In der freien Wirtschaft steht die Ausrichtung auf die Kunden im Fokus der Unternehmen. Die daraus resultierenden gestiegenen Ansprüche an Produkthersteller und Dienstleister sind auch auf das Unternehmen Staat übertragbar. In den letzten Jahren sind die Anforderungen der Bürger an die Leistungsfähigkeit der Verwaltung gestiegen. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, muss die Verwaltung grundlegend modernisiert werden. E-Government, also digitale Behördendienste für Bürger, Unternehmen und Organisationen, soll die dafür notwendigen Ressourcen zur Vereinfachung und Durchführung von Informations-, Kommunikations- und Austauschprozessen freisetzen. E-Government knüpft an das Konzept des „New Public Management“ an und ist ein strategisches Gesamtkonzept zur Modernisierung der Verwaltung. Um dieses Ziel, eine elektronische Verwaltungsstruktur, zu erreichen, werden Informations- und Kommunikationstechnologien als Werkzeuge verwendet.
Die vorliegende Hausarbeit befasst sich inhaltlich mit den Perspektiven für die Verwaltungsorganisation bei Anwendung des E-Government. Dazu werden kurz die Besonderheiten der klassischen Verwaltungsorganisation herausgearbeitet. Im weiteren Verlauf werden die möglichen Perspektiven, unter konsequenter Anwendung des E-Government, aufgezeigt und erläutert.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 DIE KLASSISCHE VERWALTUNGSORGANISATION
3 MÖGLICHE PERSPEKTIVEN
4 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die notwendige Transformation der klassischen Verwaltungsorganisation durch die Einführung von E-Government, um den gestiegenen Anforderungen an Leistungsfähigkeit und Kundenorientierung gerecht zu werden.
- Analyse der Strukturen der klassischen öffentlichen Verwaltung
- Einfluss von E-Government auf Verwaltungsprozesse
- Überwindung traditioneller Hierarchien durch digitale Vernetzung
- Bedeutung der Trennung von Front Office und Back Office
- Perspektiven für eine dezentrale Leistungserbringung
Auszug aus dem Buch
3 Mögliche Perspektiven
Das folgende Zitat von Lenk und Klee-Kruse beschreibt maßgeblich das aktuelle Potenzial des E-Government: "Electronic Government eröffnet der Reform von Staat und Verwaltung weit reichende Perspektiven... Parallel zu Electronic Commerce kann es gekennzeichnet werden durch eine ganzheitliche Sicht der Geschäftsprozessebzw. Vorgänge, der Kommunikationsbeziehungen und Informationsressourcen.Dabei verschmelzen Außenperspektive und binnenorientierte Sichten. Somitvermag Electronic Government für den gesamten Bereich von Regierung undöffentlicher Verwaltung auf den verschiedenen Ebenen einen grundlegendenWandel einzuleiten.
Electronic Government setzt zwar die Linie der Verwaltungsmodernisierung fort,die das New Public Management einleitete. Es geht aber über dieses insofernweit hinaus, als es nicht auf die organisatorischer Verselbständigung vonTeilstrukturen drängt, in denen Aufgaben, Kompetenzen und Ressourcen zur Deckung gebracht werden sollen. Nunmehr kann die historisch gewachsene Verwaltungsgliederung durch neuartige, beispielsweise den Bürgerbedürfnissen besser gerecht werdende Strukturen überlagert werden."
Neben der Kundenorientierung rücken Service- Effizienz, Service- Bereitstellung und Kostensenkung in den Vordergrund. Für die Verwaltungsorganisation bedeutet das weit reichende Zuständigkeitsveränderungen. Effizienzgewinne sind nur dann möglich, wenn Aufgaben nin anderen Anordnungen erledigt werden. nDie Trennung von Front Office und Back Office spielt hierbei eine entscheidende Rolle. Bereits heute gibt es diese Trennung in Form von Bürgerbüros. Im Regelfall ist diese Trennung nur auf die jeweilige Kommune beschränkt. E-Government bietet aber die Möglichkeit interkommunaler Front- und Back Offices, vorausgesetzt die rechtlichen Rahmenbedingungen werden geschaffen. Ein Beispiel hierfür ist die Kfz-Zulassung. Diese könnte von jedem beliebigen Ort in Deutschland vorgenommen werden. Die Datenverwaltung sowie die Zuteilung von Kennzeichen könnte problemlos beim Kraftfahrtbundesamt in Flensburg (oder an jedem anderen Ort der Welt) gebündelt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet den steigenden Modernisierungsdruck auf die öffentliche Verwaltung durch gestiegene Bürgeranforderungen und führt in das Konzept des E-Government als strategisches Instrument ein.
2 DIE KLASSISCHE VERWALTUNGSORGANISATION: Dieses Kapitel analysiert die starren, funktional gegliederten Strukturen der klassischen Verwaltung, die durch einen hohen Koordinationsaufwand und Inflexibilität geprägt sind.
3 MÖGLICHE PERSPEKTIVEN: Es wird erörtert, wie E-Government durch neue Prozessgestaltung, Interkommunalität und die Trennung von Front- und Back-Office die Verwaltung grundlegend transformieren kann.
4 FAZIT: Das Fazit fasst zusammen, dass eine moderne Verwaltungslandschaft durch dezentrale Leistungserbringung, zentrale Technik und eine grundlegend neue Ablauforganisation gekennzeichnet sein wird.
Schlüsselwörter
E-Government, Verwaltungsorganisation, Modernisierung, New Public Management, Prozessoptimierung, Front Office, Back Office, Interkommunale Zusammenarbeit, Digitalisierung, Dezentrale Leistungserbringung, Verwaltungsstruktur, Effizienzsteigerung, Kundenorientierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit thematisiert die notwendige Modernisierung der öffentlichen Verwaltung unter dem Einfluss von E-Government-Technologien.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder umfassen die Kritik an der klassischen Verwaltungsorganisation und die Darstellung neuer, digital gestützter Perspektiven für staatliches Handeln.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch E-Government-Anwendungen die ineffizienten, starren Strukturen klassischer Behörden zugunsten flexiblerer und bürgerorientierter Prozesse überwunden werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf Fachliteratur sowie strategischen Konzepten der Verwaltungsmodernisierung basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der klassischen funktionalen Verwaltungsstruktur und eine anschließende Erläuterung der Potenziale, die sich durch die Digitalisierung und Vernetzung von Verwaltungsprozessen ergeben.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Verwaltungsmodernisierung, E-Government, Prozessanalyse und den Wandel von Organisationsstrukturen charakterisiert.
Welche Rolle spielt die Trennung von Front und Back Office?
Diese Trennung ist entscheidend für Effizienzgewinne, da sie ermöglicht, den direkten Kontakt zum Bürger von der internen Sachbearbeitung und Datenverarbeitung zu entkoppeln und somit flexibler zu gestalten.
Wie könnten künftige Verwaltungsstrukturen aussehen?
Der Autor prognostiziert ein Modell kleiner, dezentraler Einheiten für den Kundenkontakt, die durch große, überregionale Rechenzentren unterstützt werden.
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- Dipl.- Verwaltungsw. (FH) Benny Roob (Author), 2010, Welche Perspektiven bietet E-Government für die Verwaltungsorganisation?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/157968