Hausarbeiten logo
Shop
Shop
Tutorials
De En
Shop
Tutorials
  • How to find your topic
  • How to research effectively
  • How to structure an academic paper
  • How to cite correctly
  • How to format in Word
Trends
FAQ
Zur Shop-Startseite › Sozialwissenschaften allgemein

Vom Panopticon zum Postpanopticon. Leben wir im digitalen Panopticon?

Titel: Vom Panopticon zum Postpanopticon. Leben wir im digitalen Panopticon?

Hausarbeit , 2024 , 21 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Luisa Hoffmann (Autor:in)

Sozialwissenschaften allgemein

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Debatte um das Panopticon in unserer heutigen Gesellschaft flammt immer wieder auf. Digitalisierung ist dabei das Schlagwort. Es geht um den gläsernen Menschen in der digitalen Welt. Die Meinungen über die Existenz eines digitalen
Panopticons gehen dabei weit auseinander. Der eine sieht in der digitalen Welt einen weiteren Schritt in Richtung Demokratie, der andere fühlt sich ständig gesehen, überwacht und damit im digitalen Panopticon. Der eine sieht im Netz die ganze Meinungsvielfalt, der andere sieht Zensur (insbesondere seit Corona).
Ebenso verhält es sich mit der Macht. Der eine sieht durch die virtuelle Welt die Macht gleichmäßig verteilt, hingegen der andere die eine Macht dahinter sieht. Der eine bewegt sich gerne auf Social Media, der andere fühlt sich dazu genötigt.
Interessant hierbei ist, dass sich die unterschiedlichen Meinungen mit Foucaults ‚Überwachen und Strafen‘ begründen lassen. Je nach Meinung bietet das Werk Möglichkeiten zur Auslegung und Untermauerung des jeweiligen Standpunktes.

Eine mögliche Perspektive auf die Frage, ob wir im digitalen Panopticon leben, bietet diese Arbeit. Eine 1:1 Übertragung wird nicht zu erwarten sein, da die panoptische Idee und die Darlegungen Foucaults noch vor der digitalen Welt entstanden sind. Es wird vielmehr deutlich, dass die Funktionsweisen teils stark differieren.
Um zu klären, inwieweit sich das panoptische Modell der Disziplinarmacht auf die digitale Welt übertragen lässt, wird zunächst der Begriff ‚Macht‘ erläutert. Ob nun Disziplinarmacht, die das Wort schon in sich trägt, oder Macht durch Daten – es geht um Macht. Macht und Wissen gehören untrennbar zusammen.
Im dritten Kapitel werden dann die Disziplinarmacht mit dem Panopticon, ihre Funktionsweise und das von Foucault herausgearbeitete panoptische Schema erläutert. Dabei wird deutlich, welches Wissen generiert wird und auf welche Weise. Im vierten Kapitel wird die Funktionsweise der digitalen Welt beleuchtet, um dann schlussendlich den Vergleich ziehen zu können: Leben wir im digitalen Panopticon?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist Macht

3. Von der Souveränitätsmacht zur Disziplinarmacht

3.1 Das Panopticon

3.2 Das panoptische Schema

4. Leben wir im digitalen Panopticon?

4.1 Das Funktionieren der digitalen Welt

4.2 Big Data und Social Media im Vergleich zum Panopticon

4.3 Leben wir im digitalen Panopticon – im Postpanopticon?

5. Ausblick

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht auf Grundlage der Machttheorie von Michel Foucault, inwieweit das Modell des Panopticons auf die heutige digital vernetzte Gesellschaft übertragbar ist und wie sich Machtverhältnisse durch digitale Strukturen, Big Data und Social Media verändert haben.

  • Analyse des foucaultschen Machtbegriffs und dessen Transformation von der Souveränitäts- zur Disziplinarmacht.
  • Untersuchung des panoptischen Modells als architektonisches und soziales Steuerungsinstrument.
  • Differenzierte Betrachtung der Funktionsweise digitaler Welten und der Rolle von Big Data.
  • Kritische Reflexion über die Übertragbarkeit panoptischer Prinzipien auf aktuelle Internet- und Social-Media-Phänomene.

Auszug aus dem Buch

3.1 Das Panopticon

Benthams Panopticon ist die architektonische Verwirklichung des permanenten hierarchischen Blicks. Es ermöglicht die Überwachung und Disziplinierung durch ständige Sichtbarkeit der Individuen. Er beschreibt es wie folgt:

„an der Peripherie ein ringförmiges Gebäude; in der Mitte ein Turm, der von breiten Fenstern durchbrochen ist, welche sich nach der Innenseite des Ringes öffnen; das Ringgebäude ist in Zellen unterteilt, von denen jede durch die gesamte Tiefe des Gebäudes reicht; sie haben jeweils zwei Fenster, eines nach innen, das auf die Fenster des Turms gerichtet ist, und eines nach außen, so daß die Zelle auf beiden Seiten von Licht durchdrungen wird. Es genügt demnach, einen Aufseher im Turm aufzustellen und in jeder Zelle einen Irren, einen Kranken, einen Sträfling, einen Arbeiter oder einen Schüler unterzubringen. Vor dem Gegenlicht lassen sich vom Turm aus die kleinen Gefangenensilhouetten in den Zellen des Ringes genau ausnehmen. [...] Die panoptische Anlage schafft Raumeinheiten, die es ermöglichen, ohne Unterlaß zu sehen und zugleich zu erkennen. [...] Die Sichtbarkeit ist eine Falle.“

Im Panopticon ist das Subjekt durch die ständige Sichtbarkeit ein Objekt, welches Informationen über sich liefert. Es wird analysiert, registriert, katalogisiert und kontrolliert, es wird gesehen, ohne selbst zu sehen. Es liefert Wissen, es wird beeinflusst und geformt. Das Panopticon ist „eine Art Laboratorium der Macht. Dank seiner Beobachtungsmechanismen gewinnt es an Wirksamkeit und dringt immer tiefer in das Verhalten der Menschen ein; auf jedem Machtvorsprung sammelt sich Wissen [...].“ Es wird weder Gewalt ausgeübt, noch geht die Macht von einer Person aus.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einstieg in die Debatte um die Überwachung im digitalen Zeitalter und Darlegung des methodischen Vorgehens zur Untersuchung der Übertragbarkeit foucaultscher Konzepte.

