Diese Projektarbeit beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Ansätzen zur Definition des Bereichs der Notfallpflege.
Trotz der Entwicklungen in der Weiterbildung von Notfallpflegenden und den unterschiedlichen Definitionen im Bereich der Notfallversorgung war der Bereich der Notfallpflege bis zum Januar 2017 nur unzureichend definiert.
Daher erscheint es unumgänglich, dass wenn eine Weiterqualifikation im Bereich der Notfallpflege stattfindet, um Pflegekräfte für diesen Bereich zu professionalisieren und andere Professionen im Setting der Notfallversorgung sich bereits definiert haben, es eine Definition für Notfallpflegende geben muss.
Diese muss auf durch einen wissenschaftlichen Prozess validiert und durch eine Expertengruppe konsentiert sein, um dem Anspruch zu genügen, Notfallpflege strukturiert und umfassend zu beschreiben und um die Einzigartigkeit der Profession zu verdeutlichen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Geschichtliche Entwicklung der Notfallpflege in Deutschland
3 Methodik
3.1 Der nominale Gruppenprozess
3.1.1 Der nominale Gruppenprozess zur Erstellung der Definition Notfallpflege
3.1.2 Das Aktionsbündnis Notfallpflege als Autor einer Definition Notfallpflege
4 Literaturrecherche
4.1 Problematik der Literaturrecherche
4.2 Eingeschlossene Quellen der Literaturrecherche
5 Erstellung von Arbeitshypothesen
5.1 Vergleich der beiden Definitionen
5.1.1 Gemeinsame Aussagen von OdaSanté und DGF
5.1.2 Zusätzliche Aussagen der DGF
5.1.3 Zusätzliche Aussagen der OdaSanté
5.2 Gemeinsame Ziele der curricularen Empfehlungen von DKG, DGF, KSK, DGINA
5.3 Fragen/Thesen nach Vergleich der einzelnen Quellen
6 Zusammensetzung der Expertengruppe
7 Zwischenresultate.
7.1 Veränderungen nach 1. Expertenbefragung
7.2 Veränderungen nach 2. Expertenbefragung
8 Ergebnis: Konsertierte Definition Notfallpflege des Aktionsbündnisses Notfallpflege
9 Neuralgische Punkte bei der Vorgehensweise zur Erstellung der Definition Notfallpflege
10 Diskussion
11 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Projektstudienarbeit ist die wissenschaftlich fundierte Erstellung einer einheitlichen Definition für den Bereich der Notfallpflege in Deutschland. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie Notfallpflege strukturiert und umfassend beschrieben werden kann, um die Einzigartigkeit dieser Profession zu verdeutlichen und einen Konsens innerhalb einer Expertengruppe zu erzielen.
- Historische Entwicklung und aktueller Stellenwert der Notfallpflege in Deutschland
- Methodische Konsensfindung mittels nominalem Gruppenprozess
- Identifikation und Vergleich relevanter Fachdefinitionen und curriculare Anforderungen
- Definition der Kernaufgaben, Kompetenzen und Rolle der professionellen Notfallpflege
- Diskussion der Professionalisierung und Notwendigkeit der Substitution in der Notfallversorgung
Auszug aus dem Buch
3.1 Der nominale Gruppenprozess
Der nominale Gruppenprozess ist ein strukturiertes Verfahren zur Findung eines Konsensus und „dient der Diskussion und Verabschiedung der Empfehlungen und somit der Beantwortung der klinisch relevanten Fragestellungen“ (http://www.awmf.org/leitlinien/awmf-regelwerk/ll-entwicklung/awmf-regelwerk-03-leitlinienentwicklung/ll-entwicklung-strukturierte-konsensfindung.html). Eine einheitliche, strukturierte und wissenschaftlich fundierte Definition des Arbeitsbereiches der Notfallpflege stellt für den Autor eine klinisch relevante Fragestellung dar, sodass sich die genannte Methodik zur Umsetzung anbietet.
Der nominale Gruppenfindungsprozess folgt einer bestimmten Struktur, die durch die folgende Tabelle verdeutlicht werden soll:
Im Vorfeld: Festlegung von Zielen, Vorgehensweise, Abstimmungsverfahren, Tagungsort, Einladung aller an der Konsentierung Beteiligten, Unabhängige Moderation
Ablauf: Präsentation der zu konsentierenden Aussagen / Empfehlungen; Stille Notiz: Welcher Empfehlung/Empfehlungsgrad stimmen Sie nicht zu? Ergänzung, Alternative?; Registrierung der Stellungnahmen im Umlaufverfahren und Zusammenfassung von Kommentaren durch den Moderator; Vorabstimmung über Diskussion der einzelnen Kommentare, Erstellung einer Rangfolge; Debattieren / Diskussion der Diskussionspunkte; Endgültige Abstimmung über jede Empfehlung und alle Alternativen; Schritte werden für jede Empfehlung wiederholt
Empfohlen wird hierbei eine Gruppengröße von 15-20 Teilnehmern.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den steigenden Stellenwert der Notaufnahmen und die Notwendigkeit einer wissenschaftlich fundierten Definition der Notfallpflege zur Professionalisierung des Berufsstandes.
