In dieser Hausarbeit wird die Ökonomie im Zusammenhang mit der Gesellschaft nach Karl Polanyi betrachtet. Polanyi erlebt die Weltwirtschaftskrise mit und somit den Zusammenbruch der Gesellschaft, welcher durch den Kapitalismus ausgelöst wurde. Des Weiteren wird nach Polanyi der Nationalsozialismus als eine Ersatzreligion durch die Folgen des Kapitalismus erst ermöglicht. Diese Hausarbeit geht auf die Thematik ein.
In dieser Hausarbeit werden die Sichtweisen von Polanyi über die Ökonomie und Gesellschaft herausgearbeitet. Im ersten Schritt wurde durch ein Portrait ein erstes Bild über Polanyis Leben veranschaulicht. Dies ermöglicht es seine Ansichten leichter nachzuvollziehen. Anschließend werden die Inhalte seiner Werke thematisiert. Dabei wird zuerst sein Werk „The Great Transformation“ vorgestellt und auf einige Kernaspekte des Buches verwiesen. Dies gewährt einen Einblick über Polanyis Ansichten zur Wirtschaft und Gesellschaft zu der damaligen Zeit. Darauffolgend wird in dieser Arbeit genauer Auf das Werk „Ökonomie und Gesellschaft“ eingegangen. Dabei werden wesentlichen Kernelemente des Buches dargestellt. Der Aufbau orientiert sich daher an den Kapiteln im Buch. Zusätzlich wird Sekundärliteratur zur Klärung von Sachverhalten oder unterstützend zu Standpunkten herangezogen. Im abschließenden Fazit werden die wesentlichen Erkenntnisse zur Ökonomie und Gesellschaft von Polanyi dargestellt. Dabei wird betrachtet, inwiefern seine Sichtweisen heutzutage noch einen Beitrag für die Ökonomie und Gesellschaft leisten.
Inhaltsverzeichnis
1 Ökonomie und Gesellschaft durch Karl Polanyis Perspektive
1.1 Portrait
1.2 Aufbau der Arbeit
2 The Great Transformation
2.1 Aufbau des Werkes
2.2 Das Ende des 100 jährigen Friedens
2.3 Der Aufstieg der Marktwirtschaft und der Niedergang der Gesellschaft
3 Marktwissenschaftliche Prozesse in der Gesellschaft
3.1 Mechanismus der Weltwirtschaftskrise
3.2 Funktionelle Theorie der Gesellschaft
3.3 Wesen des Faschismus
4 Die Bedeutung der Volkswirtschaft
4.1 Das volkswirtschaftliche Denken der Gesellschaft
4.2 Aristoteles und die Volkswirtschaft
4.3 Die Rolle der Volkswirtschaft in der Gesellschaft
4.4 Zwei Bedeutungen des Begriffes wirtschaftlich
4.5 Elemente des Marktes
5 Fazit
5.1 Karl Polanyis Erkenntnisse
5.2 Heutige Bedeutung Polanyis Erkenntnisse für die Wirtschaft und Gesellschaft
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das wirtschaftsphilosophische Denken von Karl Polanyi, insbesondere im Hinblick auf seine Analyse der Marktwirtschaft, deren Krisenanfälligkeit und die Wechselwirkungen mit gesellschaftlichen Strukturen. Ziel ist es, Polanyis theoretische Ansätze, wie sie in den Hauptwerken "The Great Transformation" und "Ökonomie und Gesellschaft" dargelegt werden, zu systematisieren und auf ihre heutige Relevanz zu prüfen.
- Biografischer Hintergrund und Einflüsse auf Karl Polanyi
- Analyse der Transformation der Gesellschaft durch den Markt
- Ursachen und Mechanismen der Weltwirtschaftskrise von 1929
- Kritik an rein marktliberalen und planwirtschaftlichen Ordnungen
- Bedeutung von Marktinstitutionen und politischer Einbettung der Wirtschaft
Auszug aus dem Buch
2.3 Der Aufstieg der Marktwirtschaft und der Niedergang der Gesellschaft
Im zweiten Teil seines Werkes befasst sich POLANYI mit dem Aufstieg und Niedergang der Marktwirtschaft. Ende des 18. Jahrhunderts entstand eine erste Form der Wirtschaft, in der selbstregulierende Marktmechanismen stattfanden (POLANYI, 1977: 53–55). Dabei ist die Trennung der Gesellschaft innerhalb Marktwirtschaft und Politik notwendig. Durch das Industriezeitalter und der Einführung von Maschinen in der Produktion, wurden die Produktionsvorgänge komplexer. Dabei wurden Arbeit, Boden und das Geld als Ware behandelt. Dies führte dazu, dass Ökonomie ein höherer Stellenwert zugewiesen wurde und das Soziale untergeordnet war. Dadurch entstand eine Transformation der Gesellschaft, bei dem menschliche Tätigkeit als Ware aufgefasst wurde und den Maschinen untergeordnet war (POLANYI, 1977: 67–70). Dem Aufstieg der Marktwirtschaft stellt POLANYI fest, dass die menschlichen Beziehungen der Wirtschaft untergeordnet sind.
