Viele Schülerinnen und Schüler leiden an Prüfungsangst. Wie kann diese reduziert werden? Und vor allem, wie kann man emotionale Intelligenz gezielt fördern und somit Prüfungsangst zu reduzieren?
In der Arbeit wird die Leistungsemotion Prüfungsangst und die dazu gehörigen Ursachen und Wirkungen genauer definiert und erläutert. Im weiteren Verlauf wird dann der Terminus der emotionalen Intelligenz erklärt und der Einfluss dieser auf die Prüfungsangst aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Emotionen
2.1 Basis- und sekundäre Emotionen
2.2 Unterscheidung von State und Trait Emotionen
2.3 Leistungsemotion – Prüfungsangst
3. Ursachen von Leistungsemotionen - Prüfungsangst
3.1 Appraisal-Theorie
3.2 Kontroll-Wert Ansatz
4. Wirkung von Prüfungsangst
5. Emotionale Intelligenz
5.1 Definition – Salovey und Mayer
5.2 Definition – Goleman
5.3 Unifizierte Begriffsdefinition
5.4 Emotionsregulation
6. Konzeption einer Unterrichtsstunde zur Reduktion von Prüfungsangst
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Emotionalen Intelligenz und der Entstehung sowie Ausprägung von Prüfungsangst. Ziel ist es, auf theoretischer Basis aufzuzeigen, wie durch gezielte Förderung emotionaler Kompetenzen bei Schülerinnen und Schülern eine Reduktion von Prüfungsangst erreicht werden kann.
- Theoretische Grundlagen zu Emotionen und Leistungsemotionen
- Analyse der Ursachen und Wirkmechanismen von Prüfungsangst
- Definition und Dimensionen der Emotionalen Intelligenz
- Strategien der Emotionsregulation im Bildungskontext
- Entwurf eines kompetenzorientierten Unterrichtskonzepts
Auszug aus dem Buch
3.1 Appraisal-Theorie
Ein Teil der emotionalen Reaktionen des Menschen ist evolutionär bedingt, wie beispielsweise die Angst vor Höhen oder Gewittern. Doch oft reagieren verschiedene Menschen auf ein und dieselbe Situation ganz unterschiedlich. In der Emotionsforschung ist aufgrund dieser Tatsache die sogenannte Appraisal-Theorie entstanden.
Die Appraisal-Theorie besagt, dass nicht die Situation selbst, sondern die Interpretation der Situation bestimmte Emotionen im Menschen auslösen, d.h. „die emotionale Reaktion hängt davon ab, wie der emotionsauslösende Reiz subjektiv bewertet und interpretiert wird“ (Huber Matthias, 2020, S. 66). Der richtige Terminus für diese Art von Interpretation ist Appraisal. „Appraisals sind kognitive Bewertungsprozesse von Situationen, Tätigkeiten oder der eigenen Person. Unterschiedliche Konstellationen von Appraisals rufen unterschiedliche Emotionen hervor“ (Wild, Möller, 2015, S. 212). Demzufolge gibt es eine fast unendliche Zahl an potentiellen Interpretationen von bestimmten Situationen. Aufgrund dessen ordnet man mögliche Appraisals verschiedenen Dimensionen zu (vgl. Götz et al., 2017, S. 32). Dadurch kann es gelingen, genauere Aussagen darüber zutreffen, welche Appraisalkonstellation welche Emotion hervorruft (vgl. ebd., 2017, S. 32).
Verschiedene Appraisal-Theoretiker sind sich einig, dass das Erleben bestimmter Emotionen anhand bestimmter Fragen festgemacht werden kann: Empfinde ich die Situation als angenehm oder unangenehm? Ist sie für mich persönlich relevant oder nicht? Wer hat die Situation verursacht, ich selbst oder eine andere Person? Kann ich die Situation ändern? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit des tatsächlichen Eintretens der Situation? (vgl. ebd., 2017, S. 32). Somit erlebt man beispielsweise Angst, wenn etwas persönlich relevant war (Zuschreibung eines hohen subjektiven Wertes), es negativ war und es mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit tendenziell auftreten kann, man aber nicht über die nötigen Ressourcen verfügt, um die Situation umwenden oder vermeiden zu können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Prüfungsangst ein und erläutert die Relevanz der Untersuchung des Einflusses Emotionaler Intelligenz auf diesen Zustand.
