Ziel dieser Arbeit ist es damit, die gesamtgesellschaftliche Bedeutung des Vielfaltsmanagements aus den historischen und derzeitigen gesellschaftlichen, juristischen und wirtschaftlichen Entwicklungen herzuleiten. Außerdem sollen vorhandene Ansätze auf ihre unternehmensethische Wirksamkeit bewertet und letztlich Möglichkeiten zur ethischen Funktionalität von Diversity- und dem darauf aufbauenden Inklusionsmanagement dargestellt werden.
"Given these demographic changes, most organizations recognize that there is no turning back with respect to diversity, that diversity is a fact rather than a fad, and that companies that do a good job with diversity will gain a competitive edge over those that do not." Dieses Zitat von Ragins und Gonzales zeigt, welche Bedeutung Diversity Management im heutigen Kontext haben sollte. Intensive Veränderungen der Umweltbedingungen, wie die voranschreitende Internationalisierung, steigende institutionelle Anforderungen an Unternehmen und eine stärkere Individualisierungstendenz der Arbeitnehmer führen zu veränderten gesellschaftlichen Wertevorstellungen und damit erhöhten sozialkonformen Ansprüchen an unternehmerisches Handeln. Ragins und Gonzales postulieren in ihrer Aussage zum Diversity Management einen vor allem betriebswirtschaftlichen Wettbewerbsvorteil durch den bedarfsgerechten und systematischen Einsatz von Vielfaltsmanagement.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Kontextuelle Einordnung des Vielfältigkeits- und Inklusionsbestrebens
Definition Diversity und Inklusionsmanagement
Ansätze des Diversity und Inklusionsmanagements
Unternehmensethische Bewertung der Diversity und Inklusionsansätze
Beispiel gelungener Inklusion dargestellt an dem Konzept von Daimler
Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die unternehmensethische Dimension von Diversity- und Inklusionsmanagement. Das primäre Ziel ist es, die gesellschaftliche Bedeutung dieser Konzepte aus historischen, juristischen und wirtschaftlichen Entwicklungen herzuleiten, bestehende Ansätze kritisch zu bewerten und Möglichkeiten für eine ethisch funktionale Gestaltung in Unternehmen aufzuzeigen.
- Historische Entwicklung von Vielfältigkeits- und Inklusionsbestrebungen
- Theoretische Grundlagen und Definitionen von Diversity und Inklusion
- Kritische Analyse verschiedener Diversity- und Inklusionsansätze
- Unternehmensethische Evaluation der Ansätze und Praxisbeispiele
Auszug aus dem Buch
Unternehmensethische Bewertung der Diversity und Inklusionsansätze
Im folgenden Kapitel werden die vorgestellten Ansätze und ihre Implikationen für die Praxis in unternehmensethischer Hinsicht bewertet. Die Konstrukte werden also daraufhin untersucht, inwieweit sie die Einhaltung moralischer Prinzipien gewährleisten und ein gesellschaftlich annehmbares Unternehmensverhalten fördern.28 Wie im Kapitel Kontextuelle Einordnung des Vielfältigkeits- und Inklusionsbestrebens beschrieben, steigen die Anforderungen an die Sozialverantwortung und Sozialverträglichkeit wirtschaftlichen Handelns aus gesellschaftlicher und institutioneller Perspektive. Folglich wird im nachfolgenden Text die Fragestellung untersucht: Werden durch die Diversity und Inklusionsansätze die Interessen aller zu berücksichtigenden Bevölkerungsgruppen berücksichtigt?
Orientiert sich ein Unternehmen an dem wenig diversifikationskonformen Resistenzansatz ist dies sowohl in unternehmensethischer Hinsicht, als auch betriebswirtschaftlich als Stagnation zu werten. Trotz eines betriebswirtschaftlichen Erfolgspotentials der Implementierung eines Diversity-Konstruktes und der positiven Auswirkungen auf das Unternehmensimage im Rahmen der Erfüllung seiner sozialen Verantwortung wird in diesem Ansatz eine Vielfalt innerhalb eines Unternehmens vollständig abgelehnt. Somit ist hier eine moralische Komponente, also die Abbildung eines allgemeinwirtschaftlich anerkannten wünschenswerten Zustandes zu negieren.29 Beim Fairnessansatz wird eine quantitative Präsenz benachteiligter Gruppen innerhalb eines Unternehmens durch Maßnahmen mit Sanktionscharakter gewährleistet. Einem veränderten Diversitätsbewusstsein von einer potentiellen Diskriminierung zu einer ex ante gewährleisteten Inklusionskultur entspricht dieser Ansatz jedoch nicht. Vielmehr werden hier Gesetze vornehmlich mit sittlichen Normen, wie die Antirassismusrichtlinie, die Genderrichtlinie oder das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz eingesetzt, um eine Verpflichtung zum Vielfaltsmanagement zu implementieren.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung von Diversity Management vor dem Hintergrund demografischer Veränderungen und wirtschaftlicher Erfolgsfaktoren bei gleichzeitigem Defizit in der ethischen Umsetzung.
