In dieser Arbeit soll am Beispiel des Dekubitus beziehungsweise Wundliegens gezeigt werden, wie wichtig die Einbeziehung pflegewissenschaftlicher Erkenntnisse für die professionelle Pflege ist und welchen Nutzen sie haben.
Das deutsche Gesundheitssystem sieht sich aufgrund des demographischen Wandels in den letzten Jahren und auch zukünftig neuen Herausforderungen gegenübergestellt. Die Bevölkerung wird älter, womit der Pflegebedarf steigt.
Der Anspruch der Pflegebedürftigen besteht im Alter häufig darin, weiter an dem Ort zu verweilen, an dem sie auch gelebt haben. Die ambulante pflegerische Versorgung wird diesen Bedürfnissen zufolge in Zukunft an Bedeutung zunehmen. Der Bedarf an professioneller Pflege muss in diesem Bereich gedeckt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Methodisches Vorgehen
2.1 Deutschsprachige Recherche
2.2 Englischsprachige Recherche
3. Dekubitus
3.1 Ätiologie, Pathogenese und Klassifikation
3.2 Dekubitusprophylaxe
3.3 Weichlagerungs- und Wechseldrucksysteme
4. Ergebnisse
5. Bewertung und Handlungsempfehlung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht auf Basis pflegewissenschaftlicher Erkenntnisse, inwieweit der Einsatz von Weichlagerungs- und Wechseldrucksystemen zur Dekubitusprophylaxe evidenzbasiert ist und ob diese Maßnahmen andere pflegerische Interventionen ersetzen können.
- Evidenzbasierung von speziellen Matratzen und Auflagen zur Druckreduzierung
- Vergleich der Wirksamkeit von Weichlagerungs- gegen Wechseldrucksystemen
- Stellenwert technischer Hilfsmittel in der ambulanten Dekubitusprophylaxe
- Notwendigkeit komplementärer pflegerischer Maßnahmen
- Einfluss von Lagerungshilfsmitteln auf die Prävalenzrate
Auszug aus dem Buch
3.3 Weichlagerungs- und Wechseldrucksysteme
Weichlagerungs- und/ oder Wechseldrucksysteme werden immer dann als Dekubitusprophylaxe angewandt, wenn die Druckentlastung durch Bewegungsförderung und Positionswechsel nicht ausreicht (Menche, 2019). Je mehr sich das System an den Körper des Betroffenen anpasst, desto mehr verringert sich der Auflagedruck auf das Gewebe. Wenn mit Hilfe von Matratzen oder Auflagen Patienten so gelagert werden, dass der Druck minimiert wird, die Sauerstoffversorgung aller Hautbereiche aber trotzdem gewährleitet ist, spricht man von Weichlagerung. Wenn der Betroffene jedoch durch seine Grunderkrankung nicht mehr ausreichend in der Lage ist Positionswechsel vorzunehmen, sollte ein Wechseldrucksystem bevorzugt werden (Menche, 2019). Beide Systeme basieren jedoch auf dem gleichen Wirkungsprinzip. Der vorhandene Druck auf das Gewebe wird minimiert.
Unter Weichlagerungssystemen werden eine Reihe von Systemen zusammengefasst, die auf dem Wirkprinzip der Vergrößerung der Auflagenfläche des Körpers basieren. Zu diesen Hilfsmitteln zählen unter anderen Schaumstoffmatratzen, Gelauflagen und auch Luftkissen. Wechseldrucksysteme bzw. Wechseldruckmatratzen bestehen aus unterschiedlich angeordneten Luftkissen, wodurch eine mehrfach wechselnde Druckentlastung erfolgt.
Beide Systeme ermöglichen demnach eine Druckminimierung auf das belastete Gewebe, jedoch gibt es keine universell einsetzbares System, so dass bei jedem Patienten eine bedarfsgerechte
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung der ambulanten Pflege im Kontext des demografischen Wandels und stellt die Notwendigkeit einer evidenzbasierten Dekubitusprophylaxe zur Vermeidung von Pflegefehlern heraus.
