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Das Künstlertum Kaiser Neros im Spiegel der senatorischen Geschichtsschreibung

Titel: Das Künstlertum Kaiser Neros im Spiegel der senatorischen Geschichtsschreibung

Hausarbeit , 2020 , 28 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Wie wurde Neros Auftreten als Künstler aus der Perspektive der senatorischen Geschichtsschreiber wahrgenommen und bewertet? Welche vorherrschenden Kritikpunkte lassen sich in den Darstellungen erkennen?
Einleitend wird in dem ersten Kapitel die senatorische Geschichtsschreibung thematisiert. Zum besseren Verständnis dieses literarischen Phänomens wird in diesem Zuge auch die gesellschaftliche Struktur des römischen Kaiserreiches in ihren Grundzügen beleuchtet. Daran anknüpfend wird in dem darauffolgenden Kapitel die senatorische Perspektive auf den Kaiser dargestellt. Dadurch soll es möglich gemacht werden, die Kriterien, mit welchen der princeps von den Geschichtsschreibern bewertet wurde, festzuhalten, um sie im weiteren Verlauf der Arbeit hinsichtlich der ausgewählten Nero-Darstellungen berücksichtigen zu können. Anschließend wird der Stellenwert der Kunst in der römischen Nobilität veranschaulicht. Dabei liegt der Fokus auf dem gesellschaftlichen Ansehen von Künstlern und der Ausübung von Kunst in der Öffentlichkeit. Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich das letzte Kapitel mit dem Schwerpunkt der Hausarbeit: dem Künstlertum Kaiser Neros und dessen Darstellung und Bewertung in den Werken der senatorischen Geschichtsschreiber. Um die gestellten Leitfragen beantworten zu können, werden die Werke Annales von Tacitus, De vita Caesarum von Sueton sowie die Epitome des Werkes Römische Geschichte von Cassius Dio herangezogen und hinsichtlich der Bewertung von Neros Künstlertum untersucht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Senatorische Geschichtsschreibung

3. Die senatorische Perspektive auf den Kaiser

4. Künstlertum in der römischen Nobilität

5. Das Künstlertum Neros im Spiegel der senatorischen Geschichtsschreibung

5.1 Die künstlerischen Anfänge Neros (Die Jahre bis 59)

5.2 Ein Kaiser als Künstler (Die Jahre 59-64)

5.3 Pisonische Verschwörung, Neronia und Griechenlandreise (Die Jahre 64-68)

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Wahrnehmung und Bewertung des Künstlertums Kaiser Neros durch die senatorische Geschichtsschreibung der Antike. Im Fokus steht dabei die Frage, inwieweit Neros Auftreten als Künstler aus der Perspektive einer standesbewussten römischen Oberschicht als Bruch mit traditionellen Herrschertugenden und sozialen Konventionen wahrgenommen wurde.

  • Die gesellschaftliche Struktur und der Einfluss der Nobilität im Römischen Kaiserreich
  • Senatorische Bewertungskriterien für das Verhalten eines "guten Kaisers" (princeps)
  • Die soziale Stellung von Bühnenkünstlern und das Konzept der Infamie (Schande)
  • Analyse der Darstellung Neros in den Werken von Tacitus, Sueton und Cassius Dio
  • Die Rolle künstlerischer Aktivitäten in der politischen Selbstinszenierung Neros

Auszug aus dem Buch

5.2 Ein Kaiser als Künstler (Die Jahre 59-64)

Nach der Ermordung seiner Mutter Agrippina im Jahr 59, welche laut unserer Gewährsleute von Nero selbst veranlasst wurde, begann er schließlich seiner Begierde als Künstler aufzutreten ungehemmter nachzugehen. Vorerst präsentierte er seine standeswidrigen Darbietungen noch in privater und geschlossener Atmosphäre, woraus sich ableiten lässt, dass ihm die Problematik eines öffentlichen Auftritts in Rom bewusst war. Beispielsweise berichtet Tacitus, dass Nero kurz nach dem Tod Agrippinas in seinen Gärten als Wagenlenker auftrat, den Auftritt als Bühnenkünstler hatten ihm Seneca und Burrus untersagt. Dabei weist er ausdrücklich darauf hin, dass sich unter den Zuschauern nicht die Angehörigen eines jeden Standes befanden, wodurch sich der Auftritt nach den Vorstellungen der Infamie noch in einem akzeptablen geschlossenen Rahmen bewegte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema ein und umreißt die Forschungsfragen hinsichtlich der Wahrnehmung Neros als Künstlerkaiser durch die zeitgenössischen Geschichtsschreiber.

