Hausarbeiten logo
Shop
Shop
Tutorials
De En
Shop
Tutorials
  • How to find your topic
  • How to research effectively
  • How to structure an academic paper
  • How to cite correctly
  • How to format in Word
Trends
FAQ
Zur Shop-Startseite › Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik

Der Brautnachtbetrug an Brünhild im Nibelungenlied. Ist sie "tiuveles wip" oder höfische Dame?

Titel: Der Brautnachtbetrug an Brünhild im Nibelungenlied. Ist sie "tiuveles wip" oder höfische Dame?

Hausarbeit , 2023 , 19 Seiten , Note: 2,7

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Hausarbeit findet eine eingehende Analyse und Charakterisierung der Brünhild im Nibelungenlied statt. Dabei wird auf den Wandel ihrer Persönlichkeit im Verlauf des Werks eingegangen und speziell die Relevanz der Brautnacht für diesen herausgearbeitet. Für die Analyse wird reichlich auf wissenschaftliche Fachliteratur zurückgegriffen und mit dem originalen mittelhochdeutschen Text gearbeitet.

Es wird die These aufgestellt, dass Brünhild als die Königin im fernen Land zunächst als entartetes Teufelsweib mit heroischen Zügen dargestellt wird. Diese Züge wiederum verliert sie durch die Entjungferung durch Gunther. Dieser Wendepunkt, der Brautnachtbetrug, lässt sie daraufhin als höfische Dame erscheinen. Zur Untersuchung der These werden die Ideale der höfischen Dame und des nibelungischen Helden dargestellt und hingehend auf Brünhild untersucht. Dabei wird speziell auf die Person Brünhilds als Königin von Isenstein und als Frau Gunthers eingegangen. Untersucht wird des Weiteren eben jener Wendepunkt der Brautnacht und dessen Bedeutung für den Wandel Brünhilds.

Die Figur der Brünhild scheint ambivalent. Inwiefern vertritt sie heroische Prinzipien und inwiefern repräsentiert sie die Ideale der höfischen Welt? Ist sie ein Teufelsweib oder eine höfische Dame? Die Forschung zur Brünhild des Nibelungenlieds kommt dabei zu verschiedenen Schlussfolgerungen. Während die ältere Forschung noch der Ansicht ist, Brünhild verletze aufgrund ihrer Stärke und Gewalt die Normen der nibelungischen Welt als solche, bringt Albert Classen bereits den Gegenvorschlag hervor, dass Brünhild als eine Repräsentantin einer untergegangenen matriarchalischen Kultur zu verstehen sei.

Diesen Gedanken spinnt Ursula Schulze weiter und bringt die These hervor, Brünhild sei eine domestizierte Amazone. So könne man Parallelen zum Mythos der Amazonen als kriegerisch kämpferisches Frauenvolk ziehen, auf welche aber auch Attribute höfischer Ideale folgen. Die neuere Forschung geht noch viel mehr auf die ambivalente Brünhild ein und darüber hinaus auf Deutungsperspektiven im übergeordneten Sinne. So sieht Charles G. Nelson das Beispiel Brünhilds als Symbol der Auffassung zur Bedeutung der Jungfräulichkeit an und Otfried Ehrismann geht so weit, die These aufzustellen, dass die Geschichte Brünhilds die Geschichte männlich sexueller Aggressivität widerspiegele.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1. Höfische Normen und heroische Prinzipien

2.1.1. Das Ideal der höfischen Dame

2.1.2. Die heroischen Prinzipien im Nibelungenlied

2.2. Die charakterliche Entwicklung Brünhilds

2.2.1. Die Königin im fernen Land – ein Teufelsweib?

2.2.2. Der Brautnachtsbetrug. Oder: Die Entmachtung Brünhilds

2.2.3. Die Gemahlin Brünhild – eine höfische Dame?

3. Fazit

4. Literaturverzeichnis

4.1. Primärliteratur

4.2. Sekundärliteratur

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die ambivalente Figur der Brünhild aus dem Nibelungenlied und analysiert, inwiefern sie sich von einer anfangs heroisch-entarteten Kriegerin zu einer domestizierten, höfischen Dame entwickelt, wobei der Brautnachtsbetrug als zentraler Wendepunkt und Mittel zur Instrumentalisierung durch die männlichen Helden fungiert.

