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Zur Typologie der "fremden Frau" in der Literatur der Romantik

Gedichte Brentanos, von Eichendorffs, Heines, Kellers und von Loebens

Title: Zur Typologie der "fremden Frau" in der Literatur der Romantik

Scientific Essay , 2018 , 92 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Svenja Fürbringer-Raschke (Author)

German Studies - Literature of History, Eras

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Summary Excerpt Details

Diese Studie widmet sich einem - zumal in Zeiten der Gender Studies - durchaus viel beforschten Thema: der Konzeption von Weiblichkeit in der Romantik. Dabei geht es um die Frage, inwiefern es im Zeitalter der Romantik gelingt, ein integratives Modell von Weiblichkeit zu entwickeln. Die Antwort dieser Arbeit ist: Es gelingt nicht. Verschiedene, miteinander unverträgliche Aspekte, werden auf verschiedene Rollenmuster aufgeteilt. Dabei wird sich hier auf einen wichtigen Aspekt der Literatur der Romantik konzentriert: die 'fremde' Frau.

Die dichotome Darstellungsweise der Frau in der Literatur des 19. Jahrhunderts kann als ein Symptom der Gespaltenheit des männlichen Bewusstseins interpretiert werden. Es ist davon auszugehen, dass sich der Verlust einer sinnstiftenden Religion durch die anhaltende Säkularisierung und der Zwiespalt zwischen gesellschaftlichen Verhaltensregelungen und individuellen Bedürfnissen und Leidenschaften nicht nur in den Dualismen Natur und Gesellschaft, Mann und Frau, sondern auch in der dualistischen Darstellungsweise der Frau in der Literatur der Romantik wieder spiegeln. So wird in vielen Werken der Literatur der Romantiker ein ‚positives‘ Bild, ganz im Sinne der aufklärerischen Tendenzen, von einer dem Mann untergeordneten, gehorchenden anständigen Ehefrau entworfen, der ihre Geschlechtlichkeit komplett abgesprochen wird. Andererseits wird ihr eine Kontrastfigur – sie kommen meist gleichzeitig in den Werken vor, sodass sich der Mann zwischen beiden Frauenbildern gefangen sieht – gegenüber gestellt, die das reinsinnliche und geschlechtliche Prinzip verkörpert. So zieht die ‚positive Frau‘ den Mann durch ihre Sittlichkeit und ‚wahre Liebe‘, die ‚negative Frau‘ durch ihre Sinnlichkeit und ‚unselige Leidenschaft‘ an. Doch stellt sich dabei die Frage, ob es tatsächlich nur dieses eine Schema in der romantischen Literatur gibt, oder ob vor allem die ‚negative‘ Frauenfigur in ihrem Wesen auch facettenreicher ausgestaltet wird und ihr so auch andere Funktionen zukommen. Mit der 'fremden' Frau ist daher ein Frauentypus gemeint, der nicht einem Typus allein zuzuordnen ist und der dem Mann als das 'ganz andere', als Natur, Sinnlichkeit und eventuell Dämonie gegenübertritt - sogar zuweilen als Abspaltung des männlichen Ichs auftritt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Methode und analytische Vorgehensweise

3. Die ‚fremde Frau‘: Eine Definition

3.1 Paracelsus: Inspiration für die romantische Naturphilosophie und Ausgangspunkt für Typ I

3.2 Gruppenerstellung

4. Typ I: Die ‚fremde Frau‘ als Nymphe

4.1 Die Wasserfrau in Fouqués Erzählung Undine

4.2 Das Waldweib in Tiecks Der Runenberg

5. Typ II: Die ‚fremde Frau‘ als dämonische Verführerin

5.1 Die Venus in Eichendorffs Das Marmorbild

5.2 Die dämonische Verführerin in verschiedenen Gedichten

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Typologie der „fremden Frau“ in der Literatur der Romantik. Ziel ist es, die einseitige Kategorisierung dieser Frauenfiguren als bloße dämonische Verführerinnen zu hinterfragen und eine differenziertere Einteilung in die Kategorien „Naturwesen“ und „dämonische Verführerin“ vorzunehmen, wobei der geschlechtsspezifische Kontext um 1800 kritisch beleuchtet wird.

