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Stieffamilien

Eine wieder auflebende Familienform mit "vielen Gesichtern"

Titel: Stieffamilien

Studienarbeit , 2009 , 23 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Sarah Berens (Autor:in)

Soziologie - Beziehungen und Familie

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Stieffamilien sind Familieninstitutionen besonderer Art. Dabei erleben Kinder eine fragmentierte Elternschaft, wobei im primären und/oder sekundären Haushalt biologische und soziale Elternschaft auseinanderfallen. Tritt zu einem leiblichen Elternteil ein neuer Partner hinzu, oder wird ein verstorbener biologischer Elternteil durch einen Stiefelternteil ersetzt, können sich aus den daraus resultierenden familiären Umbrüchen diverse Konfliktherde, Verlustängste sowie Rivalitäts- und Loyalitätskonflikte auf Seiten der Kinder ergeben.
Obwohl Stiefbeziehungen historisch betrachtet kein neues Phänomen darstellen, liegen diesbezüglich kaum repräsentative wissenschaftliche Untersuchungen vor. Es ist davon auszugehen, dass um das 17. Jahrhundert herum mehr als ¼ aller Ehen keine Erstehen waren. Während damals die Ursachen der Wiederheirat durch geringe Lebenserwartungen, hohe Müttersterblichkeit und ökonomische Notwendigkeit begründet wurden, resultiert die Gründung einer neuen, zweiten Familie heute primär aus den hohen Scheidungsraten.
Die Relevanz dieser Thematik lässt sich durch die Tatsache unterstreichen, dass in der BRD schätzungsweise eine Million Stiefkinder leben. Stieffamilien, oder neu zusammengesetzte Familien, die sich als Stieffamilien verstehen, machen 10 % aller Familien mit Kindern in Deutschland aus – Tendenz steigend.
Innerhalb dieser schriftlichen Arbeit wird vordergründig auf Stiefvater-Familien eingegangen werden, da diese den größten Teil der Stieffamilienvarianten ausmachen. Dies lässt sich dadurch begründen, dass die gemeinsamen Kinder in der Regel im Haushalt der Mutter aufwachsen und sie dort die Rolle des Stiefvaters wahrnehmen, sobald die Mutter eine neue Partnerschaft eingeht.
Die vorliegende Hausarbeit thematisiert die Gegensätze zur idealtypischen Kernfamilie sowie Schwierigkeiten und Chancen von Stieffamilien. Des Weiteren wird die Beziehung der ehemaligen Ehepartner beleuchtet und Modelle zum Versuch erfolgreicher multipler Vaterschaft vorgestellt. Gegen Ende werden die Ängste, Bedürfnisse und Bewältigungsphasen der Stiefkinder debattiert.

Im Verlauf der Ausarbeitung soll die zentrale Frage beantwortet werden: Weißt der Sozialisationsprozess von Kindern aus Stieffamilien ein qualitativ gleichwertiges Gelingen auf, wie selbiger in traditionellen Kernfamilien?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Stieffamilien, Einleitung

2. Nomenklatur

3. Statistische Übersicht

4. Forschungsstand: Scheidungs- und Stieffamilien

4.1 Ansätze der Scheidungsforschung

4.2 Ansätze der Stieffamilienforschung

5. Idealleitbild: Kernfamilie

6. Familie: Arbeitsbereich der besonderen Art

7. Die Stieffamilie in der Gesellschaft

8. Besonderheiten der Stieffamilie

9. Elternrollen in der Stieffamilie

10. Phasenmodelle zur Entwicklung von Stieffamilien

11. Merkmale der Stiefvater-Stiefkind-Dyade

12. Merkmale der Vater-Kind-Dyade in Stieffamilien

13. Erfolgreiche Gestaltung multipler Vaterschaft

14. Mythen und Stigmata der Stiefelternteile

15. Stiefkinder

16. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausforderungen und Chancen von Stieffamilien als wiederauflebende Familienform. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Fokus, ob der Sozialisationsprozess von Kindern in Stieffamilien im Vergleich zu Kindern aus traditionellen Kernfamilien ein qualitativ gleichwertiges Gelingen aufweist.