  • Die Darstellung von Brünhilds Charakter: Vom "Teufelsweib" zur höfischen Ehefrau
  • Der Einfluss von Geschlechternormen im Nibelungenlied
  • Die Bedeutung von Gewalt, List und Verrat in der Brautwerbung
  • Analyse des "Brautnachtsbetrugs" als machtpolitisches Instrument
  • Das Spannungsfeld zwischen höfischen Idealen und heroischen Prinzipien

Auszug aus dem Buch

2.1.1. Das Ideal der höfischen Dame

Bevor auf die höfischen bzw. heroischen Eigenschaften Brünhilds eingegangen wird, sollen zunächst die Grundcharakteristiken der höfischen Ideale skizziert werden. Maßgebend für das Verständnis der höfische Werte waren gewiss die Erläuterungen Joachim Bumkes. Dabei ist besonders für das höfische Frauenbild grundlegend, dass dieses Ideal eine Erfindung der Dichter war. Die tatsächlichen Verhältnisse der Geschlechter, wie sie in der Wirklichkeit bestanden, waren zumeist gegenteilig ausgeprägt. Dass adlige Herren verehrungsvoll zu Frauen aufblickten und ihnen ihre ritterlichen Fähigkeiten verdankten, ist ein fiktives Bild, welches der dichterischen Fantasie entsprang.

Der zentralste Aspekt der höfischen Dame ist körperliche Schönheit. Diese Schönheit wird allerdings nicht rein oberflächlich angesehen, sondern dient sie vielmehr der Versinnbildlichung vieler anderer Eigenschaften. Durch ihre äußere Schönheit sollte sich die innere Tugendhaftigkeit offenbaren. Es war die Harmonie von Schönheit und moralischer Vollkommenheit, die das Frauenbild ausmachte. Schönheit war dabei nicht charakterisiert durch individuelle Züge, sondern wurde ganz klar von einem Ideal aus festen Maßstäben geprägt. Zu den gewünschten Attributen zählten blond gelocktes Haar, eine weiße Stirn, strahlende Augen, kleine Ohren, eine gerade Nase, rote Wangen und ein roter Mund, weiße Zähne, ein rundes Kinn, und ein schöner Hals. Hände, Beine und Arme sollten ebenso weiß sein, die Haut glatt. Diese Schönheit ist ein eindeutiges Indiz auf adlige Abstammung und zudem der Ausdruck von moralischer Tugendhaftigkeit.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Ambivalenz der Figur Brünhild ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach ihrer Rolle zwischen heroischem "Teufelsweib" und höfischer Dame.

2. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen der höfischen Ideale und die heroischen Prinzipien, gefolgt von einer detaillierten Untersuchung von Brünhilds Wandlung durch den Brautbetrug.

2.1. Höfische Normen und heroische Prinzipien: Dieses Kapitel skizziert das Ideal der höfischen Frau und stellt es den im Nibelungenlied widersprüchlichen heroischen Werten gegenüber.

2.1.1. Das Ideal der höfischen Dame: Eine Darstellung der Schönheits- und Tugendideale, die das höfische Frauenbild prägten.

2.1.2. Die heroischen Prinzipien im Nibelungenlied: Erörterung des Spannungsfeldes zwischen höfischem Verhalten und dem heroischen Bedürfnis nach Gewalt und Exorbitanz.

2.2. Die charakterliche Entwicklung Brünhilds: Untersuchung des Weges, den Brünhild vom Zeitpunkt ihres Auftretens als Königin bis zu ihrer finalen Rolle als Ehefrau zurücklegt.

