Die vorliegende Arbeit betrachtet das Thema Studiengebühren aus wissenschaftlicher Sicht und geht dabei speziell auf die soziologische Perspektive ein. Ziel ist es herauszufinden, ob allgemeine Studiengebühren eine Veränderung des Verhaltens von Studenten verursachen. Dieses ist sowohl im negativen, als auch im positiven Sinne gemeint.
Nach einer kurzen Einführung in die Geschichte von studentischer Selbstbeteiligung an der Finanzierung ihres Studiums, erläutere ich die derzeitige Situation in Deutschland, um eine Basis für die spätere Untersuchung zu schaffen. Das zweite Kapitel wird durch eine Gegenüberstellung der Pro und Kontra-Argumente abgerundet. In Punkt drei analysiere ich einige soziologische Aspekte, wie zum Beispiel die Effekte von Studiengebühren auf Studierwillige bezüglich ihrer Studienplanung. Ich schließe mit einem Fazit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Studiengebühren in Deutschland
2.1. Historische Entwicklung
2.2 Aktuelle Situation
2.3. Pro und Kontra
3. Soziologische Betrachtung
4. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit befasst sich mit der kontroversen Debatte um Studiengebühren in Deutschland. Das primäre Ziel besteht darin, das Thema aus einer wissenschaftlichen, insbesondere soziologischen Perspektive zu beleuchten und zu hinterfragen, inwiefern allgemeine Studiengebühren das Verhalten von Studierenden positiv oder negativ beeinflussen können.
- Historische Entwicklung der studentischen Selbstbeteiligung in Deutschland
- Gegenüberstellung der aktuellen Pro- und Kontra-Argumente
- Soziologische Analyse des studentischen Entscheidungsverhaltens
- Evaluation der Auswirkungen von Studiengebühren auf die Studienplanung
- Diskussion über Finanzierungsmodelle und soziale Gerechtigkeit
Auszug aus dem Buch
3. Soziologische Betrachtung
Die oben schon erwähnten Argumente, dass Studiengebühren positive Effekte auf das Studierverhalten haben, lassen sich in der Theorie durchaus soziologisch untermauern. Das Modell des Homo Oeconomicus erscheint mir hierfür der beste Ansatz zu sein. Dieser Akteur handelt streng rational und nutzenorientiert (vgl. Schimank 2007: 72f). Ein Studium erhöht die Chancen auf dem Arbeitsmarkt erheblich und garantiert darüber hinaus auch ein höheres Gehalt. Daher erscheint ein Studium die rational richtige Wahl und Studiengebühren wäre demnach als eine Investition in die eigene Zukunft zu verstehen.
„Die Erhebung von Gebühren für die Inanspruchnahme von Ausbildungsleistungen der Hochschule bringt den Knappheitscharakter der akademischen Lehre in das Bewusstsein des Studenten und erhöht die individuellen Ausbildungskosten je Einheit (Semester, akademisches Jahr). Der Student wird seine Studienentscheidung so wie seine Entscheidungen über die Art des Studiums und die Inanspruchnahme einzelner Leistungen der Hochschule ernsthafter fällen und Alternativen sorgfältiger abwägen“ (van Lith 2009: 10).
Während des Studiums würden die Gebühren einen Anreiz geben, die Studienzeit möglichst kurz zu halten, um die Gebührenlast nicht unnötig zu erhöhen.
„Der Studierende hat jetzt einen größeren Anreiz, seine eigenen Aktivitäten und seinen Beitrag zum Ausbildungsergebnis rationeller zu gestalten und das Studium besser zu ordnen. (...) Er wird von allem prüfen, ob die partielle Substitution von Leistungen der Hochschule durch eigene Studienleistungen (größeren Eigenbeitrag durch intensiveres Bücherstudium, verstärkte Vor- und Nachbereitung von Vorlesungen, Seminaren etc.) für ihn vorteilhafter ist. Auf diese Weise wird der Student spontan seinen Beitrag leisten, die Studiendauer auf das gewünschte Maß zu beschränken“ (van Lith 2009: 10).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die hochgradig kontroverse Debatte um Studiengebühren ein, benennt die Problematik der Chancengleichheit und definiert das Ziel der Arbeit, das Thema aus soziologischer Sicht zu analysieren.
2. Studiengebühren in Deutschland: Dieses Kapitel skizziert die historische Entwicklung der Studienfinanzierung, erläutert die aktuelle politische Situation in den Bundesländern und stellt die gängigen Pro- und Kontra-Argumente gegenüber.
3. Soziologische Betrachtung: Hier wird der Fokus auf das Modell des Homo Oeconomicus gelegt, um theoretisch zu begründen, wie rationale Akteure auf Studiengebühren reagieren und wie diese ihr Studium planen.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und stellt fest, dass das aktuelle System noch nicht ausgereift ist, wobei die Gesamteffekte auf die Studierendenanzahl und das Verhalten weiterhin diskussionswürdig bleiben.
Schlüsselwörter
Studiengebühren, Hochschullandschaft, Bildungspolitik, Soziologie, Homo Oeconomicus, Studienentscheidung, Chancengleichheit, Studienfinanzierung, Bildungsrepublik, Hochschulrahmengesetz, Studienplanung, Studiengebührenfreiheit, Leistungsanreiz, Akademikerarbeitslosigkeit, Studienzeitverkürzung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert die Debatte um Studiengebühren in Deutschland unter besonderer Berücksichtigung soziologischer Aspekte und deren Auswirkungen auf das Verhalten von Studierenden.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung der Gebühren, der aktuellen politischen Situation in Deutschland sowie den soziologischen Erklärungsmodellen für das Studierendenverhalten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, herauszufinden, ob und inwieweit die Einführung von Studiengebühren das Verhalten von Studierenden (sowohl positiv als auch negativ) verändert.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit verwendet eine theoretische Analyse, insbesondere unter Rückgriff auf das soziologische Modell des „Homo Oeconomicus“, um rationale Entscheidungsprozesse im Kontext des Studiums zu beleuchten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung, eine Darstellung der aktuellen politischen Umsetzung in den Ländern sowie eine soziologische Betrachtung der Anreizstrukturen für Studierende.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind Studiengebühren, Bildungsökonomie, soziologische Betrachtung, Studienplanung und Chancengleichheit.
Inwiefern beeinflusst das Modell des Homo Oeconomicus die Argumentation der Befürworter?
Die Befürworter nutzen dieses Modell, um zu argumentieren, dass Gebühren zu einer rationaleren Studienplanung und effizienteren Nutzung von Ressourcen führen, da Studierende Kosten und Nutzen bewusster abwägen.
Welche Rolle spielt die soziale Herkunft laut der Arbeit bei der Entscheidung gegen ein Studium?
Die Arbeit weist darauf hin, dass insbesondere Studienberechtigte aus bildungsfernen Elternhäusern durch Gebühren belastet werden und sich infolgedessen eher gegen ein Studium entscheiden könnten.
Ist die Forschungsfrage am Ende der Arbeit abschließend geklärt?
Nein, die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Forschungsfrage nicht eindeutig zu beantworten ist, da die Datenlage uneinheitlich ist und die Diskussion weiterhin von einer objektiven Führung abhängt.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2009, Auswirkungen von Studiengebühren in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1002109