Diese Arbeit will einen Beitrag zur Etablierung eines gesundheitsförderlichen Homeoffices bei der Deutschen Kautionskasse (DKK) leisten. Bei dem Unternehmen mit 19 Mitarbeitern handelt es sich um ein InsurTech: Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) erklärt, dass darunter in der Regel alle jungen Unternehmen fallen, die ihren Fokus auf Versicherungen legen und technologiebasiert agieren.
Bislang meistert die DKK die Herausforderungen der Pandemie gut. Die Gründe sind: Ihr Geschäftsmodell basiert auf Technologie mit automatisierten Prozessen und die Aufgaben, die in einem InsurTech anfallen, können überwiegend von den Mitarbeitern im Homeoffice erledigt werden. Die Rahmenbedingungen in unserer digitalisierten Arbeitswelt für das Arbeiten zu Hause sind vorteilhaft, deshalb gilt es die Voraussetzungen für ein gesundheitsförderlichen Arbeiten zuhause zu schaffen.
Das zweite Kapitel beleuchtet die besonderen Rahmenbedingungen für das Homeoffice und die Zielsetzung des Projektes. Im Anschluss wird die gesundheitspolitische Relevanz rund um die Etablierung eines gesundheitsförderlichen Homeoffices dargestellt. Das vierte Kapitel erläutert die psychische Gesundheit, wie es Arbeitnehmern in der Corona-Pandemie geht und skizziert wissenschaftliche Erkenntnisse zu verhaltens- und verhältnispräventiven Interventionsmaßnahmen aus der Praxis. Im fünften Kapitel wird das Projekt „Etablierung eines gesundheitsförderlichen Homeoffices“ dargestellt mit der Finanz- und Zeitplanung (Kapitel sechs) und der Evaluation sowie den zu erwartenden Ergebnissen in Kapitel sieben.
Am 11. März 2020 erklärte die Word Health Organization (WHO) offiziell den Ausbruch der Pandemie der Coronavirus Krankheit (COVID-19). Jede einzelne Person ist aufgefordert, durch diverse Maßnahmen Verantwortung für die eigene Gesundheit und den Schutz Anderer zu übernehmen. Dazu gehört die soziale Distanzierung, das heißt einen Meter Abstand zu Personen, die husten oder niesen.
Eine der Maßnahmen, die Unternehmen im Rahmen der Pandemie trafen, um betriebliche Abläufe trotz der beschränkten Mobilität und den Abstandsregeln aufrecht zu erhalten, war es, ihre Mitarbeiter ins Homeoffice zu entsenden. In der Arbeitswelt hat die Arbeit auf Distanz zu Veränderungen geführt, die nicht vorstellbar waren.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. RAHMENBEDINGUNGEN, THEMA & ZIELSETZUNG DES PROJEKTES
2.1 Wandel der Arbeit
2.1.1 New Work
2.1.2 Arbeiten 4.0
2.1.3 VUCA-Arbeitswelt
2.2 Gesundheitsförderung
2.2.1 Erläuterung Gesundheitsförderung und Setting-Ansatz
2.2.2 Definition: Betriebliche Gesundheitsförderung
2.3 Arbeiten im Homeoffice
2.3.1 Begriffsabgrenzung: Homeoffice
2.3.2 Verbreitung von Homeoffice
2.3.3 Homeoffice: Vor- und Nachteile
2.3.4 Homeoffice: Empfehlungen für das gesundheitsförderliche Arbeiten
2.4 Thema und Zielsetzung Projektes
3. GESUNDHEITSPOLITISCHE RELEVANZ DES PROJEKTES
3.1 Gesetzliche Rahmenbedingungen
3.1.1 Drittes Bevölkerungsschutzgesetz
3.1.2 Arbeitsschutzgesetz
3.1.3 Sozialgesetzbuch
4. STAND DER FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG IN DER PRAXIS
4.1 Psychische Belastungen und Beanspruchungen
4.1.1 Belastungs-Beanspruchungsmodell
4.1.2 Corona-Pandemie: Psychische und physische Reaktionen der Beschäftigten
4.1.3 Wissenschaftliche Erkenntnisse: Gesundheitsförderung und Prävention
4.1.4 Wissenschaftliche Erkenntnisse: Betriebliche Gesundheitsförderung und Prävention
4.1.5 Digi-Exist
4.1.6 Engage-Coach
5. PROJEKTDURCHFÜHRUNG
6. FINANZ- UND ZEITPLANUNG
7. EVALUATION UND ERWARTBARE ERGEBNISSE
8. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Ziel der Arbeit ist die Konzeption und Etablierung eines nachhaltigen, gesundheitsförderlichen Homeoffice-Modells für das Unternehmen „Deutsche Kautionskasse“ (DKK), um die Arbeitsfähigkeit und Ressourcen der Beschäftigten trotz veränderter pandemischer Rahmenbedingungen langfristig zu sichern.
- Analyse des Wandels der Arbeitswelt (New Work, VUCA) und dessen Einfluss auf die Gesundheit.
- Untersuchung gesetzlicher Rahmenbedingungen (Arbeitsschutzgesetz, SGB V) in Bezug auf das Homeoffice.
- Identifikation psychischer Belastungsfaktoren im Homeoffice mittels wissenschaftlicher Modelle.
- Entwicklung verhaltens- und verhältnispräventiver Maßnahmen für ein gesundes Arbeiten zu Hause.
Auszug aus dem Buch
4.1 Psychische Belastungen und Beanspruchungen
In der Arbeitswissenschaft werden psychische Belastungen – neutral ohne Wertung – definiert als die „Gesamtheit aller erfassbaren Einflüsse, die von außen auf den Menschen zukommen und psychisch auf ihn einwirken.“ Psychische Belastungsfaktoren können sich ergeben aus dem Arbeitsinhalt und der Arbeitsaufgabe. Beispiele dafür sind: Der Arbeitnehmer übt keine vollständigen Aufgaben aus, sein Handlungsspielraum bezogen auf die Inhalte der Arbeit ist gering und seine Verantwortlichkeiten sind unklar. Außerdem kann die Arbeitsumgebung den Beschäftigten psychisch belasten: Lärm, ungünstige Beleuchtung und ergonomische Gestaltung des Arbeitsplatzes gehören dazu. Auch die Arbeitsorganisation und der Arbeitsablauf, also Überstunden, Zeitdruck sowie Arbeitsunterbrechungen können sich psychisch ungünstig auswirken. Sind die sozialen Beziehungen nicht intakt, also gibt es öfter Konflikte oder wenig Unterstützung und Anerkennung durch Kollegen oder den Vorgesetzten, kann das auch den Arbeitnehmer belasten, genauso wie neue Arbeitsformen, zeitliche Flexibilisierung und geringe Abgrenzung zwischen Arbeit und Freizeit (GDA 2016, S. 6ff). Menschen unterscheiden sich, was ihre psychischen, körperlichen genetischen und sozialen Voraussetzungen anbelangt, deshalb gehen sie unterschiedlich mit Belastungen um. Die psychische Beanspruchung beschreibt: „die unmittelbare Auswirkung der psychischen Belastung im Individuum in Abhängigkeit von seinen jeweiligen überdauernden und augenblicklichen Voraussetzungen, einschließlich der individuellen Bewältigungsstrategien." Ob eine Unter- oder Überforderungen vorliegt ist also individuell. Langfristig negative Folgen können zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie Burnout führen. Damit es nicht so weit kommt müssen die Belastungen und individuellen Voraussetzungen der Arbeitnehmer weitestgehend ausgeglichen sein. Ist dies nicht der Fall sollte die Belastung dahingehend verändert werden, dass der Beschäftigte weder über- noch unterfordert wird. Eine andere Möglichkeit ist es, die persönlichen Ressourcen zu stärken und den Beschäftigten so widerstandfähiger zu machen beispielsweise durch soziale Unterstützung der Familie oder der Kollegen. (GDA 2016, S. 8).
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Arbeitswelt und motiviert die Notwendigkeit, Homeoffice bei der DKK gesundheitsförderlich zu gestalten.
