In diesem Unterrichtsentwurf wird eine Sportstunde für eine inklusive Grundschule konzipiert. Die SuS sammeln vielfältige vestibuläre Sinneswahrnehmungen an Geräten und Gerätekonstellationen mit unterschiedlichen Höhen, Breiten und Neigungen mit stabilen und labilen Elementen und unterschiedlichen Bewegungsrichtungen, sodass jedes Kind vielseitige Bewegungserfahrungen sammeln kann, die im weiteren Lernprozess zu sportmotorischen Bewegungsfertigkeiten ausgebaut werden können.
Der inhaltliche Schwerpunkt der Sportstunde bezieht sich auf die Förderung der vestibulären Sinneswahrnehmung, auch Gleichgewichtsschulung oder Gleichgewichtsfähigkeit genannt. Der Inhalt koordinativer Fähigkeiten lässt sich in den übergeordneten Bereich der motorischen Grundeigenschaften einordnen. Dieser wiederum teilt sich in die energetisch-bedingte konditionellen Fähigkeiten und die zentral-nervösen koordinativen Fähigkeiten, welche sich teilweise überlappen. Koordination im Sport ist das harmonische Zusammenspiel von den Sinnesorganen, peripherem und zentralen Nervensystem sowie der Skelettmuskulatur. Der Begriff Fähigkeiten steht für die gelernten oder angeborenen Voraussetzungen, welche für das Vollbringen einer bestimmten Leistung notwendig sind. Fähigkeiten sind die Voraussetzung für die Realisierung bestimmter Fertigkeiten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einbettung der Stunde in einen Unterrichtszusammenhang
2. Beschreibung der Lerngruppe
3. Themen, Lernziele und Kompetenzen
3.1. Stundenziel/Intention
3.2. Teillernziele
4. Didaktisch-methodische Begründung
4.1. Fachwissenschaftliche Sachanalyse
4.2. Adressatenbezogene Begründung des Unterrichtsinhaltes (didaktische Analyse)
4.3. Begründung des Vorgehens
5. Verlaufsplan
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Förderung der vestibulären Sinneswahrnehmung bei Kindern einer inklusiven zweiten Grundschulklasse durch den Einsatz einer Bewegungslandschaft. Die Forschungsfrage untersucht dabei, wie durch differenzierte Bewegungsangebote und die Berücksichtigung individueller Leistungsvoraussetzungen die motorische Sicherheit und das Gleichgewicht nachhaltig gestärkt werden können.
- Schulung der vestibulären Sinneswahrnehmung durch Balancierübungen
- Individualisierung und Inklusion durch differenzierte Bewegungsaufgaben
- Förderung der Selbstständigkeit und Konzentrationsfähigkeit
- Erweiterung des Bewegungsrepertoires in unterschiedlichen Bewegungsrichtungen
- Stärkung sozialer Kompetenzen durch Partner- und Gruppenarbeit
Auszug aus dem Buch
4.1. Fachwissenschaftliche Sachanalyse
Der inhaltliche Schwerpunkt der Sportstunde bezieht sich auf die Förderung der vestibulären Sinneswahrnehmung, auch Gleichgewichtsschulung oder Gleichgewichtsfähigkeit genannt. Sie wird definiert als „relativ verfestigte und generalisierte Leistungsvoraussetzung für das Halten bzw. Wiederherstellen des Körpergewichts bei wechselnden Umweltbedingungen, besonders zur zweckmäßigen und schnellen Lösung motorischer Aufgaben auf kleinen Unterstützungsflächen oder bei sehr labilen Gleichgewichtsverhältnissen“ (Hirtz, Hotz & Ludwig, 2000, S. 56).
Diese Definition geht davon aus, dass sich durch das wiederholte Bewältigen der unterschiedlichsten Gleichgewichtsanforderungen (z.B. Überlaufen einer Balancierkante) die Verlaufsqualität der spezifischen Regulationsprozesse verfestigen und sich diese dann als verallgemeinerte Prozessverläufe übertragen (Hirtz, Holz & Ludwig, 2000).
Weitere Definitionsversuche von Kocjasz (1967), Graf und Hirtz (1975), Fetz (1990) und Kirchner & Schaller (1996) zielen auf den Erhalt oder die Wiederherstellung des Körpergleichgewichtes. Gleichgewichtsanforderungen sind immer dann vorhanden, wenn durch Lageveränderungen des Körperschwerpunktes im Verhältnis zur Stützfläche das Körpergewicht gestört wird.
Der Inhalt koordinativer Fähigkeiten lässt sich in den übergeordneten Bereich der motorischen Grundeigenschaften einordnen. Dieser wiederum teilt sich in die energetisch-bedingte konditionellen Fähigkeiten und die zentral-nervösen koordinativen Fähigkeiten, welche sich teilweise überlappen (Gundlach, 1968). Koordination im Sport ist das harmonische Zusammenspiel von den Sinnesorganen, peripherem und zentralen Nervensystem sowie der Skelettmuskulatur.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einbettung der Stunde in einen Unterrichtszusammenhang: Dieses Kapitel ordnet die Sportstunde in eine fünfteilige Unterrichtsreihe zur Förderung der vestibulären Wahrnehmung ein.
2. Beschreibung der Lerngruppe: Hier werden die Voraussetzungen einer heterogenen zweiten Klasse mit Inklusionskindern und unterschiedlichen Förderbedarfen dargelegt.
3. Themen, Lernziele und Kompetenzen: Das Kapitel definiert das Stundenthema sowie die motorischen, kognitiven und sozio-emotionalen Lernziele.
4. Didaktisch-methodische Begründung: Diese zentrale Sektion liefert die fachwissenschaftliche Herleitung der Gleichgewichtsschulung sowie die didaktische Begründung des methodischen Vorgehens.
5. Verlaufsplan: Dieser Abschnitt enthält die detaillierte zeitliche und inhaltliche Strukturierung des Unterrichts inklusive Medien und methodischer Hinweise.
Schlüsselwörter
Sportunterricht, Grundschule, Inklusion, vestibuläre Sinneswahrnehmung, Gleichgewichtsfähigkeit, Bewegungslandschaft, Motorik, Balancieren, koordinative Fähigkeiten, Differenzierung, Lernziele, Sozialkompetenz, Gleichgewichtsschulung, Wahrnehmungsförderung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Planung und Durchführung einer Sportstunde zur Förderung der vestibulären Wahrnehmung in einer inklusiven Grundschulklasse.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Gleichgewichtsschulung, koordinative Fähigkeiten und die Gestaltung von Bewegungslandschaften unter dem Aspekt der Inklusion.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist, Schülern durch vielseitige Bewegungserfahrungen an Geräten eine sichere Balance auf unterschiedlichen Untergründen zu vermitteln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein deduktiver Ansatz verfolgt, der durch externe Differenzierung und verschiedene Materialangebote eine individuelle Förderung ermöglicht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die fachwissenschaftliche Analyse des Gleichgewichts, die didaktische Begründung des Unterrichtsinhalts sowie den detaillierten Verlaufsplan.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Inklusion, Gleichgewichtsschulung, Bewegungslandschaft, vestibuläre Wahrnehmung und motorische Grundeigenschaften.
Wie werden Kinder mit Förderbedarf in den Sportunterricht integriert?
Die Integration erfolgt durch den Einsatz von Helferkindern, differenzierte Materialien und angepasste Schwierigkeitsstufen an den jeweiligen Stationen.
Welche Bedeutung hat die Reflexion für den Lernprozess?
Die Reflexion dient der Ergebnissicherung, indem den Schülern ihre eigenen Fortschritte bewusst gemacht und Hinweise für zukünftige Lernphasen gewonnen werden.
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- Anonym (Author), 2019, "Wir wackeln vorwärts, rückwärts, seitwärts!". Förderung der vestibulären Sinneswahrnehmung in einer inklusiven Grundschulklasse mithilfe einer Bewegungslandschaft (Grundschule, Sport), Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/990078