Wirft man einen Blick in so manches Schulbuch, so dominiert noch immer die europazentrische Perspektive von der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus. Doch wenn der Kontinent nicht unbewohnt war und somit nicht entdeckt werden konnte, und die Europäer ihn dennoch in Besitz genommen haben, muss von einer Eroberung gesprochen werden.
Der Unterrichtsentwurf befasst sich genau mit diesem Thema und behandelt die Frage nach der Rechtmäßigkeit der Feier des Kolumbus-Tages mit Hilfe zweier Zeitungsartikel. Ein Zeitungsartikel benennt Gründe und Argumente für und der andere Artikel gegen eine Feier. Das Material ist dabei dreifach differenziert.
Inhaltsverzeichnis
1. Kompetenzorientiertes Lernziel
2. Bedingungsanalyse
3. Analyse des Unterrichtsgegenstandes
4. Didaktische Überlegungen
5. Begründung der methodischen Entscheidungen
6. Verlaufsplanung
7. Anhang
a) Arbeitsblätter
b) Arbeitsblätter differenziert
c) Hilfekarten
d) Erwartungshorizont
e) Zusatzaufgabe für Schnelle
f) Alternativer Stundeneinstieg
g) Kommentierter Sitzplan
h) Tafelbild
i) Power-Point Präsentation
j) Sequenzplanung
k) Feedbackhand
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel des vorliegenden Unterrichtsentwurfs ist die Förderung der geschichtskulturellen Kompetenz der Schülerinnen und Schüler. Sie sollen dazu befähigt werden, auf Grundlage kontroverser Zeitungsartikel eine eigenständige, begründete Urteilsbildung zur historischen Bewertung der Person Kolumbus und der Feier des Kolumbus-Tages vorzunehmen.
- Historische Kontroversen und deren gesellschaftliche Einordnung
- Entdeckung versus Eroberung des amerikanischen Kontinents
- Kritische Analyse von Quellen zum Kolumbus-Tag
- Methodenkompetenz durch Think-Pair-Share und Positionierung
- Förderung der Urteilsfähigkeit gegenüber historischen und aktuellen Ereignissen
Auszug aus dem Buch
3. Analyse des Unterrichtsgegenstandes
Wirft man einen Blick in so manches Schulbuch, so dominiert noch immer die europazentrische Perspektive von der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus. Doch wenn der Kontinent nicht unbewohnt war und somit nicht entdeckt werden konnte, und die Europäer ihn dennoch in Besitz genommen haben, muss von einer Eroberung gesprochen werden.
Auch wenn im Rahmen der Dekolonialisierung ein Prozess einsetzte, in dessen Verlauf die Indigenen Völker als handelnde Subjekte ihrer eigenen Geschichte wahrgenommen wurden, sind die Europäer wie auch die Nordamerikaner noch weit davon entfernt, „[…] die ungeheuren Schäden und Verletzungen, die in jahrhundertelanger Ausbeutung, betrügerischer Enteignung, Entrechtung und Marginalisierung der indianischen Völkern angetan wurden, zur Kenntnis zu nehmen, geschweige denn die Indianer materiell zu entschädigen“.
Kolumbus Irrtum, einen Seeweg nach Indien gefunden zu haben, wurde nach seinem Tod korrigiert, was allerdings bis heute nur schwerlich korrigiert wurde, ist die Tatsache, dass die Ureinwohner Amerikas und ihre Nachkommen dank Kolumbus bis heute als “Indios“ oder “Indianer“ bezeichnet werden.
Die eigentlichen handelspolitischen und geschäftlichen Erwartungen seiner Auftraggeber konnte Kolumbus nicht erfüllen. Weder hatte er einen indischen Hafen erreicht und konnte Gewürze mitbringen, noch konnte er Kontakt zum Großkhan von China aufnehmen oder neue Goldvorkommen entdecken. „Das einzige, was er als "Handelsobjekt" mitbrachte, waren Menschen - Indianer, die er von den karibischen Inseln entführt hatte […]“, denn Kolumbus hatte bei seiner Ankunft das Land im Namen der spanischen Krone in Besitz genommen und betrachtete die dort lebende Bevölkerung als „[…] Christen und allen anderen ebenbürtige Untertanen der Herrscher Kastiliens". Er war der festen Überzeugung, die indigene Bevölkerung ließe sich leicht mit der Anwendung von Waffengewalt als Sklaven halten und „[…] in jeder gewünschten Menge […]“ als Sklaven nach Spanien bringen lassen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Kompetenzorientiertes Lernziel: Definiert die angestrebte geschichtskulturelle Kompetenz sowie individuelle Lernziele für leistungsschwächere Schüler.
2. Bedingungsanalyse: Analysiert die räumlichen und sozialen Gegebenheiten der Lerngruppe sowie die notwendigen Differenzierungsmaßnahmen.
3. Analyse des Unterrichtsgegenstandes: Beleuchtet die europazentrische Sichtweise auf Kolumbus und kontrastiert diese mit den historischen Folgen von Ausbeutung und Eroberung.
4. Didaktische Überlegungen: Begründet die Relevanz des Themas im Hinblick auf aktuelle Debatten und die Notwendigkeit zur Mündigkeit gegenüber gesellschaftlichen Kontroversen.
5. Begründung der methodischen Entscheidungen: Erläutert den Einsatz von Video, Think-Pair-Share und Positionslinien zur Aktivierung der Schüler.
6. Verlaufsplanung: Bietet ein detailliertes tabellarisches Schema zum Ablauf der Unterrichtsstunde mit zeitlichen Angaben und methodischen Hinweisen.
7. Anhang: Enthält unterrichtspraktische Materialien wie Arbeitsblätter, Hilfekarten, Erwartungshorizonte und Planungsdokumente.
Schlüsselwörter
Kolumbus, Kolumbus-Tag, Entdeckung, Eroberung, geschichtskulturelle Kompetenz, Indigenen Völker, Sklavenhandel, Kolonialisierung, Urteilsbildung, Historische Kontroverse, Think-Pair-Share, Unterrichtsentwurf, Geschichte, USA, Meinungsbildung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit stellt einen detaillierten Unterrichtsentwurf für den Geschichtsunterricht in der Sekundarschule zum Thema Kolumbus und die Kontroverse um den Kolumbus-Tag dar.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die historische Einordnung der Entdeckungsfahrten, die kritische Auseinandersetzung mit der europazentrischen Perspektive sowie die aktuelle gesellschaftliche Debatte in den USA über den Umgang mit dem Kolumbus-Tag.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Vermittlung geschichtskultureller Kompetenz, sodass Schüler beurteilen können, ob ein Tag zu Ehren von Kolumbus gesellschaftlich gerechtfertigt ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Entwurf basiert auf didaktisch-methodischen Ansätzen der Geschichtsdidaktik, insbesondere der kontroversen Urteilsbildung und der Arbeit mit quellenkritischem Material.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die historischen Hintergründe der Reisen von Kolumbus und liefert ein methodisches Konzept, um Schüler zu einer eigenen, begründeten Meinung zu führen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe umfassen Kolumbus, Kolumbus-Tag, historische Urteilsbildung, geschichtskulturelle Kompetenz und die Kontroverse zwischen Entdeckung und Eroberung.
Wie werden leistungsschwächere Schüler integriert?
Durch den Einsatz vereinfachter Texte, ergänzender Hilfekarten und zusätzliche Integrationshelfer wird eine differenzierte Arbeitsweise ermöglicht, um auch leistungsschwächeren Schülern Zugang zu den Inhalten zu bieten.
Warum wird die Methode der Positionslinie verwendet?
Sie dient als visuelles Instrument, um Meinungsbilder der Schüler zu Beginn und am Ende der Stunde zu verdeutlichen und Veränderungen in der Argumentation transparent zu machen.
- Quote paper
- Sebastian Scholz (Author), 2021, Unterrichtsentwurf für das Fach Geschichte zum Thema "Der Kolumbus-Tag - ein Grund zum Feiern?", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1275857