Was macht Wissenschaft wirklich aus? Darüber stritten Wissenschaftler schon zu Beginn der 1930er Jahre im Rahmen des Positivismusstreits. Deshalb werde ich seinen Einfluss im weiteren Verlauf dieser Arbeit näher beleuchten. Außerdem lege ich differenzierte Methoden wissenschaftlicher Datengewinnung dar, gehe auf die Hauptgütekriterien ein und grenze die Wissenschaft finanziell und ethisch ab. Beginnen werde ich mit zwei entgegengesetzten Meinungen zum Thema, die ich im Fazit noch einmal aufgreifen wund abschließend bewerten werde.
Die Wissenschaft umgibt uns überall. Sei es zu Hause, auf der Arbeit oder dort, wo wir uns gerade aufhalten. Es gibt sie in den Medien, wie Funk und Fernsehen oder im Internet.
Mir ist aufgefallen, dass ich über das Thema Wissenschaft noch nie wirklich nachgedacht habe, sondern sie immer als gegeben hinnahm.
Ich habe ihre Autorität nie in Frage gestellt und finde es jetzt sogar erstaunlich, denn die Erkenntnis der Welt beschäftigt die Menschheit schon seit tausenden von Jahren. Philosophen begannen bereits vor 2500 Jahren darüber nachzudenken, wie sich Wissenschaft, also unfehlbares, verlässliches Wissen erlangen lässt. Es sollte den Anspruch haben, als bewiesene Wahrheiten unumstößlich zu gelten. Diese Suche gestaltete sich jedoch als schwierig. Und seit jener Zeit werden stetig Theorien und Methoden entwickelt, unsere Welt mehr und mehr zu verstehen oder zu verändern.
Aber was macht Wissenschaft aus? Um diese Frage klären zu können, ist es zunächst sinnvoll, den Begriff „Wissen“ näher zu betrachten.
Was ist also „Wissen?“ Selbst diese kleine Frage wirkt so simpel und ist doch so vielschichtig. Bei meinen Recherchen stellte ich schnell fest, dass ein paar Seiten für diese Definition nicht ausreichen werden. Natürlich erwerben wir Wissen durch unsere Erfahrungen, durch Erzählungen von unseren Großeltern, Eltern oder unserem Freundes- und Bekanntenkreis. Auch erfahren wir Wissen durch unsere Sinne. Wie fühlt sich die wärmende Sonne an? Wie schmeckt ein Eis? Außerdem erwerben wir unser Wissen aus Medien wie zum Beispiel aus Büchern, dem Radio, dem Fernsehen oder das Internet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung – Einführung in das Thema
2. Was ist Wissenschaft
2.1. Karl Popper
2.2. Max Weber
2.3. Theodor Adorno
3. Der Positivismusstreit, die Kritische Theorie und der Kritische Rationalismus
4. Wissenschaftliche Werte und Gütekriterien
4.1. Werte der Wissenschaft
4.2. Gütekriterien der Wissenschaft
5. Qualitative, Quantitative Wissenschaft und „mixed Methods“
5.1. Qualitative Forschungsmethoden
5.2. Quantitative Forschungsmethoden
5.3. „Mixed Methods“
6. Grenzen der Wissenschaft
7. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit setzt sich grundlegend mit der Definition und dem Wesen von Wissenschaft auseinander. Ziel ist es, die historische Entwicklung wissenschaftstheoretischer Debatten nachzuvollziehen, zentrale Gütekriterien zu beleuchten und eine Einordnung qualitativer sowie quantitativer Methoden vorzunehmen, um ein fundiertes Verständnis über die Möglichkeiten und ethischen Grenzen wissenschaftlichen Arbeitens zu gewinnen.
- Grundlagen des Wissensbegriffs
- Positivismusstreit und kritischer Rationalismus
- Wissenschaftliche Werte und Qualitätskriterien (Objektivität, Reliabilität, Validität)
- Methoden wissenschaftlicher Datengewinnung
- Ethik und Finanzierung als Begrenzungen der Wissenschaft
Auszug aus dem Buch
4.2. Gütekriterien der Wissenschaft
Über die Qualität wissenschaftlicher Arbeit entscheiden die so genannten Gütekriterien. Es gibt drei wesentliche Kriterien. Das sind: Objektivität, Reliabilität und die Validität.
Marc Ziegle nennt in seiner Arbeit noch zwei weitere Gütekriterien. Das ist zum einen die Repräsentativität und zum anderen die intersubjektive Nachvollziehbarkeit (Ziegle, 2016, S. 259). Ich werde mich hier auf die drei Hauptgütekriterien beschränken, beginnend mit der Objektivität. Sie misst, inwieweit der durchgeführte Test unabhängig vom Anwender ist. Verschiedene Personen müssen individuell zu denselben Ergebnissen einer Erhebung kommen (Bortz, Döring, 2006, S.195). Die Objektivität lässt sich zusätzlich in folgende Unterkriterien einteilen:
1. die Duchführungsobjektivität: Das Testergebnis muss unabhängig vom Untersuchungsleiter sein. (Himme, 2009, S. 485). Deshalb werden die Anleitungen der Test standardisiert und sind im Allgemeinen wörtlich vorgegeben (Bortz, Döring, 2006, S. 195).