2 Geschichtliche Entwicklung der Notfallpflege in Deutschland: Dieses Kapitel gibt einen chronologischen Überblick über die Entwicklung der Notfallpflege von 1991 bis 2016 anhand maßgeblicher Meilensteine und Weiterbildungsangebote.
3 Methodik: Hier wird die Entscheidung für den nominalen Gruppenprozess als Methode zur strukturierten Konsensfindung innerhalb des Aktionsbündnisses Notfallpflege begründet und der Ablauf dargestellt.
4 Literaturrecherche: Dieses Kapitel erläutert die Problematik der Literaturrecherche aufgrund mangelnder bestehender Definitionen und führt die eingeschlossenen Quellen wie Curricula und Fachgesellschafts-Empfehlungen auf.
5 Erstellung von Arbeitshypothesen: Die gesammelten Informationen wurden mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet, um Gemeinsamkeiten und Differenzen zwischen den Quellen zu identifizieren und als Grundlage für Expertenbefragungen zu nutzen.
6 Zusammensetzung der Expertengruppe: Vorstellung der Experten, die aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung in verschiedenen Versorgungsbereichen und ihrer unterschiedlichen Qualifikationen zur fachlichen Validierung beitrugen.
7 Zwischenresultate.: Detaillierte Darstellung der schrittweisen Modifikation der Thesen und der Definition Notfallpflege nach Durchführung der ersten und zweiten Expertenbefragung.
8 Ergebnis: Konsertierte Definition Notfallpflege des Aktionsbündnisses Notfallpflege: Präsentation der finalen, konsentierten Definition, die Notfallpflege in sechs zentralen Dimensionen beschreibt.
9 Neuralgische Punkte bei der Vorgehensweise zur Erstellung der Definition Notfallpflege: Kritische Reflexion der methodischen Durchführung, einschließlich der Gruppengröße und der Repräsentativität der Experten.
10 Diskussion: Diskussion der Ergebnisse vor dem Hintergrund aktueller gesundheitspolitischer Rahmenbedingungen sowie der Notwendigkeit einer DQR/EQR-Zuordnung.
11 Ausblick: Zusammenfassung der zukünftigen Anforderungen an die Professionalisierung der Notfallpflege und Forderung nach quantitativen Folgestudien.
Schlüsselwörter
Notfallpflege, Notaufnahme, Definition, Konsensfindung, Nominaler Gruppenprozess, Aktionsbündnis Notfallpflege, Kompetenzfelderweiterung, Interdisziplinäre Zusammenarbeit, Berufsbild, Fachweiterbildung, Delegation, Substitution, Qualitätsmanagement, Notfallpatient, Professionalisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Erstellung einer wissenschaftlich fundierten Definition für das Berufsfeld der Notfallpflege in Deutschland durch einen strukturierten Konsensprozess.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die historische Entwicklung der Notfallpflege, die methodische Konsensbildung, die Analyse bestehender Qualifizierungsangebote und die Definition der fachlichen Identität und Aufgaben von Notfallpflegenden.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, eine einheitliche und wissenschaftlich validierte Definition für Notfallpflege zu formulieren, um die Einzigartigkeit und Professionalität der in der Notaufnahme tätigen Pflegekräfte zu verdeutlichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Der Autor nutzt den nominalen Gruppenprozess (nG) als strukturiertes Verfahren zur Konsensfindung, unterstützt durch eine qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring zur Auswertung der Literatur und der Expertenrückmeldungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil beinhaltet die methodische Herleitung der Definition, die Literaturrecherche, die Arbeit mit Hypothesen sowie die Durchführung und Auswertung zweier Expertenbefragungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Notfallpflege, Nominaler Gruppenprozess, Kompetenzfelderweiterung, Interdisziplinarität, Professionalisierung und konsertierte Definition.
Warum war eine neue Definition für Notfallpflege notwendig?
Da der Bereich bis Anfang 2017 nur unzureichend definiert war und bestehende Ansätze wissenschaftlich nicht ausreichend fundiert erschienen, sah das Aktionsbündnis Notfallpflege die Notwendigkeit für ein validiertes, einheitliches Verständnis.
Welche Rolle spielt das Aktionsbündnis Notfallpflege bei der Erstellung der Definition?
Das Aktionsbündnis diente als Plattform, um Experten aus verschiedenen Professionen zu vernetzen und den nominalen Gruppenprozess zu initiieren, der zur wissenschaftlichen Fundierung der neuen Definition führte.
Welche Bedeutung kommt der Delegation und Substitution im Rahmen der Definition zu?
Diese Aspekte sind zentral, da sie eine notwendige Kompetenzfelderweiterung für Pflegekräfte darstellen, um adäquat auf die komplexen Anforderungen und Rahmenbedingungen in der Notaufnahme zu reagieren.
- Arbeit zitieren
- Patrick Dormann (Autor:in), 2020, Was ist Notfallpflege? Historische Entwicklung in Deutschland sowie Prozess der Definitionsfindung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/993201