Die Arbeit stellt sich die Frage, welche Faktoren für die Zusammensetzung und Entstehung der Preisbewertung verantwortlich sind. Diese Arbeit soll außerdem die erkennbaren Auswirkungen der Preisbewertung auf die wahrgenommene Preisfairness und die Kaufentscheidung darlegen. Letztlich bleibt die Frage zu klären, welche Implikationen für Unternehmen und Konsumenten aus dem erworbenen und hergeleiteten Wissen ersichtlich werden.
Um die drei grade genannten Forschungsfragen herzuleiten und erklären zu können, unterteilt sich diese Arbeit in fünf Kapitel. Im Anschluss an diesen einleitenden Abschnitt, beschäftigt sich das zweite Kapitel der Arbeit vorrangig mit den begrifflichen konzeptionellen Grundlagen im Zusammenhang mit Preisbewertung und der Preisfairness. Nach der Herleitung der Definition von Preisfairness, wird auf verschiedene Theorien eingegangen und diese differenziert dargestellt. Einhergehend beschäftigt sich dieses Kapitel ebenfalls mit der Behavioral Pricing Forschung, sowie der Preisdifferenzierung.
Im zweiten, grade aufgeführten Abschnitt wird hierbei auf die Grundlagen und Ziele, sowie auf die verschiedenen Formen der Preisdifferenzierung eingegangen. Das darauffolgende dritte Kapitel gibt mithilfe einer Forschungstabelle einen aktuellen Überblick über den derzeitigen Forschungsstand. Dieser wird diskutiert und darauf aufbauend werden verschiedene Determinanten und Konsequenzen wahrgenommener Preisfairness abgehandelt.
Im anschließenden vierten Kapitel werden Implikationen für Konsumenten und Unternehmen aufgeführt. Die Arbeit endet in Kapitel fünf, dem Fazit, mit einer Zusammenfassung des in der Diskussion erworbenen Wissens. Außerdem wird die eigene Arbeit kritisch reflektiert und ihre Grenzen werden aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begrifflich Konzeptionelle Grundlagen
2.1 Preisfairness
2.1.1 Equity Theorie
2.1.2 Dual-Entitlement-Theorie
2.1.3 Attributionstheorie
2.2 Behavorial Pricing Forschung
2.3 Preisdifferenzierung
2.3.1 Grundlagen und Ziele der Preisdifferenzierung
2.3.2 Formen der Preisdifferenzierung
3. Betrachtung aktueller Forschungsergebnisse
3.1 Studientabelle
3.2 Determinanten und Konsequenzen wahrgenommener Preisfairness
3.2.1 Determinanten
3.2.2 Konsequenzen
3.3 Einfluss der Bemühungen von Referenzkunden auf die Preisfairness
3.4 Einfluss der Marktmacht auf die Preisfairness
4. Implikationen wahrgenommener Preisfairness – und unfairness
4.1 Implikationen für Unternehmen
4.2 Implikationen für Konsumenten
5. Fazit
5.1 Zusammenfassung
5.2 Limitationen der Arbeit
5.3 Implikationen für Wissenschaft und Praxis
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die Arbeit untersucht das Konstrukt der Preisfairness und deren Einfluss auf das Kaufverhalten von Konsumenten sowie die Implikationen für Unternehmen. Dabei wird analysiert, welche Faktoren die Preisbewertung beeinflussen und wie Konsumenten auf wahrgenommene (Un-)Fairness reagieren, um letztlich Handlungsoptionen für die Praxis abzuleiten.
- Theoretische Fundierung der Preisfairness (Equity-, Dual-Entitlement- und Attributionstheorie)
- Analyse aktueller Forschungsergebnisse zur Preiswahrnehmung
- Einfluss von Marktmacht und Referenzkunden auf Preisfairness-Urteile
- Implikationen für die strategische Preisgestaltung in Unternehmen
- Reaktionen und Verhaltenskonsequenzen von Konsumenten auf Preisänderungen
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Determinanten
Die Preiswahrnehmung und die damit verbundene Bewertung der Preisfairness von Kunden ist abhängig vom Vergleich mit ähnlichen Kunden (sogenannten Referenzkunden, Kap. 3.3). Martins und Monroe haben bereits 1994 herausgefunden, dass Transaktionen in denen ähnliche Kunden für das gleiche Produkt günstigere Preise erhalten, als unfair erachtet werden. Dies gilt jedoch nicht für Gruppenvergünstigungen, oder bei Teilen der Gesellschaft, denen ein geringes Einkommen zugeschrieben wird. Allerdings greift diese Auffassung von Preisfairness nur für Güter des täglichen Bedarfs, nicht für Luxusgüter (Martins & Monroe, 1994, p. 76).
