Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob Mediation eine geeignete Methode ist, die in der Trennungs- und Scheidungsberatung angewandt werden sollte.
Im Jahr 2017 waren 121.343 minderjährige Kinder von der Ehescheidung ihrer Eltern betroffen, wodurch für viele Kinder ihre Umstrukturierung des bisherigen Alltags und des Familienlebens stattfindet, was nicht immer unter günstigen Bestimmungen passiert. Diese Zahlen wirken sich auch auf die Praxis aus, da die Beratungsfragen bei den Jugendämtern für eine Trennungs- und Scheidungsberatung steigen.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. DIE METHODE DER MEDIATION
2.1 BEGRIFFSBESTIMMUNG MEDIATION
2.2 FÜNF PRINZIPIEN/MERKMALE DER MEDIATION
2.3 DIE ROLLE DES MEDIATORS
3. DAS NEUN-PHASEN-MODELL DER MEDIATION
4. TRENNUNGS- UND SCHEIDUNGSMEDIATION
4.1 DAS WOHL DES KINDES
5. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Eignung der Mediation als professionelle Beratungsform im Kontext von Trennungs- und Scheidungssituationen, insbesondere unter Berücksichtigung der kindlichen Interessen und der Anforderungen an das Familiensystem.
- Grundlagen und Definition der Mediation
- Kernprinzipien und Merkmale mediativer Konfliktlösung
- Das Neun-Phasen-Modell im praktischen Anwendungskontext
- Spezifika der Trennungs- und Scheidungsmediation
- Berücksichtigung des Kindeswohls in Mediationsprozessen
Auszug aus dem Buch
2. Die Methode der Mediation
Bevor im Folgenden auf die Mediation näher eingegangen wird, ist es wichtig, zunächst einmal zu klären was ein Konflikt ist, der die Mediation notwendig macht. Die Mediation dient nämlich nicht der Problemlösung, sondern der Konfliktklärung (Duss-von Werdt 2005, 181).
Konflikt bedeutet ursprünglich „Zusammenstoß“ und es wird grundsätzlich zwischen intrapersonalen und interpersonalen Konflikten unterschieden (a.a.O., 181). Intrapersonale Konflikte spielen sich im Individuum selbst ab (zum Beispiel Entscheidungsschwierigkeiten), interpersonale Konflikte beziehen sich auf Konflikte zwischen Individuen, Gruppen oder Organisationen. Es gibt zahlreiche Definitionsversuche „Konflikte“ zu bestimmen, wobei sich hier auf den sozialen Konflikt beschränkt wird:
Ein „Sozialer Konflikt ist eine Interaktion zwischen Aktoren (Individuen, Gruppen, Organisationen usw.), wobei wenigstens ein Aktor eine Differenz bzw. Unvereinbarkeiten im Wahrnehmen und im Denken bzw. Vorstellen und im Fühlen und im Wollen mit dem anderen Aktor (den anderen Aktoren) in der Art erlebt, dass beim Verwirklichen dessen, was der Aktor denkt, fühlt oder will eine Beeinträchtigung durch einen anderen Aktor (die anderen Aktoren) erfolge.“ (Glasl 2013, 17).
Es reicht also nicht aus, wenn zwei Parteien unterschiedliche Vorstellungen, Wahrnehmungen oder Interessen haben, sondern es muss auch immer eine subjektive Beeinträchtigung durch die jeweils andere Seite hinzukommen (vgl. Marx 2016, 15).
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz von Beratungsangeboten für von Trennung betroffene Kinder und definiert die zentrale Fragestellung nach der Eignung der Mediation.
2. DIE METHODE DER MEDIATION: Dieses Kapitel definiert den Konfliktbegriff, erläutert die fünf zentralen Prinzipien der Mediation und beschreibt die spezifische Rolle der Mediationsleitung.
3. DAS NEUN-PHASEN-MODELL DER MEDIATION: Hier wird der strukturierte Ablauf eines Mediationsprozesses von der Vorbereitung bis zur abschließenden Vereinbarung in neun Phasen detailliert dargelegt.
4. TRENNUNGS- UND SCHEIDUNGSMEDIATION: Dieses Kapitel transferiert die Methode auf den Kontext familiärer Trennungen und thematisiert dabei besonders das Kindeswohl als zentralen Aspekt.
5. FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Mediation als vielseitig anwendbare und hilfreiche Methode in der Sozialen Arbeit.
Schlüsselwörter
Mediation, Konfliktklärung, Trennungsmediation, Scheidungsmediation, Kindeswohl, Neun-Phasen-Modell, Mediationsprinzipien, Eigenverantwortung, Freiwilligkeit, Neutralität, BeziehungsEbene, Familienberatung, Konfliktmanagement, Elternschaft, Einvernehmliche Lösung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der professionellen Anwendung der Mediation im Bereich der Familienberatung, speziell bei Trennungen und Scheidungen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind der theoretische Rahmen der Mediation, die Prozessphasen, die Rolle des Mediators sowie die spezifischen Herausforderungen bei der Arbeit mit Familien.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu erörtern, ob Mediation eine geeignete Methode darstellt, um Trennungs- und Scheidungsberatungen professionell und positiv zu gestalten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die bestehende theoretische Modelle und Fachliteratur zur Mediation analysiert und auf den Kontext der Sozialen Arbeit bezieht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden der Konfliktbegriff, die fünf Merkmale der Mediation, das Neun-Phasen-Modell sowie die Besonderheiten des Kindeswohls im Mediationsprozess detailliert erörtert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Mediation, Konfliktklärung, Trennungsmediation, Kindeswohl und Eigenverantwortung der Beteiligten.
Welche Bedeutung kommt dem Neun-Phasen-Modell zu?
Das Neun-Phasen-Modell dient als roter Faden und Orientierungshilfe für die praktische Gestaltung des Mediationsprozesses, um eine strukturierte Lösungssuche zu ermöglichen.
Wie wird das Kindeswohl im Mediationsprozess gewahrt?
Das Kindeswohl wird insbesondere dadurch geschützt, dass die Interessen Dritter (der Kinder) berücksichtigt werden und die Mediation darauf abzielt, die Eltern zur eigenverantwortlichen Kooperation zu bewegen.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2019, Scheidungs- und Trennungskinder. Mediation als Scheidungsberatung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/992772