2. RAHMENBEDINGUNGEN, THEMA & ZIELSETZUNG DES PROJEKTES: Dieses Kapitel erläutert Konzepte des Wandels der Arbeitswelt sowie Grundlagen der Gesundheitsförderung und definiert die spezifischen Projektziele für die DKK.
3. GESUNDHEITSPOLITISCHE RELEVANZ DES PROJEKTES: Der Abschnitt betrachtet die gesetzlichen Rahmenbedingungen, darunter das Bevölkerungsschutzgesetz und das Arbeitsschutzgesetz, die für die Gestaltung von Homeoffice-Arbeitsplätzen relevant sind.
4. STAND DER FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG IN DER PRAXIS: Hier werden psychische Belastungsmodelle sowie wissenschaftliche Erkenntnisse zu betrieblichen Gesundheitsmaßnahmen und bestehenden Online-Interventionen (Digi-Exist, EngAGE) zusammengefasst.
5. PROJEKTDURCHFÜHRUNG: Kapitel 5 beschreibt den konkreten Projektablauf bei der DKK, von der Konzeption und Ist-Analyse über die Planung der Arbeitspakete bis hin zur Durchführung der Maßnahmen.
6. FINANZ- UND ZEITPLANUNG: Dieses Kapitel liefert eine Kalkulation der geschätzten Kosten für Beratung und Sachmittel sowie einen detaillierten Zeitplan der Projektmeilensteine.
7. EVALUATION UND ERWARTBARE ERGEBNISSE: Abschließend werden die Ziele der Evaluation definiert und die erwarteten positiven Auswirkungen des Projekts auf die Mitarbeitergesundheit und die Arbeitgeberattraktivität dargestellt.
8. FAZIT: Das Fazit fasst die Bedeutung betrieblicher Gesundheitsförderung zusammen und betont die Notwendigkeit kontinuierlicher Anpassungen im digitalen Arbeitskontext.
Schlüsselwörter
Homeoffice, Betriebliche Gesundheitsförderung, Psychische Belastung, Arbeitsschutz, Prävention, Gesundheitskompetenz, Resilienz, New Work, InsurTech, Personalmanagement, Arbeitswelt 4.0, Online-Interventionen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und Implementierung eines gesundheitsförderlichen Konzepts für die Arbeit im Homeoffice speziell für ein junges, technologielastiges Versicherungsunternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den Kernbereichen zählen der Wandel der Arbeitswelt, die rechtlichen Rahmenbedingungen für Homeoffice, die psychische Gesundheit der Beschäftigten sowie die praktische Umsetzung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements.
Was ist das primäre Ziel des Projektes?
Das Hauptziel ist es, die Gesundheit, Arbeitsfähigkeit und Leistungsressourcen der Mitarbeiter durch verhaltens- und verhältnispräventive Maßnahmen nachhaltig zu sichern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit kombiniert eine Literaturanalyse zu Gesundheitsmodellen mit einem strukturierten Projektmanagement-Ansatz, der Ist-Analysen, Mitarbeiterbefragungen und Workshops umfasst.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung von Arbeitsbedingungen, die juristische Fundierung, die psychologische Belastungsanalyse sowie die konkrete Planung und Durchführung des Projektes bei der DKK.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Homeoffice, Psychische Gesundheit, BGF (Betriebliche Gesundheitsförderung), Prävention, Resilienz und Gesundheitskompetenz.
Wie werden Führungskräfte in dieses Projekt einbezogen?
Führungskräfte erhalten gezielte Online-Schulungen zur Stärkung ihrer Gesundheitskompetenz und werden in die Gestaltung der neuen Arbeitskultur und das Empowerment ihrer Mitarbeiter aktiv eingebunden.
Warum ist das Projekt für ein InsurTech besonders relevant?
Da InsurTechs technologiebasiert agieren, ist Homeoffice oft die Regel. Aufgrund der meist kleinen Unternehmensstruktur hat der Ausfall einzelner Mitarbeiter ein besonders hohes Gewicht, weshalb Gesundheitsvorsorge strategisch essenziell ist.
- Quote paper
- Regina Urich (Author), 2020, Gesundheitsförderliches Homeoffice in einem InsurTech. Zielsetzung, gesundheitspolitische Relevanz und Etablierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1060894