  • Dichotomie des Frauenbildes in der Literatur des 19. Jahrhunderts
  • Einfluss der Naturphilosophie von Paracelsus auf das romantische Frauenbild
  • Analyse der „fremden Frau“ als Naturwesen (Nymphe)
  • Analyse der „fremden Frau“ als dämonische Verführerin
  • Diskurs um Geschlechterrollen und Entfremdungsprozesse

Auszug aus dem Buch

4.1 Die Wasserfrau in Fouqués Erzählung Undine

Der Roman handelt von der Liebe der Nymphe Undine zu dem Menschenmann Huldbrand. Dabei wird von einem extradiegetisch-heterodiegetischen Erzähler aus der Perspektive Huldbrands berichtet und vor allem dessen Gefühlswelt und -konflikt näher betrachtet. Die direkte Ansprache des Lesers durch die Erzählerinstanz lässt die Erzählung wie ein mündlich übermitteltes Märchen erscheinen und verleiht ihr einen wirklichkeitsnahen Charakter. Vor allem die Anfangsklausel: „Es mögen nun wohl schon viele hundert Jahre her sein“ (11) verweist auf eine märchenhafte Erzählung und versetzt den Leser in eine mittelalterliche Ritterwelt, die noch von Magie und Wundern durchwaltet ist. Um die folgende Analyse leichter verständlich zu machen, soll die Handlung kurz umrissen werden: Undine, die auf Grund ihrer Sehnsucht nach der Menschenwelt und des väterlichen Wunsches, sie solle als seelenloser Elementargeist zu einer unsterblichen Seele gelangen, aus ihrem Element Wasser heraus zu einem alten und frommen Fischerpaar hin getrieben wurde, verliebt sich in den Ritter Huldbrand. Dieser verirrt sich eines Tages auf eine entlegene Seespitze, die nicht nur durch das Wasser, sondern auch von einem dunklen Wald von der Zivilisation getrennt ist. Dort entdeckt er die kleine Fischershütte von Undines Pflegeltern und lebt mit ihnen eine Weile. Die beiden jungen Leute verbringen auf der durch wundersame Naturgeistergewalt zu einer Insel gewordenen Seespitze rührende Stunden der Zweisamkeit und heiraten schließlich. Huldbrand erfährt erst nach der Hochzeit von der andersweltlichen Elementargeister-Herkunft Undines und von ihrer unsterblichen Seele, die sie dank des in der Hochzeitsnacht vollzogenen Liebesakts nun von Huldbrand erhalten hat.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die dichotome Darstellung der Frau als Ausdruck männlicher Bewusstseinsspaltung und stellt die Forschungsfrage nach einer differenzierten Typologie der „fremden Frau“.

2. Methode und analytische Vorgehensweise: Dieses Kapitel erläutert den Gruppierungsprozess, bei dem die „fremde Frau“ in die zwei Kategorien „Naturwesen“ und „dämonische Verführerin“ unterteilt wird.

3. Die ‚fremde Frau‘: Eine Definition: Hier wird der Idealtypus der „fremden Frau“ unter Rückgriff auf das Mahrtenehe-Motiv und die Lehren des Paracelsus definiert.

3.1 Paracelsus: Inspiration für die romantische Naturphilosophie und Ausgangspunkt für Typ I: Dieses Kapitel analysiert, wie die frühromantische Naturphilosophie und insbesondere die Elementargeisterlehre des Paracelsus das Frauenbild der Romantik beeinflussten.

3.2 Gruppenerstellung: Es erfolgt die theoretische Begründung für die Einteilung der Frauenfiguren in die beiden gewählten Kategorien.

4. Typ I: Die ‚fremde Frau‘ als Nymphe: Analyse der „fremden Frau“ als entdämonisiertes Naturwesen, das dem Mann eine Wiedervereinigung mit der Natur ermöglichen soll.

4.1 Die Wasserfrau in Fouqués Erzählung Undine: Untersuchung der Figur der Undine als mythisches, aber charakterlich empfindsames Naturwesen.

4.2 Das Waldweib in Tiecks Der Runenberg: Interpretation des Waldweibs in Tiecks Werk im Kontext von Naturerfahrung und der psychischen Krise des Helden.

5. Typ II: Die ‚fremde Frau‘ als dämonische Verführerin: Untersuchung des zweiten Typs, bei dem die „fremde Frau“ als negativ konnotierte, dämonische Kraft dargestellt wird, die den Mann in den Sündenfall führt.

