In dieser Arbeit wird das mediale Angebot zur Europäischen Union untersucht. Im Fokus steht dabei ein Lernportal der Bundeszentrale für politische Bildung, welches in seinem Angebot und seinen Errungenschaften analysiert wird.
Zu Beginn der Entwicklung der Europäischen Union herrschte in der europäischen Medienlandschaft ein überwiegend positiver und optimistischer Grundtenor vor. Die Journalisten, welche auf europäischer Ebene agierten, waren meist geprägt von der allgemeinen Aufbruchsstimmung in Europa. Anstatt als neutraler Beobachter der aktuellen Entwicklungen Europas zu fungieren, waren sie euphorisiert von Europa als Gemeinschaftsprojekt. Diese Gegebenheit änderte sich jedoch im Laufe der Zeit, als die Strukturen der Europäischen Gemeinschaft immer komplexer wurden und vermehrt problemorientierte Sichtweisen auftraten. Die steigende Anzahl der Mitglieder der Europäischen Union und die damit verbundenen Probleme und Konflikte führten dazu, dass immer mehr kritische Stimmen aufkamen, welche dem Status quo Europas kritisch gegenüber standen. Heute werden wöchentlich neue Diskurse in den Medienlandschaften der europäischen Staaten veröffentlicht. Zahlreiche innen- sowie außenpoltische Themen sind aktuell für die europäischen Staaten relevant, was der Grund dafür ist, dass in Bezug auf die europäische Berichterstattung äußerst pluralistische Sichtweisen vorherrschen. Einige Themen, welche vor kurzem noch als essentiell wichtig erschienen, rücken nun auf Grund aktueller Geschehnisse und rascher Veränderungen in den Hintergrund, obwohl deren Wichtigkeit weiterhin unbestritten ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Europa Aktuell
2. Vorstellung des Konzepts “Europa Erleben” - ein multimediales Konzept der Bundeszentrale für politische Bildung
2.1 Lernen mit Medien
2.2 Multimediales Arbeiten
2.3 Kurzporträt des Projekts
3. Umsetzung des Konzepts “Europa Erleben”
3.1 Strategische Planung
3.2 Aufbau des Portals
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial eines multimedialen Lernportals für die politische Bildung, mit dem Ziel, Jugendlichen und jungen Erwachsenen komplexe europäische Themen durch innovative Vermittlungsmethoden zugänglich zu machen und einen grenzüberschreitenden europäischen Journalismus zu fördern.
- Konzeption eines multimedialen Bildungsangebots für die Bundeszentrale für politische Bildung
- Analyse von E-Learning-Methoden und deren Anwendung im Bildungskontext
- Vergleich und Einordnung von crossmedialen und multimedialen Arbeitsweisen
- Strategische Planung und Aufbau einer webbasierten Wissensplattform
- Förderung eines multiperspektivischen Blicks auf aktuelle europäische Debatten
Auszug aus dem Buch
2.2 Multimediales Arbeiten
Crossmedia, Multimedia und Transmediales Arbeiten sind längst Bestanteile des Alltags von Journalisten, als Folge der wachsenenden Digitalisierung. Zunächst ist eine Abgrenzung der Begriffe erforderlich. Crossmediales Storytelling meint die „Vernetzung verschiedener medialer Angebotsmöglichkeiten unter Einbezug auch beispielsweise von direkter Interaktion mit den Lesern, Hörern, Sehern oder Usern, kurz: den Nutzer”.
Der Eichstätter Journalistikprofessor Klaus Meier behauptet, dass „Themen vielfältig geplant, recherchiert und auf verschiedenen Plattformen in unterschiedlichen Versionen jeweils plattformspezifisch veröffentlicht werden”, mit dem Ziel eines komplexen “ „Story-Telling über technische Mediengrenzen hinweg.” Der Vorteil des crossmedialen Arbeitens ist es „neue Darstellungsformen, Erzählweisen und Möglichkeiten der Inszenierung von Inhalten” zu erschaffen, einen Mehrwert vernetzter Inhalten zu kreieren, sowie die User im Netz interagieren zu lassen.
Auch beim transmedialen Arbeiten steht die Vernetzung von Inhalten auf sozialen Kanälen wie Youtube, Facebook oder Twitter im Fokus. Das Besondere hierbei ist jedoch das Auftreten eines Journalisten einer Redaktion auf allen relevanten Plattformen. Es genügt durch das Rezipieren eines einzigen Kanals um über das Produkt informiert zu sein, ohne das Ganze betrachten zu müssen.
