Zielstellung dieser Arbeit
Die Zielstellung dieser Arbeit ist es, das Modell Vertrauensarbeitszeit zu untersuchen, es im Kontext bisheriger flexibler Arbeitszeitmodelle zu bewerten, es auf den Führungskreis der Autoliv Sicherheitstechnik GmbH am Standort Döbeln zu übertragen und Handlungsempfehlungen für die konkrete Ausgestaltung einer Vertrauensarbeitszeitregelung zu geben.
Aufbau der Arbeit
Als Voraussetzung hierfür soll das Modell zunächst definiert und gegenüber anderen flexiblen Arbeitszeitmodellen abgegrenzt werden um seinen hohen Grad an Flexibilität deutlich zu machen und eine Diskussionsgrundlage zu schaffen. Danach soll das Modell detailliert so dargestellt werden, wie es derzeit in vorherrschender Literatur existiert.
Hierzu werden die Philosophie der Vertrauensarbeitszeit anhand von Charaktermerkmalen erläutert, ihre Chancen den Gefahren gegenübergestellt und Erfolgsfaktoren für das Gelingen eines Vertrauensarbeitszeitsystems in Form von Soll- Elementen betrachtet.
Im Anschluss an diese Darstellung soll die Firma Autoliv Sicherheitstechnik vorgestellt werden. Vor allem werden der Standort Döbeln betrachtet und dessen förderliche und hemmende Faktoren in Bezug auf die Einführung von Vertrauensarbeitszeit im Führungskreis aufgezeigt um daraufhin Handlungsempfehlungen zur Gestaltung des Vertrauensarbeitszeitsystems geben zu können.
Abschließend soll das Ergebnis der Arbeit zusammengefasst und ein kurzer Ausblick mit Hinweis auf ggf. vorhandenen Forschungsbedarf gegeben werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Diskussion und Stellenwert in Theorie und Praxis
1.2 Zielstellung dieser Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2. Betrachtung der Vertrauensarbeitszeit
2.1 Definition(en) der Vertrauensarbeitszeit
2.2 Abgrenzung gegenüber anderen flexiblen Arbeitszeitmodellen
2.3 Merkmale der Vertrauensarbeitszeit
2.3.1 Eigenverantwortliche Bestimmung der Arbeitszeit
2.3.2 Unterscheidung zwischen Anwesenheits- und Arbeitszeit
2.3.3 Verzicht auf arbeitgeberseitige Kontrolle der Arbeitszeit
2.3.4 Neuartige Führungsinstrumente
2.4 Vorteile der Vertrauensarbeitszeit
2.4.1 Vorteile aus Arbeitgebersicht
2.4.2 Vorteile aus Arbeitnehmersicht
2.5 Nachteile der Vertrauensarbeitszeit
2.5.1 Nachteile aus Arbeitgebersicht
2.5.2 Nachteile aus Arbeitnehmersicht
2.6 Soll- Elemente einer Vertrauensarbeitszeitregelung
2.6.1 Ziele und Grundsätze
2.6.2 Begleitende Maßnahmen
2.6.3 Geltungsbereich
2.6.4 Grundverteilung der Arbeitszeit
2.6.5 Definition von Arbeitszeit und Nichtarbeitszeit
2.6.6 Verfügbarkeit
2.6.7 Umgang mit Überlastsituationen
2.6.8 Aufzeichnungspflicht laut Arbeitszeitgesetz
2.6.9 Geltungsdauer und Kündigungsmöglichkeiten
2.6.10 Zusätzliche Elemente
3. Anwendung des Modells auf die Autoliv Sicherheitstechnik GmbH
3.1 Darstellung des Konzerns Autoliv sowie des Unternehmens
3.2 Rahmenbedingungen und Anwendungsmöglichkeiten
3.2.1 Gestaltende Faktoren
3.2.2 Zuschnitt des Modells auf lokale Gegebenheiten / Handlungsempfehlungen
4. Zusammenfassung
4.1 Abschließende Betrachtungen
4.2 Ausblick
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Modell der Vertrauensarbeitszeit im Kontext flexibler Arbeitszeitformen, bewertet dessen Chancen und Risiken und erarbeitet konkrete Handlungsempfehlungen für die Anwendung auf den Führungskreis der Autoliv Sicherheitstechnik GmbH.
- Grundlagen und Definition der Vertrauensarbeitszeit
- Abgrenzung von anderen flexiblen Arbeitszeitmodellen
- Analyse der Vor- und Nachteile sowie der Erfolgsfaktoren
- Entwurf für Soll-Elemente einer Regelung
- Transfer des Modells auf ein spezifisches Unternehmensumfeld
Auszug aus dem Buch
2.3.1 Eigenverantwortliche Bestimmung der Arbeitszeit
Ein grundlegender Wandel, ein Paradigmenwechsel vollzieht sich in der Vertrauensarbeitszeit bezüglich der Verfügung über die Arbeitszeit. Nicht mehr, wie in starren bzw. teilflexiblen Arbeitszeitmodellen, der Arbeitgeber entscheidet, wann und wie lange ein Mitarbeiter zu arbeiten hat. Sondern allein der Mitarbeiter hat nun das Recht und die Verantwortung, selbst über seine vertraglich geschuldete Arbeitszeit zu verfügen und ihren Einsatz – sinnvoll - zu planen. Der Arbeitgeber gibt zusammen mit einer ggf. vorhandenen Interessenvertretung der Arbeitnehmer lediglich einen zeitlichen Rahmen vor, innerhalb dessen die Mitarbeiter ihre Arbeitszeit disponieren können (Hamm 2000, S. 2). Dies bedeutet für den Arbeitnehmer aber wiederum nicht, dass er sich bei der Planung seiner Arbeitszeit ausschließlich nach seinen eigenen Präferenzen richtet, sondern dass er betriebliche, prozessuale Gegebenheiten und Anforderungen berücksichtigt und im besten Fall Arbeits- und Privatleben so kombinieren kann, dass beide Lebensbereiche harmonieren. Er soll also seine Arbeitszeit zur für den Betrieb am sinnvollsten Zeit erbringen und gleichzeitig private Erfordernisse in diese Planung mit einbringen können (Hoff 1999b, S. 1).