2. Was ist Macht: Theoretische Grundlegung des Machtbegriffs unter Rückgriff auf Byung-Chul Han und Michel Foucault, wobei Macht als dezentrales Netz von Kräften charakterisiert wird.

3. Von der Souveränitätsmacht zur Disziplinarmacht: Erläuterung des historischen Wandels von der physischen Bestrafung zur psychologischen Überwachung und Ausbildung der Disziplinarmacht.

3.1 Das Panopticon: Präzise Beschreibung des architektonischen Modells nach Jeremy Bentham und dessen Funktion als „Falle“ der Sichtbarkeit.

3.2 Das panoptische Schema: Analyse des Panopticons als verallgemeinerungsfähiges Machtmodell zur Internalisierung von Normen und Selbstdisziplinierung.

4. Leben wir im digitalen Panopticon?: Einleitung in die Problematik der digitalen Datensammlung und die Veränderung der Machtverhältnisse durch das Internet.

4.1 Das Funktionieren der digitalen Welt: Untersuchung der technischen Bedingungen, der Macht der Algorithmen und der Rolle von Big Data bei der Wissensgenerierung.

4.2 Big Data und Social Media im Vergleich zum Panopticon: Gegenüberstellung der Disziplinarmacht mit den Funktionsweisen und Sanktionsmechanismen in sozialen Medien.

4.3 Leben wir im digitalen Panopticon – im Postpanopticon?: Synthese, in der festgestellt wird, dass das digitale Modell zwar panoptische Ansätze aufweist, jedoch eine neue, eigendynamische Form von Macht darstellt.

5. Ausblick: Zusammenfassende Betrachtung der neuen Machtverhältnisse und des Zwangs zur sozialen Integration in der digitalen Welt.

Schlüsselwörter

Macht, Foucault, Panopticon, Disziplinarmacht, Überwachung, Big Data, Social Media, Sichtbarkeit, Selbstdisziplinierung, Wissensproduktion, Datenanalyse, digitale Gesellschaft, Subjektivierung, Machtverhältnisse, Internet.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht die Frage, inwieweit das von Michel Foucault analysierte Konzept des Panopticons als Modell für die Überwachungs- und Machtstrukturen in unserer heutigen digitalen Gesellschaft dienen kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentral sind der Wandel von der Souveränitäts- zur Disziplinarmacht, die theoretische Fundierung des Machtbegriffs, die Architektur panoptischer Überwachung sowie die Mechanismen der Datenerhebung im digitalen Zeitalter.

Was ist die Forschungsfrage?

Die zentrale Forschungsfrage lautet: „Leben wir im digitalen Panopticon?“ und zielt darauf ab, die Übereinstimmungen und Differenzen zwischen dem klassischen Panopticon und der realen Funktionsweise der digitalen Welt herauszuarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die diskursanalytische Perspektive und die Machtanalyse von Michel Foucault, um bestehende gesellschaftliche Strukturen auf ihr panoptisches Potenzial hin zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet zunächst die theoretischen Grundlagen der Macht, führt das Konzept des Panopticons ein und analysiert anschließend detailliert die Rolle von Big Data und sozialen Medien hinsichtlich ihrer steuernden Funktion für den Nutzer.

Welche Schlüsselbegriffe definieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Macht, Disziplinierung, Sichtbarkeit, Big Data, digitale Welt, Subjektivität und soziale Kontrolle.

Worin liegt der Hauptunterschied zwischen dem klassischen Panopticon und Social Media laut Autor?

Während beim klassischen Panopticon die Überwachung repressiv von oben nach unten erfolgt und das Ziel die Zurechtweisung und Normierung des Individuums ist, basieren soziale Medien auf einer freiwilligen Selbstpräsentation und einer komplexen, fluideren Netzwerkstruktur.

Was bedeutet der Begriff „Postpanopticon“ im Fazit?

Er beschreibt den Umstand, dass die digitale Gesellschaft zwar panoptische Züge wie permanente Sichtbarkeit trägt, aber technologisch und organisatorisch über das klassische, auf ein Gebäude oder eine feste Instanz beschränkte Modell von Bentham hinausgeht.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Vom Panopticon zum Postpanopticon. Leben wir im digitalen Panopticon?
Hochschule
FernUniversität Hagen
Note
1,3
Autor
Luisa Hoffmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2024
Seiten
21
Katalognummer
V1516317
ISBN (eBook)
9783389084540
ISBN (Buch)
9783389084557
Sprache
Deutsch
Schlagworte
panopticon postpanopticon social media Foucault digitale Daten Datenmacht Disziplinarmacht Überwachen und Strafen Philosophie Sozialphilosophie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Luisa Hoffmann (Autor:in), 2024, Vom Panopticon zum Postpanopticon. Leben wir im digitalen Panopticon?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1516317
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  21  Seiten
Hausarbeiten logo
  • Facebook
  • Instagram
  • TikTok
  • Shop
  • Tutorials
  • FAQ
  • Zahlung & Versand
  • Über uns
  • Contact
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum