Gegenstand dieser Arbeit ist es, einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zu geben, in Bezug zu der Frage, ob es sich bei der Enkopresis eher um die Ursache oder Folge von psychischen Störungen handelt. Es wird angenommen, dass es sich bei Komorbiditäten hauptsächlich um durch die Enkopresis ausgelöste Krankheitsbilder handelt, psychische Störungen jedoch im Zusammenspiel mit weiteren Faktoren auch als Auslöser für eine Enkopresis fungieren können.
Hierfür wird die Enkopresis als durch ausgesuchte Klassifikationsschemata definiert und die verschiedenen Erscheinungsformen erläutert. Es folgt eine Darstellung verschiedener Ursachen (Ätiologie) für das Auftreten der Krankheit. Im Anschluss werden klinisch relevante psychische Begleitstörungen ausgeführt. Abschließend werden die theoretischen Erläuterungen in Bezug zur Fragestellung gesetzt und die Rolle der Ursachen und Folgen der Enkopresis diskutiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition und Klassifikation
2.1 ICD-10 und DSM-V
2.2 ROME-III
3. Ursachen
3.1 Genetische und physische Ursachen
3.2 Psychische Ursachen
4. Komorbiditäten: klinisch relevante psychische Begleitstörungen
4.1 Störungen im Sozialverhalten
4.2 ADHS
4.3 Emotionale Störungen mit Trennungsangst
4.4 Phobien
4.5 Generalisierte Angststörungen
4.6 Depressive Störungen
5. Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit gibt einen umfassenden Überblick über den aktuellen Forschungsstand zur Enkopresis bei Kindern. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, inwieweit die Enkopresis als eigenständige Ursache oder als Folge von psychischen Begleitstörungen zu betrachten ist.
- Definition und Klassifikation der Enkopresis mittels DSM-IV, ICD-10 und ROME-III
- Analyse der genetischen, physischen und psychischen Ursachen
- Untersuchung von Komorbiditäten wie ADHS und Störungen des Sozialverhaltens
- Diskussion der Wechselwirkung zwischen psychischen Belastungen und Symptomatik
- Betrachtung des multifaktoriellen Entstehungsgeschehens
Auszug aus dem Buch
3.2 Psychische Ursachen
Auch die möglichen psychischen Ursachen weisen eine Heterogenität der psychischen Somatik auf, sodass davon auszugehen ist, dass der Zusammenhang zwischen psychischen Störungen und der Enkopresis sehr komplex ist (Gontard, 2011, S. 126).
Besonders eine Enkopresis mit Obstipation kann mögliche psychische Auslöser haben (Remschmidt, Mattejat, & Warnke, 2008, S. 208).
Silver (1996, S. 417, (eigene Übersetzung)) konnte in einer Untersuchung unteranderem zwei Erklärungen für eine Enkopresis identifizieren:
• Enkopresis als Ausdruck von Unglücklichsein und Stress, wie z.B. Tod eines Elternteils oder elterliche Streitbeziehungen.
• Enkopresis ausgelöst durch akute traumatische Erlebnisse (bspw. Schulanfang, Geburt eines Geschwisterkindes, Scheidung der Eltern).
Über Willkür, also das absichtliche Einkoten des Kindes schreibt von Gontard (2011, S. 128) auf Grundlage der psychoanalytischen Theorien von Krisch (1985, S. 27ff), dass das Einkoten als Ausdruck der Feindseligkeit, Wut und Auflehnung gegenüber der Eltern und deren Autorität aufgefasst werden kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Thema der Enkopresis als häufige, aber oft tabuisierte Störung im Kindesalter und Darlegung der zentralen Forschungsfrage.
2. Definition und Klassifikation: Vorstellung der gängigen Klassifikationssysteme DSM-IV, ICD-10 und ROME-III zur Diagnose der Enkopresis und Stuhlinkontinenz.
3. Ursachen: Erläuterung der multifaktoriellen Entstehung unter Einbezug genetischer, physischer und psychischer Faktoren.
4. Komorbiditäten: klinisch relevante psychische Begleitstörungen: Detaillierte Betrachtung psychischer Begleiterkrankungen, die häufig in Verbindung mit Enkopresis auftreten.
5. Schlussfolgerung: Zusammenfassende Diskussion der Wechselwirkungen zwischen Enkopresis und psychischen Störungen sowie Ausblick auf weiteren Forschungsbedarf.
Schlüsselwörter
Enkopresis, Kindesalter, Stuhlinkontinenz, Obstipation, Komorbidität, ADHS, psychische Störungen, Ätiologie, Diagnostik, Klassifikation, DSM-IV, ICD-10, ROME-III, psychische Entwicklung, multifaktoriell.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Enkopresis im Kindesalter und untersucht insbesondere die Zusammenhänge zwischen dieser Ausscheidungsstörung und psychischen Begleiterkrankungen.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Zu den zentralen Themen gehören die Definition und Klassifikation der Störung, die Analyse der Ursachen sowie eine detaillierte Darstellung klinisch relevanter psychischer Komorbiditäten.
Was ist das primäre Ziel der Forschung?
Das Ziel ist es, zu klären, ob die Enkopresis primär als Ursache für psychische Störungen anzusehen ist oder ob sie selbst eine Folge psychischer Belastungen darstellt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und dem Vergleich aktueller Forschungsergebnisse sowie internationaler Klassifikationsschemata.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die diagnostische Einordnung, eine differenzierte Ursachenanalyse (biologisch/psychologisch) und die Untersuchung spezifischer komorbider Störungen wie ADHS oder Angststörungen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Enkopresis, Obstipation, Komorbidität, pädiatrische Gastroenterologie und psychische Gesundheit im Kindesalter.
Wie unterscheidet sich die ROME-III Klassifikation von anderen Systemen?
ROME-III verwendet einen neutraleren Begriff der Stuhlinkontinenz und konzentriert sich stärker auf funktionelle Aspekte der pädiatrischen Gastroenterologie.
Welche Bedeutung haben traumatische Ereignisse für das Krankheitsbild?
Traumatische Erlebnisse, wie der Tod eines Angehörigen oder familiäre Konflikte, werden als potenzielle Auslöser diskutiert, die eine psychisch bedingte Enkopresis begünstigen können.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2020, Wechselwirkungen von Enkopresis und psychischen Störungen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/999671