2. Emotionen: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Emotion, unterscheidet zwischen Basis- und sekundären Emotionen sowie State- und Trait-Zuständen und führt den Begriff der Leistungsemotion ein.
3. Ursachen von Leistungsemotionen - Prüfungsangst: Es werden zentrale Ansätze zur Entstehung von Leistungsemotionen, insbesondere der Appraisal-Theorie und des Kontroll-Wert-Ansatzes, vorgestellt.
4. Wirkung von Prüfungsangst: Das Kapitel beleuchtet die negativen Auswirkungen von Prüfungsangst auf Lernprozesse, Motivation und kognitive Ressourcen der Lernenden.
5. Emotionale Intelligenz: Hier werden verschiedene Definitionen der Emotionalen Intelligenz (Salovey & Mayer, Goleman) und das Konzept der Emotionsregulation detailliert dargestellt.
6. Konzeption einer Unterrichtsstunde zur Reduktion von Prüfungsangst: Dieser Teil enthält einen konkreten Entwurf für eine kompetenzorientierte Unterrichtseinheit, die darauf abzielt, Prüfungsangst durch die Förderung emotionaler Kompetenzen zu mindern.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert die Möglichkeiten und Grenzen der schulischen Förderung Emotionaler Intelligenz zur Angstbewältigung.
Schlüsselwörter
Prüfungsangst, Emotionale Intelligenz, Leistungsemotionen, Appraisal-Theorie, Kontroll-Wert-Ansatz, Emotionsregulation, Selbstmanagement, Unterrichtskonzeption, kognitive Bewertung, emotionale Kompetenz, Stressbewältigung, Schüler, Lernstrategien, psychische Gesundheit, schulische Leistung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem psychologischen Phänomen der Prüfungsangst bei Schülerinnen und Schülern und untersucht, inwiefern die Steigerung der Emotionalen Intelligenz als Interventionsmethode zur Reduktion dieser Angst dienen kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Felder umfassen die Emotionspsychologie, die Entstehungsursachen von Prüfungsangst, die wissenschaftliche Definition von Emotionaler Intelligenz sowie pädagogische Strategien zur Emotionsregulation im Unterricht.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Schülerinnen und Schüler durch die bewusste Stärkung ihrer emotionalen Fähigkeiten (z.B. Selbstwahrnehmung und Emotionsregulation) ihre Prüfungsangst besser bewältigen und reduzieren können.
Welche wissenschaftlichen Theorien werden zur Erklärung verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf die Appraisal-Theorie sowie den Kontroll-Wert-Ansatz nach Pekrun, um zu erklären, wie subjektive Einschätzungen von Leistungssituationen zu Ängsten führen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Emotionen und deren Ursachen, eine Analyse der Wirkweise von Prüfungsangst sowie eine praktische Herleitung eines Unterrichtskonzepts zur Förderung emotionaler Kompetenzen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Prüfungsangst, Emotionale Intelligenz, Leistungsemotionen, Appraisal, Emotionsregulation und Kompetenzorientierung charakterisiert.
Wie kann eine Lehrkraft konkret mit Prüfungsangst im Unterricht umgehen?
Die Arbeit schlägt vor, durch Identifikationsfiguren und spielerische Übungen die Selbstwahrnehmung der Schüler zu schulen, damit diese ihre Ängste rationalisieren und negative Bewertungsmuster aktiv umdeuten können.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Basis- und sekundären Emotionen für die Arbeit wichtig?
Diese Unterscheidung hilft zu verstehen, dass Prüfungsangst oft auf komplexen, kognitiv bewerteten Prozessen basiert und nicht nur eine einfache, angeborene Reaktion ist, was sie durch gezieltes Training beeinflussbar macht.
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- Giulia Weber (Author), 2021, Leistungsemotionen. Förderung emotionaler Intelligenz, um Prüfungsangst zu reduzieren, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1161330