Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges begann in Deutschland die Epoche der Nachkriegsliteratur. Literaturhistorisch betrachtet ist das Jahr 1959 für die deutsche Literatur wertvoll, da erstmals eine kritische Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus literarisch verarbeitet wurde und damit es tatsächlich zu einer Fortentwicklung jener kam.
Im Zentrum dieser Arbeit liegt die Betrachtung der Literatur rund um das Jahr 1959, das literarisches Wendejahr gilt. Besonderes Augenmerk wird auf die Rezeption und Wirkung auf die nachfolgende Literatur gelegt. Dabei wird beleuchtet, welche Autoren eine Rolle spielten. Hierbei wird die Blechtrommel exemplarisch als wichtiger Roman aus dem Jahr 1959, mit Fokus auf die Rezeption und somit deren Wirkung, aus diesem herausragenden Jahr, vorgestellt und deren Inhalt in den historischen Kontext eingeordnet. Dabei wird eine literaturtheoretische Auseinandersetzung mit der Blechtrommel vorgenommen. Nicht das Werk an sich steht im Mittelpunkt, sondern seine Rezeption und Wirkung, da diese den Wandel in der Literatur mitbewirkte.
Zunächst wird die deutsche Literatur der Nachkriegszeit seit 1945 betrachtet. Um anschließend das literarische Wendejahr 1959 mit seinen herausragenden Werken vorzustellen und seine besondere Wirkung auf die Literatur der nachfolgenden Jahre sowie der Nachkriegsliteratur. Dies ist in der Betrachtung der Literatur der Sechzigerjahre nachvollziehbar, die in dieser Arbeit skizziert wird. Abschließend werden diese epochalen Entwicklungen in einem Resümee zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Entwicklung in der Literatur seit 1945
3. Das Wendejahr 1959
3.1 Die Rolle der Gruppe 47
3.2 Literatur im Wendejahr 1959
3.3. Rezeption der Blechtrommel als herausragendes Werk aus dem Jahr 1959
4. Die Entwicklung in der Literatur seit 1959
5. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Jahr 1959 als literarisches Wendejahr in der westdeutschen Literatur und analysiert insbesondere, wie die Rezeption bedeutender Werke wie Günter Grass' Die Blechtrommel den literarischen Wandel und die kritische Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit maßgeblich beeinflusste.
- Die literarische Nachkriegsentwicklung seit 1945
- Die Rolle und Bedeutung der Gruppe 47 für die Literatur der 1950er Jahre
- Das Jahr 1959 als symbolisches und faktisches Wendejahr der Literatur
- Die Rezeption der Blechtrommel und ihre Wirkung auf die nachfolgende deutsche Literatur
- Epochenübergreifende Entwicklungen in der deutschen Literaturlandschaft
Auszug aus dem Buch
Die Rolle der Gruppe 47
Bei der Betrachtung des Jahres 1959 trifft man immer wieder auf die Gruppe 47. Die Gruppe 47, welche sich im Jahr 1947 mit einem Treffen am Bannwaldsee konstituierte, prägte die deutsche Nachkriegsliteratur zwischen dem Ende der Fünfzigerjahre und der Mitte der Sechzigerjahre nachhaltig. Die Schriftsteller, die an den Treffen der Gruppe 47 teilnahmen, waren Teil einer Gesellschaft, die schuldig geworden war. Doch sie wollten auch bewusst zu dieser Zeit gehören und sich ihrer Verantwortung nicht entziehen.
Die Gruppe deutscher Schriftsteller, strebte eine Anknüpfung an die Moderne an, um dem avantgardistischen Pol wieder zu neuer Kraft zu verhelfen, da dieser nach 1933 zunächst vollkommen an seiner strukturbildenden Kraft verloren hatte. Beim Erreichen dieses Ziels arbeiteten Autoren wie Walter Höllerer, Hans Magnus Enzensberger, Martin Walser sowie viele weitere Autoren daran, der Literatur eine strukturbildende Kraft zurück zu verleihen. Sie galten als interne Modernisierer und sie bewirkten durch die Stärkung des avantgardistischen und des ästhetisch-autonomen Pols den Aufstieg der Gruppe 47.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Epochenwandels ein und definiert das Jahr 1959 als literarisches Wendejahr, das eine kritische Auseinandersetzung mit der deutschen Vergangenheit ermöglichte.