2.2.1. Die Königin im fernen Land – ein Teufelsweib?: Analyse der initialen Darstellung Brünhilds als außergewöhnliche, nicht-höfische Herrscherin.

2.2.2. Der Brautnachtsbetrug. Oder: Die Entmachtung Brünhilds: Fokus auf den Wendepunkt der Narration, an dem Brünhild durch den Entzug ihrer physischen Macht domestiziert wird.

2.2.3. Die Gemahlin Brünhild – eine höfische Dame?: Bewertung der finalen Rolle Brünhilds unter dem Aspekt, ob sie das höfische Ideal nun vollumfänglich erfüllt.

3. Fazit: Zusammenführung der Ergebnisse, wobei betont wird, dass Brünhild ein ambivalenter Charakter bleibt und trotz der Domestizierung nicht zur perfekten höfischen Dame wird.

4. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.

Schlüsselwörter

Brünhild, Nibelungenlied, höfisches Ideal, Brautnacht, Brautwerbung, heroische Prinzipien, Tugendhaftigkeit, Domestizierung, Geschlechternormen, Gunther, Siegfried, Königin, Isenstein, Entmachtung, Identität

Häufig gestellte Fragen

Was ist das Hauptanliegen der wissenschaftlichen Untersuchung?

Die Arbeit befasst sich mit der ambivalenten Darstellung der Figur Brünhild im Nibelungenlied und der Frage, wie sie von einer kriegerischen Herrscherin zu einer höfischen Ehefrau umgeformt wird.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder sind die Definition höfischer Frauenbilder, die heroische Welt des Nibelungenliedes, Machtstrukturen zwischen den Geschlechtern und der Prozess der Domestizierung der Heldin.

Was ist die spezifische Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, ob Brünhild eine notwendige Entwicklung zur höfischen Dame vollzieht und wie der Verrat (Brautbetrug) ihre Macht und Persönlichkeit nachhaltig zerstört.

Welche wissenschaftliche Methode wird genutzt?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse des Quellentextes (Nibelungenlied) in Verbindung mit mediävistischer Sekundärliteratur zu heroischen Konzepten und höfischen Normen angewandt.

Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Basis der höfischen Ideale und die chronologische Charakteranalyse Brünhilds, beginnend bei ihrer Darstellung als fremdartige Königin bis hin zu ihrer Unterordnung.

Wie lässt sich die Arbeit anhand von Schlagworten zusammenfassen?

Brünhild, Nibelungenlied, Machtverlust, höfisches Ideal und Brautbetrug sind die maßgeblichen Begriffe, die das gesamte Erkenntnisinteresse der Arbeit kennzeichnen.

Warum wird der Brautnachtsbetrug als Wendepunkt tituliert?

Der Betrug ist der Schlüsselmoment, in dem Gunther und Siegfried durch Täuschung Brünhilds physische wie symbolische Macht (symbolisiert durch Ring und Gürtel) rauben und sie in die weiblich-passive Rolle zwängen.

Kann Brünhild am Ende als "höfische Dame" bezeichnet werden?

Obwohl sie sich äußeren Normen fügt, kommt der Autor zu dem Schluss, dass sie das Ideal der höfischen Dame nicht vollständig verkörpert, da ihre heroischen Wurzeln und ihre Ambivalenz bis zum Schluss bestehen bleiben.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Brautnachtbetrug an Brünhild im Nibelungenlied. Ist sie "tiuveles wip" oder höfische Dame?
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Note
2,7
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2023
Seiten
19
Katalognummer
V1389715
ISBN (eBook)
9783346935717
ISBN (Buch)
9783346935724
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nibelungenlied Frauenbild Brünhild Mediävistik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2023, Der Brautnachtbetrug an Brünhild im Nibelungenlied. Ist sie "tiuveles wip" oder höfische Dame?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1389715
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  19  Seiten
Hausarbeiten logo
  • Facebook
  • Instagram
  • TikTok
  • Shop
  • Tutorials
  • FAQ
  • Zahlung & Versand
  • Über uns
  • Contact
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum