In der wissenschaftlichen Hausarbeit wird auf die Idee von historischem Lernen mit History Marketing aufmerksam gemacht und gezeigt, welches Potenzial sich hinter dem neuen fachdidaktischen Konzept verbirgt. Es soll ein Beitrag zur Entwicklung der Fachdidaktik Geschichte geleistet werden. Aufgrund der Mechanismen des History Marketings, das historische Entwicklungen im ökonomischen, gesellschaftlichen Umfeld nutzt und kommuniziert, sind Produktkommunikation und Werbung nicht nur Thema für den Politik- und Wirtschaftsunterricht, sondern auch eine Möglichkeit für historisches Lernen im Geschichtsunterricht.
Produktkommunikation, Werbung und Verbraucher stehen in unserer Konsumgesellschaft in ständigem Dialog miteinander. Produkte und Marken entwickelten sich zu einem festen Bestandteil unserer Alltagskultur. Deshalb sind sie zugleich fester Bestandteil der Alltagsgeschichte. Zur Aufrechterhaltung des Dialogs werden seitens der Unternehmen gezielte Marketingstrategien angewandt. Eine davon ist die moderne History Marketing-Strategie. Mittels der Mechanismen von History Marketing werden Produkte zu ‚Spiegeln‘ der Vergangenheit und sind zugleich eng mit dem gegenwärtigen Leben der Schülerinnen und Schüler verknüpft.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 History Marketing – Grundlagen
2.1 Überblicksdarstellung zur Herausbildung der deutschen Unternehmensgeschichtsschreibung
2.2 Einführung in die Mechanismen des History Marketing
2.3 Kommunikationsformen im Marketing
2.3.1 Außengerichtete Kommunikation
2.3.2 Innengerichtete Kommunikation
3 Die Marke
3.1 Wie das Produkt zur Marke wird
3.2 Markenhistorie – Grundstein starker Marken
3.3 Kommunikationsformen im Marketing
3.3.1 Außengerichtete Kommunikation
3.3.2 Innengerichtete Kommunikation
4 Produkte als Kommunikationsmedien
4.1 Politische Implikation
4.2 Produkte und Propaganda
5 History Marketing am Beispiel der Weltmarke NIVEA®
6 Historisches Lernen mit History Marketing
6.1 Implikation der Fachdidaktik
6.2 Die Theorie des neuen fachdidaktischen Konzepts
6.3 Ein Beispiel: Workshop im Rahmen einer Projektwoche
6.3.5 5. Projekttag
6.3.6 1. Projekttag
6.3.2 2. Projekttag
6.3.3 3. Projekttag
6.3.4 4. Projekttag
6.4 Historisches Lernen mit History Marketing im regulären Unterricht
6.5 Kritische Reflexion der Beispiele
6.6 Ausblick und Lernerfolge
7 Resümee
Zielsetzung und Themenfelder
Die Arbeit verfolgt das Ziel, das Potenzial von History Marketing als neues fachdidaktisches Konzept für den Geschichtsunterricht aufzuzeigen. Dabei wird untersucht, wie Marken und ihre Historie genutzt werden können, um bei Schülerinnen und Schülern ein kritisches Geschichtsbewusstsein zu fördern und den Sinnzusammenhang zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft erfahrbar zu machen.
- Grundlagen des History Marketings und der Unternehmensgeschichtsschreibung
- Die Rolle von Markenprodukten als Kommunikationsmedien
- Fallbeispiel NIVEA®: Vom Produkt zur Weltmarke
- Einsatzmöglichkeiten von History Marketing im Geschichtsunterricht
- Ideologiekritische Analyse von Werbung
Auszug aus dem Buch
Die Marke
Rein rechtlich betrachtet, ist die Marke ein in Deutschland geschütztes Warenzeichen. Der Markenschutz dient dazu, Waren/Produkte oder Dienstleistungen eines Unternehmens von denen anderer Unternehmen zu unterscheiden. Betrachtet man die Marke aus der Perspektive des Marketings, dann wird ein Produkt oder eine Dienstleistung erst aus der Markenwahrnehmung durch den Verbraucher zu einer Marke. Im Folgenden soll daher grundlegend erörtert werden, wie und wodurch ein Produkt zu einer Marke durch die Wahrnehmung des Verbrauchers wird und worin in diesem Zusammenhang die Differenzen zwischen einem Produkt und einer Marke liegen.
