Die vorliegende Abhandlung beschäftigt sich mit sozialen Konflikten innerhalb der römischen Gesellschaft von der frühen Kaiserzeit bis in die Spätantike mit spezieller Ausrichtung auf die ländlichen Bevölkerungsschichten, den Transformationsprozess des 3. Jahrhunderts und die bäuerlichen Aufstandsbewegungen im 3. bis 5. Jahrhundert. Anhand der Untersuchung von Aufständen in den Provinzen Italia, Gallia, Hispania, Africa und Judäa werden die Ursachen, die beteiligten gesellschaftlichen Gruppen, ihre Ziele sowie die Ergebnisse der Bewegungen dargestellt. Darauf aufbauend wird im größeren Kontext dem Zusammenhang zwischen bäuerlichen Aufständen und dem Zerfall des Imperium Romanum nachgegangen. Diese, von der bisherigen Forschung nur unzureichend beleuchtete, Problematik ist entscheidend, um Bewegung in die seit dem Werk von Michael I. Rostovtzeff (1931) ins Stocken geratene Diskussion zu bringen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Das Imperium Romanum und die plebs rustica
- Der Kaiser und die plebs rustica
- Zur Homogenität und Heterogenität der plebs rustica
- Die Stellung der plebs rustica
- Wirtschaftliche und soziale Gegensätze auf dem Lande
- Die „Krise\" des 3. Jahrhunderts und Erhebungen der plebs rustica
- Christlicher Glaube und soziale Kritik
- Aufstandsbewegungen
- Der jüdische Krieg
- Der Krieg der Fahnenflüchtigen (bellum desertorum)
- Die Bagaudenbewegung
- Die Circumcellionen- oder Agonistikerbewegung
- Der Aufstand des Firmus
- Ergebnis und Ausblick: Verschärfung der sozialen Gegensätze und Untergang des Reiches
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht soziale Konflikte innerhalb der römischen Gesellschaft von der frühen Kaiserzeit bis in die Spätantike, mit besonderem Fokus auf die ländliche Bevölkerung, den Transformationsprozess des 3. Jahrhunderts und die bäuerlichen Aufstandsbewegungen im 3.-5. Jahrhundert. Die geographische Betrachtung umfasst das gesamte Gebiet des Imperium Romanum, insbesondere Italia, Gallia, Hispania, Africa und Judäa.
- Soziale Konflikte in der römischen Gesellschaft
- Die plebs rustica und ihre Stellung im Imperium Romanum
- Wirtschaftliche und soziale Veränderungen im 3. Jahrhundert
- Bäuerliche Aufstandsbewegungen im 3.-5. Jahrhundert
- Zusammenhang zwischen bäuerlichen Aufständen und dem Zerfall des Imperium Romanum
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung liefert einen Überblick über die Forschungslandschaft zur römischen Sozialgeschichte und die Schwierigkeiten, die sich aus der mangelhaften Quellenlage ergeben. Sie stellt die zentralen Fragestellungen der Arbeit dar, die sich mit den Ursachen, Zielen und Folgen bäuerlicher Aufstände beschäftigen. Das zweite Kapitel beleuchtet die Zusammensetzung der plebs rustica und ihre Stellung im Imperium Romanum. Es werden die verschiedenen Kategorien von Landarbeitern, ihre Lebensbedingungen und ihre Abhängigkeit von den Oberschichten dargestellt. Das dritte Kapitel untersucht die wirtschaftlichen und sozialen Gegensätze auf dem Lande und zeigt die Belastungen auf, denen die ländliche Bevölkerung durch den römischen Staat und die Großgrundbesitzer ausgesetzt war. Im vierten Kapitel wird die „Krise\" des 3. Jahrhunderts und die damit verbundenen Erhebungen der plebs rustica beleuchtet. Das fünfte Kapitel analysiert den Einfluss des christlichen Glaubens auf die soziale Kritik und die Aufstandsbewegungen. Das sechste Kapitel behandelt die wichtigsten Aufstandsbewegungen der römischen Kaiserzeit, darunter der jüdische Krieg, der Krieg der Fahnenflüchtigen, die Bagaudenbewegung, die Circumcellionen- oder Agonistikerbewegung und der Aufstand des Firmus. Der Fokus liegt dabei auf den Ursachen, Zielen und Abläufen der jeweiligen Bewegungen.
Schlüsselwörter
Römische Sozialgeschichte, plebs rustica, bäuerliche Aufstandsbewegungen, Imperium Romanum, 3. Jahrhundert, soziale Konflikte, Wirtschaftsgeschichte, Großgrundbesitz, Sklaverei, Kolonen, lex Manciana, lex Hadriana, christlicher Glaube, soziale Kritik, jüdischer Krieg, Krieg der Fahnenflüchtigen, Bagaudenbewegung, Circumcellionen, Firmus.
Häufig gestellte Fragen
Wer war die „plebs rustica“ im römischen Reich?
Die plebs rustica bezeichnete die ländliche Bevölkerungsschicht, bestehend aus Landarbeitern, Kleinbauern und Kolonen.
Was waren die Hauptursachen für die bäuerlichen Aufstände?
Wirtschaftliche Not, soziale Gegensätze auf dem Land sowie die hohe Belastung durch den Staat und Großgrundbesitzer waren zentrale Auslöser.
Welche bedeutenden Aufstandsbewegungen werden thematisiert?
Die Arbeit untersucht unter anderem den jüdischen Krieg, den Krieg der Fahnenflüchtigen (bellum desertorum), die Bagaudenbewegung und die Circumcellionen.
Welche Rolle spielte der christliche Glaube bei diesen Konflikten?
Der christliche Glaube lieferte oft die Grundlage für soziale Kritik an der bestehenden Ordnung und beeinflusste Bewegungen wie die Circumcellionen.
Wie hängen diese Aufstände mit dem Zerfall des Römischen Reiches zusammen?
Die Arbeit geht der These nach, dass die inneren sozialen Konflikte und die Erhebungen der Landbevölkerung den Transformationsprozess und den späteren Zerfall des Imperiums beschleunigten.
Welche Regionen des Imperium Romanum werden betrachtet?
Die Untersuchung umfasst Provinzen in Italia, Gallia, Hispania, Africa und Judäa.
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- Magister Artium Christian Hall (Author), 2006, Aufstände der plebs rustica in der römischen Kaiserzeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/118195