Der Einfluss der Digitalisierung auf traditionelle Geschäftsmodelle im Lebensmitteleinzelhandel steht im Fokus dieser Hausarbeit.
In der vorliegenden Arbeit werden zunächst theoretische Grundlagen zum besseren Verständnis der Ausgangssituation und Zukunftsperspektiven von Geschäftsmodellen in der digitalen Ökonomie erläutert. Hierbei spielt das Business Model Canvas nach Osterwalder und Pigneur eine entscheidende Rolle als Analyseinstrument von Geschäftsmodellen. Diese Grundlagen werden im dritten Kapitel auf den Lebensmitteleinzelhändler ALDI SÜD angewendet. In diesem Abschnitt wird das aktuelle Geschäftsmodell des Discounters analysiert und mögliche Risiken durch die Digitalisierung mittels fünf Hypothesen identifiziert. Im Anschluss werden die Eintrittswahrscheinlichkeiten dieser Risiken erläutert und eine Handlungsempfehlung gegenüber dem Unternehmen ausgesprochen. Zuletzt werden die Gütekriterien der Forschungsmethoden auf ihre Gültigkeit geprüft und die Arbeit kritisch durch die Autorin reflektiert. In Kapitel fünf wird die Hausarbeit und deren Ergebnis kurz zusammengefasst und ein Ausblick auf die Zukunftsentwicklungen im Lebensmitteleinzelhandel erstellt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Einfluss der Digitalen Transformation auf den Handel
1.2 Gang der Untersuchung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Geschäftsmodelle in der digitalen Ökonomie
2.1.1 Entstehung digitaler Geschäftsmodelle
2.1.2 Wandel von Geschäftsmodellen
2.1.3 Business Model Canvas
2.1.4 Digitaler Reifegrad von Geschäftsmodellen
2.2 Ausgewählte digitale Geschäftsmodelle im Handel
2.3 Digitale Prozesse als Teil der Customer Journey
2.4 Zusammenfassung
3 Analyse des Geschäftsmodell von ALDI SÜD auf der Basis des Business Model Canvas
3.1 Unternehmensvorstellung ALDI SÜD
3.2 Business Model Canvas als Methode der Analyse
3.3 Aktuelles Geschäftsmodell des Unternehmens ALDI SÜD
3.3.1 Nutzenversprechen
3.3.2 Adressierte Kundensegmente
3.3.3 Kundeninteraktion durch verschiedene Kanäle
3.3.4 Kernaktivitäten des Geschäftsmodells und deren Schlüsselrollen
3.3.5 Kosten- und Erlösstrategie
3.4 Auswirkung der Digitalisierung auf das Geschäftsmodell
3.4.1 Verlust von Marktanteilen durch Nichtverwendung von Big Data
3.4.2 Der Online-Handel als großes Verdrängungsrisiko
3.4.3 Strategischer Standortvorteil von Konkurrenten durch Click & Collect
3.4.4 Curated Shopping als großes Potential des Lebensmitteleinzelhandels
3.4.5 Reduzierung der Transaktionskosten durch Check-Out-Innovationen
3.5 Handlungsempfehlung zur Transformation des Geschäftsmodells
4 Diskussion
4.1 Interpretation der Ergebnisse
4.1.1 Wettbewerbsvorteile von ALDI SÜD im historischen Vergleich
4.1.2 Perspektivische Risiken durch fehlende Anpassung des Geschäftsmodells
4.1.3 Eintrittswahrscheinlichkeit der aufgestellten Hypothesen
4.2 Kritische Überprüfung der Erfüllung von wissenschaftlichen Gütekriterien
5 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Einfluss der Digitalisierung auf das Geschäftsmodell des Lebensmitteleinzelhändlers ALDI SÜD. Ziel ist es, durch eine Analyse mittels des Business Model Canvas Schwachstellen zu identifizieren, Risiken zu bewerten und Handlungsempfehlungen zur Transformation in eine digitale Strategie abzuleiten.
