Die Arbeit beschäftigt sich mit den Themen Spracherwerb (Bruner, 1987) und Mehrsprachigkeit (Apeltauer, 2001). Im Kapitel zum Spracherwerb geht sie ein auf die unterschiedlichen Aspekte, die ein Kind beim Spracherwerb bewältigen muss, auf die kognitive Grundausstattung des Kindes und Spracherwerbstheorien. Bezüglich der Mehrsprachigkeit wird eingegangen auf die unterschiedlichen Formen von Bilingualität nach Apeltauer, auf eine eigene Deutung von Bilingualität und Mehrsprachigkeit und auf Beispielsituationen, die Chancen und Risiken einer bilingualen Erziehung verdeutlichen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Ausarbeitung der Themen Spracherwerb und Mehrsprachigkeit
2.1 Bruner: Wie das Kind sprechen lernt
2.1.1 Drei Aspekte, die ein Kind zum Spracherwerb bewältigen muss
2.1.2 Die kognitive Grundausstattung des Kindes
2.1.3 Spracherwerbstheorien und Spracherwerb laut Bruner
2.2 Apeltauer: Mehrsprachigkeit
2.2.1 Die unterschiedlichen Formen von Bilingualität nach Apeltauer
2.2.2 Eigene Deutung von Bilingualität und Mehrsprachigkeit mit Begründung in Anlehnung an die Definitionen in 2.2.1
2.2.3 Beispielsituationen, in denen die Chancen und Risiken einer bilingualen Erziehung deutlich werden
3 Reflexion
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die theoretische Auseinandersetzung mit den Mechanismen des Spracherwerbs bei Kindern sowie den verschiedenen Formen und Auswirkungen von Mehrsprachigkeit, wobei die theoretischen Erkenntnisse mit praktischen Alltagssituationen verknüpft werden.
- Spracherwerbstheorien (Behaviorismus, Nativismus und Interaktionismus)
- Bruners Konzept der kognitiven Grundfertigkeiten bei Kleinkindern
- Klassifizierung von Bilingualität nach Apeltauer
- Chancen und Risiken mehrsprachiger Erziehung
- Verhältnis zwischen Erstsprachentwicklung und Zweitspracherwerb
Auszug aus dem Buch
2.1.2 Die kognitive Grundausstattung des Kindes
Laut Bruner zählen vier Anlagen zu den kognitiven Grundfertigkeiten eines Kindes: Mittel-Zweck-Bereitschaft, Transaktionalität, Systematik, Abstraktheit. Auf diese vier Aspekte möchte ich zur Verdeutlichung nun etwas genauer eingehen und beschreiben, was Bruner genau damit meint.
Mittel-Zweck-Bereitschaft: Ein großer Teil der beim Kleinkind ablaufenden kognitiven Verarbeitungsprozesse begleiten und unterstützen zielgerichtetes Handeln (vgl. Bruner 1987: 17). Er vertritt die Auffassung, dass das Verhalten von Säuglingen „sehr früh die Züge eines Mittel-Zweck-Zusammenhanges und aktiver Suche aufweist“ (Bruner 1987: 19). Als verdeutlichendes Beispiel gibt er in seinem Text an, dass Säuglinge ein großes Vergnügen daraus beziehen, wenn Effekte sich wiederholen und sicher reproduziert werden können (vgl. ebd.).
Als Beispiel aus meinen eigenen Erfahrungen denke ich an unseren 19 Monate alten Sohn. Dieser hat unbändige Freude daran, wenn er vor dem Eintreten in unser Haus die Klingel drücken darf und daraufhin das Geräusch der Klingel ertönt. Ich denke, dass dieses ein gutes Beispiel dafür ist, was Bruner uns verdeutlichen möchte. Das Verhalten ist zielgerichtet (der Klingelton soll ertönen), das Drücken der Klingel ist das Mittel zum Zweck, das Arm Ausstrecken beim Näherkommen der Haustür ist das aktive Suchen und der Effekt des Klingeltons ist sicher wiederholbar. Und jeden Tag, an dem er dieses Erfolgserlebnis hat, belohnt er uns mit einem strahlenden Lächeln und einem vergnügten Glucksen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Verfasserin motiviert ihre Themenwahl durch das eigene Erleben der Sprachentwicklung ihrer Kinder und das Interesse an der Theorie in einem multikulturellen Umfeld.
2 Ausarbeitung der Themen Spracherwerb und Mehrsprachigkeit: Dieses Kapitel analysiert Bruners Spracherwerbstheorien, insbesondere die kognitiven Voraussetzungen, sowie Apeltauers Typologie der Mehrsprachigkeit anhand konkreter Fallbeispiele.
3 Reflexion: Hier wird das gewonnene theoretische Wissen kritisch reflektiert und mit der eingangs aufgestellten Fragestellung sowie der eigenen Lebenswirklichkeit abgeglichen.
Schlüsselwörter
Spracherwerb, Mehrsprachigkeit, Bruner, Apeltauer, Bilingualität, Syntax, Semantik, Pragmatik, Interaktionismus, Nativismus, BICS, CALP, Kleinkind, Sprachentwicklung, Kommunikation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den theoretischen Grundlagen des kindlichen Spracherwerbs und den verschiedenen Ausprägungen von Mehrsprachigkeit im Alltag.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf den Spracherwerbstheorien nach Bruner sowie der Kategorisierung und den Herausforderungen von Bilingualität nach Apeltauer.
Was ist das primäre Ziel dieser Arbeit?
Das Ziel ist es, theoretische wissenschaftliche Konzepte mit der praktischen Beobachtung der Sprachentwicklung bei Kindern zu verknüpfen und zu reflektieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die theoretische Ansätze der Fachdidaktik erläutert und anhand von Fallbeispielen aus dem persönlichen Umfeld der Autorin illustriert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Spracherwerbsaspekten (Syntax, Semantik, Pragmatik), kognitiven Voraussetzungen (Mittel-Zweck, Systematik) und die Differenzierung von Sprachkompetenz (BICS/CALP).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Spracherwerb, Bilingualität, Interaktionismus, sowie die Konzepte von Bruner und Apeltauer.
Wie unterscheidet Apeltauer die verschiedenen Formen der Bilingualität?
Er unterscheidet zwischen balancierten Bilingualen, Bilingualismus mit Dominanz der Erst- oder Zweitsprache sowie dem Phänomen der Semilingualität (Halbsprachigkeit).
Welchen Unterschied macht Apeltauer zwischen BICS und CALP?
BICS beschreibt grundlegende kommunikative Fähigkeiten im Alltag (Erwerb in 1-2 Jahren), während CALP kognitiv anspruchsvollere, akademische Sprachbeherrschung bezeichnet (Erwerb in 4-7 Jahren).
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- Anonym (Author), 2018, Spracherwerb und Mehrsprachigkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/988732