Im Gegensatz dazu steht beim multimedialen Arbeiten das Präsentieren eines Oberthemas mit verschiedenen Darstellungsformen im Vordergrund, ohne zwangsweise den Inhalt auf einer zweiten Plattform darzustellen. Den Beginn hat multimediales Arbeiten in Weblogs. Texte, Bilder, Videos und Podacasts werden auf einer Website miteinander verknüpft, um den Nutzern verschiedene Facetten des Oberthemas möglichst lebendig zu veranschaulichen. Tools wie Wordpress, Linius oder Storehouse helfen dabei die Kosten und den Aufwand des multimediales Arbeitens zu reduzieren. Seine Vorteile sind klar ersichtlich. Das Hauptthema kann durch die unterschiedlichen journalistischen Darstellungsformen möglichst differenziert ausgearbeitet werden. Der Leser kann das Thema durch Lesen, Hören, Anschauen und Interagieren “erleben” und besser aufnehmen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Europa Aktuell: Dieses Kapitel beleuchtet den Wandel der europäischen Medienlandschaft von einem optimistischen Grundtenor hin zu einer komplexeren, problemorientierten Berichterstattung angesichts aktueller Krisen wie der Flüchtlingsproblematik.
2. Vorstellung des Konzepts “Europa Erleben” - ein multimediales Konzept der Bundeszentrale für politische Bildung: Hier werden die theoretischen Grundlagen des E-Learnings sowie die Abgrenzung verschiedener medialer Arbeitsweisen dargelegt und die Zielsetzung des Projekts für die politische Bildung definiert.
3. Umsetzung des Konzepts “Europa Erleben”: Dieses Kapitel erläutert die strategische Planung mittels SWOT-Analyse und beschreibt den inhaltlichen sowie technischen Aufbau des Portals zur Förderung interaktiver Lernprozesse.
4. Fazit: Das Fazit stellt die erzielte Win-Win-Situation für die Bundeszentrale, die Rezipienten und den europäischen Journalismus dar und betont den Mehrwert des innovativen Gesamtkonzepts.
Schlüsselwörter
Europa Erleben, Bundeszentrale für politische Bildung, E-Learning, Multimedia, Crossmedia, Transmediales Arbeiten, Politische Bildung, Digitalisierung, Journalismus, Wissensvermittlung, Europäische Union, Web 2.0, Lernportal, Multiperspektivität, Flüchtlingskrise.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Konzeption und Umsetzung des multimedialen Lernportals „Europa Erleben“ durch die Bundeszentrale für politische Bildung, um aktuelle europäische Themen zeitgemäß aufzubereiten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Schnittstelle von Journalismus und politischer Bildungsarbeit, dem Einsatz digitaler Lernmethoden sowie der Vermittlung komplexer europaweiter Zusammenhänge.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Erstellung eines innovativen Konzepts, das modernes „Storytelling“ und E-Learning kombiniert, um Heranwachsende zur aktiven Auseinandersetzung mit Europa zu motivieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Einordnung journalistischer Arbeitsweisen, eine strategische Analyse (SWOT) sowie die Darstellung eines didaktischen Konzepts für webbasierte Lernplattformen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die aktuelle europäische Medienlage, differenziert zwischen Multimedia-, Crossmedia- und transmedialen Arbeitsweisen und schildert die konkrete Planung und den Aufbau des Portals „Europa Erleben“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen gehören E-Learning, Multimedialität, politische Bildung, europäischer Journalismus, Wissensvermittlung und digitale Partizipation.
Wie geht das Portal mit der Gefahr einer einseitigen Berichterstattung um?
Durch die Einbindung europäischer Medienquellen, etwa in Zusammenarbeit mit eurotopics.net, stellt das Projekt eine multiperspektivische Sichtweise sicher und vermeidet eine rein auf Deutschland fokussierte Darstellung.
Welche Rolle spielt der „animierte Europa-Atlas“ für das Projekt?
Der Atlas dient als zentrales, interaktives Element des Portals, welches es Nutzern ermöglicht, aktuelle gesellschaftliche und politische Konfliktlinien einzelner Länder direkt zu explorieren und „erlebbar“ zu machen.
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- Anonym (Author), 2015, Europa Erleben. Ein multimediales Lernportal der Bundeszentrale für politische Bildung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/963114