Fakt ist, dass eine Marke das Kapital eines Unternehmens darstellt. Doch um diese Funktion zu gewährleisten, müssen verschiedene Bedingungen und Ansprüche erfüllt werden, auch im Hinblick auf die Ausbildung einer Markenidentität und eines Markenimages eines Produktes oder einer Dienstleistung.
Ein Unternehmen stellt ein Produkt her, doch dieses Produkt ist längst keine Marke. Durch Marketingkonzepte wird versucht das Produkt den Verbraucheransprüchen gerecht werden zu lassen. Die vom Verbraucher gestellten Mindestanforderungen an eine Marke sind vor allem eine gleichbleibende Qualität, Wiedererkennbarkeit, ein stabiles Preis-Leistungsverhältnis sowie ein ubiquitäres Angebot des Produkts.
Doch das allein ist nicht ausreichend, um Wettbewerbsvorteile zu erzielen und das Produkt zu einer renommierten Marke werden zu lassen, die einen festen Platz in der Alltagskultur des Verbrauchers einnimmt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Ubiquität von Geschichte und die Relevanz der Alltagsgeschichte sowie des Konsumverhaltens für den Geschichtsunterricht.
2 History Marketing – Grundlagen: Erörterung der Ursprünge in der Unternehmensgeschichtsschreibung sowie der Mechanismen des History Marketings.
3 Die Marke: Analyse, wie Produkte zu Marken werden und welche Bedeutung die Markenhistorie dabei einnimmt.
4 Produkte als Kommunikationsmedien: Untersuchung der politischen Dimension von Markenprodukten und deren Missbrauch für Propaganda.
5 History Marketing am Beispiel der Weltmarke NIVEA®: Detaillierte Fallstudie zur historischen Entwicklung und Vermarktungsstrategie von Nivea.
6 Historisches Lernen mit History Marketing: Darlegung fachdidaktischer Konzepte für den Unterricht, inklusive Workshop-Modellen und Ideologiekritik.
7 Resümee: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und des Potenzials von History Marketing für die Fachdidaktik Geschichte.
Schlüsselwörter
History Marketing, Geschichtsdidaktik, Markenkommunikation, Nivea, Produktgeschichte, Historisches Lernen, Unternehmensgeschichte, Massenmedien, Ideologiekritik, Konsumgesellschaft, Geschichtsbewusstsein, Identität, Markenidentität, Werbeanalyse, Projektunterricht
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das neue fachdidaktische Konzept des "History Marketing" und dessen Potenzial, im Geschichtsunterricht als Medium für historisches Lernen eingesetzt zu werden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Unternehmensgeschichtsschreibung, die Markenpsychologie, die Rolle von Produkten als Kommunikationsmedien und die Anwendung dieser Erkenntnisse im Schulunterricht.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, den Nutzen von History Marketing für die Entwicklung eines kritischen Geschichtsbewusstseins bei Schülern darzulegen und Unterrichtsmodelle dafür zu entwerfen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine fachdidaktische Analyse, die theoretische Ansätze mit praktischen Fallbeispielen (insb. der Marke Nivea) verknüpft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit den Grundlagen des Marketingkonzepts, der Analyse von Marken als politische Medienträger und der praktischen Umsetzung in Workshop-Formaten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie History Marketing, Geschichtsdidaktik, Nivea, Produktgeschichte, Identität und Ideologiekritik geprägt.
Warum wird Nivea als Fallbeispiel herangezogen?
Nivea eignet sich als Weltmarke mit einer über 100-jährigen Tradition hervorragend, um die Verzahnung von wirtschaftlicher Markenhistorie und gesellschaftlicher Kulturgeschichte zu verdeutlichen.
Welche Bedeutung hat Ideologiekritik in diesem Konzept?
Ideologiekritik befähigt Schüler dazu, politische Botschaften hinter scheinbar neutraler Werbung zu erkennen und so der Indoktrination durch Massenmedien entgegenzuwirken.
- Arbeit zitieren
- Lauren Fürst (Autor:in), 2008, Historisches Lernen mit History Marketing. Ein fachdidaktisches Konzept für den Geschichtsunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1043060