Mit der vorliegenden Seminararbeit wird ermittelt, ob BAs (Business Angels) oder Crowdfunding geeignete Finanzierungsformen für Start-ups darstellen und welche Aspekte hierbei berücksichtigt werden müssen. Zu Beginn wird der Start-up-Begriff definiert und die typische Finanzierungsstruktur eines Start-ups vorgestellt. Dazu gehören auch die Abgrenzung verschiedener Formen der Außenfinanzierung und Erläuterungen zum Haftungsrisiko, dass Kapitalgeber und -nehmer hierbei eingehen. Im dritten Kapitel werden auf die zwei genannten Möglichkeiten für die Finanzierung von Start-ups näher eingegangen. Des Weiteren werden jeweiligen Chancen und Risiken für Start-up näher erläutert. Im letzten Kapitel werden die Erkenntnisse zusammengefasst und ein Ausblick gegeben.
Der Wunsch nach einer unternehmerischen Tätigkeit rückt bei Absolventen immer mehr in den Vordergrund. Durch Megatrends wie Globalisierung, Digitalisierung und Gesundheit ergeben sich immer wieder neue Geschäftsideen und -modelle. So wurden im Jahr 2021 rund die Hälfte der gegründeten Start-ups in den Branchen Informations- und Kommunikationstechnologie, Medizin und Gesundheitswesen sowie Ernährung und Konsumgüter gegründet. Zur Umsetzung von innovativen Geschäftsideen müssen sich junge Wachstumsunternehmen, sogenannte Start-ups, bereits vor der Gründungsphase und später auch während der Betriebsphase mit einer unternehmensphasengerechten Finanzierung auseinandersetzen. Auf dem Weg von der Idee bis hin zu einem marktreifen Produkt oder einer Dienstleistung stellen sich einem Start-up viele Hürden in den Weg. Eine dieser Hürden stellt die Finanzierung dar, ohne die sich die jungen Unternehmen nicht zu wirtschaftlichen Größen mit Erfolg entwickeln können. In den meisten Fällen stehen den Start-up-Gründern nicht ausreichend Kapital zur Verfügung, sodass der Mittelbedarf über andere Wege gedeckt werden muss. Es ist eine Frage der Zeit, bis die Gründer auf verschiedene Investor-Modelle wie Business Angels oder Crowdfunding stoßen. Jedes Investor-Modell bringt Chancen und Risiken mit sich. Die größte Herausforderung für Gründer besteht daher nicht nur darin, einen passenden Kapitalgeber zu finden, sondern sich vorerst mit den verschiedenen Investoren-Modellen auseinanderzusetzen und zu entscheiden, welches davon sich zur Finanzierung des eigenen Start-ups eignet.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
2 Der Start-up-Begriff
2.1 Definition
2.2 Finanzierungsstruktur
2.2.1 Formen der Außenfinanzierung
2.2.2 Haftung des Kapitals
3 Möglichkeiten der Finanzierung und Kapitalbeschaffung für Start-ups
3.1 Crowdfunding als Finanzierungsmöglichkeit
3.1.1 Definition und Ablauf des Crowdfundings
3.1.2 Formen des Crowdfundings
3.1.3 Chancen und Risiken für Start-ups
3.2 Business Angels als Finanzierungsmöglichkeit
3.2.1 Definition von Business Angels und Prozess der Finanzierung
3.2.2 Chancen und Risiken für Start-ups
4 Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Seminararbeit untersucht die Eignung von Crowdfunding und Business Angels als Finanzierungsformen für Start-ups, um junge Wachstumsunternehmen bei der Überwindung von Finanzierungshürden in der Gründungsphase zu unterstützen und die für Unternehmer relevanten Aspekte zu beleuchten.
- Grundlagen und Definition des Start-up-Begriffs
- Strukturen und Formen der Außenfinanzierung
- Chancen und Risiken bei der Nutzung von Crowdfunding
- Prozess und Bedeutung von Business Angels als Kapitalgeber
- Vergleichende Betrachtung der Investoren-Modelle
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Definition und Ablauf des Crowdfundings
Unter Crowdfunding versteht sich eine Finanzierungsform, bei der mehrere Kapitalgeber finanzielle Mittel zur Verfügung stellen und damit ein einzelnes Finanzierungsvorhaben unterstützen. Junge Unternehmen sind i. d. R. nicht in der Lage, relevante Bewertungsfaktoren eines Kredits zu erfüllen, sodass ein Zusammenschluss von Kapitalgebern, auch Crowd oder Schwarm genannt, Abhilfe schaffen kann. Der englische Begriff Crowd bedeutet übersetzt (Menschen-)Menge. Kapitalgeber können neben professionellen Investoren auch Privatpersonen sein. Kozinets beschreibt eine Crowd als eine große organisierte Gruppe, die sich für die Realisierung eines Projektes zusammenschließt und dieses gemeinsam plant und verwaltet. Der Begriff Funding steht übersetzt für das Wort Finanzierung, sodass zusammengesetzt von einer sogenannten Schwarmfinanzierung die Rede ist.
