Die Arbeit gliedert sich in vier Teile und thematisiert den aktuellen Diskurs der Flüchtlingsfrage in Spanien und deren Repräsentation in Artikeln der nationalen Zeitungen. Das Ziel ist es, eine Antwort auf die Frage zu geben, inwiefern Zeitungsartikel dem Leser durch sprachliche Mittel bestimmte Wertungen und Einschätzungen suggerieren, die das Denken der Bürger und somit auch den gesellschaftlichen Diskurs in Spanien lenken. Da diese Arbeit auf eine Seitenanzahl begrenzt ist und nicht das gesamte Spektrum der Printmedienberichterstattung abdecken kann, beschränkt sie sich in ihren Beispielen auf einige Artikel spanischer Zeitungen, die sprachliche Elemente aufweisen, um die es im Hauptteil gehen soll.
Den Schwerpunkt der linguistischen Analyse bilden die diskursiven Elemente Frames, Metaphern, Schlagwörter, Tabuwörter und Euphemismen. Zunächst erhält der Leser im ersten Kapitel dieser Arbeit einen kurzen Überblick darüber, wie Spanien sich über die letzten Jahrzehnte und Jahrhunderte von einem Auswanderungs-land hin zu einem begehrten Ziel vieler Menschen auf der Flucht entwickelte, ebenso thematisiert dieses Kapitel die momentane Situation bezüglich der Flüchtlingspolitik. In Kapitel 2 werden anschließend die Grundlagen des Diskursbegriffes dargestellt sowie die Vorgehensweise einer Diskursanalyse verdeutlicht.
Dieser Teil der Arbeit stützt sich auf die bedeutenden Erkenntnisse des Philosophen Michel Foucault und schließt mit der methodischen Konkretisierung Jägers ab. In dem letzten und wichtigsten Kapitel dieser Arbeit werden ausgewählte Artikel zitiert und auf die diskursive Phänomene Frames und Euphemismen untersucht. Im Anschluss an diese Analyse folgt zudem eine Zusammenfassung der Ergebnisse und das Fazit.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Einführung in die Thematik: Asyl und Flüchtlingsmigration in Spanien
2.1 Vom Auswanderungsland zum beliebtesten Einwanderungsland
2.2 Spaniens aktuelle Situation
3 Methodischer Ansatz: Theoretische Grundlagen einer kritischen Diskursanalyse
3.1 Definition Diskurs
3.2 Diskurs, Wissen und Macht
3.3 Kritische Diskursanalyse nach Jäger
4 Diskursanalytische Untersuchung: Spanische Printmedien
4.1 Methodik
4.2 Frames
4.2.1 Definition Frame-Analyse
4.2.2 Massen-Frame
4.2.3 Festungs-Frame
4.2.4 Tragödien-Frame
4.3 Euphemismen in der Politik
5 Fazit/ Conclusión
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie spanische Printmedien durch gezielte sprachliche Mittel die Flüchtlingsproblematik darstellen und dadurch die öffentliche Wahrnehmung sowie das gesellschaftliche Denken in Spanien beeinflussen können. Im Fokus steht die kritische Diskursanalyse, um die suggestiven Effekte der Berichterstattung aufzudecken.
- Analyse der diskursiven Macht und Wissenskonstruktion nach Foucault und Jäger.
- Untersuchung von Frame-Konzepten wie dem Massen-, Festungs- und Tragödien-Frame.
- Kritische Beleuchtung von Euphemismen im politischen Flüchtlingsdiskurs.
- Vergleich und Einordnung spanischer Zeitungsberichte in den sozio-politischen Kontext.