2. die Auwertungsobjektivität: Verschiedene auswertende Personen müssen bei der Analyse des Testes auf das gleiche Ergebnis kommen (Bortz, Döring, 2006, S. 195).
3. die Interpretationsobjektivität: Der Analyst eines Testes orientiert sich an gewissen Normen (z.B. Altersnormen oder Bildungsnormen). Subjektive Deutungen müssen beim Auswerten außen vorgelassen werden (Bortz, Döring, 2006, S. 195). Die Normierung macht verschiedene Test vergleichbar. (Himme, 2009, S. 485f.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung – Einführung in das Thema: Die Einleitung beleuchtet die Allgegenwärtigkeit der Wissenschaft und motiviert die Auseinandersetzung mit der Begriffsbestimmung von "Wissen" und der wissenschaftlichen Herangehensweise.
2. Was ist Wissenschaft: Dieses Kapitel porträtiert bedeutende Denker wie Popper, Weber und Adorno und zeigt deren unterschiedliche Perspektiven auf das Wesen der wissenschaftlichen Erkenntnisgewinnung auf.
3. Der Positivismusstreit, die Kritische Theorie und der Kritische Rationalismus: Es wird die Auseinandersetzung zwischen der Kritischen Theorie und dem Kritischen Rationalismus dargestellt, wobei insbesondere die methodischen Differenzen zwischen Adorno und Popper im Fokus stehen.
4. Wissenschaftliche Werte und Gütekriterien: Hier werden die ethischen Ansprüche an wissenschaftliches Handeln sowie die zentralen Qualitätskriterien Objektivität, Reliabilität und Validität definiert.
5. Qualitative, Quantitative Wissenschaft und „mixed Methods“: Das Kapitel vergleicht unterschiedliche Datenerhebungsmethoden und zeigt die Vorteile der Kombination beider Ansätze in "Mixed Methods"-Designs auf.
6. Grenzen der Wissenschaft: Es wird kritisch hinterfragt, wo die Wissenschaft durch ethische, moralische und finanzielle Rahmenbedingungen an ihre Grenzen stößt.
7. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Bedeutung normierter Erkenntnisgewinnung zusammen und mahnt die kritische Reflexion hinsichtlich der Finanzierung und Objektivität in der modernen Wissenschaft an.
Schlüsselwörter
Wissenschaft, Erkenntnisgewinnung, Positivismusstreit, Karl Popper, Max Weber, Theodor Adorno, Kritischer Rationalismus, Wissenschaftliche Werte, Gütekriterien, Objektivität, Reliabilität, Validität, Qualitative Forschungsmethoden, Quantitative Forschungsmethoden, Mixed Methods
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es grundsätzlich in dieser Arbeit?
Die Arbeit bietet eine Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten und beleuchtet philosophische Grundlagen sowie methodische Standards.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit behandelt die Wissenschaftstheorie, die Bedeutung wissenschaftlicher Gütekriterien, verschiedene Forschungsmethoden sowie die ethischen Grenzen der Wissenschaft.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, das Verständnis für wissenschaftliche Arbeitsweisen zu schärfen und die Debatte um Werte und Objektivität in der Forschung einzuordnen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden vorgestellt?
Es werden qualitative und quantitative Forschungsmethoden sowie deren Kombination durch „Mixed Methods“ erläutert.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?
Im Hauptteil werden die Ansätze prägender Denker wie Popper und Weber, die Gütekriterien wissenschaftlicher Messungen sowie die Abgrenzung von Forschungsmethoden diskutiert.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wesentliche Begriffe sind Wissenschaftstheorie, Forschungsmethodik, Objektivität, Reliabilität, Validität und der Positivismusstreit.
Wie unterscheidet die Autorin die Gütekriterien Objektivität, Reliabilität und Validität?
Objektivität beschreibt die Anwenderunabhängigkeit, Reliabilität die Zuverlässigkeit bzw. Stabilität des Messinstruments, und Validität die Gültigkeit, also ob tatsächlich das gemessen wird, was gemessen werden soll.
Warum wird im Dokument die Problematik der "Mixed Methods" thematisiert?
Es wird aufgezeigt, dass durch die Kombination von qualitativen und quantitativen Daten Synergieeffekte entstehen können, die eine vollständigere und klarere Analyse der Forschungsergebnisse ermöglichen.
Welche Rolle spielt die Finanzierung als Grenze der Wissenschaft laut der Arbeit?
Die Arbeit warnt davor, dass durch die Abhängigkeit von Auftraggebern die Objektivität gefährdet werden kann, wenn finanzielle Interessen die Auswahl von Forschungsthemen dominieren.
- Arbeit zitieren
- Ines Ochmann (Autor:in), 2019, Was ist Wissenschaft?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/981462