Die Arbeit stellt detailliert dar, warum der Faktor Motivation innerhalb der Performanzphase eine entscheidende Rolle spielt, indem zunächst der theoretische Hintergrund von Motivation/Selbstbestimmung und Selbstreguliertem Lernen miteinander verknüpft wird. Im Anschluss werden zwei empirische Studien hinzugezogen, die einen theoretischen Ansatz liefern, wie Motivation innerhalb der Performanzphase gefördert werden kann. Abschließend werden diese Möglichkeiten auf die praktische Umsetzbarkeit diskutiert. Die Fragestellung, der in dieser Arbeit nachgegangen werden soll, ist somit folgende: Welche empirischen Ansätze könnten eine praktische Umsetzung der Motivationsförderung und -erhaltung in der aktionalen Phase des Selbstregulierten Lernens ermöglichen?
Der Gegenstand des Selbstregulierten Lernens (SRL) ist nun seit einigen Jahrzehnten heiß in der Forschung diskutiert. Es wurden verschiedene Begrifflichkeiten dieser Art des Lernens diskutiert und einige Modelle zur Strukturierung entworfen. Modelle zum SRL weisen in der Regel eine hohe Similarität in Bezug auf die verwendeten Begriffe für die Komponenten und Phasen des Konzepts auf. Die meisten Modelle weisen die übergreifenden Komponenten der Kognition, Motivation, Metakognition und Emotion auf, wobei einige Modelle Einschränkungen vornehmen und vereinzelt Komponenten zusammenfassen. Eine noch stärkere Einheitlichkeit hat sich im Hinblick auf die Benennung der und Einteilung der Phasen herauskristallisiert. So gehen die meisten Entwürfe von einem 3-Phase-Ablauf aus, mit einer Planungsphase zu Beginn, einer Performanzphase und abschließend einer Phase der Selbstreflexion.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Selbstreguliertes Lernen
2.2 Selbstbestimmung und Motivation
3. Empirische Studien zur Motivationsförderung
3.1 Components of fostering self-regulated learning among students
3.2 How teacher emotional support motivates students
4. Diskussion der Wirksamkeit der empirischen Befunde
4.1 Eine motivationsfördernde Lernumgebung
4.2. Ein motivationsfördernder Lehrstil
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Marginalisierung der Motivationskomponente während der Performanzphase des selbstregulierten Lernens (SRL) und entwickelt Ansätze, wie Lehrkräfte durch eine gezielte Gestaltung der Lernumgebung und einen autonomieunterstützenden Lehrstil die Motivation der Lernenden auch in der aktionalen Phase aufrechterhalten können.
- Theoretische Verankerung von Motivation und Selbstbestimmung im Kontext des SRL
- Analyse empirischer Erkenntnisse zur Motivationsförderung im schulischen Kontext
- Rolle der Lehrkraft als Impulsgeber für eine motivationsförderliche Lernumgebung
- Bedeutung von Lernstrategien für die Bewältigung der Performanzphase
- Wechselwirkungen zwischen Vertrauen, Materialqualität und dem pädagogischen Lehrstil
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Der Gegenstand des Selbstregulierten Lernens (SRL) ist nun seit einigen Jahrzehnten heiß in der Forschung diskutiert. Es wurden verschiedene Begrifflichkeiten dieser Art des Lernens diskutiert und einige Modelle zur Strukturierung entworfen. Diese sind nötig, „um in einem weiteren Schritt den theoretischen Hintergrund sowohl für die Diagnostik als auch die Förderung selbstregulatorischer Kompetenzen zu bilden” (Perels, F. et al., 2021, S. 71f.). Modelle zum SRL weisen in der Regel eine hohe Similarität in Bezug auf die verwendeten Begriffe für die Komponenten und Phasen des Konzepts auf. Die meisten Modelle weisen die übergreifenden Komponenten der Kognition, Motivation, Metakognition und Emotion auf, wobei einige Modelle Einschränkungen vornehmen und vereinzelt Komponenten zusammenfassen (Nagele, 2021). Eine noch stärkere Einheitlichkeit hat sich im Hinblick auf die Benennung der und Einteilung der Phasen herauskristallisiert. So gehen die meisten Entwürfe von einem 3-Phase-Ablauf aus, mit einer Planungsphase zu Beginn, einer Performanzphase und abschließend einer Phase der Selbstreflexion.
