Ich denke, dass praktische Erfahrungen grundsätzlich immer sinnvoll sind, unabhängig vom Zeitpunkt und von der persönlichen Bewertung her. Auch wenn es eine negative Erfahrung sein sollte, ist es eine wertvolle Erfahrung. Ferner ist es auch eine gute Gelegenheit bildungstheoretische Ansätze, welche man sich an der Universität aneignet, in der Schulrealität beobachten oder nicht beobachten zu können.
Im Endeffekt pflege ich größtenteils dieselben Erwartungen an mein Praktikum wie viele andere Lehramtstudenten auch, d.h. so viel es geht, gute und wissenswerte Erfahrungen mit Lehrern, Schülern und der Institution Schule zu sammeln. Im Näheren heißt das, die Lehrer-Schüler-Interaktion aus einem ganz anderen Blickwinkel zu beobachten und einen Blick hinter die Kulissen der Institution Schule zu werfen, welcher einem in der Schulzeit oft vorenthalten wurde. Der Perspektivenwechsel im Vergleich zu der eigenen Schulzeit ist der entscheidende Faktor, worauf es bei diesem Praktikum ankommt. Somit wird es sicherlich eine ganz andere Erfahrung sein, aus der Lehrersicht zu beobachten, zu dokumentieren, zu erfahren und zu bewerten.
Inhaltsverzeichnis
1. Erwartungen an das Praktikum
2. Rahmbedingungen der Schule
2.1 Was bedeutet Ganztagsschule?
2.2 Verlauf eines Tages an der E-Schule
2.3 Organisationsformen im Unterricht an der E-Schule
2.4 Die Fachleistungsdifferenzierung
2.5 Sinn und Zweck des Wahlpflichtbereiches
2.6 Förderungsmaßnahmen an der E-Schule
2.7 E-Schule: „Wir sind die Alternative!“
3. Übersicht über die Praktikumsaktivitäten
3.1 Unterrichtshospitationen
3.2 Beobachtungsschwerpunkt :Lehrerverhalten
3.2.1 Nonverbales Lehrerverhalten
3.2.1.1 Pünktlichkeit
3.2.1.2 Körperstellung vor der Klasse
3.2.1.3 Blickkontakt
3.2.1.4 Mimik und Gestik
3.2.1.5 Proxemisches und soziales Verhalten
3.2.2 Lehrersprache
4. Unterrichtsentwurf Klasse 8
4.1 Thema der Unterrichtsreihe
4.2 Thema der Unterrichtsstunde
4.3 Ziele der Unterrichtsstunde
4.4 Beschreibung der Lerngruppe
4.5 Methodisch-didaktische Analyse
4.6 Verlaufsskizze
4.7 Anlagen
5. Unterrichtsentwurf Klasse 5
5.1 Thema der Unterrichtsreihe
5.2 Thema der Unterrichtsstunde
5.3 Ziele der Unterrichtsstunde
5.4 Beschreibung der Lerngruppe
5.5 Methodisch-didaktische Analyse
5.6 Verlaufsskizze
5.7 Anlagen
6. Abschließende Reflexion zum Praktikum
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit dokumentiert die Erfahrungen einer Lehramtsstudentin während eines vierwöchigen Blockpraktikums an einer Gesamtschule. Ziel ist die reflektierte Beobachtung des Lehrerverhaltens, insbesondere im Hinblick auf nonverbale Kommunikation und Lehrersprache, sowie die praktische Anwendung didaktischer Konzepte durch die Erstellung und Analyse von Unterrichtsentwürfen.