Eine andere Determinante bildet die Gleichheit von Transaktionen. Sollte eine Transaktionen durch ihre wahrgenommenen Merkmale als weniger gleich empfunden werden, werden Preisunterschiede als weniger unfair betrachtet. Dies wird primär durch die unterschiedlichen Leistungsvarianten begründet (Xia, et al., 2004, p. 3).
„Die Motivfairness des Unternehmens bei Preiserhöhungen, das Vertrauen der Kunden zum Unternehmen und die Berücksichtigung anerkannter Grundsätze durch das Unternehmen“ (Fassnacht & Mahadevan, 2010, p. 303) können weitere Faktoren bei der Begründung von differenzierten Preisen sein. Demnach empfinden Kunden Preiserhöhungen als fairer, „wenn sie dem Unternehmen ein positives Motiv bei Preiserhöhungen zuschreiben, über ein hohes Vertrauen zum Unternehmen verfügen, oder dem Unternehmen unterstellen, dass es anerkannte Grundsätze in seinem Handeln berücksichtigt“ (Fassnacht & Mahadevan, 2010, p. 303).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz des Preises als Entscheidungskriterium für Konsumenten und erläutert die Zielsetzung der Arbeit sowie das methodische Vorgehen.
2. Begrifflich Konzeptionelle Grundlagen: Dieses Kapitel stellt die theoretischen Modelle wie Equity-Theorie, Dual-Entitlement-Theorie und Attributionstheorie vor, die das Fundament für das Verständnis von Preisfairness bilden.
3. Betrachtung aktueller Forschungsergebnisse: Das Kapitel bietet eine systematische Übersicht über den aktuellen Forschungsstand anhand einer detaillierten Studientabelle sowie spezifische Analysen zu Determinanten und Einflussfaktoren.
4. Implikationen wahrgenommener Preisfairness – und unfairness: Hier werden die Konsequenzen der Preiswahrnehmung detailliert für Unternehmen und Konsumenten abgeleitet und diskutiert.
5. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen, reflektiert die Limitationen der Arbeit und gibt einen Ausblick auf zukünftige Implikationen für Wissenschaft und Praxis.
Schlüsselwörter
Preisfairness, Preisdifferenzierung, Konsumentenverhalten, Equity Theorie, Dual-Entitlement-Theorie, Attributionstheorie, Preisbewertung, Referenzpreis, Kundenzufriedenheit, Marktmacht, Kaufentscheidung, Preiswahrnehmung, Behavioral Pricing, Motivfairness, Transaktionsgerechtigkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem komplexen Konstrukt der Preisfairness und untersucht, wie Konsumenten Preise bewerten und welche psychologischen Prozesse sowie externen Faktoren dieses Urteil beeinflussen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Preisfairness, der Einfluss von Referenzkunden und Marktmacht auf die Preiswahrnehmung sowie die resultierenden Verhaltenskonsequenzen der Konsumenten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Determinanten und Konsequenzen wahrgenommener Preisfairness systematisch darzulegen und daraus Implikationen für die Unternehmenspraxis sowie das Verständnis des Konsumentenverhaltens abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse (Sekundärforschung), die existierende empirische und konzeptionelle Studien zum Thema Preisfairness sichtet, strukturiert und bewertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Kapitel 2), eine detaillierte Zusammenstellung aktueller Forschungsergebnisse in Tabellenform sowie eine inhaltliche Diskussion der Einflussfaktoren wie Marktmacht und Referenzkunden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Preisfairness, Preisdifferenzierung, Equity Theorie, Konsumentenverhalten und Behavioral Pricing charakterisiert.
Warum ist das Vertrauen in das Unternehmen für die Preisfairness entscheidend?
Kunden bewerten Preiserhöhungen als fairer, wenn sie dem Unternehmen ein positives Motiv zuschreiben, was eng mit dem bestehenden Vertrauensverhältnis zwischen Kunde und Unternehmen korreliert.
Welche Rolle spielen Referenzkunden bei der Bewertung?
Referenzkunden dienen als Vergleichsmaßstab. Wenn ein Konsument feststellt, dass andere Kunden für das identische Produkt einen günstigeren Preis erhalten, führt dies häufig zu einer Wahrnehmung von Unfairness.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2020, Einflussfaktoren der Preisbewertung, wahrgenommener Preisfairness und Kaufentscheidung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/960256