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Es war einmal... die Emanzipation der Dummlinge

Der (lernbehinderten-)pädagogische Einsatz von Märchen zwischen Hoffnung und Illusion

Titel: Es war einmal... die Emanzipation der Dummlinge

Essay , 2008 , 30 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Diplom-Rehabilitationspädagogin Cina Bugdoll (Autor:in)

Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Fokus vorliegender Arbeit liegt auf der didaktischen Analyse des Märchens und seiner Anwendung im lernbehindertenpädagogischen Kontext. Damit gehen eindeutige Abgrenzungen einher - erstens auf der Ebene des Lerngegenstands, zweitens auf der Ebene der Adressaten sowie drittens auf der Ebene der Situation.
Der Lerngegenstand rekrutiert sich aus dem Volksmärchen und schließt damit sowohl andere Lernbereiche (z.B. Mathematik, Sachunterricht und musisch-ästhetisches Felder) als auch andere Gegenstände des Literatur- und Sprachbereichs (z.B. Bilderbücher, Sachtexte) aus. Die Adressaten sind vermeintlich eindeutig als „lernbehinderte Kinder“ abgegrenzt. Jene Spezifizierung führt damit zum Ausschluss von Lerngruppen, die sich aus Erwachsenen zusammensetzen bzw. zur Grenzziehung zu Kindern, denen sich die Regelpädagogik in postmoderner arbeitsteiliger Manier zuwendet. Die Situation ist im pädagogischen Setting verortet, so dass psychotherapeutische und klinische Betrachtungen ausgeschlossen werden.
Vor dem Hintergrund dieser dreifachen Abgrenzung konstruiert sich die spezifische Thematik, die im Fol-genden bearbeitet werden soll. Dabei wird eine dreiteilige didaktische Analyse den lernbehindertenpädago-gischen Einsatz von Märchen diskutieren, um darauf aufbauend die hier vorgenommenen Abgrenzungen zu eliminieren und die Arbeit unter dem Aspekt Einschlüsse mit generalisierenden Thesen abzuschließen.
Die stoffliche Besinnung dient der Eingrenzung des Lerngegenstands (Abschnitt 2), während die psychologische Besinnung die Spezifizierung der Adressaten vornimmt (Abschnitt 3). Im dritten Schritt, in der pädagogischen Besinnung, wird die Passung des Märchens zur Personengruppe der lernbehinderten Kinder untersucht. Anhand (lernbehinderten-)pädagogischer Zielstellungen wird die Relevanz der „alten Geschichten“ für das hier eingegrenzte Setting diskutiert (Abschnitt 4) – und zwar innerhalb der Dichotomie von Hoffnung und Illusion.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Inhaltsverzeichnis

Wegweiser durch die Arbeit

Abschnitt 1 Das Märchen als lernbehindertenpädagogisches Medium – thematische Ausschlüsse und Grenzziehungen

Abschnitt 2 Die stoffliche Besinnung – Eine (literatur-)wissenschaftliche Annäherung an das Märchen

2.1. Inhaltsstrukturen des Märchens – WAS erzählen die „alten Geschichten“?

2.2. Merkmals- und Sprachstrukturen – WIE erzählen Märchen?

Abschnitt 3 Die psychologische Besinnung – Eine fachwissenschaftliche Annäherung an lernbehinderte Kinder

3.1. Psychologische Beschreibungen I – Kognitive Strukturen

3.1.1. Beseelung der Umwelt in kindlichen Denkformen

3.1.2. Handlungsgebundenes Denken

3.1.3. Eindimensionale und klare Weltbilder infolge der undifferenzierter Wahrnehmungen

3.1.4. Zusammenfassung

3.2. Psychologische Beschreibungen II – Sozial-emotionale Strukturen

3.3. Soziologische Beschreibungen – Biographische Strukturen

3.3.1. Biografische Vergangenheiten und Gegenwarten – Rückblicke und Einblicke

3.3.2. Biografische Zukünfte – Vorausblicke und Prognosen

Abschnitt 4 Die pädagogische Besinnung - Passungen als Grundlage für Zieldiskussionen zum (lernbehinderten-)pädagogischen Märcheneinsatz

4.1. Formelle Ebene – Parallelen zwischen Märchen- und Denkstrukturen

4.2. Inhaltliche Ebene – Parallelen und Diskrepanzen zwischen märchenhaften und „realistischen“ Biografien

4.2.1. Gleiche Gegenwarten – Der Dummling als Identifikationsfigur für Kinder mit dem Etikett Lernbehinderung

4.2.2. Unterschiedliche Lebensperspektiven – Märchen zwischen Vermittlung von Hoffnung und Illusion

4.2.3. Das Wunder der Unverletzlichkeit - Der resiliente Dummling als Modell im Prozess der Selbstfindung

4.2.4. Zusammenfassung: Die lernbehindertenpädagogische Bedeutung von Märchen zwischen Optimismus und Pessimismus

Abschnitt 5 Einschlüsse und Grenzöffnungen - Die Allgegenwart „alter“ Botschaften und die integrierende Bedeutsamkeit „pädagogischer“ Märchen

5.1. Alte Märchenbotschaften in postmodernen Medien – Grenzöffnungen am Lerngegenstand

5.2. (Alle) „Kinder brauchen Märchen“ – Grenzöffnungen an der Lerngruppe

5.3. Abschließende Bemerkungen und Öffnung der methodischen Besinnung

Literaturverzeichnis

Anhang 1: Märchentexte als Anregung

Anhang 2: Liedtext als Anregung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, den lernbehindertenpädagogischen Einsatz von Märchen didaktisch zu analysieren und zu legitimieren. Dabei wird die Forschungsfrage untersucht, inwieweit Märchen als Medium dienen können, um personale Handlungskompetenzen, Resilienz und Selbstfindung bei lernbehinderten Kindern zu fördern, indem sie Identifikationsfiguren wie den "Dummling" nutzen und so einen Ausgleich zur oft stigmatisierenden Lebensrealität bieten.

  • Didaktische Analyse des Märchens als Lerngegenstand für Kinder mit Lernbehinderung
  • Psychologische Auseinandersetzung mit kognitiven und sozial-emotionalen Strukturen der Lerngruppe
  • Untersuchung von Identifikationspotenzialen zwischen dem Märchenhelden "Dummling" und der Lebensrealität von Sonderschülern
  • Diskussion des pädagogischen Dilemmas zwischen Anpassung und Emanzipation
  • Erweiterung der Perspektive auf resilienzfördernde Wirkungen in der Postmoderne

Auszug aus dem Buch

4.2.1. Gleiche Gegenwarten – Der Dummling als Identifikationsfigur für Kinder mit dem Etikett Lernbehinderung

Innerhalb der Auseinandersetzung mit dem mittlerweile zum Lerngegenstand erhobenen Märchen wurde unter anderem dessen Welthaltigkeit erläutert. Über die Sublimierung „realistischer“ Wirklichkeiten entwickeln sich Märchen zu Repräsentationen von Welt. Diese Tatsache ermöglicht Identifikationsflächen für die Rezipienten und bietet dem pädagogischen Blick einige Anknüpfungspunkte für die Diskussion der inhaltlichen Passung des Märchens zur Gruppe der so genannten Lernbehinderten. Vor dem Hintergrund dieser inhaltlich bezogenen pädagogischen Besinnung stellt sich die Frage nach Entsprechungen für das Phänomen des erschwerten Lernens in dem hier betrachteten Genre. Auf der Suche nach der märchenhaften Thematisierung kognitiver Defizite findet man tatsächlich „passende“ Helden. So erzählen die Gebrüder Grimm beispielsweise von einem Sohn, „er war dumm und konnte nichts lernen“, sein Vater vermochte einfach „nichts in seinen Kopf (zu) bringen“ (Die drei Sprachen) Auch befindet sich im Figurenarsenal jener berühmten „Kinder- und Hausmärchen“ beinahe immer einer von drei Brüdern, der „war einfältig und hieß nur der Dummling“ (Die drei Federn) Meistens gibt man dem Dummen schlechte Prognosen auf den Weg: „Du wirst mit deinem bisschen Verstande nicht weit kommen“ (Vom klugen Schneiderlein) .

Die Darstellung intellektueller Minderleistung erfolgt im Stil des Märchens eindeutig und oberflächlich. In der Typisierung des Dummlings konstruiert das Märchen eine dem lernbehinderten Kind ähnliche Figur. Phantastische Schicksale jener stilisierten „Dummen“ eröffnen den „realen“ Dummlingen ein Stück Lebensrealität (vgl. Geldern-Egmont 2000, 54.). Eine Parallele zwischen Dummlingen und Lernbehinderten scheint auch legitim auf der Folie des Fremdbildes von Kindern, welche eine Lernbehindertenschule besuchen - denn sie „gehören gemäß gesellschaftlicher Übereinkunft zu den Dummen“ (Wocken 1983, 5).

Zusammenfassung der Kapitel

Abschnitt 1: Einleitung und Definition des Fokus auf die didaktische Analyse von Märchen im Kontext der Lernbehindertenpädagogik unter Abgrenzung von Lerngegenstand, Adressaten und Situation.

Abschnitt 2: Literaturwissenschaftliche Analyse der stofflichen Grundlagen des Märchens, insbesondere der Inhalts- und Sprachstrukturen nach Max Lüthi.

Abschnitt 3: Psychologische Betrachtung der kognitiven und sozial-emotionalen Besonderheiten lernbehinderter Kinder sowie deren biografische Vergangenheiten und Zukunftsprognosen.

Abschnitt 4: Pädagogische Zusammenführung von Märchenstrukturen und Denkstrukturen zur Begründung des Märcheneinsatzes als identitätsstiftende und resilienzfördernde Maßnahme.

Abschnitt 5: Reflexion über die Allgegenwart märchenhafter Botschaften in modernen Medien und das Potenzial zur Grenzöffnung hin zu einem inklusiven Bildungsverständnis.

Schlüsselwörter

Märchen, Lernbehinderung, Sonderpädagogik, Didaktik, Dummling, Identifikation, Resilienz, Selbstfindung, Emanzipation, Lerngegenstand, Lernbiografie, Sozial-emotionale Entwicklung, Inklusion, Postmoderne, Bildungsauftrag.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den pädagogischen Wert von Märchen, insbesondere von sogenannten "Dummlings-Märchen", als Medium für die Förderung von Kindern in der Lernbehindertenpädagogik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die didaktische und psychologische Analyse von Märchen, die Lebensrealität von Kindern mit Lernbehinderung, Identifikationsprozesse mit Märchenfiguren sowie die Frage nach Resilienz und Emanzipation.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, den "pädagogischen Missbrauch" des Märchens zu reflektieren und stattdessen dessen Potenzial als "Lebenshilfe aus zweiter Hand" zu legitimieren, um Kindern bei der Selbstfindung zu unterstützen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen didaktisch-analytischen Ansatz, der literaturwissenschaftliche, psychologische und pädagogische Erkenntnisse verknüpft, um das Verhältnis von Lerngegenstand und Adressat zu bestimmen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil erfolgen eine stoffliche Märchenanalyse, eine psychologische Charakterisierung lernbehinderter Kinder sowie eine pädagogische Diskussion über "Passungen" und die Resilienzförderung durch Identifikation mit Märchenhelden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Märchen, Lernbehinderung, Resilienz, Dummling, Identifikation, Emanzipation und didaktische Analyse.

Warum ist der "Dummling" eine so wichtige Figur in dieser Arbeit?

Der Dummling fungiert als Identifikationsfigur für lernbehinderte Kinder, da er trotz kognitiver Schwächen in der Märchenwelt durch Tugenden und magische Hilfe zum Erfolg gelangt, was Hoffnung spendet.

Wie setzt sich die Arbeit mit der Diskrepanz zwischen Märchenglück und Realität auseinander?

Die Autorin reflektiert das Dilemma, dass das Märchenglück "unrealistisch" ist, entscheidet sich aber für eine optimistische Perspektive, die das Märchen als utopischen Entwurf zur Stärkung des Selbstwertgefühls begreift.

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Es war einmal... die Emanzipation der Dummlinge
Untertitel
Der (lernbehinderten-)pädagogische Einsatz von Märchen zwischen Hoffnung und Illusion
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin  (--)
Veranstaltung
--
Note
1,0
Autor
Diplom-Rehabilitationspädagogin Cina Bugdoll (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
30
Katalognummer
V113315
ISBN (eBook)
9783640147939
ISBN (Buch)
9783640148134
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Emanzipation Dummlinge
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Diplom-Rehabilitationspädagogin Cina Bugdoll (Autor:in), 2008, Es war einmal... die Emanzipation der Dummlinge, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/113315
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Leseprobe aus  30  Seiten
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