Videospiele verfügen mittlerweile über riesige Welten, die optionale Informationen und Erlebnisse wiedergeben. Sogenannte Open-World-Spiele lassen den Spieler in eine offene Welt eintauchen, die oftmals einen spezifischen Teil der Gesellschaft widerspiegeln bzw. es versuchen. Ein markantes Beispiel hierfür wäre das Spiel “Red Dead Redemption 2“. Wie kein anderes Spiel simuliert der Western-Epos aus dem Jahr 1899 eine Gesellschaft und ihre markanten Eigenschaften aus einer spezifischen historischen Periode.
Das Amerika von 1899 befindet sich zu dieser Zeit in einer Phase der Wandlung und ist ebenso mit vielen Kontroversen konfrontiert. Der Aufstieg der industriellen Revolution, die Ausrottung der indigenen Bevölkerung, die Folgen der Sklaverei und des Amerikanischen Bürgerkrieges, das Ende des Wilden Westens sowie das Verlangen nach Frauenrechten und der Aufstieg des Ku-Klux-Klans sind nur einige der wenigen Punkte, die sich die Entwickler des Spiels angenommen haben. Bevor wir uns den soziologischen Gesellschaftsbegriff im Spiel etwas näher ansehen, wird die Haupthandlung des Spiels dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Red Dead Redemption 2 und Gesellschaftsstrukturen
1.1. Die Haupthandlung von Red Dead Redemption 2
1.2. Die Gesellschaft zur Zeiten des Wilden Westens
1.3. Der Genozid an den amerikanischen Ureinwohnern
1.4. Die Gesellschaft der Frauen in der Zeit des 19. Jahrhundert
1.5. Der Rassismus nach dem Ende des Bürgerkrieges
1.6. Das Ende des Wilden Westens
1.7. Der Siegeszug des Kapitals
2. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, inwiefern das Videospiel "Red Dead Redemption 2" als Medium zur Simulation und kritischen Reflexion historischer Gesellschaftsstrukturen des späten 19. Jahrhunderts in den USA fungieren kann.
- Analyse soziologischer und politischer Konfliktfelder der Epoche
- Darstellung des Umgangs mit indigenen Völkern und Minderheiten
- Rolle der Frauen und Bestrebungen nach politischer Teilhabe
- Einfluss von Rassismus und dem Aufstieg des Ku-Klux-Klans
- Symbolik der industriellen Revolution und des Kapitalismus
Auszug aus dem Buch
1.3. Der Genozid an den amerikanischen Ureinwohnern
“There is not a country in world history in which racism has been more important, for so long a time, as the United States.”
Die Epoche zwischen 1890 und 1920 sah die Vervollständigung des amerikanischen Territoriums durch die Zulassung neuer Staaten zum Gebiet der USA. Das bedeutete auch das vollständige Ende der amerikanischen Urbevölkerung als frei umherziehender Stammesgesellschaft, die bereits zuvor durch die Errichtung der Reservate empfindlich eingeschränkt worden war. Da die wertvollen Gebiete der neuen Bundesstaaten das Interesse von Siedlern und Geschäftsmännern gleichermaßen weckten, wurden die Indianer ein weiteres Mal deportiert (Brown 1970: S. 5 ff.).
Häufig waren ihre Zielreservate über tausend Kilometer entfernt und weder klimatisch noch kulturell in irgendeiner Weise mit ihrem bisherigen Lebensraum identisch. Begründet wurden die Deportationsmaßnahmen und die Vertreibung durch das sogenannte “Manifest Destiny“, wonach eine göttliche Mission zu erfüllen sei, die vorsehe den gesamten Kontinent durch weiße amerikanische Christen zu zivilisieren und den “unzivilisierten“ Ureinwohnern zu entreißen. Der Höhepunkt zwischen den Konfliktparteien ereignete sich im Jahr 1890 in Wounded Knee als zahlreiche Zivilisten von amerikanischen Soldaten ermordet worden (Brown 1970: S. 244 ff.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Red Dead Redemption 2 und Gesellschaftsstrukturen: Einführung in das Thema Videospiele als Medium der Gesellschaftssimulation am Beispiel des Spiels von 1899.
