In der folgenden Arbeit soll es speziell um die Frage gehen wie die Massenmedien nach Luhmann, dass politische Geschehen beeinflussen oder welche Funktionen die Massenmedien für das politische System haben. In dieser Arbeit soll bewiesen werden, dass die Theorie Luhmanns bezogen auf die beschriebenen Themenfeldern veraltet ist und nicht mehr auf die heutige Zeit mit dem Internet und dem stetig heranwachsenden technischen Fortschritt anwendbar ist.
Im ersten Teil der Arbeit werden die Massenmedien und ihre Funktionen aus Luhmanns Sicht dargestellt. Dann folgt im zweiten Teil ein spezieller Blick auf die Öffentlichkeit, um darauf aufbauend die öffentliche Meinung und dessen Einfluss auf das politische System darzustellen. Im Fokus des Kapitels „Eine neue Epoche“ und zum Teil auch im Kapitel „Moderne Politik ein Modell ohne Massenmedien“, soll analysiert werden ob die Theorie der Massenmedien und dessen Wirkung auf die Politik noch aktuell ist. Nachfolgend werden noch einige Einflüsse der Moderne vorgestellt, welche die Politik verändern könnten. Abschließend wird indem Fazit versucht die These zu bekräftigen, beziehungsweise zu entkräftigen. Dabei sei angemerkt das eine Arbeit in diesem Umfang keinen Anspruch auf Vollständigkeit haben kann und nicht alle Argumente dargestellt werden können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Vorstellung des Themas und das Ziel der Hausarbeit
1.2 Vorgehensweise
2. Massenmedien
2.1 Die Massenmedien und ihre Ausdifferenzierung nach Luhmann
2.2 Die Codierung der Massenmedien
2.3 Nachrichten / Berichte
3. Öffentlichkeit
3.1 Die Entstehung der Öffentlichkeit
3.2 Massenmedien und ihre Beziehung zur Öffentlichkeit nach Luhmann
4. Öffentliche Meinung
4.1 Luhmanns Verständnis von öffentlicher Meinung
4.2 Öffentliche Meinung und dessen Wirkung auf das Politische System
5. Eine neue Epoche
5.1 Zur Aktualität von Luhmanns Theorie
5.2 Öffentliche Meinung nach Luhmann in der heutigen Zeit
6. Moderne Politik ein Modell ohne Massenmedien
6.1 Politik 2.0 - Wie Politiker die Massenmedien umgehen
6.2 Eine ungewisse Zukunft
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Aktualität der systemtheoretischen Massenmedien-Theorie von Niklas Luhmann unter Berücksichtigung der rasanten Entwicklung des Internets und neuer Kommunikationsformen. Das Ziel ist es zu analysieren, ob Luhmanns Konzepte, insbesondere die Dreiecksbeziehung zwischen Politik, Öffentlichkeit und Massenmedien, noch auf die heutige Zeit anwendbar sind oder durch digitale Einflüsse modifiziert werden müssen.
- Systemtheoretische Analyse der Massenmedien nach Luhmann
- Die Rolle der öffentlichen Meinung für das politische System
- Einfluss digitaler Medien und sozialer Netzwerke auf politische Prozesse
- Herausforderungen durch Fake News, Social Bots und Deepfakes
- Zukunftsfähigkeit der traditionellen Theorie im postfaktischen Zeitalter
Auszug aus dem Buch
2.1 Die Massenmedien und ihre Ausdifferenzierung nach Luhmann
„Was wir über unsere Gesellschaft, ja über die Welt, in der wir leben, wissen, wissen wir durch die Massenmedien“ (Luhann 2017: 9). Mit diesen Worten beginnt Niklas Luhmann sein Buch über Massenmedien. Luhmann versteht unter Massenmedien, zum Beispiel Bücher und Zeitungen die durch eine Druckpresse entstanden sind, aber auch Produkte die durch elektronische Kopierverfahren erzeugt wurden fallen für Luhmann unter den Begriff der Massenmedien, wenn jene Produkte in großer Anzahl hergestellt wurden und noch keinen bestimmten Adressaten haben. Vorträge, Konzerte oder Theateraufführungen zählen für ihn eigentlich nicht zu den Massenmedien, dies wäre nur der Fall wenn diese beispielsweise über Filmaufzeichnungen in großer Anzahl verbreitet würden.
Luhmann versteht unter Massenmedien also jene Produkte, die zur Verbreitung von Kommunikation, sich technischer Hilfsmittel der Vervielfältigung bedienen und so in großer Anzahl vorhanden sind (vgl. 2017: 10). Diese erzeugten massenmediale Produkte dürfen nicht individuell adressiert sein, sie müssen öffentlich für die Allgemeinheit zugänglich sein. Wie bereits dargelegt spielt die Technik bei Luhmann also eine Schlüsselrolle, denn zum einen sind solche Vervielfältigungen in großer Anzahl erst durch Maschinen möglich und zum anderen verhindere die Technik die Interaktion unter Anwesenden. Die Technik ermögliche also eine einseitige Kommunikation. Der Sender beispielsweise der Fernsehsender, bleibt der Sender und der Empfänger in diesem Fall das Publikum bleibt der Empfänger (vgl. Berghaus 2011: 191).