  • Stieffamilien als Familieninstitution besonderer Art
  • Entwicklung und Dynamik von Stieffamilienformen
  • Rollenmodelle und multiple Vaterschaft
  • Bewältigung von Krisen und Umstrukturierungsprozessen
  • Einfluss von Mythen und Stigmata auf das Familienleben

Auszug aus dem Buch

1. Stieffamilien - Einleitung

Stieffamilien sind Familieninstitutionen besonderer Art. Dabei erleben Kinder eine fragmentierte Elternschaft, wobei im primären und/oder sekundären Haushalt biologische und soziale Elternschaft auseinanderfallen. Tritt zu einem leiblichen Elternteil ein neuer Partner hinzu, oder wird ein verstorbener biologischer Elternteil durch einen Stiefelternteil ersetzt, können sich aus den daraus resultierenden familiären Umbrüchen diverse Konfliktherde, Verlustängste sowie Rivalitäts- und Loyalitätskonflikte auf Seiten der Kinder ergeben.

Im Verlauf der Ausarbeitung soll die zentrale Frage beantwortet werden: Weißt der Sozialisationsprozess von Kindern aus Stieffamilien ein qualitativ gleichwertiges Gelingen auf, wie selbiger in traditionellen Kernfamilien?

Obwohl Stiefbeziehungen historisch betrachtet kein neues Phänomen darstellen, liegen diesbezüglich kaum repräsentative wissenschaftliche Untersuchungen vor. Es ist davon auszugehen, dass um das 17. Jahrhundert herum mehr als ¼ aller Ehen keine Erstehen waren. Während damals die Ursachen der Wiederheirat durch geringe Lebenserwartungen, hohe Müttersterblichkeit und ökonomische Notwendigkeit begründet wurden, resultiert die Gründung einer neuen, zweiten Familie heute primär aus den hohen Scheidungsraten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Stieffamilien, Einleitung: Einführung in die Thematik der fragmentierten Elternschaft und Darlegung der zentralen Forschungsfrage zum Sozialisationsprozess in Stieffamilien.

2. Nomenklatur: Differenzierung der verschiedenen Stieffamilienformen wie primäre, sekundäre, einfache, zusammengesetzte und komplexe Stieffamilien.

3. Statistische Übersicht: Analyse der Scheidungsraten in Deutschland und deren Auswirkungen auf die Zunahme von Stieffamilienkonstellationen.

4. Forschungsstand: Scheidungs- und Stieffamilien: Überblick über existierende Ansätze der Scheidungs- und Stieffamilienforschung und deren Übertragbarkeit auf hiesige Verhältnisse.

5. Idealleitbild: Kernfamilie: Erörterung der Kernfamilie als normatives Idealleitbild in der postmodernen Gesellschaft.

6. Familie: Arbeitsbereich der besonderen Art: Betrachtung der Familie als System, dessen Sinn und Zweck von den Mitgliedern kontinuierlich ausgehandelt werden muss.

7. Die Stieffamilie in der Gesellschaft: Untersuchung gesellschaftlicher Wahrnehmungen und der fehlenden Modelle für multiple Elternschaft.

8. Besonderheiten der Stieffamilie: Beschreibung der strukturellen Veränderungen und Herausforderungen nach einer Scheidung und Wiederheirat.

9. Elternrollen in der Stieffamilie: Diskussion über die Neudefinition von Rollen und Zuständigkeiten bei der Erziehung durch den Eintritt einer neuen Person.

10. Phasenmodelle zur Entwicklung von Stieffamilien: Einteilung der Entwicklungsprozesse in Abschieds-, Ein-Eltern- und Stieffamilienbildungsphase.

11. Merkmale der Stiefvater-Stiefkind-Dyade: Analyse der Beziehungsdynamik zwischen Stiefkindern und dem neuen Partner der Mutter.