Kontextuelle Einordnung des Vielfältigkeits- und Inklusionsbestrebens: Dieses Kapitel erläutert die historischen und gesellschaftlichen Ursprünge der Forderungen nach Chancengleichheit und Inklusion, beeinflusst durch Bürgerrechtsbewegungen und institutionelle Anforderungen.
Definition Diversity und Inklusionsmanagement: Hier werden die zentralen Begriffe Diversity und Inklusion definiert und deren wechselseitige Abhängigkeit als strategische Basis für organisationale Einbindungen dargestellt.
Ansätze des Diversity und Inklusionsmanagements: Es werden verschiedene theoretische Konzepte vorgestellt, die von resistenten Ansätzen bis hin zu einer effektiven Nutzung von Vielfalt reichen, ergänzt durch soziologische Inklusionstheorien.
Unternehmensethische Bewertung der Diversity und Inklusionsansätze: Dieses Kapitel evaluiert die vorgestellten Ansätze hinsichtlich ihrer moralischen Einhaltung und der Berücksichtigung der Interessen betroffener Bevölkerungsgruppen.
Beispiel gelungener Inklusion dargestellt an dem Konzept von Daimler: Anhand des Daimler-Konzepts wird die praktische Anwendung von Diversity- und Inklusionsmaßnahmen aufgezeigt und kritisch reflektiert.
Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst zusammen, dass trotz vorhandener Ansätze der Fokus häufig noch zu stark auf dem negativen Verschiedenheitsaspekt liegt und fordert eine ethisch zuträglichere Unternehmenskultur.
Schlüsselwörter
Diversity Management, Inklusionsmanagement, Unternehmensethik, Chancengleichheit, Vielfalt, Sozialverantwortung, Arbeitswelt, Inklusionstheorien, Personalmanagement, Unternehmenskultur, Diskriminierung, Effektivitätsansatz, Sozialkonstrukt, Beschäftigtenstruktur, Integration
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit Diversity- und Inklusionsmanagement im Kontext der Unternehmensethik und untersucht, wie Unternehmen diese Konzepte ethisch verantwortungsbewusst in ihre Praxis integrieren können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die historische Einordnung von Vielfältigkeitsbestrebungen, die theoretische Definition von Diversity und Inklusion sowie deren Bewertung aus einer unternehmensethischen Perspektive.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die gesellschaftliche Bedeutung von Vielfaltsmanagement herzuleiten und zu untersuchen, ob bestehende Ansätze die Interessen aller Bevölkerungsgruppen berücksichtigen und ethischen Anforderungen gerecht werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse, bei der verschiedene Diversity- und Inklusionskonzepte sowie Inklusionstheorien (z.B. von Luhmann, Bourdieu, Durkheim) zusammengeführt, bewertet und anhand eines Praxisbeispiels (Daimler) illustriert werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Kontextualisierung der Thematik, die Definition der Begriffe, die Darstellung der Diversity- und Inklusionsansätze, deren ethische Bewertung sowie eine praktische Fallstudie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Diversity Management, Inklusionsmanagement, Unternehmensethik, Chancengleichheit und Unternehmenskultur charakterisiert.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen Diversity und Inklusion?
Die Arbeit nutzt die Metapher: Diversity ist die Einladung zur Party, Inclusion ist die Aufforderung zum Tanz. Diversity betrachtet die vorhandene Vielfalt, während Inklusion die ganzheitliche, gleichberechtigte Einbeziehung in ein soziales Gefüge beschreibt.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich des Daimler-Beispiels?
Der Autor erkennt das hohe Niveau der Maßnahmen bei Daimler an, kritisiert jedoch, dass auch dort noch ein zu starker Fokus auf der (negativen) Verschiedenheit liegt und bestimmte Diversitätsfelder, wie Menschen mit Handicap, nicht ausreichend abgedeckt sind.
Welcher Inklusionsansatz wird als am ethischsten bewertet?
Der Effektivitätsansatz wird als derjenige bewertet, der am ehesten den moralischen Anforderungen entspricht, da er Vielfalt als Normalität begreift und Defizite in Potentiale transformiert.
- Quote paper
- Nicolai Müller (Author), 2018, Diversity- und Inklusionsmanagement im unternehmensethischen Zusammenhang, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/972481