Im Jahr 2008 erlebte die Weltwirtschaft aufgrund der bis heute anhaltenden „Finanzkri-se“ einen unerwarteten und enormen Abschwung. Unternehmen wurden gezwungen Kosten einzusparen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Entgegen dem Trend war es jedoch gelungen, starke Einbrüche auf dem Arbeitsmarkt zu vermeiden. Dies gelang durch arbeitsmarktpolitische Instrumente. Wenn nun im Folgenden eines dieser Instrumente, nämlich die Transfergesellschaft, genauer untersucht wird, geschieht die-ses vor einem aktuellen Hintergrund.
Als erstes erfolgt eine Beschreibung der momentanen Ausgangssituation. Ausgehend von einer Charakterisierung des Arbeitsmarktes werden die Zielsetzungen der Arbeits-marktpolitik und deren Instrumente aufgeführt. Des Weiteren wird die Transfergesell-schaft vorgestellt und die Inanspruchnahme der Transferleistungen im Jahr 2009 be-leuchtet.
Im Anschluss erfolgt im dritten Kapitel eine Darstellung der Transferleistungen als staatliche Förderung der Transfergesellschaft. Es wird gezielt auf die Voraussetzungen der Förderung von Transfermaßnahmen und dem Erhalt von Transferkurzarbeitergeld eingegangen.
Untersuchungsgegenstand des vierten Kapitels sind die Instrumente der Transfergesell-schaft Profiling, Beratung, Qualifizierung und Vermittlung. Mit ihrer Hilfe sollen die Teilnehmer auf den ersten Arbeitsmarkt integriert werden.
Das fünfte Kapitel enthält eine Einzelbeurteilung der Instrumente der Transfergesell-schaft sowie eine Gesamtbeurteilung der Transfergesellschaft.
Abschließend werden in einem kurzen Ausblick die wichtigsten Ergebnisse zusammen-gefasst sowie einige Überlegungen und persönliche Anmerkungen vorgestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Gegenstand der Untersuchung
2. Ausgangssituation
3. Transferleistungen
4. Die Instrumente der Transfergesellschaft
4.1. Profiling
4.2. Beratung
4.3. Qualifizierung
4.4. Vermittlung
5. Beurteilung der Instrumente der Transfergesellschaft
6. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Transfergesellschaft als arbeitsmarktpolitisches Instrument vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und bewertet deren Wirksamkeit bei der Reintegration von Arbeitnehmern in den ersten Arbeitsmarkt.
- Grundlagen der Arbeitsmarktpolitik und Ausgangssituation
- Staatliche Transferleistungen zur Förderung von Transfergesellschaften
- Methodik der Instrumente Profiling, Beratung, Qualifizierung und Vermittlung
- Kritische Beurteilung der Effizienz und Transparenz von Transfergesellschaften
Auszug aus dem Buch
4.1. Profiling
Das Instrument Profiling nimmt innerhalb der Transfergesellschaft eine zentrale Rolle ein. Es bildet das Fundament für die in der Transfergesellschaft folgenden Instrumente Beratung, Qualifizierung und Vermittlung. Die Durchführung des Profilings ist außerdem gesetzlich vorgeschrieben.
Zu Beginn müssen die Mitarbeiter der Transfergesellschaft den von der BA zur Verfügung gestellten Profilingbogen ausfüllen (Eingangsprofiling). In diesem Bogen werden Einschätzungen zu den verschiedensten Kategorien abgefragt. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Merkmale, welche im Profiling ermittelt werden:
Das Profiling enthält somit eine umfassende Standortbestimmung bezogen auf die berufliche, familiäre und persönliche Situation der Mitarbeiter. Aufgrund der ermittelten Merkmale wird ein Profil von jedem Mitarbeiter erstellt. Das ermittelte Profil dient im Rahmen der Vermittlung als Bewerbungsprofil der Mitarbeiter. Des Weiteren lassen sich aus dem Profil wichtige Informationen für die Beratung, Qualifikation und Vermittlung ableiten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Gegenstand der Untersuchung: Einführung in die Problematik des Arbeitsmarktes infolge der Finanzkrise 2008 und Vorstellung der Transfergesellschaft als politisches Instrument.
