Wohnen ist ein zentraler Aspekt des menschlichen Daseins. Egal ob in einer Vorortvilla, einer Plattenbauwohnung oder einem Reihenhaus, jeder Mensch wohnt. Mit der Zunahme des nicht-agrarischen Teils der Bevölkerung, besonders in industrialisierten Ländern, kommt dem Thema dieser Arbeit - Wohnen in der Stadt - aus bevölkerungsgeographischer Sicht eine besondere Bedeutung zu (Vgl. Hofmeister 1994, S. 7).
Die wissenschaftliche Beschäftigung mit der Stadt ist interdisziplinär. Neben stadtgeographischen sind auch städtebauliche, stadtgeschichtliche und stadtsoziologische Aspekte interessant und relevant. Diesem Umstand versucht diese Arbeit gerecht zu werden, in dem sie um eine ganzheitliche Herangehensweise bemüht ist.
Literatur zum Thema besteht in Hülle und Fülle, wobei die besondere Problematik in der Auswahl relevanter Publikationen besteht. Diese Arbeit wird sich hauptsächlich auf stadtgeographische Standardwerke, die Zeitschrift „Informationen zur Raumentwicklung“ sowie auf renommierte stadtsoziologische Publikationen zum Thema Wohnen beziehen.
Zunächst werden Begriffe, die zum Verständnis der Thematik grundlegend sind, erklärt. Was bedeutet überhaupt Wohnen? Gibt es eine einheitliche Stadtdefinition? Im Anschluss daran werden Veränderungen, die besonders seit Beginn des 20. Jahrhunderts das Wohnen beeinflusst haben, erläutert. Wie stark haben neue Verkehrstechnologien und Verlagerungen von Arbeitsplätzen das Wohnen in der Stadt verändert?
Ausgehend von diesen Erläuterungen werden zwei makrostrukturelle Phänomene in der Stadtentwicklung dargestellt. Zum einen die Suburbanisierung und zum anderen die Gentrification. Schließlich werden Planungskonzepte vorgestellt, deren Ziel es ist, negativen Stadtentwicklungen entgegenzuwirken und die Wohnqualität zu erhöhen. Hieran wird sich die Beschreibung eines Fallbeispiels aus der städtischen Praxis anschließen. Den Abschluss dieser Arbeit bildet ein Resümee der Autoren. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. BEGRIFFE
2.1 Das menschliche Wohnen
2.2 Der Begriff der Stadt
2.3 Akteure auf dem Wohnungsmarkt
3. WOHNEN IM WANDEL
3.1 Haushaltsformen
3.2 Veränderungen durch Mobilität
3.3 Veränderungen der Arbeitswelt
4. AKTUELLE ENTWICKLUNGEN
4.1 Suburbanisierung
4.2 Gentrification
5. PLANUNGSKONZEPTE
5.1 Nachhaltige Stadtentwicklung
5.2 Nutzungsmischung
6. SANIERUNG UND GENTRIFICATION IN DER KÖLNER SÜDSTADT
7. RESÜMEE
8. SUMMARY
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht das Phänomen „Wohnen in der Stadt“ unter Berücksichtigung aktueller gesellschaftlicher Wandlungsprozesse sowie städtebaulicher Planungskonzepte. Ziel ist es, ein ganzheitliches Verständnis für die Einflussfaktoren auf die Wohnqualität in einem interdisziplinären Kontext zu vermitteln.
- Grundlagen des Wohnbegriffs und stadtgeographische Definitionen.
- Strukturwandel durch Mobilität, Arbeitswelt und veränderte Haushaltsformen.
- Analyse der Prozesse von Suburbanisierung und Gentrification.
- Vorstellung nachhaltiger Planungsansätze wie Nutzungsmischung.
- Fallbeispiel zur Stadtsanierung in der Kölner Südstadt.
Auszug aus dem Buch
4.2 Gentrification
Der vom englischen „gentry“ (=englische Oberschicht) abgeleitete Begriff Gentrification beschreibt ein Phänomen, das sich durch zwei Charakteristika auszeichnet.