- Strukturelle Rahmenbedingungen der Ganztagsschule
- Empirische Beobachtung des nonverbalen Lehrerverhaltens
- Analyse der Lehrersprache und Interaktionsformen
- Didaktische Planung und Durchführung von Geschichtsunterricht
- Reflexion über die professionelle Rolle als Lehrkraft
Auszug aus dem Buch
3.2.1.1 Pünktlichkeit
Viele Lehrer und Lehrerinnen regen sich darüber auf, wenn es Schüler gibt, die zu spät zum Unterricht kommen. Es gibt aber auch viele Lehrpersonen, die unpünktlich zum Unterricht erscheinen. Ich habe beobachten können wie einzelne Lehrpersonen mit der eigenen Unpünktlichkeit umgehen. Die Lehrperson A kommt 5-8 Minuten zu spät zum Unterricht und will direkt nach der Begrüßung die Unruhe in der Klasse mindern, indem die Schüler hektisch dazu aufgefordert werden endlich Ruhe zu bewahren. Eine andere Lehrperson (Lehrperson B) hingegen betritt mit 5 Minuten Verspätung die Klasse und entschuldigt sich sofort mit Angabe des Grundes für die Verspätung. Es ist wichtig, dass man als Lehrer pünktlich ist, da man zum einen eine Vorbildfunktion inne hat und zum Anderen zeigt man den Schülern mit der eigenen Pünktlichkeit, dass man den Unterricht und die Schüler wertschätzt. Es ist natürlich menschlich, dass man sich mal verspätet. In solch einem Fall sollte man sich wie die Lehrperson B für die Verspätung entschuldigen und den Grund angeben, genau so wie man es nämlich von den Schülern erwartet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Erwartungen an das Praktikum: Die Autorin beschreibt ihre Vorbereitungen, die Kontaktaufnahme zur Schule und ihre persönlichen Zielsetzungen für den Perspektivwechsel vom Schüler zur Lehrperson.
2. Rahmbedingungen der Schule: Es werden die organisatorischen Strukturen der E-Gesamtschule, wie das Ganztagsangebot, Organisationsformen im Unterricht, Fachleistungsdifferenzierung und Fördermaßnahmen erläutert.
3. Übersicht über die Praktikumsaktivitäten: Dieses Kapitel fasst die Hospitationserfahrungen zusammen und bildet den Kern der Beobachtung des Lehrerverhaltens, unterteilt in nonverbale Aspekte und Lehrersprache.
4. Unterrichtsentwurf Klasse 8: Detaillierte Ausarbeitung einer Geschichtsstunde zum Thema Kinderarbeit, inklusive didaktischer Analyse und Verlaufsskizze.
5. Unterrichtsentwurf Klasse 5: Detaillierte Ausarbeitung einer Geschichtsstunde zur Steinzeit, inklusive didaktischer Analyse und Verlaufsskizze.
6. Abschließende Reflexion zum Praktikum: Die Autorin reflektiert ihre persönliche Entwicklung, ihre Stärken und die Bestätigung ihres Berufswunsches durch das Praktikum.
Schlüsselwörter
Praktikum, Gesamtschule, Lehrerverhalten, nonverbale Kommunikation, Lehrersprache, Unterrichtsplanung, Geschichtsunterricht, Kinderarbeit, Steinzeit, Schulpädagogik, Hospitation, Didaktik, Reflexion, Ganztagsschule, Fachleistungsdifferenzierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit reflektiert die Praxiserfahrungen einer Lehramtsstudentin an einer Gesamtschule und analysiert gezielt das Lehrerverhalten sowie die didaktische Unterrichtsplanung.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder sind die Organisationsstruktur einer Gesamtschule, die Beobachtung nonverbalen Lehrerverhaltens und die praktische didaktische Gestaltung von Geschichtsstunden.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die kritische Beobachtung und Dokumentation des Lehrerhandelns sowie der Erwerb erster praktischer Kompetenzen in der Planung und Durchführung von Unterricht.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert primär auf teilnehmender Beobachtung (Hospitation) und der Anwendung didaktischer Analysemodelle für die Unterrichtsplanung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung schulischer Rahmenbedingungen, eine detaillierte Analyse nonverbaler Aspekte (wie Mimik, Gestik, Pünktlichkeit) und konkrete Unterrichtsentwürfe für die 5. und 8. Jahrgangsstufe.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Wesentliche Begriffe sind Lehrerverhalten, Unterrichtsplanung, Hospitation, Didaktik und die schulpraktische Reflexion.
Warum ist die Analyse der "Lehrersprache" in diesem Kontext wichtig?
Die Analyse zeigt auf, wie Sprache zur Informationssteuerung, zur Disziplinierung und zur Motivation genutzt wird, was für die professionelle Lehreridentität essenziell ist.
Wie geht die Autorin mit dem Thema "Kinderarbeit" im Geschichtsunterricht um?
Sie nutzt eine "Traumreise" als Einstieg, um eine emotionale Annäherung an die historische Lebenswelt des 19. Jahrhunderts zu ermöglichen und die Bedeutung sozialer Fortschritte zu verdeutlichen.
- Arbeit zitieren
- Ayfer Ilgar (Autor:in), 2008, Der Geschichtsunterricht aus der Lehrerperspektive, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/154529