In dem vorliegenden Reflexionsbericht wird das Wahlmodul der klinischen Psychologie mit dem Schwerpunkt der systemischen Beratung reflektiert.
Der Einstieg des Moduls der systemischen Beratung erfolgte über die theoretischen Grundlagen des systemischen Ansatzes. Dafür wurden seitens der Fernhochschule unterschiedliche Studienmaterialien zur Bearbeitung zur Verfügung gestellt, ein Studienbrief, das Fachbuch von Willemse und Amseln mit dem Titel „Theorie und Praxis des systemischen Ansatzes. Die Systemtheorie Watzlawicks und Luhmanns verständlich erklärt“ sowie das Fachbuch von Tietze mit dem Titel „Kollegiale Beratung: Problemlösungen gemeinsam entwickeln (Miteinander reden Praxis)“. Es wurde ebenfalls eine weiterführende Literaturempfehlung ausgesprochen, von Schlippe und Schweitzer mit dem Titel „Lehrbuch der systemischen Therapie und Beratung I - Das Grundlagenwissen.“ Die Begriffe der klassischen Denkrichtungen, wie der Psychoanalyse, dem Behaviorismus und der humanistischen Psychologie werden erläutert. Weiterhin erfolgt eine Darstellung der essentiellen Grundannahmen des Konstruktivismus, der Lösungsorientierung statt der Problemorientierung, eine ganzheitliche Betrachtungsweise eines Phänomens, statt die isolierte, sowie das zirkuläre statt des linearen Denkens. Die systemische Haltung nimmt ebenfalls eine bedeutende Stellung in diesem Modul ein und wird mit den acht Grundsätzen beschrieben. Im systemischen Beratungsprozess ist die Kommunikation ein entscheidender Faktor. Hier wird zum einen auf die fünf Axiome, die Grundannahmen der Kommunikation, von Watzlawick eingegangen und weiterhin auf die paradoxe Kommunikation.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Inhalt des Wahlmoduls der klinischen Psychologie mit dem Schwerpunkt der systemischen Beratung
3 Motivation zur Teilnahme am Modul der systemischen Beratung
4 Beeindruckende Erfahrungen aus diesem Studienmodul
5 Erkenntnisse und Lernerfolge aus dem Modul der systemischen Beratung
6 Meine Zielsetzung aus dieser Veranstaltung
7 Veränderungen im Soll-Ist-Abgleich und deren nachhaltige Umsetzung
8 Wenn sich keine nachhaltigen Veränderungen ergeben haben, woran könnte dieses liegen?
9 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Ziel dieses Reflexionsberichts ist die kritische Auseinandersetzung mit dem Wahlmodul zur systemischen Beratung, wobei der Schwerpunkt auf dem Erwerb professioneller Handlungskompetenz für die Arbeit mit Familiensystemen liegt.
- Grundlagen des systemischen Ansatzes und Konzepte, wie die Kommunikation nach Watzlawick.
- Die systemische Haltung des Beratenden, insbesondere Neutralität und Autonomie.
- Anwendung der ökologischen Systemtheorie nach Bronfenbrenner in der Beratungspraxis.
- Prozessgestaltung und Entwicklung neuer Sichtweisen im systemischen Beratungsprozess.
- Reflexion über den persönlichen Lernprozess und die Transformation der Beraterkompetenz.
Auszug aus dem Buch
Beeindruckende Erfahrungen aus diesem Studienmodul
Eine beeindruckende Erfahrung dieses Moduls lag für mich darin, zu erkennen, dass die systemische Haltung des Beratenden die Basis einer wirklichen, innerlich gereiften persönlichen Beratungskompetenz darstellt. Die Systemische Beratung ist dabei weder eine unmittelbare wissenschaftsgeleitete Anwendung systemtheoretischer Konzepte noch ein rein handwerklicher Satz an Methoden und Techniken. Zwischen beiden tritt zum einen die systemisch arbeitende Person und zum anderen der Kontext des Beratungsprozesses ein. Beides wird miteinander verknüpft, indem eine gewisse Einstellung und Grundhaltung eingenommen wird (Schlippe von & Schweitzer, 2007, S. 116).
Hier ist beispielsweise die Autonomie als Grundhaltung zu nennen. Diese bezieht sich auf eine kontinuierliche Rückkopplung und Einbeziehung der Betroffenen in systemisches Arbeiten. Die dahinterliegende Annahme liegt in der grundlegenden Selbstbestimmung des Menschen, welches die Expertise des eigenen Lebens, das subjektive Wirklichkeitserleben und die eigensinnige Lebensgestaltung in Hinblick einer dauerhaften Wahlmöglichkeit impliziert.
