Die Arbeit setzt sich mit Angela Merkels Asylpolitik auseinander. Im Fokus steht dabei ihre Solidaritätsbekundung, die es durch die Definition von Solidarität durch diese Arbeit zu analysieren gilt. Denn der Begriff der Solidarität führt unweigerlich zu Irritationen und wird in vielerlei Kontexten verwendet, unterlegt durch eine Vielzahl unterschiedlichster Prinzipien. Daher ist eine genauere Betrachtung des Begriffs Solidarität unerlässlich, um den besonderen Gehalt der Solidaritätsbekundung Merkels freizulegen und zu verstehen, warum sie trotz massiver Vorwürfe mehr europäische Solidarität fordert.
Inhaltsverzeichnis
1. Merkels Asylpolitik – Ein Lichtblick wahrer Solidarität?
2. Der Syrienkonflikt und die Ambivalenz von Solidarität
3. Angela Merkel und die Europäische Union oder wo Solidarität ansetzen sollte
4. Warum es dennoch einer europäischen Lösung bedarf
5. „Wir schaffen das“ – ein temporärer Lichtblick „wahrer“ Solidarität
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Begriff der Solidarität im Kontext der Flüchtlingskrise und analysiert die Rolle von Angela Merkels politischem Handeln. Dabei wird hinterfragt, wie sich eine ethisch motivierte Politik in einem durch machtpolitische Interessen geprägten internationalen Umfeld behaupten kann und welche Herausforderungen dies für das Projekt Europa birgt.
- Die vielschichtige Bedeutung des Solidaritätsbegriffs
- Machtpolitische versus ethisch-normative Interessen im Syrienkonflikt
- Die Rolle der „Willkommenskultur“ als Bruch mit traditionellen Normen
- Herausforderungen für die Solidargemeinschaft Europäische Union
- Die Notwendigkeit einer gesamteuropäischen Lösung
Auszug aus dem Buch
Der Syrienkonflikt und die Ambivalenz von Solidarität
Die polarisierende Wirkung der Flüchtlingskrise entfaltet sich vor allem aufgrund der unmittelbaren Involvierung Europas. Dabei äußert sich die Involvierung nicht in einer direkten militärischen Intervention, sondern beruht einzig und allein auf der Attraktivität Europas. Dies ist zurückzuführen auf einen Bestand, der von den meisten unter uns als selbstverständlich erachtet und oftmals unterschätzt wird. Friede, ein fragiles Gebilde, das in Europa erst seit circa 80 Jahren Bestand hat und doch Einzigartiges darstellt. Darauf aufbauend konnte sich in Europa ein Klima der Sicherheit und des Wohlstands etablieren, das in vielen Teilen der Welt derzeit als unerreichbar gilt.
Das derzeit wohl virulenteste Beispiel ist Syrien, ein Land in dem seit fast fünf Jahren Krieg herrscht und Millionen Menschen zu Flüchtlingen gemacht hat und weiterhin macht. Doch Syrien erschöpft sich nicht nur als beispiellos tragische Illustration möglicher Fluchtursachen, sondern offenbart auch die Vielschichtigkeit des Solidaritätsbegriffes. Wie kaum ein anderes Beispiel, zeigt der Syrienkonflikt das Versagen internationaler Akteure oder Gemeinschaften, angesichts humanitärer Katastrophen angemessen einzuschreiten. Dabei zeichnen sich die Akteure nicht durch Untätigkeit aus, sondern sind meistens direkt militärisch involviert. Syrien ist zu einem internationalen Kriegsschauplatz geworden, wie er verworrener kaum sein könnte.
Zusammenfassung der Kapitel
Merkels Asylpolitik – Ein Lichtblick wahrer Solidarität?: Das Kapitel führt in die Debatte um Merkels Ausspruch „Wir schaffen das“ ein und zeigt die Polarisierung der Gesellschaft sowie die begriffliche Konturlosigkeit von Solidarität auf.
Der Syrienkonflikt und die Ambivalenz von Solidarität: Der Autor analysiert den Syrienkonflikt als Beispiel für internationale Machtpolitik und die Pervertierung des Solidaritätsbegriffs durch beteiligte Akteure.
Angela Merkel und die Europäische Union oder wo Solidarität ansetzen sollte: Hier wird Merkels Ansatz als Ausweitung des Solidaritätshorizonts interpretiert, der über nationale Grenzen hinausgeht und eine ethische Dimension in die Politik einführt.
Warum es dennoch einer europäischen Lösung bedarf: Dieses Kapitel erörtert die Grenzen nationaler Alleingänge und plädiert für ein gesamteuropäisches, solidarisches Vorgehen bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise.
„Wir schaffen das“ – ein temporärer Lichtblick „wahrer“ Solidarität: Ein Fazit, das den normativen Mut Merkels würdigt und gleichzeitig betont, dass dieser Ansatz eine dauerhafte europäische Unterstützung benötigt.
Schlüsselwörter
Solidarität, Angela Merkel, Flüchtlingskrise, Europäische Union, Syrienkonflikt, Willkommenskultur, Normen, Ethik, Menschenwürde, Geopolitik, Dublin-Abkommen, Integration, Transnationale Solidarität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das politische Handeln von Angela Merkel im Kontext der Flüchtlingskrise und untersucht, inwiefern ihr Ansatz eine neue Form von Solidarität darstellt.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentral sind der Begriff der Solidarität, die Auswirkungen des Syrienkonflikts auf Europa, die politische Rolle der EU sowie die ethischen Grundlagen staatlichen Handelns.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den „besonderen Gehalt“ der Solidaritätsbekundung Merkels freizulegen und zu verstehen, warum sie trotz massiver Kritik an einer werteorientierten Flüchtlingspolitik festhält.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche und soziologische Analyse, die aktuelle Ereignisse der Jahre 2015/2016 mit theoretischen Überlegungen zur Solidarität verknüpft.
Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?
Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse internationaler Machtstrukturen im Syrienkonflikt, der Rolle der USA, Russlands und der Türkei sowie der internen Herausforderungen für die Solidargemeinschaft EU.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Publikation?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Solidarität, ethisch-normative Fundierung, europäische Verantwortung und die Herausforderungen der „Willkommenskultur“.
Wie unterscheidet sich Merkels Solidaritätsverständnis von dem der EU?
Während die EU Solidarität primär als soziale Norm innerhalb eines exklusiven Gemeinschaftsrahmens mit gegenseitigen Verpflichtungen versteht, erweitert Merkel diesen um eine universelle, ethisch-menschliche Dimension.
Warum wird der Syrienkonflikt als zentrales Beispiel gewählt?
Er dient als anschauliches Fallbeispiel dafür, wie verschiedene Akteure den Begriff der Solidarität je nach geopolitischen Interessen instrumentalisieren und pervertieren.
- Arbeit zitieren
- Samuel Kohnle (Autor:in), 2018, Solidarität bei Angela Merkel. Das Beispiel ihrer Asylpolitik, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/958980