2. Ausgangssituation: Analyse des Arbeitsmarktes als Käufermarkt sowie Definition der Ziele der Arbeitsmarktpolitik zur Beschäftigungssicherung.
3. Transferleistungen: Darstellung der gesetzlichen Grundlagen und Fördermöglichkeiten durch Transfermaßnahmen und Transferkurzarbeitergeld.
4. Die Instrumente der Transfergesellschaft: Detaillierte Betrachtung der Kernprozesse Profiling, Beratung, Qualifizierung und Vermittlung.
4.1. Profiling: Beschreibung der zentralen Rolle der Bestandsaufnahme zur Ermittlung individueller Kompetenzen und Defizite der Mitarbeiter.
4.2. Beratung: Erläuterung des Unterstützungsprozesses durch Bewerbungstraining, Selbstmarketing und individuelle Betreuung.
4.3. Qualifizierung: Fokus auf die Verbesserung fachlicher, sozialer und methodischer Kompetenzen zur Steigerung der Vermittlungschancen.
4.4. Vermittlung: Untersuchung des Prozesses der Stellenakquise und des Matchings zwischen Arbeitnehmerprofilen und Stellenanforderungen.
5. Beurteilung der Instrumente der Transfergesellschaft: Kritische Bewertung der Vorteile und Schwächen der eingesetzten Instrumente im Vergleich zur staatlichen Arbeitsvermittlung.
6. Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der Ergebnisse mit einem kritischen Blick auf die Transparenz und Effizienz zukünftiger arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen.
Schlüsselwörter
Transfergesellschaft, Arbeitsmarktpolitik, Arbeitsförderung, Profiling, Beschäftigungssicherung, Transferkurzarbeitergeld, Qualifizierung, Arbeitsvermittlung, Kompetenzentwicklung, Sozialgesetzbuch, Arbeitsmarkt, Wiedereingliederung, Beratung, Transfersozialplan, Beschäftigungstransfer.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle und Funktionsweise von Transfergesellschaften als Instrument der Arbeitsmarktpolitik in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die staatliche Finanzierung durch Transferleistungen, die methodische Vorgehensweise (Profiling, Qualifizierung, Vermittlung) und die kritische Evaluation dieses Modells.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Effizienz der Transfergesellschaft bei der Reintegration von Arbeitnehmern in den ersten Arbeitsmarkt zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine deskriptive Analyse und kritische Auseinandersetzung auf Basis von Gesetzen, Geschäftsberichten der Bundesagentur für Arbeit und Fachliteratur durchgeführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Transferleistungen, die methodischen Instrumente der Gesellschaften sowie deren Beurteilung hinsichtlich Effektivität und Transparenz.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Transfergesellschaft, Arbeitsmarktpolitik, Profiling, Vermittlungschancen und Qualifizierungsdefizite.
Wie unterscheidet sich die Beratung in der Transfergesellschaft von der staatlichen Beratung?
Die Beratung in der Transfergesellschaft wird als individueller und ausführlicher beschrieben, da sie gezielter auf die spezifische Situation der Mitarbeiter eingehen kann als die allgemeine staatliche Arbeitsvermittlung.
Warum wird die Transparenz der Transfergesellschaften kritisiert?
Ein Hauptkritikpunkt ist die fehlende gesetzliche Verpflichtung zur Offenlegung der Vermittlungszahlen, was die Glaubwürdigkeit der arbeitsmarktpolitischen Effizienz des Instrumentes beeinträchtigt.
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- Frederik Kupitz (Author), 2010, Transfergesellschaften als arbeitsmarktpolitisches Instrument, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/153689