5.1 Die Venus in Eichendorffs Das Marmorbild: Analyse der Venusfigur als allegorisches Symbol für den unbewussten Geschlechtstrieb und die damit verbundene Gefahr der Dämonisierung.

5.2 Die dämonische Verführerin in verschiedenen Gedichten: Untersuchung der Motivverwendung in lyrischen Werken, in denen die „fremde Frau“ vorwiegend als Verführerin par excellence erscheint.

6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die „fremde Frau“ keine einheitliche negative Kategorie ist, sondern je nach Phase der Romantik und Autor stark variiert.

Schlüsselwörter

Romantik, fremde Frau, Mahrtenehe, Naturphilosophie, Paracelsus, Nymphe, dämonische Verführerin, Geschlechterrollen, Entfremdung, Identität, Geschlechtstrieb, Unbewusstsein, Literaturanalyse, Eichendorff, Fouqué

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der literarischen Darstellung der „fremden Frau“ in der Epoche der Romantik und hinterfragt, warum diese Frauenfiguren oft pauschal als negativ oder dämonisch eingestuft werden.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Studie?

Zentrale Themen sind die Geschlechterproblematik im 19. Jahrhundert, der Einfluss der romantischen Naturphilosophie sowie der psychologische Diskurs über Sexualität und das Unbewusste.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Erstellung einer Typologie, die zeigt, dass die „fremde Frau“ keineswegs nur als bösartige Verführerin existiert, sondern auch als gutartiges Naturwesen eine zentrale Rolle für die Suche des romantischen Ichs nach Ganzheit spielt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Die Arbeit nutzt ein strukturierendes Verfahren der Typenbildung, um die vielfältigen Erscheinungsformen der „fremden Frau“ in zwei homogenen Gruppen (Naturwesen vs. dämonische Verführerin) zu ordnen.

Welche inhaltlichen Schwerpunkte liegen im Hauptteil?

Der Hauptteil analysiert exemplarisch Schlüsselwerke der Romantik, darunter Fouqués „Undine“, Tiecks „Der Runenberg“ und Eichendorffs „Das Marmorbild“ sowie verschiedene Loreley-Gedichte.

Welche Schlüsselbegriffe sind für das Verständnis der Arbeit essentiell?

Wichtige Begriffe sind unter anderem die Mahrtenehe, die Elementargeisterlehre nach Paracelsus, die „positive“ versus „fremde“ Frau und der romantische Begriff der „Seelenverwandtschaft“.

Inwiefern beeinflusst Paracelsus die Interpretation der Frauenfiguren?

Paracelsus liefert das naturphilosophische Fundament für die positive Deutung der „fremden Frau“ als Elementargeist, was es ermöglicht, Figuren wie Undine als neutrale oder gutartige Wesen zu interpretieren.

Wie unterscheidet sich die Darstellung in der Frühromantik von der Spätromantik?

Während in der Frühromantik die Synthese von Mensch und Natur im Vordergrund steht, wird die „fremde Frau“ in der Spätromantik zunehmend als dämonisches, rein geschlechtliches Wesen (Vamp/Femme fatale) stilisiert.

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Details

Title
Zur Typologie der "fremden Frau" in der Literatur der Romantik
Subtitle
Gedichte Brentanos, von Eichendorffs, Heines, Kellers und von Loebens
College
University of Tubingen  (Philosophische Fakultät / Deutsches Seminar)
Grade
1,0
Author
Svenja Fürbringer-Raschke (Author)
Publication Year
2018
Pages
92
Catalog Number
V999806
ISBN (eBook)
9783346371331
ISBN (Book)
9783346371348
Language
German
Tags
Romantik 19. Jahrhundert Frauentypus Natur und Gesellschaft Fremde Frau Literatur der Romantik Frühromantik Spätromantik Frauenbild Geschlechterrollen Gender studies Körperlichkeit Schwarze Romantik Dämonie Melusinen-Sage Paracelsus Mahrtenehe Tieck Runenberg Fouqué Undine Eichendorff Marmorbild Lorelay
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Svenja Fürbringer-Raschke (Author), 2018, Zur Typologie der "fremden Frau" in der Literatur der Romantik, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/999806
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