Denn „Entscheidend ist auf alle Fälle: daß keine Interaktion unter Anwesenden zwischen Sender und Empfängern stattfinden kann.“ (Luhmann 2017: 10). „Erst durch die Unterbrechung kann ein eigenes, ausdifferenziertes Funktionssystem im Luhmanschen Sinne, das autopoetisch und in System/Umwelt-Differenz operiert“ (Berghaus 2011: 193) entstehen. Luhmann unterscheidet bei Massenmedien zwischen zwei Realitäten, zum einen ihre reale Realität, zum anderen beobachten und beschreiben sie, wodurch sie eine konstruierte Realität erschaffen, welche die Massenmedien schließlich dem Publikum und somit der Gesellschaft präsentieren und von dieser als die eine richtig wahre Realität akzeptiert werde (vgl. 2011: 195 ff.). Mit welchen Kriterien Massenmedien beobachten und berichten, soll im Folgenden noch dargestellt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Thema der Massenmedien im Internetzeitalter und Darlegung des Ziels, die Aktualität von Luhmanns Systemtheorie zu hinterfragen.
2. Massenmedien: Erläuterung der Luhmannschen Definition von Massenmedien, ihrer technologischen Basis und der Unterscheidung zwischen realer und konstruierter Realität.
3. Öffentlichkeit: Definition des Begriffs der Öffentlichkeit und Analyse, wie Massenmedien diese nicht erzeugen, sondern lediglich repräsentieren.
4. Öffentliche Meinung: Untersuchung der Dreiecksbeziehung zwischen Politik, Massenmedien und öffentlicher Meinung, wobei letztere als Kommunikationsnetzwerk zur Selbstbeobachtung des politischen Systems dient.
5. Eine neue Epoche: Kritische Reflexion über die Digitalisierung und die Frage, ob die Systemtheorie angesichts neuer Phänomene wie Social Bots und Deepfakes noch Bestand hat.
6. Moderne Politik ein Modell ohne Massenmedien: Analyse der veränderten politischen Kommunikation in sozialen Netzwerken und der damit einhergehenden Unsicherheiten für demokratische Prozesse.
7. Fazit: Zusammenfassende Bewertung, dass die Theorie zwar Modifizierungen benötigt, aber weiterhin eine grundlegende Basis für das Verständnis der Medienwirkung bildet.
Schlüsselwörter
Niklas Luhmann, Massenmedien, Systemtheorie, Öffentlichkeit, Öffentliche Meinung, Internet, Digitale Medien, Politisches System, Soziale Netzwerke, Postfaktisches Zeitalter, Kommunikation, Gatekeeper, Fake News, Vertrauen, Selbstbeobachtung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Relevanz der systemtheoretischen Massenmedien-Theorie von Niklas Luhmann in der heutigen, durch das Internet geprägten Gesellschaft.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind die Rolle der Massenmedien, das Konzept der öffentlichen Meinung, die Funktionsweise des politischen Systems und die Auswirkungen der digitalen Kommunikation.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist zu prüfen, ob die Theorie Luhmanns als veraltet gelten muss oder ob sie durch Erweiterungen auf die moderne digitale Ära übertragbar bleibt.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die systemtheoretische Konzepte auf aktuelle gesellschaftliche und politische Entwicklungen im Kontext des Internets anwendet.
Welche Aspekte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil analysiert die traditionelle Dreiecksbeziehung zwischen Politik, Medien und öffentlicher Meinung und setzt diese in Kontrast zur digitalen Kommunikation und modernen Risiken.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Systemtheorie, Luhmann, digitale Transformation, politische Kommunikation, Massenmedien und öffentliche Meinung sind die prägenden Begriffe.
Wie verändert das Internet nach Meinung des Autors das politische System?
Das Internet bietet neue Wege für direkte Bürger-Politiker-Dialoge, erschwert aber gleichzeitig die Selbstbeobachtung des politischen Systems aufgrund einer massiven Informationsflut und mangelnder Filter.
Welche Rolle spielen Technologien wie Deepfakes in der Argumentation des Autors?
Deepfakes werden als neue Gefahr identifiziert, da sie Realitäten manipulieren können und Luhmanns Annahme bestätigen, dass Medien lediglich Realität konstruieren, wobei technische Möglichkeiten heute die Wahrnehmung stärker beeinflussen als zuvor.
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- Anonym (Author), 2020, Die Systemtheorie in der modernen Zeit. Wenn Medien Meinung machen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1469973