1.1. Die Haupthandlung von Red Dead Redemption 2: Zusammenfassung der narrativen Eckpunkte des Spiels rund um die Bande von Dutch van der Linde.
1.2. Die Gesellschaft zur Zeiten des Wilden Westens: Einordnung des historischen Amerikas um 1900 zwischen technischem Fortschritt und massiven sozialen Abgründen.
1.3. Der Genozid an den amerikanischen Ureinwohnern: Untersuchung der Vertreibung indigener Völker durch das "Manifest Destiny" und deren Darstellung im Spiel.
1.4. Die Gesellschaft der Frauen in der Zeit des 19. Jahrhundert: Analyse der Rolle der Frau und der aufkommenden Bewegungen für politische Mitspracherechte.
1.5. Der Rassismus nach dem Ende des Bürgerkrieges: Beleuchtung der Spannungen und Gewaltakte gegenüber Schwarzen sowie das Wirken des Ku-Klux-Klans.
1.6. Das Ende des Wilden Westens: Analyse der Transformation von Anarchie hin zu staatlicher Bürokratie und der Rolle der Pinkertons.
1.7. Der Siegeszug des Kapitals: Betrachtung der Macht der "Räuberbarone" und deren Wirken als Gegenspieler zur Freiheit des Wilden Westens.
2. Fazit: Reflexion über den didaktischen und künstlerischen Wert von Videospielen für die historische Bildung.
Schlüsselwörter
Red Dead Redemption 2, Wilder Westen, Amerikanische Geschichte, Kapitalismus, Räuberbarone, Ureinwohner, Rassismus, Frauenrechte, Ku-Klux-Klan, Industrialisierung, Gesellschaftsstrukturen, Gesamtkunstwerk, Pinkerton, Bürgerkrieg, Geschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert die soziopolitischen Strukturen im Spiel "Red Dead Redemption 2" und setzt diese in Bezug zur historischen Realität der USA um das Jahr 1899.
Welche Themenfelder werden zentral behandelt?
Zu den Schwerpunkten zählen der Genozid an Ureinwohnern, die Rolle der Frau im 19. Jahrhundert, Rassismus nach dem Bürgerkrieg und der wirtschaftliche Wandel durch den Kapitalismus.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Videospiele als Medium genutzt werden können, um komplexe gesellschaftliche und historische Prozesse zu simulieren und kritisch zu reflektieren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine Analyse, die historische Fachliteratur mit der narrativen und ludischen Gestaltung des Mediums Videospiel verknüpft.
Was ist Gegenstand des Hauptteils?
Im Hauptteil werden sieben verschiedene Aspekte des Spiels (Handlung, Ureinwohner, Frauenrolle, Rassismus, Ende des Wilden Westens, Kapitalismus) jeweils mit historischen Fakten abgeglichen.
Was charakterisiert die Arbeit inhaltlich?
Die Arbeit ist durch eine kritische Auseinandersetzung mit US-amerikanischen Geschichtsthemen und die Anerkennung von Spielen als wertvolle pädagogische sowie künstlerische Medien geprägt.
Wie werden die historischen "Räuberbarone" im Spiel dargestellt?
Sie werden durch den Charakter Leviticus Cornwall verkörpert, der als skrupelloser Geschäftsmann dient und die unethischen Methoden der realen Industriellen des 19. Jahrhunderts widerspiegelt.
Welchen Bezug stellt der Autor zwischen Dutch van der Linde und dem Ende des Wilden Westens her?
Der Autor interpretiert Dutch als einen Utopisten, dessen Scheitern und letztendliche Ermordung durch das System als Metapher für den Untergang der Ära des freien Wilden Westens dienen.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2021, Gesellschaftsstrukturen in Videospielen. Die Darstellung von Amerika in "Red Dead Redemption 2", München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1036005