Eine übergreifende thematische Gemeinsamkeit der Modelle zum SRL findet sich in einem Punkt, der das Thema dieser Arbeit bestimmt. In fast allen Modellen wird die Komponente der Motivation als Teil der Planungs- und zum Teil der Reflexionsphase gesehen. Fast keine schematische Darstellung des SRL behandelt den Aspekt der Motivation innerhalb der Performanzphase. Die Modelle von Zimmermann (2000) und Boeckaerts (2005) lassen diese Leerstelle besonders auffallen, da diese, in der Darstellungsweise von Nagele (2021), schlicht ein freies Kästchen einfügen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Konzept des selbstregulierten Lernens ein und identifiziert eine Forschungslücke in Bezug auf die Motivation während der Performanzphase.
2. Theoretischer Hintergrund: Es wird das theoretische Fundament zu selbstreguliertem Lernen, Selbstbestimmung und den psychologischen Grundbedürfnissen gelegt.
3. Empirische Studien zur Motivationsförderung: Zwei relevante empirische Arbeiten werden herangezogen, um den aktuellen Forschungsstand zu Interventionen und emotionaler Unterstützung im Unterricht zu beleuchten.
4. Diskussion der Wirksamkeit der empirischen Befunde: Dieser Teil leitet Handlungsempfehlungen für die Gestaltung einer motivationsfördernden Lernumgebung und eines entsprechenden Lehrstils ab.
5. Fazit: Die Arbeit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit von Kooperationen zwischen Forschung und Praxis zur optimalen Unterrichtsgestaltung.
Schlüsselwörter
Selbstreguliertes Lernen, Performanzphase, Motivationsförderung, Selbstbestimmungstheorie, Lernumgebung, Lehrstil, Autonomieunterstützung, Lernstrategien, Lehrerinterventionen, Unterrichtsqualität, pädagogische Psychologie, Motivation, Volition, Vertrauen, Schulpraxis.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Aufrechterhaltung der Motivation von Schülern während der Durchführung von Lernaufgaben, einer Phase, die im Modell des selbstregulierten Lernens oft unterrepräsentiert ist.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Schnittstelle von Motivationstheorien, der Gestaltung von Lernumgebungen und der Rolle der Lehrkraft bei der Förderung selbstständiger Lernprozesse.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit geht der Frage nach, welche empirisch fundierten Ansätze eine praktische Umsetzung der Motivationsförderung und -erhaltung in der aktionalen Phase des selbstregulierten Lernens ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer fundierten Literaturrecherche sowie der Analyse und Diskussion zweier relevanter empirischer Studien basiert.
Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen, diskutiert die Ergebnisse zweier Studien bezüglich Lernumgebungen und Lehrstilen und entwickelt daraus praktische Handlungsperspektiven.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe umfassen Selbstreguliertes Lernen, Performanzphase, Motivationsförderung, Autonomie, Lernstrategien und Unterrichtsgestaltung.
Warum wird die Performanzphase oft als kritisch für die Motivation angesehen?
In dieser Phase arbeiten die Lernenden eigenständig; bei auftretenden Hindernissen droht ein Motivationsverlust, weshalb volitionale Unterstützung und passende Arbeitsmittel entscheidend sind.
Welche Rolle spielt Vertrauen in diesem Kontext?
Gegenseitiges Vertrauen zwischen Lehrkraft und Schülern ist laut Arbeit essenziell, um Kontrolle zu reduzieren und dadurch Raum für eigenverantwortliches und motiviertes Lernen zu schaffen.
- Quote paper
- Jonathan Vogel (Author), 2023, Lehrstil und Lernumgebung. Motivationsförderung in der Performanzphase des Selbstregulierten Lernens, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1336447