2. Senatorische Geschichtsschreibung: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen der römischen Gesellschaftsstruktur und die soziale Herkunft der Geschichtsschreiber, die das Bild der Kaiser maßgeblich prägten.

3. Die senatorische Perspektive auf den Kaiser: Hier werden die Erwartungshaltungen der römischen Oberschicht an einen Kaiser analysiert, insbesondere das Idealbild des primus inter pares.

4. Künstlertum in der römischen Nobilität: Das Kapitel befasst sich mit dem geringen gesellschaftlichen Ansehen von Bühnenkünstlern und der Ambivalenz gegenüber künstlerischen Betätigungen in der Nobilität.

5. Das Künstlertum Neros im Spiegel der senatorischen Geschichtsschreibung: Dieser Hauptteil untersucht chronologisch Neros künstlerische Anfänge, seine Entwicklung als Künstlerkaiser und die Reaktionen darauf, wie etwa die Pisonische Verschwörung.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass Neros Abwendung von seiner sozialen Rolle als Kaiser zugunsten einer Künstlerexistenz zur negativen Darstellung in den antiken Quellen führte.

Schlüsselwörter

Nero, Senatorische Geschichtsschreibung, Prinzipat, Künstlertum, Nobilität, Infamie, Tacitus, Sueton, Cassius Dio, Princeps, Bühnenkünstler, Pisonische Verschwörung, Griechenlandreise, Herrschertugenden, Sozialgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie die antiken senatorischen Geschichtsschreiber das künstlerische Auftreten des Kaisers Nero wahrgenommen und bewertet haben.

Welche Themenfelder sind zentral für die Untersuchung?

Zentral sind die gesellschaftliche Hierarchie Roms, das senatorische Standesbewusstsein, die Bewertung von Kunstausübung und die Konstruktion des "schlechten Kaisers" in der Geschichtsschreibung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu klären, warum Nero als Künstler von der senatorischen Oberschicht so kritisch betrachtet wurde und welche spezifischen Erwartungen er als Kaiser enttäuschte.

Welche wissenschaftlichen Quellen werden für die Analyse verwendet?

Hauptsächlich werden die Werke von Tacitus (Annales), Sueton (De vita Caesarum) und Cassius Dio (Römische Geschichte) herangezogen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die drei Phasen von Neros Herrschaft und untersucht, wie er sich vom privaten Künstler zum öffentlichen Akteur auf der Bühne entwickelte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Nero, senatorische Geschichtsschreibung, Künstlertum, Infamie und das Idealbild des princeps.

Warum galt das Auftreten als Künstler für Nero als so problematisch?

In Rom war die öffentliche Ausübung von Kunst mit dem Status eines Bühnenkünstlers verbunden, was als infamierend galt und für einen Angehörigen der Oberschicht, erst recht für einen Kaiser, den Verlust seines Standes anzeigte.

Welche Rolle spielte die Griechenlandreise für die Beurteilung durch den Senat?

Die Griechenlandreise wurde als Abwendung von den kaiserlichen Pflichten in Rom interpretiert; Nero unternahm quasi einen "künstlerischen Feldzug" statt eines militärischen, was von der Elite als Provokation empfunden wurde.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Künstlertum Kaiser Neros im Spiegel der senatorischen Geschichtsschreibung
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Note
1,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
28
Katalognummer
V985702
ISBN (eBook)
9783346342201
ISBN (Buch)
9783346342218
Sprache
Deutsch
Schlagworte
künstlertum kaiser neros spiegel geschichtsschreibung senatorische geschichtsschreibung tacitus cassius dio sueton wagenlenker schauspieler kithara sänger griechenlandreise rom augustus kaiserreich römisches kaiserreich nero senator brand
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2020, Das Künstlertum Kaiser Neros im Spiegel der senatorischen Geschichtsschreibung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/985702
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Leseprobe aus  28  Seiten
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