In dieser Arbeit soll es darum gehen, aufzuzeigen, inwieweit sich der Einsatz von Werbung im Französischunterricht lohnen kann, um die interkulturelle Kompetenz bei Schülerinnen und Schülern zu fördern. Zu diesem Zweck soll zunächst einmal eine Einführung darüber stattfinden, was genau unter Werbung zu verstehen ist und wie Werbung und Kultur zusammenhängen. Wo lassen sich kulturellen Aspekte in Werbung finden? In diesem Zusammenhang soll es auch um das Konzept des Storytellings in der Werbung gehen, um aufzuzeigen, inwieweit kulturelle Konnotationen in Werbung durch das Erzählen von Geschichten zu finden sind.
Anschließend sollen die verschiedenen Dimensionen der interkulturellen Kompetenz thematisiert und in einen bildungspolitischen Rahmen gebracht werden. Auch Möglichkeiten zur Schulung der interkulturellen Kompetenz sollen hier aufgezeigt werden, damit im Anschluss erläutert werden kann, wie nun die Behandlung von Werbung im Fremdsprachenunterricht dabei helfen kann, die interkulturelle Kompetenz zu fördern. Hierfür geht es zunächst einmal darum, inwieweit Werbung als Unterrichtsgegenstand geeignet ist und welche Relevanz sie für SuS hat. Anschließend folgen Begründungen und praktische Möglichkeiten für die Schulung interkultureller Kompetenz durch die Thematisierung von Werbung im Fremdsprachenunterricht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Werbung und Kultur
2.1 Definition und Besonderheiten von Werbung
2.2 Kulturelle Aspekte in Werbung
2.3 Storytelling als Methode in der Werbung
3. Interkulturelle Kompetenz
3.1 Bestandteile und bildungspolitische Dimensionen
3.2 Möglichkeiten der Schulung
4. Werbung und interkulturelle Kompetenz
4.1 Werbung als Unterrichtsgegenstand
4.2 Förderung der interkulturellen Kompetenz durch Werbung
4.3 Praktische Möglichkeiten für den Fremdsprachenunterricht
5. Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial von Werbung als authentisches Unterrichtsmaterial im Französischunterricht, um die interkulturelle Kompetenz von Schülerinnen und Schülern gezielt zu fördern. Dabei wird analysiert, wie kulturelle Konnotationen und Marketingstrategien im Unterricht reflektiert werden können, um ein tieferes Verständnis für die Zielkultur zu entwickeln.
- Werbung als kultureller Spiegel der Gesellschaft
- Einsatz von Storytelling als narratives Marketinginstrument
- Dimensionen der interkulturellen Kompetenz im Fremdsprachenunterricht
- Analyse von Werbestrategien zur Förderung interkultureller Sensibilisierung
- Komparative Ansätze für den Sprachunterricht (Vergleich deutscher und französischer Werbebotschaften)
Auszug aus dem Buch
2.3 Storytelling als Methode in der Werbung
Als beliebte Methode zum Vermitteln von emotionalen Werten in der Werbung wird die Methode des Storytellings eingesetzt. Das Erzählen von Geschichten ist zunächst einmal kein neues Konzept. Es handelt sich um eine universelle kulturelle Praktik (vgl. Tophinke 2017: 70) und zählt zu den anthropologischen Konstanten der Menschheit (vgl. Kim 2017: 317), da Geschichten schon immer und in jeder Kultur erzählt wurden und werden. Bei Geschichten handelt es sich um „eine spielerische Reduktion von Komplexität, die einen Wiederholungszwang auslöst und in dem Ritual ihrer Erzählung als kulturstiftend wirkt. […] Geschichten sind sozioinduktiv, sie stiften Geselligkeit und Gesellschaften. Es gehört zur jeweiligen kulturellen Tradition, dass sich bestimmte Handlungsabläufe jeweils standardisieren […]“ (Kocks 2017: Xf.).
Aber das Erzählen bringt auch kulturelle Besonderheiten und Traditionen zum Vorschein: „Das Erzählen bringt immer kulturell vermittelte, individuelle oder kollektive Erinnerungen, Erfahrungen, Phantasien, Vorstellungen usw. zum Ausdruck“ (Kim 2017: 319). Somit sind Storytelling und Kultur in beide Richtungen miteinander verbunden: Geschichten, als „Archetypen einer Kultur“ (Kocks 2017: XI), konstruieren gesellschaftliche Konventionen. Andersherum bestimmen Konventionen und kulturelle Festlegungen, wie und welche Geschichten erzählt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert das Vorhaben, Werbung als Instrument zur Förderung der interkulturellen Kompetenz im Französischunterricht zu untersuchen und erläutert die methodische Herangehensweise.
2. Werbung und Kultur: Dieses Kapitel definiert Werbung als inszenierte Kommunikation und analysiert deren starke kulturelle Verwobenheit sowie die Bedeutung von Storytelling als Methode zur Vermittlung emotionaler Werte.
3. Interkulturelle Kompetenz: Hier werden die theoretischen Grundlagen der interkulturellen Kompetenz, angelehnt an das Modell von Bryam, sowie verschiedene Ansätze zur schulischen Förderung dieser Kompetenz behandelt.
4. Werbung und interkulturelle Kompetenz: Dieses Kapitel führt die beiden Hauptthemen zusammen und zeigt auf, wie Werbung als authentisches Material zur kritischen Reflexion und zum interkulturellen Lernen im Unterricht genutzt werden kann.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Werbung ein wertvolles, alltagsrelevantes Medium für den Fremdsprachenunterricht darstellt, das bei kritischer Analyse die interkulturelle Sensibilisierung effektiv unterstützen kann.
Schlüsselwörter
Werbung, interkulturelle Kompetenz, Fremdsprachenunterricht, Storytelling, Kulturstandards, Werbesprache, kulturelle Konnotationen, Französischunterricht, Medienkompetenz, interkulturelles Lernen, Werbeanzeigen, Zielkultur, Marketingstrategien, Stereotype, Authentizität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Werbung im Französischunterricht eingesetzt werden kann, um Schülern die fremde Kultur näherzubringen und ihre interkulturelle Kompetenz zu stärken.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit verbindet die Themenfelder Werbekommunikation (inkl. Storytelling), Kulturtheorie und Fremdsprachendidaktik.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Lehrer Werbematerialien nutzen können, um Schüler für kulturelle Unterschiede und Konventionen in frankophonen Ländern zu sensibilisieren.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es handelt sich um eine fachdidaktische Analyse, die auf Literaturrecherche und der Anwendung bestehender didaktischer Modelle auf den Gegenstand „Werbung“ basiert.
Was steht im Hauptteil im Fokus?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Verknüpfung von kulturellen Aspekten in der Werbung mit den Kompetenzanforderungen des modernen Fremdsprachenunterrichts.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Dokument?
Wichtige Begriffe sind Werbung, interkulturelle Kompetenz, Französischunterricht, Storytelling und interkulturelles Lernen.
Warum wird Storytelling als Teil der Werbestrategie hervorgehoben?
Storytelling wird als Methode analysiert, weil es komplexe kulturelle Werte und kollektive Mythen in Geschichten übersetzt, die für den Rezipienten emotional greifbar sind.
Welchen Stellenwert haben Stereotype in der Unterrichtsanalyse?
Stereotype werden als ambivalente Identifikationsangebote gesehen, die im Unterricht kritisch hinterfragt werden müssen, um ein reflektiertes Bild der Zielkultur zu erhalten.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2020, Förderung der interkulturellen Kompetenz durch Werbung als Unterrichtsgegenstand, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/978803