Der Fehlschluss das sowohl Arbeitskraft, Boden als auch Geld als Waren eingestuft wurde hatte entsprechende Folgen auf die Gesellschaft. „Die Industrielle Revolution verursachte soziale Umschichtungen ungeheuren Ausmaßes, und das Problem der Armut war bloß der ökonomische Aspekt dieser Ereignisse“ (POLANYI, 1977: 168). POLANYI kritisiert hier den das Versagen der Politik im Bezug zum Markt. Denn ohne eine Regulation des Marktes, ist es nicht möglich eine stabile Gesellschaft aufrechtzuerhalten. Die Folgen dieser Fehlpolitik und den Schutzmechanismen einer Gesellschaft zeigen sich im nächsten Abschnitt. Letztlich muss festgestellt werden, dass ein selbstregulierender Markt mit dem Schutz einer Gesellschaft nicht vereinbar war (POLANYI, 1977: 169).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Ökonomie und Gesellschaft durch Karl Polanyis Perspektive: Diese Einleitung stellt Karl Polanyi als Denker vor und erläutert den Aufbau der Untersuchung sowie die methodische Vorgehensweise.
2 The Great Transformation: Hier werden die Kernthesen aus Polanyis Hauptwerk behandelt, insbesondere der Wandel des Wirtschaftssystems und der Zusammenbruch der Friedensordnung zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
3 Marktwissenschaftliche Prozesse in der Gesellschaft: Dieses Kapitel analysiert die Ursachen der Weltwirtschaftskrise, die gesellschaftlichen Auswirkungen sowie Polanyis Kritik am Faschismus und an einseitigen Wirtschaftsmodellen.
4 Die Bedeutung der Volkswirtschaft: Der Abschnitt widmet sich den theoretischen Grundlagen der Volkswirtschaft, inklusive antiker Begriffsdeutungen und der Rolle der Marktinstitutionen.
5 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zu Polanyis Theorien zusammen und bewertet deren Aktualität im Kontext heutiger ökonomischer Herausforderungen.
Schlüsselwörter
Karl Polanyi, Marktwirtschaft, Transformation, Gesellschaft, Weltwirtschaftskrise, Faschismus, Volkswirtschaft, Marktmechanismen, soziale Sicherung, Industriezeitalter, Ideengeschichte, ökonomische Institutionen, Kapitalismus, Sozialismus, politische Einbettung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit den ökonomischen und gesellschaftskritischen Analysen des Sozialwissenschaftlers Karl Polanyi, wie sie insbesondere in seinem Werk "The Great Transformation" formuliert wurden.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Zentrale Schwerpunkte sind der Wandel von der vormodernen zur industriellen Marktwirtschaft, die Ursachen globaler wirtschaftlicher Krisen und die Notwendigkeit, ökonomisches Handeln gesellschaftlich einzubetten.
Was ist das primäre Forschungsziel?
Ziel ist es, Polanyis Sichtweisen auf die Entstehung der modernen Marktwirtschaft aufzuarbeiten und zu untersuchen, wie diese Erkenntnisse bis heute zur Analyse wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Stabilität beitragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Literaturanalyse und der Aufarbeitung von Primärquellen der Polanyi-Forschung sowie ergänzender Sekundärliteratur zur Einordnung der historischen Kontexte.
Welche Aspekte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Polanyis Lebensweg, die historische Analyse des marktwirtschaftlichen Aufstiegs und die Auseinandersetzung mit Krisen wie der Weltwirtschaftskrise 1929 und den Folgeerscheinungen wie Faschismus.
Was charakterisiert Polanyis ökonomische Philosophie?
Polanyi charakterisiert sich durch die Ablehnung eines rein selbstregulierenden Marktes und das Plädoyer für den Vorrang gesellschaftlicher Bedürfnisse vor rein ökonomischer Marktlogik.
Wie bewertet Polanyi das Verhältnis von Faschismus und Weltwirtschaftskrise?
Nach Polanyi ist der Faschismus ein Symptom für das Versagen des sozialen Gefüges in einer unregulierten Marktwirtschaft, die nach der Weltwirtschaftskrise 1929 in eine tiefe Vertrauenskrise geriet.
Inwiefern sind Polanyis Überlegungen heute noch relevant?
Polanyis Warnungen vor den negativen Folgen eines ungehinderten Marktes bieten auch für moderne Krisenszenarien wertvolle Ansätze, um die Notwendigkeit staatlicher Eingriffe oder gesellschaftlicher Schutzmechanismen zu begründen.
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- Paul Meyer (Author), 2022, Ökonomie und Gesellschaft nach Karl Polanyi. Geschichte der Volkswirtschaftslehre. Kritik am Kapitalismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1490083