Kinderhelden innerhalb der Kinder- und Jugendliteratur gibt es seit je her. Diese unsterblich wirkenden Figuren reg(t)en die Fantasie an und begleiten bis ins Erwachsenenalter. Ein jeder verknüpft Kindheitsmemoiren mit Peter Pan, Momo, Pippi, Räuber Hotzenplotz, Ronja Räubertochter, Emil uvm. Sie alle gehören zum „Bekanntenkreis“ ganzer Generationen von jungen Lesern. Sie sind die Gestalten unserer Begeisterung und gehören in die schöne ‚Phantasiawelt’ eines jeden Kindes. Was macht demnach einen Helden (in Augen von Kindern) überhaupt aus? Welche Bedeutung haben Kinderhelden? Wie und auf welche Eigenschaften basierend haben ihre Schöpfer diese Figur kreiert? Lassen sich Parallelen erkennen? Ist ein Kinderheld heute noch derselbe wie vor 50 Jahren? Vor dem Hintergrund dieser Fragestellungen wurden für die Ausarbeitung drei erfolgreiche Kinder- bzw. Jugendbücher gewählt, die drei Generationen, die Nachkriegsliteratur, die 70er und das Ende des 20./Beginn 21. Jahrhunderts umfassen. Im Folgenden widmet sich diese Hausarbeit ihrem Inhalt und dem Versuch einer Analyse ihrer jeweils einzigartigen Figur des Helden, um abschließend eine Vergleichsmaßnahme unter ihnen heranzuziehen.
Wenn man an die Lektüre seiner Kindheit und Jugend zurückdenkt, weckt das für gewöhnlich fröhliche und positiv verknüpfte Erinnerungen. Insbesondere beim Rückblick auf die Leitfiguren aus Kinder- und Jugendliteratur. Wohin man auch in die Kinderbibliothek der letzten 50 Jahre schaut entdeckt man sie, die originellen kindlichen Widerstandsleistenden, die Aufdecker und Aufdeckerinnen von Ungerechtigkeit und Leid, Revoluzzer, aufsässige Verweigerer, aufmüpfige Rebellen und Kämpfer. Jede Literaturepoche brachte diese Figuren hervor, die als Kinderhelden in die Geschichte eingehen. Sie waren die Protagonisten, Charakterdarsteller und Sympathiekundgeber von Jung und auch Alt - die Helden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Held in der Kinder- und Jugendliteratur (KJL)
2.1 Definition des Begriffs „Held“
2.2 Bedeutung des Kinderhelden in der KJL und Frage der Notwendigkeit dieser Figur
2.3 Merkmale und Eigenschaften eines Kinderhelden in der KJL
3. Entwicklungen der KJL zwischen den 1940er und 1990er Jahren
4. Figurenanalyse
4.1 Pippi Langstrumpf (1945) – „Ich mach’ mir die Welt, wie sie...“
4.1.1 Entstehung, Rezeption und Kritik
4.1.2 Figurenanalyse
4.2 Momo (1973) – „Die sanftmütige Retterin der Lebenszeit“
4.2.1 Entstehung, Rezeption und Kritik
4.2.2 Figurenanalyse
4.3 Harry Potter (1997) – „Der berühmteste Magierheld der Welt“
4.3.1 Entstehung, Rezeption und Kritik
4.3.2 Figurenanalyse
5. Fazit: Vergleich der drei Heldenfiguren
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Evolution und Signifikanz von Heldenfiguren in der Kinder- und Jugendliteratur anhand von drei prägenden Werken, welche die Nachkriegszeit bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts abdecken. Ziel ist es, die spezifischen Eigenschaften dieser Figuren, ihre Funktion als Identifikationsmodelle sowie ihre Wirkung auf die kindliche Entwicklung und Selbstwahrnehmung durch eine vergleichende Analyse herauszuarbeiten.
- Kulturelle und soziologische Definition des Heldenbegriffs in der Kinderliteratur.
- Entwicklungslinien der Kinder- und Jugendliteratur von den 1940er bis zu den 1990er Jahren.
- Figurenporträts von Pippi Langstrumpf, Momo und Harry Potter.
- Identifikationspotenziale, Vorbildfunktion und pädagogische Relevanz von Literaturhelden.
- Vergleichende Analyse der messianischen Züge und der emanzipatorischen Kraft der Helden.
