Bei dieser Arbeit handelt es sich um eine Abhandlung zum Thema "Aristoteles: Der Mensch – «ein politisches Tier»?" auf vier Seiten, die im Rahmen des Seminars "Einführung in die antike politische Philosophie" angefertigt wurde.
Inhaltsverzeichnis
1. Aristoteles: Der Mensch – «ein politisches Tier»? – das zoon politikon als Vorraussetzung für die Polis
2. Beginn der Polis
3. weiterführende Betrachtungsweise
4. Kritik
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit untersucht das aristotelische Konzept des „zoon politikon“ und analysiert, warum der Mensch nach Aristoteles von Natur aus dazu bestimmt ist, in einer staatlichen Gemeinschaft zu leben. Dabei wird erforscht, wie die Verbindung von Vernunft und Sprache die Grundlage für die Entstehung der Polis bildet und warum ein Leben außerhalb dieser Gemeinschaft als unnatürlich betrachtet wird.
- Die anthropologische Begründung des Menschen als „politisches Tier“
- Die Rolle der Sprache (Logos) und Vernunft bei der Staatsbildung
- Der methodische Aufbau der Polis vom Haus über das Dorf hin zum Staat
- Die Abgrenzung aristotelischer Staatsphilosophie zu neuzeitlichen Denkern wie Hobbes
- Kritische Reflexion über die Autarkie der Polis und das Fehlen einer kosmopolitischen Perspektive
Auszug aus dem Buch
Beginn der Polis
Der Beginn der Stadt geht nicht von einem historischen Moment der Staatsgründung aus, verbunden mit der Frage wie das Individuum in die bestehende Gemeinschaft hineinkommt. Aristoteles geht vielmehr von einem staatlichem Gebilde aus, welches bereits vor eigentlicher menschlicher Schaffung existieret. „ Man sieht also, daß der Staat sowohl von Natur besteht , wie auch früher ist als der Einzelne“ (Aristoteles 1990: 5). Das Staatsbildende Moment entsteht aus einer Art Initialzündung jedes einzelnen Menschen heraus. Der Grundprämisse Aristoteles, der Mensch sei von Natur aus ein Gemeinschaftswesen und ohne sie könne er kein menschenwürdiges Leben führen, er müsste „entweder ein Tier oder Gott“ sein, gibt die Erklärung dafür.
Die zwingende Vorraussetzung für eine Stadtgründung liegt also in der Kombination aus Logos und unserer Vernunft.
Das Wort aber oder die Sprache ist dafür da, das Nützliche und das Schädliche und so denn auch das Gerechte und das Ungerechte anzuzeigen. Denn das ist den Menschen vor den anderen Lebewesen eigen, daß sie Sinn haben für Gut und Böse, für Gerecht und Ungerecht“.(Aristoteles 1990 :5)
Die Anlage des politischen, das Interesse am Überleben, sowie die nichtvorhandene vollständige Autarkie beim Einzelmenschen, führen schließlich zum freiwilligen Zusammenschluss der einzelnen Individuen in die Gemeinschaft. Aristoteles argumentiert methodisch, in dem er die Stadt zuerst in all ihre Einzelteile zerlegt, diese analysiert um sie anschließend wieder zusammenzusetzen.
Zusammenfassung der Kapitel
Aristoteles: Der Mensch – «ein politisches Tier»? – das zoon politikon als Vorraussetzung für die Polis: Einführung in das Konzept des Menschen als Gemeinschaftswesen und Erläuterung des biologischen Vergleichs zum Organismus.
Beginn der Polis: Analyse der Entstehung des Staates als natürliches Gebilde und die Bedeutung von Sprache und Vernunft für die politische Gemeinschaft.
weiterführende Betrachtungsweise: Gegenüberstellung der aristotelischen Sichtweise mit der politischen Anthropologie von Thomas Hobbes.
Kritik: Reflexion über die Grenzen der aristotelischen Argumentation, insbesondere hinsichtlich zwischenstaatlicher Konflikte und fehlender kosmopolitischer Ansätze.
Schlüsselwörter
Aristoteles, Zoon Politikon, Polis, Politik, Staat, Gemeinschaft, Vernunft, Logos, Anthropologie, Autarkie, Eudaimonia, Tugend, Gemeinwesen, Naturzustand, Thomas Hobbes
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der aristotelischen Philosophie zur Natur des Menschen als politisches Wesen und der damit verbundenen Notwendigkeit der Staatsbildung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind das „zoon politikon“, die Funktion der Sprache für die Gerechtigkeit sowie die stufenweise Entstehung der Polis vom Haushalt bis zum Staat.
Welches Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, die anthropologische Begründung Aristoteles' für die Existenz des Staates darzulegen und kritisch zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine interpretative Analyse der aristotelischen Schriften vorgenommen, ergänzt durch eine kontrastive Gegenüberstellung mit anderen politisch-philosophischen Denkansätzen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Notwendigkeit der Gemeinschaft, die Rolle der Vernunft bei der Ausdifferenzierung von Recht und Unrecht sowie den methodischen Aufbau der polis-internen Institutionen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Polis, Staat, Zoon Politikon, Natur und Vernunft geprägt.
Wie unterscheidet sich Aristoteles' Menschenbild von dem des Thomas Hobbes?
Während Aristoteles den Menschen als von Natur aus auf Gemeinschaft angelegtes Sozialwesen sieht, begreift Hobbes den Menschen als ein Konfliktwesen, das den Staat künstlich zur Selbsterhaltung erschaffen muss.
Warum wird die Autarkie der Polis in der Arbeit kritisiert?
Die Arbeit kritisiert, dass Aristoteles das Potenzial der Einzelpolis überbewertet, was dazu führt, dass in seinem Werk keine tragfähigen Ansätze für eine internationale Rechtsordnung oder eine kosmopolitische Weltordnung zu finden sind.
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- Julian Schütz (Author), 2006, Aristoteles: Der Mensch – «ein politisches Tier»? – das zoon politikon als Voraussetzung für die Polis, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/156210