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Presserat und Leseranwalt

Die Selbstkontrolle der Printmedien: Ein Vergleich der Einrichtungen in Österreich, Deutschland und der Schweiz

Titel: Presserat und Leseranwalt

Studienarbeit , 2009 , 45 Seiten , Note: Sehr gut

Autor:in: Hannes Gaisch (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Printmedien, Presse

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit befasst sich mit dem Vergleich der Einrichtungen Presserat und Leseranwalt in Österreich, Deutschland und der Schweiz, mit Blick auf Geschichte, Funktionsweise, die Entwicklung der Spruchpraxis und der Probleme. Die Presseräte verstanden beziehungsweise verstehen sich heute unter anderem als Beschwerdeinstanz, an die jedermann herantreten und die auch von sich aus aktiv werden kann: Wer sich von einer Zeitung oder Zeitschrift unfair behandelt oder sich in seinen Rechten verletzt fühlt, kann eine Beschwerde einreichen, die dann nach den jeweiligen ethischen Verhaltensnormen für Journalisten (Pressekodex) abgehandelt wird.

Die Selbstkontrolle der Presse aber ist auch ein höchst umstrittenes und umkämpftes Feld, wie das Beispiel Österreich anschaulich zeigt. Die vielschichtigen Konflikte gipfelten 2002 in der Auflösung des österreichischen Presserates. Ein Instrument der Selbstkontrolle gibt es erst wieder seit Juni 2007 durch die neu eingerichtete Leseranwaltschaft, die allerdings wie schon der Presserat unter einer geringen Akzeptanz und Bekanntheit leidet. Um eine Wiederbelebung des Presserates wird gerungen.

Entwicklungen und Reformen der Selbstkontrolle vorausgesetzt, könnten diese Einrichtungen jedoch stärker als Chance begriffen werden. Ausgehend von der These, dass journalistische Qualität und Selbstkontrolle eng miteinander verknüpft sind und Selbstkontrolle ein Lernprozess ist, soll in dieser Arbeit eine Antwort auf die Fragen versucht werden, wie Zeitungen und Zeitungsleser von diesem Instrument profitieren und welche Schritte die Selbstkontrolle noch verbessern können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definitionen

2.1 Der Begriff der Medienethik

2.2 Medien und Kontrolle

2.3 Qualität im Journalismus: eine Annäherung

3. Ethische Normen: Vergleich der Kodizes

3.1 Präambel

3.2 Grundsätze

4. Die Entwicklung der Presseselbstkontrolle

4.1 Österreich

4.1.1 Geschichte

4.1.2 Organisationsform

4.1.3 Entscheidungen

4.1.4 Die Leseranwaltschaft

4.2 Deutschland

4.2.1 Geschichte

4.2.2 Organisationsform

4.2.3 Entscheidungen

4.3 Schweiz

4.3.1 Organisationsform

4.3.2 Entscheidungen

4.3.3 Leseranwälte

5. Problemfelder der Presseselbstkontrolle

6. Ein Fallbeispiel:

Die Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen

7. Schlussfolgerungen

7.1 Ergebnisse

7.2 Lösungsvorschläge

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Qualität und die Instrumente der Presseselbstkontrolle durch einen vergleichenden Blick auf Österreich, Deutschland und die Schweiz. Ziel ist es, die Funktionsweise, Geschichte und Spruchpraxis der jeweiligen Presseräte bzw. Leseranwaltschaften zu analysieren und zu bewerten, inwiefern diese Einrichtungen als Instrumente zur Qualitätssicherung und Vertrauensstärkung gegenüber den Lesern fungieren können.

  • Vergleich der medienethischen Kodizes und Selbstkontrollmechanismen.
  • Analyse der Organisationsformen von Presseräten in den drei Ländern.
  • Untersuchung der Spruchpraxis und Problemlage anhand von Fallbeispielen.
  • Diskussion über die Wirksamkeit und Akzeptanz von Selbstkontrollgremien.
  • Evaluation von Lösungsansätzen zur Stärkung der journalistischen Qualität.

Auszug aus dem Buch

4.2.1 Geschichte

Die Gründung des Deutschen Presserates 1956 war eine Reaktion auf Pläne der Regierung, Aufsichtsinstanzen im Bundespressegesetz zu etablieren. Der Plan lautete, Presseausschüsse über die „innere Sauberkeit“ der Presse wachen zu lassen; diese Entwicklung wurde jedoch nicht nur als Bedrohung der Pressefreiheit verstanden, die Gesetzesentwürfe erinnerten zudem zu sehr an das Schriftleitergesetz der Nationalsozialisten. Dem Deutschen Presserat diente dann der britische „General Council of the Press“ als Vorbild.

Je fünf Vertreter des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV) und des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) nahmen an der konstituierenden Sitzung teil und legten folgende Aufgaben für den Presserat fest:

● Schutz der Pressefreiheit, Sicherung des unbehinderten Zuganges zu den Nachrichtenquellen.

● Feststellen und Beseitigen von Missständen im Pressewesen.

● Beobachtung der strukturellen Entwicklung der deutschen Presse und Abwehr von freiheitsgefährdenden Konzern- und Monopolbildungen.

● Vertretung der deutschen Presse gegenüber Regierung, Parlament und Öffentlichkeit und bei Gesetzesvorlagen, die Leben und Aufgaben der Presse angehen.

Die Abwehrhaltung gegen große Medienkonzerne löste immer wieder heftige Konflikte zwischen Verleger- und Journalistenverbänden aus, letztlich ist der Presserat in diesem Punkt auch gescheitert und die Aufgabe wurde aus den Satzungen wieder gestrichen.

Im Herbst 1957 trat der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) in den Presserat ein, der damit von zehn auf 20 Mitglieder aufgestockt wurde.

In den 1950er und 1960er Jahren stand die Beschwerdearbeit beim Deutschen Presserat noch nicht im Vordergrund, heute gehört sie zu seinem Kerngeschäft. Grundlage für die Behandlung der Beschwerden bilden die publizistischen Grundsätze, der Pressekodex, der Anfang der 1970er Jahre ausgearbeitet und 1973 symbolisch an Bundespräsident Gustav Heinemann überreicht wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt die Relevanz journalistischer Qualität und die Notwendigkeit von Selbstkontrolle als Alternative zu staatlicher Regulierung.

2. Definitionen: Erläutert zentrale Begriffe wie Medienethik, Kontrollmechanismen und die Schwierigkeit, journalistische Qualität objektiv zu messen.

3. Ethische Normen: Vergleich der Kodizes: Analysiert und vergleicht die Präambeln und Grundsätze der journalistischen Verhaltenskodizes in Österreich, Deutschland und der Schweiz.

4. Die Entwicklung der Presseselbstkontrolle: Detaillierte historische und organisatorische Untersuchung der Presseräte und Leseranwaltschaften in Österreich, Deutschland und der Schweiz.

5. Problemfelder der Presseselbstkontrolle: Identifiziert gemeinsame strukturelle Schwächen der Selbstkontrolle, wie etwa die mangelnde Sanktionskraft.

6. Ein Fallbeispiel: Die Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen: Untersucht die Rolle der Selbstkontrollgremien bei der Bearbeitung kontroverser Beschwerden zum Karikaturen-Streit.

7. Schlussfolgerungen: Synthetisiert die Ergebnisse des Vergleichs und diskutiert potenzielle Lösungsansätze zur Stärkung der journalistischen Selbstregulierung.

Schlüsselwörter

Medienethik, Presseselbstkontrolle, Presserat, Journalismus, Qualitätssicherung, Leseranwaltschaft, Pressekodex, Selbstregulierung, Medienfreiheit, Beschwerdemanagement, Journalistische Standards, Medienverantwortung, Berufsethik, Co-Regulierung, Boulevardisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit thematisiert die Qualitätssicherung und Selbstkontrolle von Printmedien durch einen länderübergreifenden Vergleich zwischen Österreich, Deutschland und der Schweiz.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Geschichte, Organisationsstruktur und Spruchpraxis der verschiedenen Presseräte sowie die Rolle von Leseranwaltschaften als Instrumente ethischer Kontrolle.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, den Nutzen und die Herausforderungen der Presseselbstkontrolle zu beleuchten und Wege aufzuzeigen, wie diese zur Qualitätssicherung in Redaktionen beitragen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einer deskriptiven Untersuchung der Organisationsstrukturen und der statistischen Spruchpraxis der untersuchten Presseräte.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition medienethischer Grundlagen, den Vergleich der nationalen Pressekodizes und eine detaillierte Analyse der Institutionen in den drei Ländern sowie deren spezifische Problemfelder.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Medienethik, Presseselbstkontrolle, journalistische Standards, Qualitätssicherung, Presserat und Leseranwaltschaft.

Warum ist die Leseranwaltschaft in Österreich so umstritten?

Die Kritik entzündet sich an der mangelnden Sanktionsgewalt und der Sorge, dass sie von oben diktiert wurde und die Gewerkschaft nicht angemessen einbindet, was als Versuch zur Verschleierung fehlender echter Selbstkontrolle wahrgenommen wird.

Welche Rolle spielten die Mohammed-Karikaturen für die Arbeit?

Sie dienen als konkretes Fallbeispiel, um zu verdeutlichen, wie die verschiedenen Presseräte mit ethisch hochsensiblen Themen umgehen und wie sie ihre Entscheidungen gegenüber der Öffentlichkeit begründen.

Ende der Leseprobe aus 45 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Presserat und Leseranwalt
Untertitel
Die Selbstkontrolle der Printmedien: Ein Vergleich der Einrichtungen in Österreich, Deutschland und der Schweiz
Hochschule
Donau-Universität Krems - Universität für Weiterbildung  (Department Politische Kommunikation)
Note
Sehr gut
Autor
Hannes Gaisch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
45
Katalognummer
V127757
ISBN (eBook)
9783640351466
ISBN (Buch)
9783668262249
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Presserat Leseranwalt Selbstkontrolle Printmedien Vergleich Einrichtungen Deutschland Schweiz Sehr
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Hannes Gaisch (Autor:in), 2009, Presserat und Leseranwalt, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/127757
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Leseprobe aus  45  Seiten
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