Auszug aus dem Buch
4.2.2 Figurenanalyse
Momo ist elternlos und lebt in einer Ruine eines alten Amphitheaters. Ende beschreibt sie mit: „Sie war klein und ziemlich mager, sodass man beim besten Willen nicht erkennen konnte, ob sie erst acht oder schon zwölf Jahre alt war. Sie hatte einen wilden pechschwarzen Lockenkopf, (...) sehr große, wunderschöne und ebenfalls pechschwarze Augen und Füße von der gleichen Farbe, den sie lief fast immer barfuß...“.
Auffallend ist ihr aus Flicken zusammengenähter Rock und der viel zu große Mantel den sie trägt. Sie ist alleine, hat jedoch viele Freunde die sie in der Ruine besuchen kommen und mit ihr spielen. Darunter auch Beppo, der alte Straßenkehrer und Gigi Fremdenführer. Momo besitzt die Gabe des Zuhörens, die auf die Bewohner der Stadt anziehend wirkt. Sie ist sehr beliebt - bei Mensch und Tier - weil sie sich Zeit für die beschäftigten und sich kaum wahrnehmenden Menschen nimmt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die bleibende Bedeutung von Heldenfiguren für junge Leser und umreißt die Fragestellung bezüglich der Entwicklung von Kinderhelden über fünf Jahrzehnte hinweg.
2. Der Held in der Kinder- und Jugendliteratur (KJL): Dieses Kapitel definiert theoretisch den Begriff des Helden und diskutiert die Funktion sowie die Notwendigkeit von Leitbildern für die Identitätsentwicklung von Kindern.
3. Entwicklungen der KJL zwischen den 1940er und 1990er Jahren: Es wird der Wandel der Kinderliteratur beschrieben, von der unmittelbaren Nachkriegszeit über die politisch bewegten 70er Jahre bis hin zum Aufkommen der phantastischen Erzählung und modernen Fantasy.
4. Figurenanalyse: Die zentralen Helden Pippi Langstrumpf, Momo und Harry Potter werden hinsichtlich ihrer Entstehungsgeschichte, Rezeption und ihrer spezifischen Charakteristika detailliert untersucht.
5. Fazit: Vergleich der drei Heldenfiguren: Die Arbeit schließt mit einer Synthese, die Gemeinsamkeiten, wie die elternlose Ausgangslage und die Empathiefähigkeit der Helden, hervorhebt.
Schlüsselwörter
Kinderliteratur, Jugendliteratur, Heldenfigur, Pippi Langstrumpf, Momo, Harry Potter, Identität, Vorbildfunktion, Kindheit, Emanzipation, Phantastik, Sozialisation, Literaturanalyse, Widerstandsfigur, Identifikationsfigur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von Kinder- und Jugendbuchhelden über drei unterschiedliche Generationen hinweg und untersucht deren Bedeutung für die kindliche Entwicklung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Fokus stehen die Figurenentwicklung, die pädagogische und soziologische Bedeutung von Kinderhelden sowie der Wandel der KJL-Epochen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, durch die Analyse der Figuren Pippi Langstrumpf, Momo und Harry Potter Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Darstellung des „Helden“ sowie dessen Wirkung auf den Leser aufzuzeigen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie eine vergleichende Figurenanalyse basierend auf soziologischen und pädagogischen Theorien.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der Definition des Heldenbegriffs, dem historischen Kontext der Kinder- und Jugendliteratur sowie der tiefgehenden Figurenanalyse der drei genannten Protagonisten.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Kinderliteratur, Heldenfigur, Identitätsbildung, Soziologie der Kindheit und literarische Anthropologie.
Inwiefern unterscheidet sich Harry Potter von Pippi Langstrumpf bezüglich ihrer Entwicklung?
Während Pippi Langstrumpf als Figur angelegt ist, Kind zu bleiben, durchläuft Harry Potter über die sieben Bände eine deutliche Entwicklung hin zum Erwachsenwerden.
Welche Rolle spielt das „göttliche Kind“ in der Analyse der drei Figuren?
Das „göttliche Kind“ dient als mythologisches Konstrukt bei C.G. Jung/Krényi, unter dem alle drei Figuren messianische Züge als Erlöserfiguren gegen ein bestehendes Unrecht vereinen.
- Arbeit zitieren
- Lola Victoria (Autor:in), 2016, Kinderhelden im Wandel der Zeit. Figurenanalyse junger Heldenfiguren in drei Generationen der Kinder- und Jugendliteratur, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1271864