2. Methodisches Vorgehen: Hier wird die strukturierte Literaturrecherche in medizinischen und pflegerischen Fachdatenbanken sowie im Internet im Zeitraum 2010-2020 beschrieben, um eine fundierte Basis für die Beantwortung der Forschungsfragen zu schaffen.
3. Dekubitus: Dieses Kapitel definiert den Dekubitus, erläutert die Mechanismen der Entstehung (Ätiologie/Pathogenese) und gibt einen Überblick über die Klassifikation nach ICD-10 sowie die grundlegenden Prophylaxeansätze.
4. Ergebnisse: Der Abschnitt fasst die Erkenntnisse aus der Literatur zusammen, die den Nutzen von Lagerungssystemen bei verschiedenen Patientengruppen und Einsatzbereichen im Vergleich zur Standardversorgung beleuchten.
5. Bewertung und Handlungsempfehlung: Abschließend werden die Ergebnisse kritisch diskutiert, wobei betont wird, dass technische Systeme lediglich eine Ergänzung zu anderen pflegerischen Standardmaßnahmen darstellen und keine vollständige Entlastung der Pflegepraxis bieten.
Schlüsselwörter
Dekubitus, Dekubitusprophylaxe, Evidence-based Nursing, Weichlagerung, Wechseldrucksysteme, Druckgeschwür, ambulante Pflege, Pflegeforschung, Druckreduzierung, Lagerungshilfsmittel, Prävalenz, Risikopatienten, Pflegequalität, therapeutische Intervention.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit im Kern?
Die Arbeit befasst sich mit der wissenschaftlichen Evidenz von Weichlagerungs- und Wechseldrucksystemen zur Vorbeugung von Druckgeschwüren in der ambulanten Pflege.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der Dekubitusklassifikation, der Effektivität technischer Hilfsmittel und der Rolle der professionellen Pflege bei der Auswahl geeigneter Lagerungsstrategien.
Welches Ziel verfolgt die Arbeit primär?
Das Ziel ist es zu klären, ob der Einsatz spezieller Matratzen und Auflagen wissenschaftlich fundiert ist und ob diese Hilfsmittel andere pflegerische Maßnahmen zur Prophylaxe ersetzen können.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wurde eine systematische Literaturrecherche in nationalen und internationalen pflegerischen sowie medizinischen Datenbanken durchgeführt, um den aktuellen Wissensstand abzubilden.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Dekubitus und Prophylaxe sowie eine kritische Ergebnisdarstellung der recherchierten Studien.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?
Zentrale Begriffe sind Dekubitusprophylaxe, Evidence-based Nursing, Weichlagerung, Wechseldrucksysteme, Druckreduzierung und ambulante Pflege.
Warum wird die ICD-10 Klassifikation für die Arbeit genutzt?
Die Autorin wählt das ICD-10 System, da es keine einheitliche Klassifikation gibt, die alle Anforderungen (wissenschaftlich, pflegerisch, juristisch) gleichermaßen abdeckt und international sowie in Deutschland als Standard dient.
Können technische Systeme die manuelle Pflege vollständig ersetzen?
Nein, die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass technische Hilfsmittel keinesfalls als alleinige Maßnahme ausreichen, sondern stets als Ergänzung zu Standardmaßnahmen wie der Risikoeinschätzung und Mobilisation gesehen werden müssen.
Was ist die zentrale Empfehlung für die praktische Pflege?
Pflegekräfte sollten bei jedem Betroffenen individuell entscheiden, welche Maßnahmen sinnvoll sind, und bei der Anschaffung von Pflegebetten gezielt auf die Eignung der Matratze für das jeweilige Patientenrisiko achten.
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- Jennifer Wesemann (Author), 2020, Evidence-based Nursing bei Wundliegen. Prophylaxe durch Weichlagerungs- und Wechseldrucksysteme, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/991562