Diese Ausarbeitung soll aufzeigen, wie wichtig eine Auseinandersetzung mit den Kategorien Gender und Geschlecht für den Geschichtsunterricht ist. So könnte der Geschichtsunterricht Genderkompetenzen aufbauen, bestehende Genderdifferenzen innerhalb der Geschichte sowie der heutigen Gesellschaft beleuchten und vor allem ein Bewusstsein schaffen, welches den Schüler_innen Raum für die Analyse und Reflexion ihres eigenen Genderbewusstseins bietet. Jugendliche erkennen die geschlechtliche Identität als ein Problem an, welches sich ihnen gerade im Alter der Sekundarstufe I eindringlich zeigt; oftmals erkennen sie dieses aber nicht als eines von der Gesellschaft konstruiertes, sondern als ein persönliches Problem an.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
Geschlechtertheoretische Grundlagen
Von der Frauen- zur Geschlechtergeschichte
Gender, sex und Geschlecht – 3 Kategorien?
Gender in der Geschichtsdidaktik
Teaching Gender
Genderbewusstsein als Kompetenz für den Geschichtsunterricht
3. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Relevanz von Gender als Analysekategorie im Geschichtsunterricht und analysiert, wie ein geschlechtersensibler Unterricht dazu beitragen kann, die eigene Identität der Schüler_innen zu reflektieren und gesellschaftliche Rollenbilder kritisch zu hinterfragen.
- Historische Entwicklung von der Frauengeschichte zur Geschlechtergeschichte
- Differenzierung der Begriffe Gender, sex und Geschlecht
- Herausforderungen und Ansätze für einen reflektierten Geschichtsunterricht
- Förderung von Genderbewusstsein als pädagogische Kompetenz
- Konstruktiver Umgang mit Diversität und Geschlechteridentität in der Schule
Auszug aus dem Buch
Die erste Phase der Frauen- und Geschlechtergeschichte wird als additive und kompensatorische Geschichte beschrieben.
Dabei stand im Vordergrund, einzelne bemerkenswerte Frauen in einer von Männern dominierten Geschichte aufzuzeigen. Diese „Geschichte der ungewöhnlichen Frauen“ (Kuhn/Windus, 2017: 7) beschreibt aber nicht die Erfahrung der Mehrzahl von Frauen und sagt wenig darüber aus, womit sich die meisten Frauen befassen und welchen Stellenwert sie und ihre Tätigkeiten in der Gesellschaft einnahmen. Das liegt vor allem daran, dass sich die dabei angelegten Kriterien wie Macht, Kontrolle, Leistung und Perfektion auf Kategorien beziehen, die Frauen nur in unzureichendem Maß zu erfassen vermochten (vgl. Kuhn/Windus, 2017: 7).
Die neue Frauenbewegung, aus der sich dann die historische Frauenforschung kristallisierte, hatte die Ziele, Unterdrückung aufzudecken sowie Frauen Befreiungspotentiale aus Vergangenheit und Gegenwart aufzuzeigen (vgl. Opitz-Belakhal, 2018: 12). Der Gegenstand der Frauengeschichte war damit klar definiert: Die Unterdrückung der Frauen als soziale Gruppe deutlich zu machen, um zur Beendigung von eben dieser Unterdrückung beizutragen (vgl. Opitz-Belakhal, 2018: 13). Waren die Inhalte in ersten Forschungen noch geprägt von Bereichen wie Familie und Reproduktion, wandte man sich gegen Ende der 80er dann den klassisch männlichen Bereichen zu. Themen wie Krieg, Staat und Politik wurden zu Forschungsinteressen und sollten zentrale Rahmenbedingungen weiblicher Lebenswelten beleuchten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung von Gender im schulischen Kontext und leitet die Forschungsfrage her, wie Geschichtsdidaktik zur Reflexion über Genderidentitäten beitragen kann.
2. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen der Geschlechtergeschichte, problematisiert die Begriffe Gender und sex und diskutiert praxisorientierte Ansätze für einen genderbewussten Geschichtsunterricht.
3. Schluss: Das Schlusskapitel fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass eine genderbewusste Didaktik weiterhin eine wichtige Herausforderung bleibt, um Vielfalt und Diversität schrittweise in den Unterricht zu integrieren.
Schlüsselwörter
Gender, Geschlechtergeschichte, Geschichtsdidaktik, Genderbewusstsein, Historisches Lernen, Identität, Rollenbilder, Geschlecht, Frauengeschichte, Diversität, Konstruktivismus, Geschlechterkategorien, Unterrichtspraxis, soziale Hierarchien, Gender_Gap.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, welche Rolle die Kategorie Gender im Geschichtsunterricht spielt und wie diese historisch sowie gesellschaftlich in den Unterricht integriert werden kann.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Dazu gehören die historische Frauenforschung, die Begriffsklärung von Gender und sex, die geschlechtersensible Gestaltung von Unterricht sowie die Förderung von Genderbewusstsein.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Geschichtsunterricht Genderkompetenzen aufbauen kann, um Schülern zu ermöglichen, eigene Identitäten und gesellschaftliche Geschlechterrollen reflexiv zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Aufarbeitung didaktischer Modelle zur Förderung eines reflektierten Geschichtsbewusstseins.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, wie die Entwicklung von der Frauen- zur Geschlechtergeschichte, sowie praktische Ansätze für den Unterricht und die Verknüpfung mit Kompetenzmodellen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Gender, Geschlechtergeschichte, Geschichtsdidaktik, Genderbewusstsein und Historisches Lernen.
Warum wird in der Arbeit das Zeichen "Gender_Gap" verwendet?
Es dient dazu, sprachlich Geschlechterdualismen aufzubrechen und die Gleichbehandlung aller Geschlechter zu gewährleisten.
Was bedeutet "additive Geschichtsschreibung"?
Sie beschreibt die erste Phase der Frauengeschichte, in der lediglich einzelne bemerkenswerte Frauen in einer ansonsten männlich dominierten Geschichtsdarstellung ergänzt wurden.
Welche Aspekte umfasst das Genderbewusstsein laut Dehne?
Dazu zählt die Kenntnis über Weiblichkeits- und Männlichkeitsmuster, das Erkennen genderspezifischer Normen im eigenen Umfeld und die Fähigkeit, Gender als Kategorie der historischen Analyse anzuwenden.
Ist Geschlechtsbewusstsein bereits in der Schulpraxis fest verankert?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass es bisher größtenteils ein theoretisches Konstrukt bleibt, dessen praktische Umsetzung noch weiterer Schritte und Sensibilisierung bedarf.
- Arbeit zitieren
- Ronja Schröder (Autor:in), 2021, Gender in der Geschichtsdidaktik, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1389812