2. Die Entwicklung in der Literatur seit 1945: Das Kapitel beleuchtet die Literaturlandschaft der direkten Nachkriegszeit, die Ära der Kahlschlagliteratur und die Schwierigkeiten der Autoren bei der Aufarbeitung der NS-Zeit.
3. Das Wendejahr 1959: Hier wird das Jahr 1959 als „annus mirabelis“ eingeführt, in dem maßgebliche Werke von Autoren wie Böll und Grass den Literaturbetrieb nachhaltig veränderten.
3.1 Die Rolle der Gruppe 47: Dieses Kapitel analysiert den Einfluss der Gruppe 47 auf die Modernisierung der Literatur und ihre Bemühungen, an die Tradition der Moderne anzuknüpfen.
3.2 Literatur im Wendejahr 1959: Hier wird der Fokus auf spezifische Werke gelegt, insbesondere auf Heinrich Bölls Billard um halb zehn und Günter Grass' Die Blechtrommel als Impulsgeber.
3.3. Rezeption der Blechtrommel als herausragendes Werk aus dem Jahr 1959: Das Kapitel untersucht exemplarische zeitgenössische Rezensionen, etwa von Hans Magnus Enzensberger, und ordnet den Roman als Parodie des Bildungsromans ein.
4. Die Entwicklung in der Literatur seit 1959: Der Fokus liegt auf der literarischen Entwicklung in den frühen Sechzigerjahren, dem Aufkommen der Dokumentarliteratur und dem neuen Interesse an der Literatur der Arbeitswelt.
5. Resümee: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse, die das Jahr 1959 erneut als entscheidende Zäsur für die Aufarbeitung der Vergangenheit und die Erneuerung des Romans bestätigt.
Schlüsselwörter
Wendejahr 1959, Gruppe 47, Die Blechtrommel, Nachkriegsliteratur, Literaturgeschichte, Vergangenheitsbewältigung, Epochenumbruch, Günter Grass, Heinrich Böll, Bildungsroman, Moderne, Dokumentarliteratur, westdeutsche Literatur, Literaturkritik, Neuanfang.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit im Kern?
Die Arbeit untersucht das literarische Jahr 1959 und dessen Bedeutung als Epochenschwelle in der westdeutschen Nachkriegsliteratur, insbesondere im Hinblick auf eine kritische Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Publikation?
Die zentralen Themen sind der Wandel der Literatur nach 1945, die Funktion gesellschaftlicher Umbrüche in der Prosa sowie die Rolle von Schriftstellergruppen wie der „Gruppe 47“.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Jahr 1959 durch bedeutende Werke den Weg für eine neue inhaltliche und formale Qualität in der Literatur ebnete und wie die zeitgenössische Rezeption diese Entwicklung begleitete.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt die Literaturanalyse, indem sie literaturhistorische Kontexte und zeitgenössische Rezeptionen (Rezensionen) heranzieht, um die Wirkung ausgewählter Romane auf die Literaturszene zu untersuchen.
Wie ist der Hauptteil der Arbeit strukturiert?
Der Hauptteil gliedert sich chronologisch und thematisch: Er beginnt mit einer Bestandsaufnahme der Literatur vor 1959, analysiert dann das Wendejahr selbst und beleuchtet abschließend die daraus resultierenden Entwicklungen in den 1960er Jahren.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?
Wesentlich sind Begriffe wie Vergangenheitsbewältigung, Epochenwandel, die Blechtrommel, der deutsche Roman sowie der Einfluss der Gruppe 47.
Warum wird Die Blechtrommel als exemplarisch für das Wendejahr angesehen?
Der Roman wird als Hauptgrund für die außerordentliche Stellung des Jahres 1959 angeführt, da er sowohl international Anerkennung fand als auch eine neue, kritische Form der Auseinandersetzung mit der Zeit des Nationalsozialismus in die Literatur einführte.
Was unterscheidet die Literatur nach 1959 von der Nachkriegsliteratur davor?
Während in der frühen Nachkriegszeit eine kritische Auseinandersetzung oft ausblieb oder distanziert war, zeichnet sich die Literatur nach 1959 durch konzeptionelle Neuerungen, moderne Erzählmethoden und eine direktere Thematisierung von Schuld und Gesellschaft aus.
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- Anonym (Author), 2019, Das Wendejahr 1959. Die Darstellung eines Epochenumbruchs in der westdeutschen Literatur, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1240129