12. Merkmale der Vater-Kind-Dyade in Stieffamilien: Untersuchung der veränderten Vater-Kind-Beziehung nach Trennung und Wiederheirat.

13. Erfolgreiche Gestaltung multipler Vaterschaft: Vorstellung von Modellen zur kooperativen Elternschaft und erfolgreichen Gestaltung multipler Vaterschaft.

14. Mythen und Stigmata der Stiefelternteile: Beleuchtung der gesellschaftlichen Vorurteile, insbesondere gegenüber Stiefmüttern.

15. Stiefkinder: Auseinandersetzung mit der Entwicklung, den Reaktionen und Belastungsfaktoren von Stiefkindern.

16. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Ausblick auf die Bedeutung von Stabilität und Beratung.

Schlüsselwörter

Stieffamilien, Kernfamilie, Sozialisationsprozess, Scheidung, Wiederheirat, multiple Vaterschaft, Elternrolle, Stiefkinder, Beziehungsdynamik, Familienforschung, Familienkonstellationen, Loyalitätskonflikt, Erziehungskompetenz, Familienmodell, psychosoziale Entwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Familienform der Stieffamilie, ihrer Definition, ihrer gesellschaftlichen Bedeutung sowie den daraus resultierenden Herausforderungen für alle Familienmitglieder.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die Statistiken zu Scheidungen, die Entwicklung von Stieffamilien, die Rolle des Stiefelternteils, die Dynamik zwischen den verschiedenen Familienmitgliedern (Dyaden) sowie die Bewältigung von Krisen durch Trennung und Neuordnung.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Hauptziel ist es, zu klären, ob Kinder in Stieffamilien einen qualitativ gleichwertigen Sozialisationsprozess durchlaufen wie Kinder in traditionellen Kernfamilien.

Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Erstellung gewählt?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literatur- und Forschungsstandanalyse, die Ergebnisse aus der empirischen Sozialforschung, psychologische Studien und systemische Perspektiven zur Familienbildung zusammenführt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Nomenklatur der Familienformen, die Darstellung von Phasenmodellen der Familienbildung, eine Untersuchung von Eltern-Kind-Beziehungen (Dyaden) und eine Analyse erfolgreicher Modelle multipler Vaterschaft.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen Stiefkinder, Scheidungsforschung, multiple Vaterschaft, Rollendefinition, Loyalitätskonflikte, soziale Elternschaft und der sozioökonomische Status der Familie.

Wie unterscheidet sich die Stiefvaterrolle von der Rolle des leiblichen Vaters?

Die Stiefvaterrolle ist oft unbestimmt und durch eine fehlende rechtliche Verankerung sowie mögliche Rivalitätskonflikte mit dem leiblichen Vater geprägt, während der leibliche Vater trotz räumlicher Distanz eine wichtige psychische Bezugsperson bleibt.

Warum spielt die Phase der Ein-Eltern-Familie eine wichtige Rolle für die spätere Stieffamilie?

Diese Phase festigt oft eine innige Mutter-Kind-Bindung (Symbiose), was den späteren Eintritt eines neuen Partners in die Familie als potenziellen "Eindringling" erschweren kann und somit eine vorsichtige Integrationsphase erforderlich macht.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Stieffamilien
Untertitel
Eine wieder auflebende Familienform mit "vielen Gesichtern"
Hochschule
Hochschule Koblenz (ehem. FH Koblenz)
Veranstaltung
Familie im Wandel
Note
1,3
Autor
Sarah Berens (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
23
Katalognummer
V153985
ISBN (eBook)
9783640662340
ISBN (Buch)
9783640662548
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Familienformen Sozialisation Kinder moderne Familie Aufwachsen Kernfamilie Rollen Stiefvater Stiefmutter Scheidung multiple Vaterschaft
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sarah Berens (Autor:in), 2009, Stieffamilien, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/153985
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Leseprobe aus  23  Seiten
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