- Analyse traditioneller vs. digitaler Geschäftsmodelle im Einzelhandel
- Einsatz des Business Model Canvas zur Evaluierung des Discounters
- Bewertung von Digitalisierungstrends wie Big Data, Click & Collect und Check-Out-Innovationen
- Ableitung strategischer Hypothesen zur Zukunftssicherung des Unternehmens
Auszug aus dem Buch
3.4.2 Der Online-Handel als großes Verdrängungsrisiko
Wie bereits im Kapitel 3.2 erläutert, bietet ALDI SÜD aktuell keinen Online-Shop in Deutschland an. Sein größter Konkurrent LIDL hingegen, steht mit seinem Shop bereits auf Platz sechs der beliebtesten Händler in Deutschland. Der Discounter macht, nach Angaben des EHI Retail Institutes, im Jahr 2018 mehr als 757 Millionen Euro Umsatz mit „lidl.de“.61 Bei ALDI SÜD können Kunden derzeit nur bestimmte (große) Aktionsartikel online bestellen, über das Angebot „ALDI liefert“. Bei LIDL hingegen können, nach eigenen Recherchen, alle angebotenen Aktionsartikel der Woche, Restbestände und zusätzliche, rein online verfügbaren Artikel erworben werden.
Im Hinblick auf den digitalen Reifegrad beider Unternehmen ist LIDL ALDI SÜD einen Schritt voraus und spricht seine Kunden über mehrere Vertriebskanäle an. Laut dem EHI Retail Institute können durch eine Multi-Channel-Strategie mit Online-Shop starke Umsatzsteigerungen erwartet werden. ALDI SÜD geht durch die Nicht-Nutzung ein starkes Risiko der Verdrängung durch LIDL, Amazon und Co. ein.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Einfluss der digitalen Transformation auf den Handel und definiert den Fokus der Untersuchung auf das Geschäftsmodell von ALDI SÜD.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert Konzepte wie Geschäftsmodelle in der digitalen Ökonomie, das Business Model Canvas und Methoden zur Bestimmung des digitalen Reifegrades.
3 Analyse des Geschäftsmodell von ALDI SÜD auf der Basis des Business Model Canvas: Hier erfolgt die detaillierte Analyse von ALDI SÜD, die Identifikation von Digitalisierungschancen und die Aufstellung von fünf zentralen Hypothesen.
4 Diskussion: Die Ergebnisse werden interpretiert, Risiken durch mangelnde Anpassung beleuchtet und die wissenschaftliche Gültigkeit der Arbeit reflektiert.
5 Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der Erkenntnisse mit der Empfehlung an ALDI SÜD, eine Digitalisierungsstrategie zu entwickeln, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.
Schlüsselwörter
Digitalisierung, Geschäftsmodell, ALDI SÜD, Business Model Canvas, E-Commerce, Handel, Digitale Transformation, Customer Journey, Online-Handel, Kundenbindung, Big Data, Click & Collect, Discounter, Prozessinnovation, Wettbewerbsvorteil
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit untersucht die Auswirkungen der Digitalisierung auf das traditionelle Geschäftsmodell des Discounters ALDI SÜD im Vergleich zu modernen Marktentwicklungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt Themen wie die digitale Transformation im Einzelhandel, die Anwendung von Analyse-Tools wie dem Business Model Canvas sowie die Bedeutung von digitalen Prozessen innerhalb der Customer Journey.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Identifikation von Risiken für ALDI SÜD durch die fehlende digitale Anpassung und die Formulierung konkreter Handlungsempfehlungen zur Transformation.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird das Business Model Canvas nach Osterwalder und Pigneur zur strukturierten Analyse des Unternehmens herangezogen und mit einer Hypothesenprüfung verknüpft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert das aktuelle Modell von ALDI SÜD, beleuchtet Trends wie Big Data, Curated Shopping und Click & Collect und leitet daraus Strategien für die Zukunft ab.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Digitale Transformation, Geschäftsmodell, ALDI SÜD, Discounter-Prinzip, Online-Handel und Wettbewerbsvorteile.
Warum wird ALDI SÜD als Fallbeispiel gewählt?
ALDI SÜD dient als prominentes Beispiel für ein Unternehmen, das bisher sehr erfolgreich auf einem traditionellen Discounter-Modell basiert, nun aber durch die Digitalisierung unter Druck gerät.
Welche spezifische Schlussfolgerung zieht die Autorin?
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass ALDI SÜD dringend eine umfassende Digitalisierungsstrategie benötigt, um Marktanteile gegenüber Wettbewerbern wie LIDL oder Amazon nicht zu verlieren.
- Quote paper
- Alexandra Erhard (Author), 2020, Wirkung der Digitalisierung auf Geschäftsmodelle am Beispiel des Lebensmitteleinzelhandels, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/990103