Auszug aus dem Buch
4.2.2 Massen-Frame
Die Frage lautet, welche Frames sich zu der Flüchtlingsdiskussion in den analysierten Artikeln identifizieren lassen. In der Recherche unterschiedlicher Artikel dominierte eindeutig das ,Massen-Frame‘. Folgende Beispiele dieses Phänomens sind in spanischen Tageszeitungen vorzufinden:
1. Andrés Moureza schrieb in seinem am 29.02.20 in der Zeitung El País erschienen Artikel: „Hunderte von Flüchtlingen drängen sich an der Grenze zwischen Griechenland und der Türkei, um verzweifelt die EU zu erreichen.“ („Cientos de refugiados se agolpan en el límite entre Grecia y Turquía en un intento desesperado de llegar a la UE.“)
2. Am 08.03.20 versah Isaac Risco seinen in der digitalen Zeitung El Confidencial veröffentlichten Kommentar mit dem Titel: „Der spektakuläre deutsche Erfolg bei der Integration von Tausenden von Flüchtlingen.“ („El espectacular éxito alemán en la integración de miles de refugiados.“)
2. Die katalanische Zeitung El Periódico publiziert am 10.10.19 einen Artikel, dessen Schlagzeile lautet: „Erdogan droht, Millionen von Flüchtlingen nach Europa zu schicken, wenn die EU den Angriff auf Syrien als „Invasion“ bezeichnet.“ („Erdogan amenaza con enviar millones de refugiados a Europa si la UE critica la "invasión" de Siria.“)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Flüchtlingskrise ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, die Repräsentation von Geflüchteten in spanischen Zeitungen linguistisch zu untersuchen.
2 Einführung in die Thematik: Asyl und Flüchtlingsmigration in Spanien: Dieses Kapitel gibt einen geschichtlichen Überblick über Spaniens Wandel vom Auswanderungs- zum Einwanderungsland und beleuchtet die aktuelle flüchtlingspolitische Herausforderung.
3 Methodischer Ansatz: Theoretische Grundlagen einer kritischen Diskursanalyse: Hier werden die theoretischen Konzepte von Michel Foucault und Siegfried Jäger dargelegt, die als Fundament für die Analyse des Diskursbegriffs sowie der Macht-Wissens-Beziehungen dienen.
4 Diskursanalytische Untersuchung: Spanische Printmedien: Dieses Hauptkapitel analysiert konkrete sprachliche Phänomene wie Frames und Euphemismen in verschiedenen spanischen Zeitungsartikeln, um deren suggestive Wirkung auf den Leser aufzuzeigen.
5 Fazit/ Conclusión: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass die sprachliche Gestaltung in der Berichterstattung maßgeblich ideologische Ziele verfolgt und Meinungen beeinflusst.
Schlüsselwörter
Flüchtlingsdiskurs, Spanien, Diskursanalyse, Kritische Diskursanalyse, Framing, Massen-Frame, Festungs-Frame, Tragödien-Frame, Euphemismen, Sprachanalyse, Macht, Wissen, Medienberichterstattung, Migration, Zeitungsartikel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie spanische Printmedien die Flüchtlingsdebatte sprachlich aufbereiten und wie diese Darstellung das Bewusstsein und die Meinung der Leserschaft lenkt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die kritische Diskursanalyse, die Frame-Theorie, die Funktion von Euphemismen sowie die politische Instrumentalisierung von Sprache im Kontext der Flüchtlingsmigration in Spanien.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, inwiefern Zeitungsartikel durch sprachliche Mittel bestimmte Wertungen suggerieren, die das Denken der Bürger und den gesellschaftlichen Diskurs über Flüchtlinge in Spanien beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine linguistische, kritische Diskursanalyse angewandt, basierend auf den Theorien von Michel Foucault und Siegfried Jäger, ergänzt durch die Frame-Analyse nach Marvin Minsky.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert spezifische sprachliche Elemente in spanischen Zeitungsartikeln, insbesondere Frames (Massen-, Festungs- und Tragödien-Frame) sowie Euphemismen, um deren entmenschlichende oder dramatisierende Wirkung zu illustrieren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Diskursanalyse, Framing, Flüchtlingsdiskurs, linguistische Repräsentation, Machtstrukturen und Medienberichterstattung.
Welche Bedeutung haben die Begriffe "Ceuta" und "Melilla" für die Arbeit?
Diese Orte fungieren als Sinnbilder der spanischen Abschiebe- und Grenzsicherungspolitik und stehen exemplarisch für die Spannungen im Umgang mit Migranten aus Nordafrika.
Wie unterscheidet die Arbeit den "Schleuser"-Begriff?
Die Arbeit analysiert "Schleuser" als Beispiel für die Nutzung negativer Bezeichnungen im Medienkontext, die im Widerspruch zur neutralen Darstellung stehen und zur Stigmatisierung beitragen.
- Arbeit zitieren
- Dilara Akcelebi (Autor:in), 2020, Die Flüchtlingsrepräsentation in spanischen Zeitungsartikeln. Eine kritische Diskursanalyse, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/994307