Zu den Akteuren gehören der Kapitalnehmer, der Intermediär (Plattform) und die Kapitalgeber (Crowd). Kapitalnehmer können Privatpersonen und auch Unternehmen in der Gründungsphase und späteren Unternehmensphasen sein. Für die Unternehmen gibt es keine Beschränkung auf eine gewisse Rechtsform. Der Intermediär ist eine Internetplattform, die den Kapitalnehmer bei der Durchführung der Crowdfunding-Kampagne unterstützt. Der Intermediär bildet dabei das Bindeglied zwischen den Kapitalnehmern und Kapitalgebern. Er analysiert das Unternehmen bzw. das Projekt und führt ggf. ein Rating durch, sodass ein angemessener Zinssatz und die Bonität des Unternehmens bestimmt werden können.
Des Weiteren bieten die Intermediäre neben der Kommunikationsvermittlung zwei Transaktionsmechanismen an. Beim Mechanismus All-Or-Nothing werden die finanziellen Mittel dem Kapitalnehmer nur bereitgestellt, wenn das eingesammelte Kapital der Crowd die festgelegte Finanzierungsschwelle innerhalb einer bestimmten Zeit überschreitet. Ist dies nicht der Fall, erhalten alle Kapitalgeber ihren Beitrag von dem Intermediär zurück. Keep-What-You-Get beschreibt einen Mechanismus, bei dem die Kapitalnehmer das eingesammelte Kapital unabhängig davon erhalten, ob die festgelegte Finanzierungsschwelle erreicht wurde oder nicht. Dieser Mechanismus wird überwiegend bei spendenbasierten Vorhaben verwendet.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt die Relevanz unternehmerischer Tätigkeiten sowie die finanzielle Herausforderung für junge Start-ups und führt in die Thematik der Investoren-Modelle ein.
2 Der Start-up-Begriff: Definiert Start-ups als junge, innovative Wachstumsunternehmen und analysiert die typische Finanzierungsstruktur sowie die verschiedenen Formen der Außenfinanzierung und deren Haftungsfolgen.
3 Möglichkeiten der Finanzierung und Kapitalbeschaffung für Start-ups: Analysiert detailliert die Vorgehensweisen, Chancen und spezifischen Risiken bei Crowdfunding und Business Angels im Kontext der Start-up-Finanzierung.
4 Fazit: Fasst die Erkenntnisse zusammen und stellt fest, dass beide Finanzierungsformen für Start-ups geeignet sind, wobei die Wahl von spezifischen Faktoren wie dem Bedarf an fachlicher Unterstützung oder der Vertraulichkeit abhängt.
Schlüsselwörter
Start-up, Finanzierung, Crowdfunding, Business Angels, Außenfinanzierung, Eigenkapital, Mezzanine-Kapital, Risikokapital, Investoren, Gründungsphase, Wachstumsunternehmen, Smart Capital, Unternehmensbeteiligung, Crowdinvesting, Finanzierungsstruktur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Finanzierung von Start-ups und untersucht, ob und unter welchen Bedingungen Crowdfunding oder Business Angels geeignete Methoden darstellen, um den Kapitalbedarf junger Unternehmen zu decken.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die Definition des Start-up-Begriffs, der Vergleich verschiedener Finanzierungsinstrumente der Außenfinanzierung sowie die Analyse der Prozesse, Vor- und Nachteile von Crowdfunding und Business Angels.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es zu ermitteln, welche Aspekte Gründer bei der Auswahl zwischen Crowdfunding und Business Angels berücksichtigen müssen und inwieweit diese Modelle zur Sicherung der Liquidität beitragen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Auswertung von Fachpublikationen, Studien und rechtlichen Rahmenbedingungen basiert.
Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der Finanzierungsstrukturen, gefolgt von einer detaillierten Erläuterung der Funktionsweise, der Akteure sowie der Chancen und Risiken von Crowdfunding und Business Angels.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Start-up, Finanzierung, Crowdfunding, Business Angels, Eigenkapital, Risikokapital und Investitionsentscheidung charakterisiert.
Was versteht man unter dem Mechanismus „All-Or-Nothing“ beim Crowdfunding?
Dies ist ein Transaktionsmechanismus, bei dem ein Kapitalnehmer die Finanzmittel nur erhält, wenn innerhalb eines festgelegten Zeitraums die definierte Zielsumme erreicht wurde; andernfalls erhalten die Kapitalgeber ihr Geld zurück.
Was macht Business Angels zu „Smart Money“?
Business Angels werden als „Smart Money“ bezeichnet, weil sie neben dem reinen Kapital auch wertvolle Erfahrungen, Kontakte, Know-how sowie Unterstützung bei administrativen Aufgaben in das Start-up einbringen.
Welches Risiko der „Offenlegung“ besteht beim Crowdfunding?
Unternehmer müssen ihr Projekt öffentlich präsentieren, was das Risiko birgt, dass Trittbrettfahrer oder kapitalstarke Konkurrenten die Geschäftsidee kopieren und schneller umsetzen.
- Quote paper
- Gerald Will (Author), 2022, Sind Crowdfunding oder Business Angels zur Finanzierung von Start-ups geeignet?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1519977