Neben der geschilderten Konkretisierung der Arbeitszeit soll nun auch der Zeitausgleich vollständig in der Eigenverantwortung des Mitarbeiters liegen. Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie ein solcher Zeitausgleich organisiert und überwacht werden kann. Da es in Vertrauensarbeitszeitsystemen bis auf wenige Ausnahmen keine elektronische Zeiterfassung mehr gibt, muss es andere Wege für den Mitarbeiter geben, festzustellen, in welchem Bereich (positiv oder negativ) er sich mit seiner geleisteten Arbeitszeit befindet. Die auch in Gleitzeitsystemen üblichen Konten, auf denen Arbeitszeit angespart wird, die nachher als Rechtfertigung für einen freien Gleittag zählt, gibt es nicht mehr.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel diskutiert den Stellenwert der Vertrauensarbeitszeit, definiert die Zielsetzung der Arbeit und skizziert den weiteren Aufbau.
2. Betrachtung der Vertrauensarbeitszeit: Hier werden Definitionen, Abgrenzungen, Merkmale, Chancen, Risiken sowie notwendige Soll-Elemente einer Vertrauensarbeitszeitregelung theoretisch hergeleitet.
3. Anwendung des Modells auf die Autoliv Sicherheitstechnik GmbH: Das Kapitel überträgt die theoretischen Erkenntnisse auf den Führungskreis des Unternehmens, analysiert die Rahmenbedingungen und gibt konkrete Handlungsempfehlungen.
4. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Bilanz der Untersuchung, abschließenden Betrachtungen sowie einem Ausblick auf zukünftigen Forschungsbedarf.
Schlüsselwörter
Vertrauensarbeitszeit, Arbeitszeitflexibilisierung, Ergebnisorientierung, Eigenverantwortung, Arbeitszeitgesetz, Führungsinstrumente, Autoliv Sicherheitstechnik GmbH, Zeitmanagement, Arbeitszeitgestaltung, Unternehmensführung, Leistungsbewertung, Konfliktmanagement, Überlastsituationen, Arbeitszeitfreiheit, Arbeitszeitmodell.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit im Kern?
Die Arbeit befasst sich mit dem Modell der Vertrauensarbeitszeit, beleuchtet dessen theoretische Grundlagen und erarbeitet einen konkreten Anwendungsentwurf für Führungskräfte bei der Autoliv Sicherheitstechnik GmbH.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen umfassen die Definition und Abgrenzung von Vertrauensarbeitszeit, die Analyse von Vor- und Nachteilen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer sowie die Gestaltung von Regelungen (Soll-Elemente).
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, das Modell der Vertrauensarbeitszeit zu untersuchen, in den Kontext anderer flexibler Arbeitszeitmodelle einzuordnen und Handlungsempfehlungen für den Führungskreis bei Autoliv Döbeln abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche, der Darstellung theoretischer Modelle und deren Transfer auf eine konkrete Fallstudie (Autoliv Döbeln) mittels einer Anwendungsanalyse.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Betrachtung der Vertrauensarbeitszeit inklusive ihrer Merkmale und Risiken sowie in die praktische Anwendung auf den Führungskreis der Autoliv Sicherheitstechnik GmbH.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Vertrauensarbeitszeit, Eigenverantwortung, Ergebnisorientierung, Arbeitszeitflexibilisierung und Führungsinstrumente charakterisiert.
Wie unterscheidet sich die Vertrauensarbeitszeit von der Arbeitszeitfreiheit?
Während bei der Vertrauensarbeitszeit ein sparsamer Umgang mit der Arbeitszeit und ein Zeitausgleich im Vordergrund stehen, rückt bei der Arbeitszeitfreiheit die Arbeitszeit als steuernder Parameter fast vollständig in den Hintergrund.
Warum wird die Einrichtung einer Clearingstelle für Autoliv Döbeln abgelehnt?
Für den kleinen Führungskreis bei Autoliv Döbeln wird die Clearingstelle als zu bürokratisch und kostspielig erachtet; zudem wird den Führungskräften aufgrund ihrer Qualifikation zugetraut, Konflikte eigenständig oder unter Einbeziehung des Werkleiters zu lösen.
Warum wird für den Führungskreis von Autoliv Döbeln keine Probezeit als zwingend angesehen?
Eine Probezeit wird nur als notwendig erachtet, wenn große Vorbehalte gegenüber dem neuen Modell bestehen. Da dies bei Autoliv Döbeln nicht zwingend der Fall ist, könnte man darauf verzichten, um Vertrauen zu symbolisieren.
- Quote paper
- Christian Schulz (Author), 2006, Das Arbeitszeitmodell der Vertrauensarbeitszeit - Darstellung und Anwendung auf die Autoliv Sicherheitstechnik GmbH, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/152020