Der Frieden und die Einigung Europas nach dem 2.Weltkrieg waren und sind eng verknüpft mit dem Aufbau eines engmaschigen Netzes aus internationalen Organisationen. Die Anzahl dieser Organisationen auf Regierungsebene, auf die sich diese Hausarbeit bezieht, überschreitet die 350. Schon deren Anzahl ist bemerkenswert. Die Aufgaben umfassen regionale, globale, spezielle und allumfassende Ziele. Nichts geringeres als der Weltfrieden ist das Ziel der globalsten und fast die ganze Welt umspannenden internationalen Organisation: United Nations Organization (UNO). Nun soll in dieser Hausarbeit diese Organisation etwas näher betrachtet werden. Ausgehend von dem allgemeinen Begriff der internationalen Organisationen soll anhand der drei Theorieschulen Realismus, struktureller Realismus und Neoinstitutionalismus deren Bedeutung und insbesondere die der UNO untersucht werden. Dieser Zusammenschluss weltweiter Staaten, deren Blauhelmsoldaten als einzige Soldaten jemals den Friedensnobelpreis erhielten, werden einerseits von Enthusiasten in den Himmel gelobt, und zwar als die Organisation, die für alles Gute und Glänzende in der Welt verantwortlich ist, und andererseits von ihren Kritikern als unfähig und zu nichts tauglich beschrieben. Doch in jedem globalen Problem, seien es Umweltprobleme, der Kampf gegen den internationalen Terror, Klimaschutz oder Menschenrechte, wird der United Nations (UN) eine zentrale Funktion zugesprochen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Internationale Organisationen
2.1.) Definition von internationalen Organisationen
2.2.) Aufbau
2.3.) Aufgabenfelder
Die United Nations Organization
3.1.) Geschichtliche Entwicklung
3.2.) Aufbau der Vereinten Nationen
3.3.) Hauptaufgaben nach der Charta der Vereinten Nationen
Realismus
4.1.) Realismus nach Hans Morgenthau
4.2.) Rolle der Vereinten Nationen als Instrument
Neorealismus
5.1.) Struktureller Realismus nach Kenneth Waltz
5.2.) Die Vereinten Nationen als Instrument
Neoinstitutionalismus
6.1.) Neoinstitutionalismus nach Robert Keohane
6.2.) Die Vereinten Nationen als Akteur und Arena
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretische Bedeutung internationaler Organisationen, insbesondere der Vereinten Nationen (UNO), anhand dreier zentraler politikwissenschaftlicher Theorieschulen: Realismus, Neorealismus und Neoinstitutionalismus. Das primäre Ziel besteht darin, den praktischen Nutzen und die Handlungsfähigkeit der UNO im Geflecht internationaler Beziehungen kritisch zu hinterfragen und zu analysieren, wie diese unterschiedlichen theoretischen Ansätze die Rolle und den Einfluss der Organisation bewerten.
- Theoretische Grundlagen internationaler Organisationen und deren Definition.
- Struktur, Aufgaben und geschichtliche Entwicklung der Vereinten Nationen.
- Die Perspektive des klassischen Realismus (Hans Morgenthau) auf die UNO.
- Die Sichtweise des Neorealismus (struktureller Realismus nach Kenneth Waltz).
- Die Argumentation des Neoinstitutionalismus (Robert Keohane) bezüglich der Institutionenbildung.
Auszug aus dem Buch
3.2.) Aufbau der Vereinten Nationen
Durch die Umstände der Gründungsgeschichte der Vereinten Nationen lassen sich auch deren sechs Hauptorgane erklären. Dabei ist der Begriff Vereinte Nationen sehr vielschichtig, denn das System der UN gleicht einem Planetensystem, wobei die Interdependenz die Nähe zur Hauptorganisation beeinflusst. Deswegen werden die weiteren Organisationen der Vereinten Nationen, wie z.B. UNESCO, IWF/IMF, UNICEF oder das weniger bekannte UNRWA ausgeklammert und das Hauptaugenmerk auf die Hauptorganisation, die UNO selbst, gelegt. Die Generalversammlung ist dabei neben dem Sicherheitsrat das Hauptorgan. In der Generalvollversammlung sind alle Mitgliedstaaten nach dem Prinzip „one state one vote“ vertreten. Wie in vielen staatlichen Parlamenten wird auch hier die Hauptarbeit durch Ausschüsse erledigt. Sechs Hauptausschüsse, in welchen auch alle Mitgliedsländer einen Vertreter entsenden, bereiten die Entscheidungen der Versammlung vor. Wahlentscheidungen werden meist mittels Mehrheitsprinzip entschieden. Nur bei wichtigen Fragen, z.B. der nichtständigen Mitglieder des Sicherheitsrats, bedarf es einer 2/3 Mehrheit. Neben der Wahl des Generalsekretärs und der Haushaltsbewilligung, dem Wirken im Inneren als Gesetzgeber, kann die Vollversammlung nach außen nur unverbindliche Empfehlungen abgeben, an die die Mitgliedsstaaten nicht völkerrechtlich gebunden sind. Nicht durch rechtsverbindliche Gesetze, sondern durch öffentlichen Druck zeigt sich die Macht der Generalvollversammlung nach außen. Anders der Sicherheitsrat, „das mit Abstand mächtigste der sechs Hauptorgane“. Er kann sowohl friedlich durch Empfehlungen (Kapitel VI der Charta) als auch durch die Ausübung von Zwang (Kapitel VII der Charta) seiner Verantwortung für den Weltfrieden und die Sicherheit der Welt nachkommen. Neben den fünf ständigen Mitgliedern (Russland, USA, England, Frankreich und China) gehören ihm auch noch zehn nichtständige Mitglieder an, die in Fünfer-Intervallen jedes Jahr gewählt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in die Relevanz internationaler Organisationen nach dem Zweiten Weltkrieg und Darstellung der Forschungsabsicht, die Rolle der UNO durch drei Theorieschulen zu analysieren.