Ebenfalls beeindruckend war zu erfahren, was Zirkularität eigentlich bedeutet. Bei der Zirkularität werden die Kommunikation und das Verhalten in Wechselwirkung sowie als Rückkopplung zueinander betrachtet. Im Gegensatz zur linearen Kausalität wird bei einer zirkulären Arbeitsweise der Fokus auf Perspektivwechsel und Beobachtungspositionen innerhalb des Systems gelegt (Willemse & Ameln, 2018, S. 55–59). Diese Grundhaltung finde ich sehr spannend und habe sie als vielversprechende Methode in Bezug auf den Perspektivwechsel beispielsweise in der Arbeit mit einer Familienaufstellung für mich angenommen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in den Reflexionsbericht zum Wahlmodul der klinischen Psychologie ein.
2 Inhalt des Wahlmoduls der klinischen Psychologie mit dem Schwerpunkt der systemischen Beratung: Das Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen des systemischen Ansatzes, relevante Schlüsselbegriffe wie Kommunikation und die Anwendung in Familiensystemen.
3 Motivation zur Teilnahme am Modul der systemischen Beratung: Der Autor beschreibt das Interesse am systemischen Ansatz sowie den Wunsch, fundierte Interventionsmöglichkeiten für die Arbeit in Familienberatungsstellen zu erwerben.
4 Beeindruckende Erfahrungen aus diesem Studienmodul: Hier werden die professionelle Grundhaltung, Autonomie und das Konzept der Zirkularität reflektiert.
5 Erkenntnisse und Lernerfolge aus dem Modul der systemischen Beratung: Dieses Kapitel verknüpft die ökologische Systemtheorie nach Bronfenbrenner mit dem praktischen Beratungsprozess.
6 Meine Zielsetzung aus dieser Veranstaltung: Der Autor definiert das Ziel, eine professionelle Handlungskompetenz aufzubauen, um Klienten bei der eigenen Lösungsfindung zu unterstützen.
7 Veränderungen im Soll-Ist-Abgleich und deren nachhaltige Umsetzung: Hier wird der Kompetenzzuwachs reflektiert, von fehlenden Vorkenntnissen hin zum Verständnis systemischer Diagnostik.
8 Wenn sich keine nachhaltigen Veränderungen ergeben haben, woran könnte dieses liegen?: Dieses Kapitel diskutiert die Notwendigkeit praktischer Anwendung neben der Theorie und den Wunsch nach intensiverer Verzahnung von Praxis und Studium.
9 Fazit und Ausblick: Der Bericht schließt mit der Erkenntnis über das Potenzial des systemischen Ansatzes und dem Wunsch nach weiterer praktischer Spezialisierung.
Schlüsselwörter
Systemische Beratung, Familienberatung, Systemtheorie, Kommunikation, Zirkularität, Neutralität, Autonomie, Mikrosystem, Handlungskompetenz, Reflexion, Konstruktivismus, Soziale Arbeit, Psychologie, Interventionsmethoden, Problem-Based Learning.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Bericht grundsätzlich?
Der Bericht reflektiert die Lernerfahrungen und den Kompetenzaufbau innerhalb eines Wahlmoduls zur systemischen Beratung im Rahmen eines Psychologie-Studiums.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder umfassen die systemische Grundhaltung, spezifische Interventionstechniken, Kommunikationstheorie sowie die Arbeit mit Familiensystemen.
Was ist das primäre Ziel der beschriebenen Arbeit?
Das Hauptziel ist der Erwerb einer professionellen Handlungskompetenz, um theoretisches Wissen situativ in einem Beratungsprozess anwenden zu können.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erarbeitung verwendet?
Der Fokus liegt auf dem "erkenntnisorientierten Unterricht" und situiertem, selbstgesteuertem Lernen, unterstützt durch Studienbriefe und Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die theoretischen Inputs, die eigene Motivation, zentrale Konzepte wie Zirkularität sowie die praktische Transformation der Beratungshaltung diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diesen Reflexionsbericht?
Die Arbeit ist geprägt von Begriffen wie Systemtheorie, Familiensystem, Handlungskompetenz, Reflexion und systemischer Haltung.
Wie unterscheidet sich die systemische Beratung von linearen Ansätzen laut Autor?
Während lineare Ansätze oft problemfokussiert sind, nutzt die systemische Beratung Perspektivwechsel und zirkuläre Fragestellungen, um die Wechselwirkungen im System Familie zu erfassen.
Welche Rolle spielt die Theorie von Bronfenbrenner in dieser Arbeit?
Der Autor integriert die ökologische Systemtheorie, um verschiedene Umgebungsebenen (Mikro- bis Makrosystem) in den Beratungsprozess einzubeziehen.
Wie bewertet der Autor die didaktische Form des Moduls am Ende?
Der Autor empfindet die selbstgesteuerte Lernform als positiv, merkt jedoch an, dass für volle Handlungskompetenz eine stärkere praktische Einbindung, etwa durch Hospitationen, notwendig ist.
- Arbeit zitieren
- Christin Hoffmann (Autor:in), 2022, Training und Kompetenzentwicklung in der klinischen Psychologie. Schwerpunkt systemische Beratung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1303735