Zum einen die Aufwertung innerstädtischer Wohngebiete durch Modernisierung des Wohnraumes, Erwerb von Eigentumswohnungen und infrastruktureller Aufwertung. Zum anderen die sukzessive Verdrängung statusniedriger Wohnbevölkerung durch statushöhere Bevölkerungsgruppen aus diesem Wohngebiet (Vgl. Alisch et al 1996, S. 95).
Schon Ende der 1970er Jahre wurde dieser Vorgang in den USA beobachtet und erforscht. Erst Ende der 1980er Jahre erschienen Forschungsarbeiten zu ähnlichen Entwicklungen in europäischen Städten (Vgl. Friedrichs et al 1996, S. 7).
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik des städtischen Wohnens sowie Darlegung der interdisziplinären Relevanz und der geplanten Vorgehensweise der Arbeit.
2. BEGRIFFE: Erläuterung der theoretischen Grundlagen, insbesondere der Definitionen von Wohnen und Stadt sowie der Akteurskonstellationen auf dem Wohnungsmarkt.
3. WOHNEN IM WANDEL: Untersuchung der Ursachen des Wandels, wie neue Haushaltsformen, Mobilitätsentwicklung und Veränderungen der Arbeitswelt.
4. AKTUELLE ENTWICKLUNGEN: Darstellung der makrostrukturellen Prozesse der Suburbanisierung und Gentrification als wesentliche Entwicklungen in modernen Städten.
5. PLANUNGSKONZEPTE: Vorstellung von Strategien wie nachhaltige Stadtentwicklung und Nutzungsmischung zur Steigerung der städtischen Wohnqualität.
6. SANIERUNG UND GENTRIFICATION IN DER KÖLNER SÜDSTADT: Anwendung der theoretischen Konzepte auf das Fallbeispiel des Severinsviertels in Köln.
7. RESÜMEE: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Forderung nach behutsamen städtebaulichen Maßnahmen.
8. SUMMARY: Englische Zusammenfassung der wesentlichen Inhalte der Hausarbeit.
Schlüsselwörter
Wohnen, Stadtgeographie, Stadtentwicklung, Gentrification, Suburbanisierung, Mobilität, Haushaltsformen, Nutzungsmischung, Stadtplanung, Kölner Südstadt, Sozialstruktur, Wohnqualität, Nachhaltigkeit, Segregation, Sanierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den komplexen Zusammenhängen des städtischen Wohnens unter Einbeziehung aktueller gesellschaftlicher und städtebaulicher Dynamiken.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten gehören der Wandel des Wohnens durch Mobilität und Arbeitswelt, die Phänomene der Suburbanisierung und Gentrification sowie moderne Ansätze der Stadtplanung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist eine ganzheitliche Analyse der Faktoren, die das System Stadt beeinflussen, um Strategien für eine nachhaltige Erhöhung der Wohnqualität zu diskutieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse stadtgeographischer, stadtsoziologischer und städtebaulicher Standardwerke sowie der Untersuchung eines konkreten Fallbeispiels aus der städtischen Praxis.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Begriffsdefinitionen, Analysen zum Wandel von Haushalten und Mobilität, die Erörterung von Suburbanisierung und Gentrification sowie die Vorstellung von Planungskonzepten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Gentrification, Suburbanisierung, Stadtentwicklung, nachhaltige Stadtentwicklung, Nutzungsmischung und Wohnqualität.
Wie wird Gentrification im Modell definiert?
Die Arbeit nutzt ein Phasenmodell, das von ersten Pionieren bis hin zur Verdrängung ursprünglicher Bewohner durch zahlungskräftigere Bevölkerungsgruppen reicht.
Welche Rolle spielt die Kölner Südstadt im Dokument?
Die Südstadt dient als konkretes Fallbeispiel, an dem die Wirksamkeit städtischer Sanierungsbemühungen und die Herausforderungen durch Gentrification praxisnah verdeutlicht werden.
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- Amien Idries (Author), 2002, Wohnen in der Stadt - Aktuelle Entwicklungen und Planungskonzepte, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/12508