Internationale Organisationen: Klärung des Begriffs durch Abgrenzung, Darlegung der Organisationsstruktur und Analyse verschiedener Aufgabenfelder im globalen Kontext.
Die United Nations Organization: Historischer Überblick über die Entstehung der UNO sowie detaillierte Untersuchung ihrer Hauptorgane und der in der Charta verankerten Aufgaben.
Realismus: Anwendung des klassischen Realismus nach Hans Morgenthau, welcher die UNO primär als machtpolitisches Instrument der stärksten Akteure betrachtet.
Neorealismus: Diskussion des strukturellen Realismus nach Kenneth Waltz, der den Fokus auf die anarchische Struktur des Systems legt und die Handlungsfähigkeit der UNO als äußerst begrenzt einstuft.
Neoinstitutionalismus: Darlegung des Ansatzes von Robert Keohane, der den Nutzen von Institutionen zur Kostensenkung und Förderung der Kooperation in einer interdependenten Welt hervorhebt.
Fazit: Synthese der Ergebnisse, die feststellt, dass die UNO je nach theoretischem Blickwinkel als bloßes Instrument, als notwendige Arena oder als eigenständiger Akteur interpretiert werden kann.
Schlüsselwörter
Internationale Organisationen, UNO, Vereinte Nationen, Realismus, Neorealismus, Neoinstitutionalismus, Weltfrieden, Internationale Beziehungen, Politische Theorie, Macht, Kooperation, Sicherheitsrat, Charta der Vereinten Nationen, Internationale Politik, Interdependenz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die theoretische Interpretation von internationalen Organisationen mit einem spezifischen Fokus auf die Vereinten Nationen und deren Bedeutung im internationalen System.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Themenfelder umfassen die Definition und Struktur internationaler Organisationen, die Geschichte und Funktionen der UNO sowie die theoretische Auseinandersetzung durch realistische und institutionalistische Ansätze.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, mittels der drei Theorien Realismus, Neorealismus und Neoinstitutionalismus zu prüfen, ob der UNO eine reale Handlungsfähigkeit und Bedeutung für die internationale Politik zugesprochen werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt die politikwissenschaftliche Theorieanalyse und verknüpft diese mit dem empirischen Beispiel der Vereinten Nationen, um die theoretischen Aussagen der genannten Schulen an der Realität zu messen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Grundlagen internationaler Organisationen und der Aufbau der UNO dargelegt, gefolgt von einer detaillierten Analyse der UNO durch die Brille des klassischen Realismus, des Neorealismus und des Neoinstitutionalismus.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlüsselwörter sind Internationale Organisationen, UNO, Realismus, Neorealismus, Neoinstitutionalismus, Macht, Kooperation und Internationale Beziehungen.
Wie unterscheidet der Neoinstitutionalismus den Nutzen der UNO von den realistischen Sichtweisen?
Während Realisten die UNO als bloßes, oft machtloses Instrument der Großmächte sehen, betont der Neoinstitutionalismus, dass Institutionen wie die UNO Transaktionskosten senken, den Informationsaustausch fördern und so langfristige Kooperation auch bei widerstreitenden Interessen ermöglichen.
Welche Rolle spielen die Veto-Mächte nach Einschätzung der Arbeit?
Die Veto-Mächte schränken die Handlungsfähigkeit der UNO ein, da sie die Organisation instrumentalisieren können, wenn sie gemeinsam agieren oder sich nicht gegenseitig in ihren Machtbestrebungen blockieren.
- Arbeit zitieren
- Fabian Koller (Autor:in), 2009, Theoretische Interpretation von Internationalen Organisationen am Beispiel der UNO, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/133156