Deutschland sollte durch seine Entwicklungszusammenarbeit einen Beitrag leisten zur besseren Umsetzung der Menschenrechte in Afrika, aber auch zur nachhaltigen Entwicklung des Kontinents.
Es wäre daher konsequent die Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit aufzustocken und damit den Menschen in Afrika ein menschenwürdiges Leben zu bieten.
Vor diesem Hintergrund ergibt sich die Fragestellung: „Sollte Deutschland aus ethischer Sicht seine Entwicklungszusammenarbeit mit Afrika erhöhen?“
Um die Thematik zu erläutern bedarf es zunächst einer Klärung was deutsche Entwicklungspolitik umfasst und was sie insbesondere in Afrika tut. Im Anschluss soll eine ethisch motivierte Debatte über die Gründe für eine Steigerung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit geführt werden, um die Fragestellung zu beantworten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was kennzeichnet deutsche Entwicklungszusammenarbeit?
3. Was leistet die deutsche Entwicklungszusammenarbeit in Afrika?
4. Sollte Deutschland aus ethischen Motiven heraus handeln?
5. Endbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die ethische und entwicklungspolitische Notwendigkeit einer Ausweitung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit Afrika vor dem Hintergrund globaler Krisen und der Verantwortung für Menschenrechte. Ziel ist es, die Effizienz und Legitimität bisheriger Maßnahmen kritisch zu hinterfragen und zu begründen, warum eine verstärkte Unterstützung aus moralischer Sicht geboten ist.
- Strukturen und Herausforderungen der deutschen Entwicklungspolitik
- Einfluss von wirtschaftlichen Eigeninteressen versus humanitärer Hilfe
- Analyse der Wirksamkeit bisheriger Hilfsprojekte in afrikanischen Staaten
- Ethische Begründung für eine Aufstockung der Unterstützung (Menschenrechtskonvention)
- Reformbedarf hinsichtlich Projekt-Evaluation und Korruptionsbekämpfung
Auszug aus dem Buch
Was kennzeichnet deutsche Entwicklungszusammenarbeit?
Allgemein wird Entwicklungszusammenarbeit als ODA, Official Development Assistence, bezeichnet. Gemeint sind damit laut OECD unentgeldliche Schenkungen oder eine mit Schenkungselement von mindestens 25% versehende Leistung. Dies könnten also Gelder oder Güter, sowie Wissen sein, welche zur Verfügung gestellt werden.
Nicht unter den Begriff Entwicklungszusammenarbeit fallen kommerzielle Bankkredite, Direktinvestitionen von Unternehmen oder spenden von NGO´s.
Entgegen dieser Definitionen verwundert es, dass es eher nichtstaatliche Akteure sind, wie Privatpersonen, die Kirchen oder andere NGO´s, die den entwicklungspolitischen Dialog in Deutschland führen. Hinzu kommt eine breite Fachöffentlichkeit, wie etwa das Magazin „E+Z“. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit, BMZ, fristet eher ein Schattendasein in der deutschen Politik. Schon Adenauer bezeichnete es als „Rose ohne Dornen“. Der Bereich der Entwicklungspolitik verspricht nämlich kaum Wählerstimmen und wird daher von Politikern oft gemieden.
Das BMZ stützt seine Arbeit auf die beiden halbstaatlichen Organisationen KFW und GTZ, wobei die KFW für finanzielle Angelegenheiten zuständig ist und die GTZ für technische und operative Zusammenarbeit steht. Die GTZ sieht sich darüber hinaus als Wirtschaftsunternehmen mit entwicklungspolitischen Auftrag. Im Mittelpunkt des Interesses steht die Verbesserung der Lebensbedingungen in den Entwicklungsländern. Das BMZ verfügt, anders als andere Ministerien, nicht über einen massiven bürokratischen Unterbau, sondern verlässt sich größtenteils auf seine halbstaatlichen Partner GTZ und KFW, sowie einige NGO´s.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Auswirkungen der Finanzkrise auf Afrika dar und leitet daraus die zentrale Forschungsfrage ab, ob Deutschland seine Entwicklungszusammenarbeit mit dem Kontinent aus ethischen Gründen erhöhen sollte.
2. Was kennzeichnet deutsche Entwicklungszusammenarbeit?: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Entwicklungszusammenarbeit, beleuchtet die Rolle des BMZ innerhalb der deutschen Politik und analysiert die geschichtliche Wandlung von reiner Exportförderung hin zu einem entwicklungspolitischen Engagement.
3. Was leistet die deutsche Entwicklungszusammenarbeit in Afrika?: Hier werden die Schwerpunkte der deutschen Hilfe, wie Regierungsführung und Gesundheitsversorgung, diskutiert sowie die Kritik am bisherigen Vorgehen und die Herausforderungen durch Korruption und mangelnde Effizienz analysiert.
4. Sollte Deutschland aus ethischen Motiven heraus handeln?: Der Autor begründet die ethische Notwendigkeit des deutschen Engagements unter Bezugnahme auf das Grundgesetz, die Menschenrechte und das christliche Menschenbild.
5. Endbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass Deutschland seine Hilfe erhöhen sollte, jedoch unter der Bedingung, dass Prozesse optimiert werden und die Wirksamkeit der Projekte durch striktere Konditionen verbessert wird.
Schlüsselwörter
Entwicklungszusammenarbeit, Afrika, BMZ, Menschenrechte, Armutsbekämpfung, Finanzkrise, Good Governance, Nachhaltigkeit, Entwicklungspolitik, Humanitäre Hilfe, Sicherheitsdilemma, Außenpolitik, Reformbedarf, ODA, Wirtschaftliche Interessen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die ethische Berechtigung und die Wirksamkeit der deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit Afrika und diskutiert, ob eine Ausweitung der Mittel trotz innenpolitischer und wirtschaftlicher Kritik sinnvoll ist.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf den politischen Strukturen der deutschen Entwicklungspolitik, der Effizienz der Hilfe zur Selbsthilfe, der Förderung von Menschenrechten und der Bewältigung des ethischen Dilemmas zwischen wirtschaftlichen Interessen und humanitärer Verantwortung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage: „Sollte Deutschland aus ethischer Sicht seine Entwicklungszusammenarbeit mit Afrika erhöhen?“
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deskriptiv-analytische Methode, die auf der Auswertung von Fachliteratur, offiziellen Regierungsdokumenten, OECD-Daten und Berichten internationaler Organisationen sowie kirchlicher Hilfswerke basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bestandsaufnahme der deutschen Entwicklungspolitik, die kritische Beleuchtung der derzeitigen Hilfsprojekte in Afrika und die ethische Herleitung der deutschen Verantwortung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Entwicklungszusammenarbeit, Good Governance, Menschenrechte, Armutsbekämpfung und Nachhaltigkeit.
Wie bewertet der Autor die Rolle des BMZ innerhalb der deutschen Regierung?
Der Autor konstatiert, dass das BMZ in der deutschen Politik eher ein Schattendasein führt, aufgrund seiner Marginalisierung durch Finanzministerium und Auswärtiges Amt sowie der geringen Wählerrelevanz.
Welchen Ausweg sieht der Autor für das Problem der versickernden Hilfsgelder?
Der Autor schlägt eine verbesserte Evaluation von Projekten vor, eine stärkere Ergebnisorientierung sowie eine striktere Bindung der Hilfsgelder an Reformbedingungen, um Korruption zu mindern und die Effizienz zu steigern.
- Arbeit zitieren
- Stephan Ursuleac (Autor:in), 2009, Sollte Deutschland aus ethischer Sicht seine Entwicklungszusammenarbeit für Afrika aufstocken?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/156659