Web 2.0-Systemen im Innovationsmanagement.
Schlüsselwörter
Web 2.0, Innovationsmanagement, Innovationsprozess, Wiki, RSS, Tagging, Blog, Forum, Semantic Web, Ontologien, Wissensmanagement, Ideenfindung, Ideenselektion, Kundenorientierung, Collaboration
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie moderne Web 2.0-Werkzeuge dazu beitragen können, den Innovationsprozess in Unternehmen effizienter und transparenter zu gestalten.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen des Innovationsmanagements, die technischen Möglichkeiten von Web 2.0 (wie Wikis, Blogs und semantische Analysen) sowie deren gezielte Anwendung in Innovationsprojekten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Kriterien für die Auswahl geeigneter Web 2.0-Tools zu definieren und aufzuzeigen, wie ein ideales, integriertes System zur Unterstützung der frühen Innovationsphasen aussehen könnte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse zu Innovationsprozessen und Web 2.0-Technologien, ergänzt durch eine anwendungsbezogene Untersuchung und Entwicklung eines Modellkonzepts.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in das Untersuchungsdesign, die Vorstellung der Web 2.0-Basistechnologien und die detaillierte Kriterienanalyse zur Eignung dieser Technologien für spezifische Phasen des Innovationsprozesses.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Innovationsmanagement, Web 2.0, Wissensmanagement, Kollaboration und semantische Datenanalyse charakterisieren.
Wie unterscheidet sich das vom Autor vorgeschlagene System von konventionellen Ansätzen?
Das vorgeschlagene System nutzt semantische Technologien, um nicht nur Dokumente zu verwalten, sondern Inhalte automatisch in Beziehung zu setzen und für den Innovationsprozess nutzbar zu machen.
Warum ist das "Fuzzy Front End" für die Arbeit so relevant?
Die frühen Phasen (Fuzzy Front End) sind durch mangelnde Dokumentation und geringes Management-Interesse geprägt; hier bietet das Web 2.0 durch intuitive Werkzeuge ein erhebliches Verbesserungspotenzial.
- Arbeit zitieren
- Rico Dammann (Autor:in), 2010, Web 2.0-Werkzeuge im Innovationsprozess, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/158298