Demokratie und StaatsbürgerInnenschaft bzw. Partizipation sind Begriffe, die eng miteinander
verbunden sind. Die Bedeutung dieser Begriffe hat sich im Laufe der Zeit verändert.
Die folgende Arbeit soll einen kurzen Überblick über diese Entwicklung geben und die
Schwierigkeiten bei der genauen Definition, vor allem des Begriffes der Demokratie, kurz
beleuchten. Ein Augenmerk wird auch auf die Rolle der Frau in der Entwicklung der Demokratie
und der Staatsbürgerschaft bzw. StaatsbürgerInnenschaft gelegt.
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Inhaltsverzeichnis
1. Demokratie – StaatsbürgerInnenschaft – Partizipation
Einleitung
Demokratie
Definition
Formen von Demokratie
StaatsbürgerInnenschaft/Partizipation
Definition
Historischer Rückblick
Feministischer Bezug zu StaatsbürgerInnenschaft und Demokratie
2. Politische Kritik patriarchaler Herrschaft
2.1 Einleitung
2.2 Kernfragen der politischen Theoriebildung
2.2.1 Begriffe des Politischen
2.2.2 Privatheit und Öffentlichkeit
2.2.3 Partizipation und Demokratisierung der Demokratie
2.2.4 Patriarchatsbegriff in der Diskussion
2.2.5 Nationalstaat und das „Zeitalter“ der Globalisierung
2.3 Feminismus als Transformative politische Theorie
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis zwischen Demokratie, Staatsbürgerschaft und der feministischen Kritik an patriarchalen Herrschaftsstrukturen. Sie beleuchtet, wie historische und aktuelle politische Theorien den Ausschluss von Frauen legitimierten und welche Ansätze existieren, um diese Strukturen im Sinne einer partizipatorischen Demokratie zu transformieren.
- Historische Entwicklung des Demokratieverständnisses und Ausschlussmechanismen.
- Bedeutung von StaatsbürgerInnenschaft, Inklusion und Partizipation.
- Die Spaltung zwischen Öffentlichkeit und Privatheit in der feministischen Theorie.
- Kritik am Patriarchatsbegriff und die Suche nach staatstheoretischen Alternativen.
- Feminismus als Motor für die Transformation politischer Systeme.
Auszug aus dem Buch
2.2.2 Privatheit und Öffentlichkeit
Zentrales politiktheoretisches Thema im feministischen Verständnis des Politischen ist die patriarchale Spaltung von Öffentlichkeit und Privatheit.
- Die Sphäre der Privatheit wird als Ort des weiblichen Lebenszusammenhanges, in Personenbezogenheit, Vertrauen, Liebe, Freundschaft, Bindung und Intimität verstanden.
- Die Öffentlichkeit gilt hingegen als Ort der androzentrischen Politik mit ihrer Struktur von Sachlichkeit, Apersonalität und Distanziertheit, aus der Frauen und sozial weibliche Erfahrungen noch immer herrschaftlich ausgegrenzt werden.9
Der Einschluss der Frauen ins Private und Ausschluss aus dem Öffentlichen gilt heute noch als grundlegend systembildend und system-stabilisierend. In den 70er Jahren führte die feministische Kritik an der Polarisierung beider Sphären zu zahlreichen Utopischen Vorstellungen: Beispielsweise sah man eine Welt, in der Utopias BügerInnen10 öffentlich in einer Weise agieren, die aus heutiger Sicht vor allem privaten Räumen vorbehalten ist: Sie sind offen, aufrichtig, zwanglos, befangen, unkontrolliert spontan, emotional und leidenschaftlich.
1981 publizierte Jean Bethke Elshtain ihre Theoriearbeit „Public Man, Privat Woman“ und beschreibt hingegen darin eine „polaritätsfreundliche“ Position. Für sie ist der Schutz des privatem vor öffentlichen Ein- und Übergriffen wichtig.11
Zusammenfassung der Kapitel
1. Demokratie – StaatsbürgerInnenschaft – Partizipation: Dieses Kapitel bietet einen historischen Überblick über die Begriffe Demokratie und Staatsbürgerschaft, wobei insbesondere die Rolle der Frau und die Entwicklung des Partizipationsbegriffs analysiert werden.
2. Politische Kritik patriarchaler Herrschaft: Hier wird die feministische Theoriebildung vertieft, indem Kernfragen wie die Spaltung von Öffentlichkeit und Privatheit, die Demokratisierung der Demokratie und der Wandel des Patriarchatsbegriffs diskutiert werden.
Schlüsselwörter
Feminismus, Demokratie, StaatsbürgerInnenschaft, Partizipation, Patriarchat, Öffentlichkeit, Privatheit, Politische Theorie, Herrschaftskritik, Inklusion, Exklusion, Neue Frauenbewegung, Transformation, Macht, Geschlechterverhältnis.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Zusammenspiel von Demokratieverständnis, Staatsbürgerschaft und der Kritik an patriarchalen Strukturen aus feministischer Perspektive.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die politische Inklusion von Frauen, die Überwindung der Trennung zwischen privatem und öffentlichem Raum sowie die Transformation politischer Theorie.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, aufzuzeigen, wie feministische Theorien herrschaftskritisch wirken und wie sie Wege zur demokratischen Partizipation jenseits tradierter Ausgrenzungen definieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine politiktheoretische Analyse, die auf einer Literaturübersicht und der Auseinandersetzung mit Diskursen der feministischen Forschung basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Begriffe des Politischen, das Verhältnis von Staat und Geschlecht sowie die historische Entwicklung feministischer Forderungen detailliert erörtert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Demokratie, Feminismus, Patriarchat, StaatsbürgerInnenschaft und Partizipation.
Wie bewertet die Autorin das Verhältnis von Frauen zur Demokratie?
Die Autorin verdeutlicht, dass historisch gesehen Demokratie oft als männlich konstruiert galt und Frauen systematisch ausgeschlossen wurden, weshalb der feministische Bezug zur Demokratie bis heute kritisch bleibt.
Warum ist die Trennung von Privatheit und Öffentlichkeit so bedeutend?
Sie gilt als fundamental für die Aufrechterhaltung patriarchaler Herrschaft, da sie Frauen auf das Private festlegt und sie aus der öffentlichen, politisch relevanten Gestaltung ausgrenzt.
- Quote paper
- Edith Reinisch (Author), 2006, Feminismus - Zu Demokratie und StaatsbürgerInnenschaft bzw. Partizipation, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/115309